Mit welchem Bike bist du besser dran? Einem Hardtail oder einem vollgefederten MTB? Diese Frage kommt seit den Anfängen des MTB-Sports auf. Während sie in der Enduro- und Downhill-Welt so gut wie geklärt ist, ist sie im Cross-Country-Racing aktueller denn je. Ein Grund für uns, die Vor- und Nachteile eines Cross-Country-Hardtails wie dem BIG.NINE gegenüber einem vollgefederten Cross-Country-Bike wie dem NINETY-SIX, genauer unter die Lupe zu nehmen.
Gemeinsamkeiten von Hardtails und Fullys im Cross-Country-Bereich
Kaum verwunderlich: Beide Bike-Arten haben vieles gemein. Im Cross-Country-Racing ist das Gewicht ein entscheidender Faktor, weshalb beide Bikes sich durch einen leichten Rahmen auszeichnen. Hochwertige Cross-Country-Bikes sind in der Regel aus Carbon gefertigt, unser BIG.NINE gibt es aber als Ergänzung zur Carbon-Version auch in Aluminium. Beide sind mit 29"-Laufrädern, leicht profilierten, schnell rollenden Reifen ausgestattet und kommen mit einer 100-mm-Federgabel mit Lockout-Funktion, um zu verhindern, dass die Gabel bei langen Anstiegen oder harten Sprints einfedert.
Bei beiden Bikes ist es zudem möglich, zwei große Trinkflaschen im Rahmendreieck unterzubringen: Bei vielen vollgefederten Cross-Country-Bikes eher eine Seltenheit.
Die Unterschiede: Heckfederung und ihre Auswirkungen
Natürlich werden die Unterschiede erst richtig deutlich, wenn man sich das Heck anschaut. Während das BIG.NINE über leicht abgeflachte Sitz- und Kettenstreben verfügt, die wie eine Blattfeder wirken und so für mehr Komfort sorgen, verwendet das NINETY-SIX unser leichtes P-FLEX-Hinterbausystem. Es bietet 100 mm Federweg am Heck. Durch den Verzicht auf einen hinteren Drehpunkt und das Vertrauen auf den natürlichen Flex von Carbon, wird das zusätzliche Gewicht auf ein Minimum reduziert.
Effizienz und Gewicht: Hardtail vs. Fully beim Klettern
Bei Cross-Country-Rennen geht es vor allem um Effizienz, und hier ist das Hardtail der eindeutige Gewinner. Das Fehlen einer Federung am Heck bedeutet, dass sämtliche Energie direkt auf den Hinterreifen übertragen wird. Der Verzicht auf Drehpunkte oder einen Dämpfer bedeutet zudem, dass das Hardtail leichter ist. Das kann einen bedeutenden Unterschied bei der Beschleunigung und in Kletterpartien ausmachen. Weniger Gewicht macht ein Bike bergauf immer schneller und ist besonders wichtig, wenn es um kurze, steile Anstiege und eine kraftvolle Beschleunigung auf der Rennstrecke geht.
Das soll nicht heißen, dass das Hardtail beim Klettern immer siegreich sein wird. Die meisten vollgefederten Cross-Country-Bikes wie das NINETY-SIX sind mit Lockout-Funktion ausgestattet, die das Einfedern blockieren kann und so die Effizienz beim Klettern verbessert. Dadurch kann das NINETY-SIX, wenn gewünscht, im Grunde zu einem Hardtail − oder zu einem Fully − werden.
Obwohl sie zwangsläufig schwerer ist, ist eine Federung am Heck auf rauen, technischen Anstiegen oftmals ein großer Vorteil, da die erhöhte Traktion ein Durchdrehen des Hinterrads verhindert. Dadurch kann mehr Energie in Vorwärtsbewegung umgewandelt werden und „verpufft“ nicht beim Durchdrehen.
Abfahrtsperformance und Komfort
Der größte Vorteil einer Heckfederung besteht aber natürlich darin, dass dadurch ein schnelleres Abfahren ermöglicht wird. Auf ruppigen und felsigen Abfahrten kannst du mehr Tempo aufnehmen und „segelst“ einfach über bestimmte Segmente, in denen du bei einem Hardtail befürchten müsstest, die Reifen zu beschädigen. Zudem ist es viel komfortabler, wodurch du in Kletterpartien oder Abfahrten weniger gefordert bist, was dazu beiträgt, Ermüdungserscheinungen auf längeren Touren oder bei Marathons zu verringern.
Die Wahl der Profis
Bei Cross-Country-Rennen auf allerhöchstem Niveau können Profis natürlich zwischen einem Hardtail und einem XC-Fully wählen. Welches sie letztlich einsetzen, hängt dann vom Rennformat und dem jeweiligen Gelände ab. Bei langen, ruppigen Marathon- und Mehrtagesrennen trägt der größere Komfort eines vollgefederten Bikes trotz des Gewichtsnachteils oft den Sieg davon, da sich die Rider frischer fühlen und sich auf Abschnitten erholen können, auf denen das Hardtail sie mehr fordern würde. Ähnlich verhält es sich auf den ruppigen und technischen XC-Rennstrecken im World Cup. Hier wird ein Gewichtsnachteil durch die überlegene Kontrolle und Abfahrtsfähigkeit der Vollfederung aufgewogen.
Für Kurzstreckenrennen, bei denen es um maximale Leistung geht, ist das Hardtail nach wie vor ein wichtiges Werkzeug. Insbesondere bei einem moderaten Streckenprofil. Die unmittelbare Kraftübertragung und die pure Effizienz, die ein Hardtail bietet, sind einfach unschlagbar.
Budget und Wartung
An diesem Punkt kommt das Finanzielle ins Spiel. Im direkten Vergleich wird ein Hardtail immer günstiger sein als ein Fully, da weniger Komponenten verbaut sind und der Rahmen einfacher zu fertigen ist. Das Fehlen eines Dämpfers oder von Drehpunkten bedeutet zudem weniger Wartungsaufwand, was auf lange Sicht oft Geld spart.
Entscheidungshilfe: Welches Bike passt zu dir?
Entscheide dich für ein Hardtail-XC-Bike, wenn:
- du ein möglichst leichtes, effizientes Bike haben willst und Komfort weniger wichtig ist
- deine Abfahrten und Kletterpartien im Allgemeinen eher moderater sind
- du über ein kleineres Budget verfügst und weniger Wartungskosten haben möchtest
Entscheide dich für ein vollgefedertes XC-Bike, wenn:
- du dir ein komfortableres Bike für längere Ausfahrten wünschst, das sich fürs Bergab besser eignet
- deine Kletterpartien und Abfahrten ruppiger und technischer sind
- das Budget eher zweitrangig ist
Natürlich sind auch hier die persönlichen Vorlieben wieder entscheidend.
Weitere Mountainbike-Typen
Neben Full-Suspension-Bike und Hardtail, lassen sich MTBs allerdings inzwischen wesentlich spezifischer einordnen.
- Race- und Cross-Country Bikes: Bei diesen Bikes handelt es sich um schnelle, leichte Bikes mit um die 100mm Federweg. Sowohl Fullys als auch Hardtails, sind für den Cross-Country Einsatz weit verbreitet. Sie haben vergleichsweise leichte und schmale Bereifung und sind bergauf sehr effizient und fix. Bergab hingegen braucht es einiges an Können, um auch abseits der Hauptwege richtig schnell unterwegs zu sein.
- Downcountry Bikes: Downcountry Bikes sind noch recht jung, finden aber nach und nach mehr Anklang. Bei Downcountry Bikes handelt es sich um Cross-Country Bikes mit „ein bisschen mehr Wumms“. Statt 100mm sind hier schon 120mm Federweg verbaut. Die Bikes haben etwas flachere Lenkwinkel was sie „slacker“ macht. Mit anderen Worten: Die Bikes liegen flacher auf dem Trail und sind bei hohen Geschwindigkeiten etwas ruhiger und allgemein etwas besser aufgestellt, wenn es mal rauer wird. Auch bei der Bereifung wird es etwas gröber, dennoch sind die Bikes gut am Berg und grade für Toren ideal aufgestellt.
- All-Mountain und Trail Bikes: Trail Bikes sind im Grunde genommen die neuen All-Mountains und gelten gemeinhin als die besten Tourenbikes und die ultimativen Allrounder. Federweg von 120 mm bis zu 150 mm Federweg und ein Gewicht, welches sich im Mittelfeld des Spektrums eingliedert, versprechen Spaß bergauf als auch bergab. Dank der recht allroundfähigen Geometrie kann es auch gen Tal richtig losgehen. Zwar wird es ruppig, wenn der Trail mal richtig grob wird, versierte und technisch gut aufgestellte Fahrer kommen aber mit einem Trail Bike überall runter.
- Enduro Bikes: Nur die harten kommen in den Garten: Mit den Enduro Bikes sind wir nun im abfahrtsorientierten Sektor des Bikespektrums angelangt. Federwege ab 150mm bis 180mm und ein etwas höheres Gewicht machen sich zwar bergauf bemerkbar, bergab aber dafür erst so richtig Spaß! Dicke Wurzel- und Steinfelder, große Sprünge und hohes Tempo auf den Trails liegen Enduros besonders. Sie haben flache, lange Geometrien und sind nichtmehr so wendig wie Trailbikes, liegen allerdings im Gegenzug dazu bei hohem Tempo satt auf dem Trail. Telestütze, breite, grobstollige und vor allem pannensichere Bereifung sollten an jedem Enduro Bike dran sein.
- Superenduros: Superenduros sind ein relativ junger Trend. Im Prinzip geht es hier um Enduro Bikes die von den Herstellern noch ein wenig aufgemotzt wurden. So kommen sie auf 180mm bis 190 mm Federweg und haben ein klein wenig mehr Reserven.
- Downhill Bikes: Down we go! Und zwar schnell! Das ist es, was Downhill Bikes am allerbesten können. Doppelbrückengabel, besonders grobe und pannensichere Bereifung, fein abgestufte schwere Gänge, flache, lange Geometrien und Federweg von 200mm und mehr sind an DH-Bikes inzwischen normal. Doch so schnell die Boliden den Berg runterfahren, wieder rauf geht es nur mit Bus, schiebend oder dem Lift. Denn die Geometrie dieser Bikes in Kombination mit dem hohen Gewicht und der abfahrtsorientierten Übersetzung, ermöglichen das Bergauffahren kaum. Wer in Bikeparks unterwegs ist und den Berg nur in eine Richtung bezwingen will, nach unten, der wird hier fündig!
- Fatbikes: Fatbikes sind eine besondere Gattung von Mountainbikes. Mit Reifen über 3 Zoll Breite sind sie quasie die Traktoren unter den Fahrrädern.
- E-Mountainbikes: Auch E-Bikes sind inzwischen eine weit verbreitete Bikegattung. Längst sind die Zeiten rum wo Räder mit elektrischer Unterstützung nur etwas für Rentner sind. Inzwischen gibt es, wie beim MTB viele verschiedene Arten der Elektroflitzer. Auch für den Nachwuchs gibt es inzwischen schon richtig ernst zu nehmende Kinder-Mountainbikes mit Scheibenbremsen, Federgabeln und allem was dazu gehört!
Laufradgrößen bei Mountainbikes
Sehr lange waren 26 Zoll das Nonplusultra in der MTB-Szene. Mittlerweile haben 27,5 Zoll und 29 Zoll Laufräder die beliebten „Oldies“ fast gänzlich abgelöst.
- Größere Laufräder ermöglichen es dir deutlich einfacher über Hindernisse zu rollen, ohne dein Rad lupfen zu müssen.
- Größere Laufräder sind schwerer, bieten dafür aber deutlich mehr Laufruhe und bessere Abrolleigenschaften.
- Kleinere Laufräder sind agiler und etwas leichter, sie könnten je nach Fahrstil für dich die richtige Wahl sein.
Vor- und Nachteile der Laufradgrößen
| Laufradgröße | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| 26 Zoll | Leicht, wendig | Weniger Traktion, schlechteres Überrollverhalten |
| 27,5 Zoll | Gutes Gleichgewicht aus Wendigkeit und Überrollverhalten, mehr Traktion als 26 Zoll | - |
| 29 Zoll | Maximale Traktion, bestes Überrollverhalten, hohe Laufruhe | Höheres Gewicht, weniger agil |
Mullet-Bauweise
Ein Hybridkonzept dieser beiden Laufradgrößen ist die Mullet-Bauweise. Sie kombiniert ein 27,5 Zoll Hinterrad mit einem 29 Zoll Vorderrad und soll so die Vorteile der beider Laufradgrößen zur Geltung bringen.
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