Radfahren auf der Unstrut-Route: Eine Entdeckungsreise

Der Unstrut-Radweg erstreckt sich über knapp 200 km und beginnt an der Unstrutquelle im Eichsfeld. Er führt durch das Reisersche Tal in die alte Reichsstadt Mühlhausen mit ihrer historischen Stadtmauer, sehenswerten Kirchen und Museen.

Streckenverlauf und Beschaffenheit

Der Radweg verläuft weiter über Altengottern und Thamsbrück in die Stadt der Gärten, nach Bad Langensalza. Von Heldrungen (Wasserburg) erreichen Sie bei Artern den nördlichsten Punkt der Tour mit der Veitskirche, dem Solefreibad und der Solequelle. Der Unstrut-Radweg besteht größtenteils aus ausgebauten Strecken, wobei viele Abschnitte bereits asphaltiert sind und einige wenige mit festem Schotterbelag angelegt wurden. Da der Radweg keine großen Höhenunterschiede aufweist, ist er familienfreundlich und kann gut in beide Richtungen befahren werden.

Bei Memleben verengt sich das Tal, und es folgt der abwechslungsreichste Teil des Flusslaufes. Die Unstrut erschließt das bekannte Weinanbaugebiet Saale-Unstrut, durch das die 13. Deutsche Weinstraße führt, mal romantisch und träge, mal eingeengt in ein Korsett von Muschelkalk- oder Sandsteinbergen.

Nach etwa 190 km mündet die Unstrut im Blütengrund zwischen Kleinjena und Naumburg in die Saale. Der Unstrutradweg begleitet die Unstrut auf ihrem Lauf.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Besondere Attraktionen am Unstrutradweg sind die Städte Mühlhausen und Bad Langensalza mit historischen Stadtbefestigungen und Parks, das Naturschutzgebiet Unstruttal bei Nägelstedt, die Thüringer Pforte, die Wasserburg Heldrungen, die Modellbahn Wiehe, das Erlebniscenter Arche Nebra in Wangen und der Fundort der Himmelsscheibe, die Weinstraße Saale-Unstrut, die Neuenburg und Rotkäppchen-Sektkellerei in Freyburg sowie die Domstadt Naumburg.

Es gibt immer ein paar Baustellen, aktuelle Informationen finden Sie hier. Der 12. Unstrutradwandertag findet 2025 in Mühlhausen statt.

Abstecher in den Nationalpark Hainich

Für Radfahrer, die die Vielfalt der Natur im Hainich entdecken möchten, gibt es im Nationalpark mehr als 50 km gut ausgebaute Radwege.

Nationalpark-Rundweg

Auf dem 25 km langen Nationalpark-Rundweg können die einzigartigen Buchenwälder des UNESCO-Welterbes erkundet werden. Unterwegs bieten sich mehrere Einkehrmöglichkeiten an, z.B. am Craulaer Kreuz, an der Thiemsburg oder an der Fuchsfarm.

Gelbe Route

Die Gelbe Route führt von Creuzburg nach Bad Langensalza direkt durch den Nationalpark. Sie verläuft meist über wenig befahrene Nebenstraßen und Landwirtschaftswege. Die Route steigt auf etwa der Hälfte der Strecke teils mäßig, teils aber auch sehr steil an und besitzt daher einen mittleren bis höheren Schwierigkeitsgrad. In Creuzburg ist die Gelbe Route an den Werratal-Radweg angebunden. In Bad Langensalza kann auf dem Unstrut-Radweg weitergeradelt werden.

Rote Route

Die Rote Route verbindet die Stadt Mühlhausen mit dem Nationalpark Hainich. Sowohl Fahrzeit als auch Schwierigkeitsgrad der Strecke sind abhängig von der Richtung, in der man die Route abfährt. Aus Richtung Mühlhausen kommend, hat man einen mäßigen bis steileren Anstieg auf der gesamten Strecke, wodurch der Schwierigkeitsgrad mittel bis hoch ist. Fährt man hingegen vom Nationalpark in Richtung Mühlhausen, fällt die Strecke leicht ab. Es ist für trainierte Radfahrer möglich, innerhalb eines Tages von Mühlhausen in den Nationalpark und wieder zurück zu radeln. Die Rote Route ist bei Langula an den Unstrut-Werra-Radweg und ab Mühlhausen an den Unstrut-Radweg angebunden. Die Gelbe und die Rote Route treffen im Herzen des Nationalparks aufeinander.

Mehrere kleinere Radwege verbinden diese Fernradwege mit weiteren Ausflugszielen, z.B. dem Mittelpunkt Deutschlands oder der Vogelschutzwarte in Seebach. Einige Wanderwege des Nationalparks sind auch für Radfahrer freigegeben. Für Mountainbiker sind Radwege außerhalb des Nationalparks ausgewiesen.

Verhaltensregeln im Nationalpark

  • Bleiben Sie auf den markierten Radwegen.
  • Hinterlassen Sie keine Spuren. Müll muss wieder mitgenommen werden.
  • Bremsen Sie nicht mit blockierenden Rädern.
  • Passen Sie Ihre Geschwindigkeit an. Sie müssen in Sichtweite anhalten können.

Mehrtägige Radtour: Weimar - Magdeburg

Diese siebentägige Radtour führt von Weimar entlang der Saale und Unstrut bis nach Magdeburg. Die Anreise ist von April bis Oktober täglich möglich.

1. Tag: Weimar

Weimar ist als Ort der deutschen Klassik, verbunden mit Goethe, Schiller, Herder und Wieland, weltbekannt. Zahlreiche Museen, Parks und historische Gebäude laden zum Entdecken ein. Die Stätten der Weimarer Klassik, darunter Goethes und Schillers Wohnhaus sowie die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

2. Tag: Weimar - Naumburg (ca. [Distanz] km)

Die Radtour startet auf dem Ilmtal-Radweg entlang kleiner Dörfer, die oft vom klassischen Weimar geprägt sind. Stopps bieten sich an den Schloss- und Parkanlagen in Tiefurt oder Kromsdorf an. Weiter geht es zur Saalemündung nahe Bad Sulza. Nach Bad Kösen mit seinem Gradierwerk führt die Route entlang der Naumburger Weinberge des Saale-Unstrut-Weinbaugebietes. In Naumburg erwarten Sie ein schöner historischer Altstadtkern sowie der Dom, eine Station auf der „Straße der Romantik“ und seit 2018 UNESCO-Welterbe.

3. Tag: Naumburg - Freyburg/Nebra - Naumburg (ca. [Distanz] km)

Die zweite Etappe führt ins Unstruttal: Im Blütengrund am Zusammenfluss von Unstrut und Saale führt der Unstrut-Radweg entlang der Terrassenweinberge und Obstgärten nach Freyburg und zum Schloss Neuenburg. Die romanische Höhenburganlage ist bekannt für ihre Doppelkapelle aus dem Jahr 1170. In Freyburg besteht die Möglichkeit, die Rotkäppchen-Sektkelterei zu besuchen. Wer weiterfahren möchte, kann die Himmelsscheibe im Besucherzentrum Arche Nebra besichtigen. Die Rückfahrt nach Naumburg erfolgt auf gleicher Route oder mit der Bahn.

4. Tag: Naumburg - Halle (ca. [Distanz] km)

Durch Auenwälder und Wiesen verläuft der nächste Abschnitt auf dem Saaleradweg bis nach Halle. Zu den Highlights der Etappe zählt Weißenfels mit dem Schloss Neu-Augustusburg und dem Heinrich-Schütz-Haus. In Bad Dürrenberg lohnt sich ein Zwischenstopp, um das längste Gradierwerk Europas zu besichtigen. Merseburg erwartet Sie mit dem Schloss, das zusammen mit dem Dom die „Merseburger Stadtkrone“ bildet. Die über 1000-jährige Salinestadt Halle bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten und ein reiches Kulturangebot.

5. Tag: Halle - Bernburg (ca. [Distanz] km)

Die Strecke von Halle über Wettin, vorbei an Könnern und der alten Schifferstadt Alsleben nach Bernburg, bietet entspanntes Radeln durch die flachen Saaleauen und die „Brachwitzer Alpen“. Die Landschaft ist Teil des Naturparks „Unteres Saaletal“. Das Renaissanceschloss Plötzkau mit Schlosscafé oder das Bernburger Schloss sind sehenswert. Auch die sanierte Altstadt von Bernburg ist einen Besuch wert.

6. Tag: Bernburg - Magdeburg (ca. [Distanz] km)

Auf der letzten Etappe bieten sich Abstecher und der Besuch von Kulturstätten an. Die Schloss- und Klosterkirche St. Marien und St. Cyprian in Nienburg sollte man nicht verpassen. In Barby mündet die Saale in die Elbe. Von hier aus radeln Sie auf dem Elberadweg durch die Elbauenlandschaft über Dornburg bis nach Magdeburg. Der Dom, das Kloster Unser Lieben Frauen und das Otto-von-Guericke-Denkmal zeugen von der langen Geschichte der Landeshauptstadt.

Zusammenfassung der Etappen

Etappe Strecke Highlights
1 Weimar Goethes Wohnhaus, Schillers Wohnhaus, Herzogin Anna Amalia Bibliothek
2 Weimar - Naumburg Ilmtal-Radweg, Bad Kösen, Naumburger Dom
3 Naumburg - Freyburg/Nebra - Naumburg Unstruttal, Freyburg, Schloss Neuenburg, Arche Nebra
4 Naumburg - Halle Saaleradweg, Weißenfels, Bad Dürrenberg, Merseburg
5 Halle - Bernburg Saaleauen, Naturpark "Unteres Saaletal", Renaissanceschloss Plötzkau, Bernburger Schloss
6 Bernburg - Magdeburg Schloss- und Klosterkirche St. Marien und St. Cyprian in Nienburg, Elberadweg, Magdeburger Dom

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