Rügen, die größte deutsche Insel, ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer. Mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft und der Nähe zur Ostsee bietet sie ideale Voraussetzungen für ausgedehnte Radtouren. Allerdings gibt es auch Herausforderungen und Einschränkungen, die das Radfahren auf Rügen beeinflussen.
Die Situation für Radfahrer auf Rügen
Immer mehr Radfahrer und E-Bike-Besitzer werden in Bergen auf Rügen gezählt. Da für viele das Kopfsteinpflaster zu gefährlich ist, weichen sie auf die Gehwege aus. Hier kommt es immer häufiger zu Beinahe-Unfällen.
Viele Radfahrer loben die landschaftliche Schönheit des Ostseeradwegs, bemängeln aber gleichzeitig den Zustand der Wege. Holprige Strecken, Kopfsteinpflaster, Plattenwege und Sandabschnitte sind keine Seltenheit. Wer dennoch vorankommen möchte, weicht oft auf Nebenstrecken aus, verpasst aber dadurch die schönsten Abschnitte der Route.
Ein Leserbrief aus dem Jahr 2021 bemängelt den Zustand des Radwegenetzes nördlich von Binz und die Gefahren, denen Radfahrer dort ausgesetzt sind. Es wird kritisiert, dass trotz hoher Ausgaben für den Ausbau der B96 keine ausreichenden Mittel für die Beseitigung von Missständen im Radwegenetz bereitgestellt werden.
Verbote und Einschränkungen
In Bergen müssen Radfahrer den Lenker in der Bahnhofstraße gut festhalten, wenn etwa der Straßenbelag von Kopfstein auf Asphalt wechselt.
Einige offizielle Rügen-Rundstrecken sind eher für Mountainbikes als für bepackte Tourenräder geeignet. Zwischen Lietzow und Neu Mukran kann man im Sand stecken bleiben.
Das Schwarzzelten ist an der Ostseeküste verboten. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte daher rechtzeitig Unterkünfte suchen.
Die Mitnahme von Fahrrädern in Linienbussen ist begrenzt (maximal 12 Fahrräder). Der Rasende Roland nimmt Fahrräder mit, einschließlich Tandems, Gespanne und Elektrofahrräder.
Der Ostseeküstenradweg
Der deutsche Ostseeküstenradweg ist etwa 400 km lang. Die Strecke von Rostock bis Stralsund ist traumhaft. Achtung: hinter Brücke über Eisenbahn am Stadtrand von Rostock den gelben Umleitungsschildern folgen. Die Radwegeschilder und die Karten sind hier verwirrend. Die Strecke zwischen Stralsund und Greifswald führt über die alte B96. Kopfsteinpflaster auf der ganzen Länge.
Generell ist zu sagen, dass der Ostseeküstenradweg sehr gut gefallen hat, da man tatsächlich fast immer das Meer sieht. Wenn der Weg nicht direkt an der Küste entlang führt, liegt er etwas erhöht, so dass man eine schöne Aussicht hat. Ausserdem ist die Küste sehr abwechslungsreich und die Seebäder sind echt sehenswert. Allerdings ist der Weg nichts zum flott fahren, dazu ist er zu holprig, zu eng und je nach Zeit auch zu voll.
Allerdings mussten wir sehr aufpassen, da die Beschilderung miserabel war. Die Schilder sind zu klein, fehlen häufig und sind auch schlecht lesbar, da die Aufschrift von der Sonne stark verblasst ist.
Wichtig ist eher die Planung, von West nach Ost zu fahren, da man dann statistisch mehr Rückenwind haben sollte als in die andere Richtung.
Einige empfohlene Streckenabschnitte:
- Heiligendamm nach Bad Doberan
- Dierhagen bis Zingst
- Wittow /Rügen
- ehemalige Kleinbahnstrecke zwischen Putbus und Garz/Rügen
Verbesserungen und geplante Maßnahmen
Trotz der genannten Probleme gibt es auch positive Entwicklungen und Bemühungen zur Verbesserung der Radwegeinfrastruktur auf Rügen.
Die Gemeinde Ostseebad Binz pflegt eine enge Zusammenarbeit mit dem örtlichen Polizeirevier, um sicherheitsrelevante Themen zu besprechen und auf Hinweise von Einwohnern und Feriengästen zu reagieren. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg hat das Thema „Fahrrad“ zum Schwerpunkt erklärt und führt regelmäßig Verkehrskontrollen durch.
Einige Schäden an Radwegen, wie beispielsweise der Radweg Mukran-Prora, sollen im Rahmen des Haushaltsplans 2024 beseitigt werden.
Für den Radweg Karow - Lubkow - (Prora) sind ca. veranschlagt. realisiert werden. Das ist lobenswert! Radweg von Karow vorerst bis nach Lubkow übergeben. soll dann im nächsten Jahr folgen (ca 1 km). auf dieser gefährlichen Straße radeln.
Die schlechten Straßenverhältnisse der Putbuser Straße sind bekannt. Der politische Beschluss zum Grundhaften Ausbau dieses Abschnittes liegt vor und die Planungsleistungen sind bereits seit 2022 vergeben.
Auch über drei Jahren nach unserer Petition für die Sanierung (Link mit nettem Video drin!) des Radweges an der L249 zwischen Niederau und Kreuzau ist immer noch nichts passiert. So ist es - leider.
Radweg soll nun 2024, also 11 Jahre später, fertig gestellt werden. Leider nur von Karow bis nach Lubkow (ca. Straße nutzen müssen.
Am 1. Abzweig Groß Schoritz übergeben werden.
Radweg von Gingst nach Ummanz insgesamt fertig gestellt.
ADFC-Mitgliedschaft
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit.
Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür - auch Dank Ihrer Mitgliedschaft - nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein.
ADFC-Mitglieder können sich auf Pannenhilfe, Informationen und vorteilhafte Sonderkonditionen verlassen.
Verkehrssicherheit für Radfahrer
Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, müssen Fahrräder gemäß der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) ausgestattet sein. Dazu gehören:
- Zwei voneinander unabhängige Bremsen
- Eine helltönende Klingel
- Zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale mit gelben Rückstrahlern
- Ein rotes Rücklicht
- Ein weißer Frontscheinwerfer
- Reflektoren oder Reflektorstreifen an den Speichen
Radfahrer sollten sich umsichtig im Straßenverkehr verhalten, vorausschauend fahren und mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. Es ist wichtig, Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen zu halten und Abbiegemanöver rechtzeitig anzukündigen.
Pedelecs und E-Bikes
Es gibt verschiedene Arten von Elektrofahrrädern:
- Pedelecs: Unterstützung bis 25 km/h, Helmpflicht wird diskutiert.
- Schnelle Pedelecs (S-Pedelecs): Unterstützung bis 45 km/h, gelten als Kleinkrafträder mit Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie Helmpflicht.
- E-Bikes: Elektro-Mofas, die bis 25 km/h unterstützen, auch ohne Pedalieren, benötigen Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und Mofa-Führerschein.
ADFC-Radurlaubsplaner
Der ADFC bietet einen Radurlaubsplaner mit mehr als 165 ausgewählten Radrouten in Deutschland. Routen werden mit bis zu fünf Sternen für ihre Qualität ausgezeichnet.
Obwohl es auf Rügen einige Herausforderungen für Radfahrer gibt, bietet die Insel auch viele schöne und lohnende Strecken. Mit den richtigen Vorbereitungen und der Beachtung der Verkehrsregeln steht einem unvergesslichen Fahrraderlebnis nichts im Wege.
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