Kuba und Fahrradfahren - was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, entpuppt sich in Wirklichkeit als absolutes Dreamteam. Gerade auf dem Land sind die Straßen kaum befahren und die Landschaft herrlich und ziemlich flach. Für mich ist das Fahrrad das beste Fortbewegungsmittel, um das Valle de Viñales abseits der Touristenpfade zu erkunden.
Warum Kuba ein ideales Reiseziel für Radfahrer ist
Kuba ist ein ideales und sehr beliebtes Reiseland für Radfahrer. Während der Hauptsaison (Dezember - Januar) sind hier viele Reiseradler aus den verschiedensten Ländern unterwegs. Das macht Kuba zu einem sehr angenehmen Radreiseland. Autofahrer, Busse und LKW nehmen große Rücksicht auf Radfahrer und hupen rechtzeitig, wenn sie sich Radfahrern von hinten nähern. Auf den Straßen herrscht sehr wenig Verkehr. Kuba ist das letzte sozialistische Reiseland, das man ohne großen bürokratischen Aufwand frei bereisen darf.
Vorbereitung und Ausrüstung
Ein Trekkingrad mit guter Gangschaltung ist für die gefahrene Strecke vollkommen ausreichend. Auf den Straßen kann man Kuba problemlos mit einem Randonneur bereisen. Sollte man sich hauptsächlich auf der Straße fortbewegen, reicht ein 28"-Rad mit 30er Bereifung aus. Problematisch wird es abseits von Hauptstraßen (auf denen aber wenig Verkehr herrscht) und im Gebirge. Auch abseits der Straßen oder bei Regen gab es mit den Schwalbe Marathon Plus Tour keine Probleme (28 x 1.6”). Flickzeug und Ersatzschläuche (2 pro Rad) sind jedoch sehr ratsam (auch bei “unplattbar” Mäntel).
Mit zu Gepäck sollte zudem eine handliche Luftpumpe sowie das übliche Werkzeug und weitere Ersatzteile gehören. Wir sind zwar unterwegs immer wieder auf Fahrradbastelshops gestoßen (viele Kubaner*innen fahren Fahrrad!), welche sehr hilfsbereit waren und uns regelmäßig die Reifen mit Kompressoren aufgepumpt haben, allerdings sind Ersatzteile häufig Mangelware. Alle wichtigen Ersatzteile sollten von zuhause aus mitgebracht werden. Es gibt keine Ersatzteile auf Kuba zu kaufen. Das gilt insbesondere für ‘spezialisierte’ Teile (Kassetten, hydraulische Bremsen, Ketten..)
Wertvolle Teile am Fahrrad (Sattel, Klingel, Beleuchtung etc.) sollte man bei der Ein- und Ausreise abbauen und in den anderen Gepäckstücken verteilen und transportieren. ( Stand 02/2017 : Räder sind sehr begehrt. Wir wurden oft angesprochen, ob wir sie verkaufen wollen. Unsere Gastgeber bestanden darauf, dass wir sie Nachts in einen geschlossenen Raum stellen.
Routenplanung und Sehenswürdigkeiten
Wir wollen keine Höhepunkte, sondern gemütlich vorbei an Feldern und Farmen radeln. Das Valle de Viñales liegt in der Provinz Pinar del Río im Westen der Insel. Es liegt mitten in der Sierra de los Órganos, zu deutsch Orgelpfeifengebirge. Der Name ist zurückzuführen auf die skurrilen Karstberge, die Mogoten, welche dem Tal sein charakteristisches Aussehen verleihen. Die gleichen skurrilen Berge sind es übrigens auch, die der Halong Bay in Vietnam umzingeln.
Wir folgen zunächst der Hauptstraße in Richtung Westen bis zur Abzweigung nach Pinar del Río. Diesen lassen wir jedoch links liegen und verlassen den Ort statt dessen auf der „Hauptstraße“, die durch das Tal zur Cueva de Santo Tomás und nach Pons führt. Wir folgen der Abzweigung die uns zwischen zwei eindrucksvollen Mongoten zur Mural de la Prehistorica, die man schon von weitem nicht übersehen kann. Die bislang asphaltierte kleine Straße wird hinter dem Mural zu einem holperigen Feldweg, dem wir weiter folgen.
Nach zwei bis drei Kilometern stoßen wir plötzlich wieder auf eine Hauptstraße - und zwar der, auf der wir bereits in das Tal hinein gefahren sind. Für die letzten vier Kilometer zurück ins Dorf nehmen wir uns viel Zeit und genießen die Sonne, die bereits langsam untergeht.
Unterkünfte und Verpflegung
Fast jedes zweite Haus bietet Gästezimmer für Reisende an, sogenannte Casas particulares, Hotels gibt es dagegen nur eine Hand voll. Die beste Wahl ist es sicherlich auf Casas Particularis zurück zugreifen. In jedem etwas größeren Ort findet man entsprechende Casas (zu erkennen an dem blauen Ankersymbol). Um Touristen aufzunehmen benötigen Kubaner eine offizielle Lizenz. Privatzimmer, Kosten ca. 25 CUC pro Nacht. Auf Wunsch wird einem Frühstück, Mittag- und Abendessen serviert (gegen Bezahlung, Frühstück zwischen 3 und 5 CUC, Abendessen zwischen 8 und 10 CUC).
Wildes Campen ist auf Kuba verboten und nicht alle Campismo sind für Touristen freigegeben. Auf den Campismo stehen üblicherweise Bungalows bereit, wobei es wohl auch möglich ist sein eigenes Zelt aufzustellen. Es gibt Campingplätze, allerdings dürfen diese i.d.R. keine Ausländer aufnehmen. Die internationalen nehmen auch Ausländer auf und sind von der Ausstattung etwas anspruchsvoller als die nationalen.
Die Verpflegung unterwegs ist auf Kuba sicherlich etwas komplizierter als in Europa und Co. Wir haben üblicherweise immer ausreichend Vorrat für ein bis zwei Tage bei uns gehabt. Aus meiner Sicht ist dies vor allem daher ratsam, weil die Verpflegung unterwegs nicht immer einfach war. Tagsüber haben wir des Öfteren keine Bezugsquellen gefunden und auch in Devisenläden war Wasser immer wieder ausverkauft. Mindestens 2-3 Liter pro Person sollte man hier wenn immer möglich einladen. Ganz gut versorgen kann man sich unterwegs hingegen mit kalter Limonade (Refresco) die fast jede Cafeteria (häufig auch in Dosen) hat. Auch die Versorgungslage mit Cafe ist ausgezeichnet!
Währung und Finanzen
Kuba hat 2 Währungen, den Peso convertible (CUC), die "harte" Währung bzw. Divisa, womit hauptsächlich die Touristen bezahlen und den kubanischen Peso (Moneda national). 2004 ist der US-Dollar als "harte" Währung in Kuba wieder verboten worden. Der Wert des CUC ist aber mit dem Wert des US-Dollars etwa gleichzusetzen. Das Verhältnis des CUC zur Moneda national ist 1:24. Aus den Preisen ist üblicherweise ersichtlich ob in CUP oder CUC zu zahlen ist und nach einigen Tagen sollte man ein Gefühl für die richtige Währung haben.
Beste Reisezeit
Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Oktober bis März, besser von November bis Februar. Die beste Jahreszeit für Besuche oder Radtouren in Kuba ist die Trockenzeit von Oktober bis April. Es herrscht tropisches Klima mit Temperaturen im Dezember bis zu 35°C, wobei immer etwas Wind weht, wodurch die Temperaturen längst nicht so warm wirken. Im Osten ist es generell etwas wärmer als im Westen der Insel. Dort ist auch die Luftfeuchtigkeit höher als im Westen.
Weitere Tipps und Hinweise
- Spanische Sprachkenntnisse sind auf Kuba selbstverständlich hilfreich, sind aber für eine Radreise kein Muss.
- Achte auf die Vorräte an Sonnencreme und bringe am besten bereits aus der Heimat genug mit.
- Fahrräder sollten nicht unbedingt in Kartons verpackt und transportiert werden.
- Gegenstände, die man nach einer Kubareise nicht mehr benötigt, wie z.B. alte Kleidung (auch wenn sie schmutzig ist), Medikamente, Bücher, Verpackunsmaterial, Ersatzteile fürs Fahrrad, PET-Flaschen, etc., werden in Kuba gerne angenommen.
Radreise-Angebote
Radfahren ist eine Art des Slow Travels und gibt Einblicke in das Land, die man sonst nie erhalten würde. Diese Cuba Buddy Radreise führt Euch durch die Nebenstraßen Kubas, Ihr besucht Dörfer, seht Landschaften und trefft Menschen, die Ihr sonst nicht treffen könntet. Wir sind stolz darauf, dass diese Radreise für jeden geeignet ist. Mit dem Wechsel von leichteren und härteren Tagen lässt sie sich an die Bedürfnisse jedes Einzelnen anpassen. Und wenn die Fahrt anstrengend wird, könnt Ihr jederzeit in den Bus steigen und Euch eine wohlverdiente Pause gönnen!
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