Radfahren bei Knorpelschaden im Knie: Therapie und Empfehlungen

Oftmals fragen Ärzte ihre Patienten: „Können Sie Radfahren?“ und sensibilisieren damit für eine vermeintlich alltägliche Tätigkeit, über die nicht weiter nachgedacht wird. Denn Radfahren kann, abhängig davon, wie es betrieben wird, sehr günstig oder auch sehr ungünstig für den Bewegungsapparat, insbesondere für die Kniegelenke sein.

Die Bedeutung des Knorpels

Der Knorpel, also der glatte und federnde Überzug der Knochen, die über das Gelenk verbunden sind, ist bis zu 6 mm dick und hat keine eigene Blutversorgung. Er ernährt sich aus der Gelenkflüssigkeit, die durch Belastung des Gelenkes in den Knorpel gepresst wird und bei Entlastung wieder herausströmen kann. Das funktioniert wie ein Schwamm in einem Wassereimer, aus dem durch wiederholtes Drücken Schmutzwasser ausgepresst und frisches Wasser aufgesaugt wird.

Der Knorpel benötigt also einen häufigen Wechsel von - nach Möglichkeit nicht zu hoher - Belastung und Entlastung. Dafür ist - insbesondere im Kniegelenk - Radfahren ideal.

Beim Treten der Pedale nach unten kann es aber vor allem hinter der Kniescheibe zu zu hohen Drücken kommen, und beim Hochnehmen des Kniegelenkes in der Gegenbewegung kann der Druck unter der Kniescheibe nicht so weit reduziert werden, dass der Knorpel frische Gelenkflüssigkeit saugen kann. Außerdem ist bei vielen Menschen die Muskulatur auf der Oberschenkelrückseite relativ zu schwach, was die Stabilität des Knies beeinträchtigen kann.

Das „richtige“ Radfahren

Aus diesen Vorgaben ergibt sich das „richtige“ Radfahren. Richtige Rahmenform und -größe und richtige Einstellung von Sattel und Lenker sollten selbstverständlich sein. Fragen Sie Ihren Fahrradhändler und lassen Sie Ihr Rad einstellen. Klickpedale und entsprechende Radschuhe sind unumgänglich. Klickpedale können auf jedes Fahrrad und jeden Heimtrainer montiert werden. Es gibt auch einseitige Klickpedale, d.h. Sie können die Unterseite des Pedales nach oben drehen und haben dann ein „normales“ Pedal, für den Fall, dass Sie für die 400 Meter zum Bäcker nicht Ihre Radschuhe anlegen wollen.

Mit Klickpedalen fahren sollte man üben. Nach 10 Minuten Üben auf einem Großparkplatz oder ähnlichem hat man das drauf, und vergisst es auch nicht mehr. Sehr vorsichtige Menschen können ihr Trainingsprogramm ja auf dem Heimtrainer oder - mit Ihrem vorhandenem Fahrrad - auf der Walze im Keller oder im Wohnzimmer absolvieren.

Je höher die Trittfrequenz, desto häufiger kann der Knorpel „atmen“ bzw. frische Gelenkflüssigkeit saugen. Um so höher ist auch der Schulungs Effekt für die Koordination zwischen Oberschenkel und Unterschenkel.

Wichtig ist dazu, dass Sie Ziehen, also das Pedal bewusst von unten nach oben bewegen und sich auf diesen Teil der Bewegung konzentrieren. Am Anfang ist das gar nicht so einfach und Sie fallen schnell wieder in gewohnte Muster zurück.

Ab 5 Minuten Fahrdauer ist ein Trainingseffekt nachweisbar. Ideal ist einmal tägliches Training, und seien es nur 5 Minuten. Die Regelmäßigkeit ist viel wichtiger als die Dauer der Übungseinheit. Ihr Knorpel möchte sich auf eine bestimmte Ernährungsweise einstellen können und reguliert dann seinen Stoffwechsel danach. Je besser Sie Ihren Knorpel versorgen, um so mehr kann er für Sie leisten. Er wird glatter und elastischer.

Krankheitsbilder, bei denen Radfahren empfohlen wird

Richtiges Radfahren wird besonders bei folgenden Krankheitsbildern empfohlen:

  • Chondropathia patellae
  • Knorpelschaden
  • Meniskusschaden
  • Z.n. Meniskusresektion
  • Gonarthrose (Arthrose des Kniegelenkes, Verschleißerkrankung des Kniegelenkes)
  • Ansatztendinose der Patellarsehne
  • Ansatztendinose der Quadrizepssehne
  • Kreuzbandruptur VKB Ruptur (Kreuzbandriß)
  • Patellafehlgleiten

Radfahren bei Arthrose

Ärzte und Physiotherapeuten raten Menschen mit Arthrose häufig zum Radfahren. Dadurch werden die Muskeln, Sehnen und Bänder gestärkt und Ihr Gesundheitszustand verbessert. Darüber hinaus ist Radfahren gesund, hervorragend für Körper und Geist und sehr zugänglich.

Arthrose ist eine Form von Rheuma und eine Erkrankung von Knorpel und Knochen in Ihren Gelenken, bei der der Knorpel dünner wird oder manchmal sogar ganz verschwindet. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, wie z.B. Morgensteifigkeit, sind die Hauptsymptome.

Bei Kniearthrose ist es wichtig, sich regelmäßig zu bewegen, aber nicht zu belasten. Radfahren führt bei Menschen mit Kniearthrose in der Regel zu den geringsten Gelenkschmerzen. Sie sind dann aktiv, ohne Ihr Kniegelenk zu belasten. Wenn Sie Rad fahren, müssen Ihre Beine Ihr Gewicht nicht tragen.

Spezialfahrräder für Menschen mit Arthrose

Van Raam ist ein Hersteller von Spezialfahrrädern, die für Menschen geeignet sind, die aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung nicht (oder nicht mehr) auf einem normalen Fahrrad fahren können. Van Raams angepasste Fahrräder könnten für Menschen mit Arthrose geeignet sein.

Van Raam verfügt über verschiedene Modelle von Spezialfahrrädern, die mit Optionen und Zubehör vollständig angepasst werden können. Mit dem Online-Konfigurator von Van Raam ist es möglich, sich selbst ein Spezialfahrrad zusammenzustellen.

Van Raam Modelle

Van Raam bietet eine Vielzahl von Spezialfahrrädern an, darunter:

  • Dreiräder: Für Personen, die nicht mehr auf einem gängigen Fahrrad fahren können.
  • Rollstuhlfahrräder: Zum Transport von Rollstuhlfahrern mit dem Fahrrad.
  • Tandems: Um das Radfahren gemeinsam zu genießen.
  • Parallel Tandems: Ermöglichen gute Unterhaltung durch nebeneinanderliegende Sitzpositionen.
  • Tiefeinsteiger Rad: Für einfaches Auf- und Absteigen und optimal gestrecktes Bein.
  • Elektromobil-Dreirad: Für Menschen mit unbeständiger Kondition.
  • Transportfahrräder: Für Kinder oder Erwachsene, die nicht alleine am Verkehr teilnehmen können.

Weitere Therapieansätze bei Knorpelschäden

Neben Bewegungstherapie und angepassten Fahrrädern gibt es weitere Therapieansätze bei Knorpelschäden im Knie:

  • Krankengymnastik
  • Bandagen
  • PRP- oder Hyaluronsäuretherapie
  • Operative Maßnahmen (u. a. Mikrofrakturierung, Knorpelzelltransplantation)

Tipps für das Radfahren mit Knieproblemen

Hier sind einige Tipps, um das Radfahren trotz Knie- und Rückenschmerzen zu genießen:

  • Lass dich beim Radkauf fachmännisch beraten.
  • Lass dir vom Fachmann bei den Einstellungen helfen (Sattelhöhe, Lenkerposition etc.).
  • Achte auf den richtigen Reifendruck.
  • Trage immer einen Helm.
  • Erwäge die Anschaffung einer Radhose und Fahrradhandschuhe.
  • Achte auf den Verkehr und behalte die Strecke im Blick.
  • Übertreibe es nicht und wähle Strecken, die du genießen kannst.

Zusammenfassung

Radfahren kann bei Knorpelschäden im Knie eine sinnvolle Therapieergänzung sein, wenn es richtig ausgeführt wird. Achten Sie auf die richtige Radeinstellung, eine hohe Trittfrequenz und vermeiden Sie Überlastungen. Spezialfahrräder von Van Raam können Menschen mit Arthrose das Radfahren ermöglichen. Ergänzend können weitere Therapieansätze wie Krankengymnastik und Injektionen in Betracht gezogen werden.

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