Radfahren im Regen: Tipps für mehr Spaß und Sicherheit

Radfahren im Regen kann durchaus Spaß machen. Das passiert vor allem dann, wenn ich Zuhause im Trockenen sitze, aus dem Fenster starre und eimerweise Wasser vom Himmel fällt.

Warum Radfahren im Regen Spaß machen kann

Hier sind einige Gründe, warum Radfahren im Regen eine positive Erfahrung sein kann:

  1. Weil man mal wieder Kind sein kann: Wenn ihr schon nass seid, dann könnt ihr die Furcht vor dem Wasser auch gleich ganz stecken lassen und Spaß haben! Ihr sitzt auf einem Fahrrad, dass viel mehr Wasser verdrängen kann, wenn es durch eine Pfütze rollt! Grinsen im Gesicht garantiert (tropfnasse Füße und das Gefühl durch einen Teich zu laufen auch).
  2. Weil "Singing in the rain" immer funktioniert: Während das Fahrrad durch den Regen rollt, steigt die Laune ungemein, wenn man vor sich hinsummt, pfeift oder singt. Der Vorteil: Es ist sowieso keiner da, der es hören kann, weil alle versuchen, dem Regen aus dem Weg zu gehen und drin zu bleiben.
  3. Weil die Aussicht auf eine Dusche Zuhause die Laune steigen lässt: Klingt eventuell komisch, wenn man bis auf die Unterhose triefnass ist, ist aber so. Wenn ihr dann auf dem Heimweg seid, könnt ihr euch auf eine heiße Dusche freuen und die Kleidung einfach zum Trocknen aufhängen. Deshalb bin ich auch deutlich motivierter, wenn ich auf dem Rückweg nach Hause bin und im Regen radeln muss.
  4. Weil man am Stau vorbei radelt: Die Radwege sind so schön frei, wenn es regnet. Da stauen sich Blechkarawanen und kommen kaum einen Meter voran. Lächeln, winken, vorbei radeln. Läuft!
  5. Weil die richtige Kleidung trocken halten kann: Doch wenn ihr vorher einen Blick in den Wetterbericht werft und dann vorbereitet aufs Fahrrad steigt, könnt ihr bei einsetzendem Regen einfach reagieren. Werft die Regenjacke/das Cape/die Regenhose/die Gamaschen über und kein Regen kann euch mehr was!

Die richtige Ausrüstung für Regentouren

Mit der passenden Regenkleidung ist Radfahren im Regen vor allem im Herbst definitiv vorzuziehen.

  • Regenjacke oder Poncho: Bei der Regenbekleidung solltest du keine Kompromisse eingehen. Atmungsaktive Regenkleidung ist das A&O, denn am Ende schwitzt du ja auch. Möglichst farbig, damit man dich beim grauen Regentag nicht übersieht, wähle eine Regenjacke mit Kapuze. Auch ein Poncho ist eine alternative Lösung, der schützt nicht nur den Oberkörper.
  • Regenhose: Mit atmungsaktiven und wasserdichten Regenhosen fährst du auch bei Dauerregen komfortabel.
  • Überschuhe: Überschuhe schützen den Schuh vor eindringendem Wasser. Die Hosenbeine deiner Regenhose stülpst du aber am besten so weit wie möglich über den Schaft der Überschuhe. Steckst du die Hose in die Überzieher, läuft dir früher oder später das Wasser von oben in die Schuhe rein.
  • Regenhülle / Smartphone Case: Deine Lenkertasche und dein Smartphone schützt du mit entsprechenden Hüllen oder Smartphone Cases. Die transparenten Kunststoffüberzüge halten den Regen draußen und die Funktion drinnen.
  • Wasserdichte Packsäcke: Es ist immer gut, ein paar wasserdichte Packsäcke im Gepäck zu haben. Zur Not tun es auch Müllsäcke oder Plastiktüten. Es geht lediglich darum, dass du deine Ersatzkleider, Ladegeräte, etc. wasserdicht verpacken kannst.
  • Fahrradreifen: Profilierte Reifen wie z.B. Tourenreifen haben ein ausgewogenes Profil, das auch im Regen entsprechenden Grip bietet.
  • Fahrradschuhe mit griffiger Sohle und Gore Tex-Membran: Bei der Regentour ist es wichtig, einen festen Grip auf dem Pedal zu haben. Wasserabweisendes bzw. wasserdichtes Obermaterial wie Gore-Tex wirkt Wunder und hält die Füße weitgehend trocken.
  • Kettenöl für Nässe: Regen und Feuchtigkeit schwemmt das Kettenöl aus der Kette und wäscht den Schmutz rein. Das schadet der Kette, nutzt den Antriebsstrang erheblich ab und erhöht dessen Abrollwiderstand. Ergo: Kette vor und nach der Regenschlacht gut schmieren!
  • Steckschutzbleche: Für Fahrräder und E-Bikes wie Mountainbikes, Renn- oder Fitnessräder ohne Schutzbleche gibt's Nachrüst-Sets, auch zum Anstecken wie z.B. von SKS oder Hebie.

Spezielle Tipps für die kalte Jahreszeit

Auch im Winter ist die jahreszeitlich bedingte feuchte Witterung gut für die Natur. Jedoch für uns Radfahrende eine große Herausforderung. Im Vergleich zum Sommer ist der Winterschauer besonders unangenehm.

  1. Checke den Wetterbericht: Gerade im Winter ist die Wetterbeobachtung das A & O. Bleiben die Temperaturen über 0° C oder gehen sie darunter. Ist das Wetter wechselhaft oder stabil ungemütlich?
  2. Radfahren bei trockenen 0 - 5° C: Ist es überwiegend trocken auf der Straße, kann es hinter jeder Kurve oder auf Brücken plötzlich glatt werden. Deshalb: Sei wachsam!
  3. Radfahren bei feuchten 0 - 5° C: Ist es bei diesen Temperaturen feucht, eignet sich Schotter als Untergrund noch besser als Asphalt: Der ist griffiger und der Regen wird nicht so gleichmäßig durch die Reifenrotation hochgeschleudert wie auf Asphalt. Du musst geeignete Regenkleidung und wärmendes darunter tragen.
  4. Radfahren bei trockenen Minusgraden: Fährst du von vorneherein bei Temperaturen unter null, kannst du dich gleich darauf einrichten: Luftdruck etwas ablassen und Geschwindigkeit anpassen.
  5. Radfahren im Schnee: Macht lediglich auf festgefahrener Schneedecke mit montierten Spikes oder grobstolligen Mountainbike-Pneus Spaß, ist aber anstrengend und erfordert eine geübte Radbeherrschung.

Goldene Regeln für die perfekte Fahrtechnik bei Regen!

  1. Passe den Luftdruck der Reifen an! Im Nassen senkst du den Luftdruck etwas, um den Grip zu erhöhen.
  2. Trage Schuhe mit rutschfester Sohle! Prüfe vor der Tour, dass deine Schuhe auch bei Nässe ausreichenden Grip auf dem Pedal bieten.
  3. Kleide dich möglichst grell! Um im grauen Dunst eines Regentages rechtzeitig als Radfahrer erkannt zu werden, kleide dich möglichst grell.
  4. Eine Brille schützt die Augen vor Schmutz und Graupel! Aufspritzendes Regenwasser, herumfliegender Dreck oder Steinchen, Graupel- oder Hagelschauer können deine Sicht trüben und vor allem direkt ins Auge fliegen.
  5. Fahre umsichtig! Im Regen mutieren Kopfsteinpflaster, Fahrbahnmarkierungen, Straßenbahnschienen, Laub oder auch Hundekot plötzlich zur Schmierseifenrutschbahn.
  6. Die richtige Kurventechnik im Regen! Fährst du in eine Kurve, achte darauf, dass du auch hier die Geschwindigkeit reduzierst und dich so wenig wie möglich und so viel wie gerade nötig in die Kurve legst.
  7. So kannst du einen Sturz verhindern! Wenn du das berücksichtigst, kannst du im Ernstfall, wenn das Vorderrad (oder Hinterrad) wegrutscht, den drohenden Exodus abfangen, in dem du blitzartig das Bein vom Pedal auf die Straße setzt.
  8. Benutze Schotter- und gesplitterte Wege! Auf gut geschotterten oder gesplitteten Wegen läuft einerseits das Wasser von der Oberfläche besser ab und bietet andererseits durch die griffige Oberflächenstruktur besseren Halt.
  9. Bremse frühzeitig und vorsichtig! Bedenke, dass sich beim Bremsen im Regen der Bremsweg verlängert.
  10. Nicht absichtlich durch Pfützen fahren! Läuft es blöd, liegt in der Pfütze ein Stein, den man natürlich nicht sehen kann: der Abflug ist vorprogrammiert. Außerdem verschmutzt dein Rad unnötig und durch das auftretende Spritzwasser bekommt deine Bremse zusätzlich Feuchtigkeit ab.
  11. Halte mehr Abstand als sonst! Gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmer solltest du etwas mehr Abstand halten als im Trockenen.
  12. Lass dein Bike nicht im Regen stehen! Gib nach einer Regenfahrt deinem Rad die Chance abzutrocknen.
  13. Steig um auf Bus und Bahn! Auch wenn du aufgrund schlechten Wetters, deine Tourenplanung anpassen musst, kann es praktisch sein, mitsamt des Fahrrads in den Zug zu steigen und eine Teilstrecke mit dem Zug zurückzulegen.
  14. Du darfst auch mal das Auto benutzen. Wer ein Auto zur Verfügung hat, darf auch bei heftigem Regen mal darauf zurückgreifen.

Weitere Tipps zum Radfahren im Regen

  • Reifenspannung anpassen: Bei nassem Wetter ist es hilfreich, wenn Sie 1 bis 1,5 bar weniger in Ihre Reifen haben als üblich. Dadurch erhalten Sie mehr Grip, da sich der Reifen besser an die Fahrbahnoberfläche anpasst.
  • Seien Sie Auffällig: Ihre Umgebung ist bei Regen meistens grau in grau, darum ist Ihre Sichtbarkeit beim Radfahren im regen sehr wichtig, also haben Sie zu jeder Tageszeit Ihr Licht an! So sehen nicht nur Sie selbst besser, Sie werden auch von anderen Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen.
  • Vorsichtig Bremsen: Zwei Faktoren verlängern beim Fahrrad fahren im regen Ihren Bremsweg: die nasse Straßenoberfläche und Ihre nassen Felgen.
  • Fahren Sie um Pfützen: Pfützen lassen sich beim Radfahren im Regen leider nicht immer vermeiden. Sicher ist also sicher: Pfützen und stehendes Gewässer umfahren!
  • Radeln Sie Vorsichtig: Umsichtiges und vorausschauendes Verhalten ist besonders wichtig, wenn Sie Fahrrad fahren bei Regen. Fahren Sie ruhig und passen Sie Ihre Schnellheit und nehmen Sie Kurven vorsichtig. Die ideale Technik ist vor der Kurve zu bremsen, nicht in der Kurve.
  • Vermeiden Sie eine Rutschpartie: Wenn weiße Streifen auf der Straße vorhanden sind, versuchen Sie, diese zu vermeiden, da sie bei Regen sehr rutschig sind. Aber auch Gullydeckel sind im regen oft rutschig.
  • Regenkleidung: Funktionsbekleidung in Signalfarben hilft ebenfalls dabei, bei jeder Witterung aufzufallen, was Ihre Sicherheit zusätzlich erhöht auch können Sie zum Beispiel eine Warnweste über Ihre Regenkleidung tragen.
  • Planen Sie Ihre Fahrt: Prüfen Sie vor Ihrer Fahrt die Wetterverhältnissen und die Wettervorhersage. Auf diese Weise können Sie besser vorbereitet sein und die richtige Kleidung tragen und eine Radtour im Regen mehr genießen.
  • Schutzbleche: Gute Schutzbleche an Vorder- und Hinterrad verhindern, dass Spritzwasser Sie und die Person hinter oder neben Ihnen nass und schmutzig macht. Außerdem schützen sie die Teile Ihres Fahrrads vor Abnutzung und Verschleiß.
  • Anschließend saubermachen: Nach dem Radfahren im Regen ist es wichtig, anschließend auch Ihr Fahrrad zu pflegen. Indem Sie Ihr Fahrrad reinigen und trocknen, verlängern Sie die Lebensdauer Ihres Spezialfahrrads.

Schutz vor Extremwetterlagen

Bei Extremen wie Gewitter oder Starkregen, muss man die Situation klar beurteilen und dann auch wissen, wann die Tour für eine kurze Zeit oder sogar vollständig abgebrochen werden sollte. Hier geht es nicht um einen Überlebenskampf, sondern die Zeit mit vielen schönen Momenten zu füllen.

  • Starkregen: Falls auf einer Fahrradtour Starkregen auftritt, ist besondere Vorsicht geboten. Um dies zu gewährleisten, sollte umgehend ein Unterstand, etwa eine Brücke oder überdachte Bushaltestelle, aufgesucht werden. Der Live-Regenradar zeigt das aktuelle Regengebiet mit der Niederschlagsintensität an.
  • Gewitter: Bei auftretendem Gewitter während einer Fahrradtour ist es von entscheidender Bedeutung, die richtigen Entscheidungen zu fällen. Ein Unterstand, ein Café oder ein öffentliches Gebäude bieten Schutz vor Blitzgefahr und starkem Regen. Man sollte es vermeiden, unter Bäumen oder auf offenen Feldern zu verweilen, da dies gefährlich sein kann. Des Weiteren soll man sich fern von metallischen Gegenständen wie seinem eigenen Fahrrad aufhalten, da sie Blitze anziehen können.
  • Nebel: Bei Nebel während einer Fahrradtour ist besondere Vorsicht geboten, da die Sicht stark eingeschränkt ist. Hier sind einige wichtige Schritte zu empfehlen. Grundsätzlich sollte man das Tempo verlangsamen, um auf unerwartete Hindernisse oder Fahrzeuge vorbereitet zu sein. Natürlich sollte auch die Beleuchtung eingeschaltet werden, um sicherzustellen, dass man für andere Verkehrsteilnehmer besser sichtbar ist.

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