Quad fahren mit Rollerführerschein: Welche Führerscheinklasse ist erforderlich?

Wer darf sie fahren, welches Zubehör ist nötig und wie sieht es mit der Sicherheit und der Zulassung aus? Das müssen Sie zu Quads und ATVs wissen.

Quads werden im Verkehrsrecht als „vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge“ bezeichnet.

Was ist ein Quad?

Ein Quad ist ein vierrädriges Kraftfahrzeug mit Sitzbank für zwei, selten auch drei Personen. Der Name stammt aus dem Englischen und ist eine Verkürzung von "quadruplet", was Vierling bedeutet. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Motorisierungen.

Manche Quads werden auch als ATV bezeichnet. Diese Abkürzung steht für All Terrain Vehicle. Im Gegensatz zu Sport-Quads verfügen diese meist über einen Allradantrieb, sind deshalb geländegängig und besonders als Arbeitsgeräte geeignet.

Eine weitere Bauform sind die sogenannten Side-by-Side-Vehicles (SSV). Hier sitzen Fahrer und Beifahrer wie im Auto nebeneinander (side by side) unter einem Dach.

Welche Führerscheinklasse benötige ich für ein Quad?

Eine spezielle Quad-Führerscheinklasse existiert nicht. Daher lässt sich die Frage: „Quad - Welcher Führerschein ist nötig?“ in unserem Ratgeber nicht mit der Nennung einer spezifischen Quad-Klasse beantworten. Dennoch benötigen Sie einen Führerschein für das Quad.

Die Berechtigung, ein solches Fahrzeug zu führen, kann durch den Erwerb anderer Führerscheinklassen erlangt werden. Es handelt sich um zwei Klassen, welche auch für das Quad als Fahrerlaubnis fungieren.

Sowohl die Klasse AM als auch die Klasse B berechtigen zum Führen bestimmter Quads.

  • Klasse AM (Rollerführerschein): Mit einem AM-Führerschein dürfen laut geltendem Verkehrsrecht Fahrzeuge gesteuert werden, die die Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten. Gleichzeitig darf ihr Hubraum nicht größer als 50 ccm sein. Diese beiden Variablen sind bauartbedingt; in der Zulassung des Quads findet man die Informationen zum Hubraum und der erreichbaren Höchstgeschwindigkeit und kann somit sicher gehen, dass man die entsprechende Quad-Fahrerlaubnis auch besitzt.

  • Klasse B (PKW-Führerschein): Rund 70 Prozent aller Deutschen besitzen einen Führerschein der Klasse B - dies ist der normale PKW-Führerschein. In ihm ist eine Quad-Fahrerlaubnis inbegriffen. Beim B-Führerschein gibt es keine Beschränkungen in Sachen Hubraum oder Geschwindigkeit. Grenzen setzt nur das zulässige Gesamtgewicht mit maximal 3,5 Tonnen, welches dieser Fahrzeugtyp allerdings nie erreicht.

Auch Inhaber eines alten Führerscheins der Klasse S sind ebenfalls dazu berechtigt, Quads zu fahren.

Wenn das Quad bzw. ATV als Zugmaschine zugelassen ist und für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke (LoF) eingesetzt wird, genügt eine Fahrerlaubnis der Klasse L bzw. Klasse 5 (alt).

Quad fahren mit 16?

Kleine Quads mit einem maximalen Hubraum von 50 Kubikzentimetern und einer Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h dürfen in Deutschland sogar schon Jugendliche ab 15 Jahren fahren. Für eine Fahrerlaubnis der Klasse L beträgt das Mindestalter 16 Jahre.

Darf ich mit dem B17-Führerschein auch schnellere Quads fahren?

Das ist möglich, aber dazu muss wie beim PKW eine eingetragene Begleitperson auf dem Quad mitfahren. Wenn Sie alleine fahren wollen, gelten für Sie die Bestimmungen des AM-Führerscheins.

Quad fahren ohne Führerschein?

Ohne Führerschein dürfen Quads nur auf Privatgelände geführt werden. Dafür ist allerdings die Erlaubnis der Grundstücksbesitzers erforderlich.

Dennoch kannst du dich auch ohne einen Führerschein und ohne das Mindestalter erreicht zu haben, in den Sattel schwingen. Und zwar dann, wenn das Quad ausschließlich auf einem Privatgrundstück bewegt wird. Dieses darf dann jedoch nicht an öffentliche Straßen angebunden sein.

Kosten für den Quad-Führerschein

Es gibt keine extra Führerscheinklasse für Quads. Stattdessen wird ein Führerschein der Klassen AM oder B benötigt.

Ein Rollerführerschein kostet etwa zwischen 150 bis 250 Euro. Dagegen kann ein PKW-Führerschein deutlich höhere Kosten verursachen. Diese sind jedoch sowohl von der Auswahl der Fahrschule als auch von der Anzahl der benötigten Fahrstunden abhängig.

Hier eine Übersicht über die Kosten:

Führerscheinklasse Kosten (ungefähr)
AM (Rollerführerschein) 150 - 250 Euro
B (PKW-Führerschein) Deutlich höher (abhängig von Fahrschule und Fahrstunden)

Sicherheitshinweise und Ausrüstung

In der Straßenverkehrsordnung (§ 21a Abs. 2 StVO) steht, dass Fahrer und Beifahrer offener drei- oder mehrrädriger Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h einen geeigneten Schutzhelm tragen müssen - dies gilt also auch für das Fahren mit Quads. Wenn man allerdings die vorgeschriebenen Sicherheitsgurte anlegt, muss man keinen Helm tragen.

ADAC Experten empfehlen, beim Quadfahren auf alle Fälle Schutzkleidung zu tragen. Kleidung aus dem Motocross-Bereich ist dafür besonders gut geeignet. Wichtig sind vor allem gute Motorradstiefel, da im Falle eines Unfalls die Beine und Füße am häufigsten Schäden davontragen, sowie Handschuhe.

Ein Warndreieck muss immer im Quad dabei sein. Seit dem 1.7.2014 besteht auch die Verpflichtung, eine Warnweste mitzuführen, wenn das Quad als Pkw oder als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine zugelassen ist.

Fahrer von Quads müssen Verbandkästen mitführen, sofern ihre Fahrzeuge nicht als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine zugelassen sind.

Wo darf man mit dem Quad fahren?

Für Quads gelten dieselben Regeln wie für andere Kraftfahrzeuge auch. Sie müssen also innerorts und außerorts auf der Fahrbahn fahren. Auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen dürfen sie, wenn sie eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h haben.

Das Fahren auf Wald- und Feldwegen ist normalerweise - trotz der Geländetauglichkeit von Quads - nicht erlaubt: Oft sind diese nämlich nur für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke freigegeben.

LoF oder Pkw: Welche Zulassung?

Es gibt vier verschiedene Möglichkeiten:

  • als Leicht-Kfz bis 45 km/h
  • als vierrädriges Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung
  • als vierrädriges Kraftfahrzeug zur Güterbeförderung
  • als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine

Früher war auch eine Zulassung als Pkw möglich. Das scheitert heute an dem wegen der motorradtypischen Bauweise von Quads nicht erreichbaren Geräuschgrenzwert von 74 dB. In Einzelfällen kann aber noch die Zulassungsart "Pkw offen" auftauchen.

Wie sicher sind Quads?

Quads verfügen über besondere Fahreigenschaften, die gerade für Quad-Neulinge eher gewöhnungsbedürftig und auch nicht mit denen anderer Fahrzeuge wie Fahrräder oder Pkw vergleichbar sind. Daher kommt es besonders bei unerfahrenen Fahrern oft zu schweren Unfällen.

Wer dennoch längere Strecken über asphaltierte Straßen fahren will, sollte davor unbedingt ausreichend trainieren, denn Erfahrung ist beim Quadfahren besonders wichtig.

Wo kann man Quadfahren trainieren?

Der ADAC empfiehlt: Mindestens einen Tag lang mit Technik und Fahrverhalten des Quads vertraut machen und in einem abgesperrten Gelände auf lockerem wie auch auf festem Untergrund das Quadfahren üben.

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