Patienten mit chronischer Raucherbronchitis (COPD) können ihre Atemnot durch Lungensport verringern und somit ihre Lebensqualität erheblich steigern. Bewegung ist bei der Behandlung der COPD eine wichtige Säule. Denn Sport kann, auch begleitend zur medikamentösen Therapie, Atemnot verringern und Ihre körperliche Leistungsfähigkeit erhöhen. Während früher in der Therapie galt, dass sich Lungenkranke schonen müssen, zeigen neuere Studien, dass gerade Bewegung wichtig ist und sich positiv auf die Lungengesundheit auswirkt.
COPD ist eine systemische Erkrankung, bei der sich die krankheitsbedingten Entzündungsprozesse in der Lunge auf den gesamten Körper ausbreiten können, wobei es u.a. auch zu Veränderungen der Muskelstruktur mit erheblichem Funktionsverlust kommt. Das ohnehin mit dem Älterwerden verbundene Muskelabbau ist bei Menschen mit einer COPD deshalb besonders stark ausgeprägt. Muskelkraft wird nämlich auch für die Atmung benötigt, zum Beispiel für die Atemhilfsmuskulatur. Es ist also ein Kreislauf, in dem sich körperliche Inaktivität und COPD gegenseitig verstärken.
Der Teufelskreis der Inaktivität und wie man ihn durchbricht
„Viele der Patienten leiden vor allem bei körperlicher Belastung unter Atemnot“, erläutert Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP und Leiter der Lungenklinik Kloster Grafschaft im sauerländischen Schmallenberg. Wer bei körperlicher Anstrengung in Atemnot gerät, tendiert dazu, künftig solche Belastungen zu vermeiden und sich körperlich zu schonen. Das führt zu einem Trainingsmangel und einem zunehmenden Verlust der körperlichen Fitness, was noch mehr Atemnot verursacht und daraufhin noch mehr körperliche Schonung usw. Wird dieser Teufelskreis nicht durchbrochen, kann dies für die Betroffenen eine erhebliche Verschlechterung der Lebensqualität und des körperlichen Leistungsvermögens zur Folge haben, die sogar soweit führt, dass die Patienten ganz alltäglichen Aktivitäten wie einkaufen oder Freunde besuchen nicht mehr nachkommen können.
Um den Teufelskreis zwischen Atemnot, Schonung und zunehmendem Verlust des körperlichen Leistungsvermögens zu durchbrechen, können Lungenpatienten mit Sauerstoff trainieren oder auch einbeinig radfahren - Hauptsache sie trainieren ihren Körper. Um die Abwärtsspirale bei einer COPD zu bekämpfen, sollten COPD-Erkrankte zeitnah beginnen, sich wieder mehr zu belasten bzw. schon im frühen Krankheitsstadium regelmäßig aktiv werden.
Die Bedeutung von Bewegung und Sport bei COPD
Sport und Bewegung spielen bei der Behandlung von COPD eine zentrale Rolle. Denn wenn Sie als Patient*in über eine längere Zeit inaktiv sind und sich nur wenig bewegen, kann das dazu führen, dass Ihre körperliche Leistungsfähigkeit stetig nachlässt. Der Krankheitsverlauf wird dadurch negativ beeinflusst. Sportliche Aktivität wiederum kann Ihnen dabei helfen, Atemnot zu lindern, Ihr Wohlbefinden zu verbessern und Ihre Lebensqualität zu erhalten.
Menschen mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, kurz COPD, können den Krankheitsverlauf durch regelmäßige Bewegung und Sport positiv beeinflussen. Durch ein geeignetes körperliches Training lässt sich die körperliche Leistungsfähigkeit von COPD-Patienten also Schritt für Schritt wieder aufbauen bzw. Vergleichsweise geringe Aktivitäten können den Verlauf der Erkrankung bereits positiv beeinflussen. Dabei können bereits kurze Bewegungs- und Sporteinheiten die Sterblichkeit von Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen senken.
Eine verbesserte Fitness kann Ihnen zudem dabei helfen, mobiler zu werden und Ihren Alltag selbstständig zu gestalten. Durch die Bewegung werden die Muskeln trainiert und benötigen allmählich weniger Sauerstoff.
Empfehlungen für körperliche Aktivität
Experten empfehlen Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen, pro Woche drei- bis fünfmal für rund 20 bis 60 Minuten Sport zu treiben. Die europäische Atemwegsgesellschaft European Respiratory Society, ERS rät an drei bis fünf Mal pro Woche für je 20 bis 60 Minuten zu trainieren. Fachleute empfehlen insbesondere Ausdauer- und Konditionssport in Kombination mit Muskeltraining.
Möglicherweise reichen schon 15 bis 30 Minuten tägliches schnelleres Spazierengehen oder Nordic Walking aus, um den Krankheitsverlauf der Patientinnen und Patienten positiv zu beeinflussen. Die Erkrankten sind oft leistungsfähiger, als sie denken“, so Lungenexperte Watz. Untersuchungen einer taiwanesischen Arbeitsgruppe haben gezeigt, dass moderate, regelmäßige Belastungen, wie beispielsweise täglich eine Viertelstunde Spazierengehen, die Gesamtsterblichkeitsrate um 14 Prozent senken und die Lebenserwartung um durchschnittlich drei Jahre steigern kann.
Es muss nicht immer das große Sportprogramm sein: Auch im Alltag können Sie einiges dafür tun, körperlich aktiv zu bleiben:
- Machen Sie einmal täglich einen (kleinen) Spaziergang.
- Lassen Sie doch das Auto mal stehen und legen Sie kurze Wege stattdessen zu Fuß zurück oder mit dem Fahrrad.
- Steigen Sie eine Station früher aus, wenn Sie mit Bus oder Bahn unterwegs sind, beziehungsweise parken Sie das Auto bewusst ein Stückchen von Ihrem Ziel entfernt.
- Nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug.
Geeignete Sportarten für COPD-Patienten
Expert*innen sind sich darüber einig, dass COPD-Patient*innen keine bestimmte Sportart ausüben müssen, um ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten oder zu steigern. Möglich ist Bewegung jeglicher Art, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und Ihnen Freude macht. Falls Sie bei körperlicher Belastung nur geringe COPD-Beschwerden verspüren, sind Ausdauersporten wie Schwimmen, Radfahren oder Walking beziehungsweise Nordic Walking gut geeignet, um Ihre Fitness zu steigern.
Neben dem Sport treiben in organisierten Gruppen sind aber auch individuell ausgeübte Ausdauersportarten wie Radfahren gut für Lungenkranke. Van Raam stellt angepasste Fahrräder für Menschen her, bei denen das Radfahren mit einem normalen Zweirad nicht (mehr) möglich ist. Lesen Sie mehr über Radfahren mit Diabetes und die Verwendung von Van Raam-Spezialfahrrädern bei Diabetes.
Beim Lungensport leiten ausgebildete Trainer*innen die Teilnehmenden an. Die Übungen werden so ausgewählt, dass sie die Atmung vertiefen, den Brustkorb mobilisieren und die Fitness verbessern, um den Alltag leichter bewältigen zu können. Lungensport ist ein Rehasport (Rehabilitationssport) für Menschen mit einer chronischen Lungenkrankheit. Um daran teilnehmen zu können, müssen Sie bestimmte medizinische Voraussetzungen erfüllen und benötigen eine ärztliche Verordnung.
Einbeiniges Radfahren und Sauerstoff
Bei auftretender Atemnot während des Trainings kann die Zufuhr von reinem Sauerstoff hilfreich sein, da auf diese Weise eine höhere Sauerstoffsättigung im Blut erreicht wird. Beim Einsatz von nur einem Bein ist nämlich der Trainingseffekt für den betreffenden Muskel größer als beim zweibeinigen Training, ohne dass dabei der Sauerstoffbedarf des Patienten ansteigt. So wird verhindert, dass einsetzende Atemnot das Training limitiert.
Wichtige Hinweise vor Trainingsbeginn
Bevor Sie mit dem Training loslegen, sollten Sie mit Ihrem ärztlichen Fachpersonal sprechen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie loslegen. Ihr Arzt kann Sie untersuchen und herausfinden,welche Belastungsintensität die richtige für Sie ist (zum Beispiel durch ein Belastungs-EKG),wie Sie sich vor Atemnot schützen können (zum Beispiel mit Notfallmedikamenten) undob Sie von einer Lungensportgruppe profitieren. Besonders am Anfang kann es sinnvoll sein, unter Anleitung zu trainieren, um nichts falsch zu machen und sich nicht zu überfordern. Gut zu wissen: Menschen mit COPD sollten nach Möglichkeit in Begleitung Sport treiben. Dann ist immer jemand zur Stelle und kann Ihnen helfen, falls die körperliche Aktivität beispielsweise akute Atemnot auslöst.
Ernährung und COPD
Bewegung und Ernährung gehen für den Muskelaufbau Hand in Hand. Da COPD-Patienten oder -Patientinnen mehr Energie verbrauchen, sind gerade ältere Menschen mit COPD oft mangelernährt. Essen Sie häufiger kleinere Mahlzeiten über den ganzen Tag verteilt und halten Sie kleine Zwischenmahlzeiten bereit: Müsliriegel, Sahnejoghurt mit frischem Obst oder Smoothies.
Verwandte Beiträge:
- Wadenkrämpfe beim Radfahren: Ursachen, Vorbeugung & Behandlung
- Schlafende Zehen beim Radfahren? Ursachen & Lösungen
- Ironman Radzeiten: Optimierung & Strategien für die perfekte Performance
- Radfahren auf Dugi Otok: Die schönsten Routen & Tipps
- Motorrad Sprüche: Kurz, Inspirierend & Voller Leidenschaft für echte Biker
- Ab Wann Darf Man Motorrad Fahren? Alle Altersgrenzen & Führerscheinklassen Klar Erklärt!
Kommentar schreiben