Eine Venenentzündung, medizinisch als Phlebitis bekannt, betrifft in der Regel hautnahe Venen und kann jeden treffen, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Der wissenschaftliche Name dieser Entzündungen lautet Phlebitis, abgeleitet von dem griechischen Wort phléps, das sowohl die Vene als auch allgemeiner ein Blutgefäß bezeichnet. Sie kann wenige Tage schmerzhaft sein, aber auch Wochen dauern und je nach Entzündungsort gefährlicher sein, vor allem, wenn sie unbehandelt bleibt. Daher gehört diese Venenerkrankung unbedingt in die Hand eines Spezialisten.
Ursachen und Symptome
In den Venen fließt das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen. Fließt das Blut langsamer, weil wir beispielsweise zu viel sitzen oder stehen, stockt es in den Venen und kann so Verursacher der Entzündung sein. Eine Entzündung, die in einer hautnahen Vene steckt, ist nicht zu übersehen und sie macht sich meist auch durch mehr oder weniger starke Schmerzen bemerkbar. Sollte der Bereich zudem anschwellen, muss unbedingt rasch abgeklärt werden, ob eine Thrombose in den tiefen Venen vorliegt. Eine Thrombose ist gefährlich, da sich ein Gerinnsel lösen kann und über das Herz in die Lunge dringen kann. Hier kommt es dann zu einem Sauerstoffmangel, der gefürchteten Lungenembolie. Ebenso ist zu klären, ob die Entzündung nahe an einem Zugang zu den tiefen Venen liegt.
Prinzipiell können sich alle Venen des Körpers aufgrund verschiedenster Ursachen entzünden. Doch einer Venenentzündung der Beine, Füße oder Waden liegen häufig eine unbemerkte bzw. unbehandelte Venenschwäche oder Venenthrombose zugrunde. Reagiert man darauf nicht, können mittel- und langfristig Komplikationen wie Venenentzündungen und sogar Venenthrombosen die Folge sein. Andersherum kann sich auch aus einer Venenthrombose eine Venenentzündung entwickeln, etwa wenn eine Blutgerinnungsstörung vorliegt oder der Blutstau infolge der Venenschwäche bereits zur Bildung eines Thrombus geführt hat.
Die wichtigsten Begriffe auf einen Blick:
- Phlebitis = Venenentzündung
- Thrombophlebitis = Venenentzündung, die durch eine Thrombose im oberflächlichen Venensystem (OVT) ausgelöst wird.
- Phlebothrombose = Entzündung mit Thrombose im tieferliegenden Venensystem (TVT).
Venen können sich vor allem dann entzünden, wenn der Blutfluss verlangsamt ist, bzw. sich das Blut staut. Das kann prinzipiell jede Vene betreffen, doch vor allem in den Beinvenen kann es, zum Beispiel infolge einer Venenschwäche, Herzinsuffizienz, Bindegewebsschwäche, von Übergewicht oder durch Bewegungsmangel zu Blutstau kommen. Zusätzlich begünstigt der verlangsamte Blutfluss, dass Blut an der Venenwand gerinnt und einen Thrombus bildet.
Radfahren als Therapie und Prävention
Menschen mit Venenleiden tut Radfahren gut. Dabei sollten sie sich jedoch nicht überanstrengen. Am besten radelt man jeden Tag 20 bis 30 Minuten, rät Norbert Frings, Chefarzt der Capio Mosel-Eifel-Klinik und wissenschaftlicher Berater der Deutschen Venen-Liga. «In einem leichteren Gang kontinuierlich treten, das wäre für die Venen gut.» Das heißt also: Nicht mal mit voller Kraft treten und dann wieder rollen lassen, sondern auf Gleichmäßigkeit achten. Venenpatienten sollten es mit dem Fahrradfahren nicht übertreiben: Maßvoll und kontinuierlich, darauf komme es an.
Regelmäßiges Fahrradfahren kann Venenentzündungen vorbeugen. Bewegung baut ein straffes Gewebe auf, bei dem Krampfadern oder eine Venenschwäche keine Chance haben. Mediziner:innen raten bei einer oberflächlichen Venenentzündung ebenfalls zu Bewegung statt Bettruhe, damit das Blut zirkulieren kann.
Worauf Sie beim Radfahren achten sollten
Am besten Sie radeln jeden Tag 20 bis 30 Minuten in einem leichten Gang. Treten Sie dabei gleichmäßig und kontinuierlich in die Pedale. Wer unter Krampfadern leidet, sollten es mit dem Fahrradfahren nicht übertreiben. Ziel ist es, locker und durchgehend die Beine zu bewegen, ohne sie übermäßig zu strapazieren.
Um zu verhindern, dass die Venen im Leisten- und Bauchbereich zu sehr abknicken und der Blutabfluss dadurch behindert wird, sollte die Sitzhaltung allerdings möglichst aufrecht sein. Oder anders gesagt: Das Hollandrad eignet sich für Venenpatienten besser als das Rennrad.
Weitere geeignete Sportarten
Insbesondere Sportarten, die die Beinmuskeln beanspruchen, unterstützen das Venensystem bei seiner wichtigsten Funktion: dem Rücktransport des Blutes zum Herzen. Denn durch die Kontraktionen der Muskulatur wird die Muskelpumpe aktiviert, die das venöse Blut in den Beinen Richtung Herz treibt - auch im Sitzen und Stehen und damit entgegen der Schwerkraft. Sich regelmäßig sportlich zu betätigen, hilft zudem dabei, ein normales Körpergewicht zu halten und eventuell vorhandene überschüssige Kilos zu reduzieren.
Ob Schwimmen, Wassergymnastik oder Aqua-Jogging - optimal für das Lymph- und Venensystem sind alle Sportarten, bei denen die Beine unter Wasser bewegt werden. Ihr gemeinsames Merkmal besteht darin, dass sich die Muskeln in den Beinen und insbesondere die Wadenmuskeln dabei gleichmäßig und rhythmisch kontrahieren. Gleiches gilt auch fürs Radfahren.
Wegen der vergleichsweise hohen Verletzungsgefahr für Patienten mit Venenerkrankungen weniger geeignet sind Sportarten wie Tennis, Handball oder Squash, bei denen aus dem Laufen heraus sehr ruckartig gestoppt werden muss.
Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung
Tatsächlich ist es so, dass Sie zwar wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung ergreifen sollten, damit es möglichst nicht zu einer Venenentzündung kommt, ganz auszuschließen, ist sie aber nie.
- Bewegung: Das bedeutet, sich so viel wie nur möglich zu bewegen. Gerade Menschen mit einem Job, der viel Sitzen oder Stehen erfordert, sollten jede Gelegenheit nutzen. Betreiben Sie am Schreibtisch öfter Fußgymnastik.
- Lauwarme Duschen: Sie können lauwarm duschen, was im Ganzen auf jeden Fall günstiger ist als sehr heiße Duschen.
- Gewichtsreduktion: Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie Ihre überflüssigen Pfunde am besten dauerhaft loswerden.
- Rauchstopp: Rauchen schädigt die Venenwände. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt eine geeignete Therapie, um das Rauchen auf Dauer einzustellen.
- Flüssigkeitszufuhr: Genug Flüssigkeit (ungesüßter Tee und Wasser) hält das Blut flüssiger.
- Sauna und Badewanne: Wer nicht verzichten will, sollte kürzere Aufenthalte im Saunaraum planen, sich länger kalt abduschen oder ins Kaltwasserbecken gehen und beim Ausruhen die Beine hochlagern. Auch das Wannenbad zu Hause sollte nicht zu heiß genommen werden.
- Beine hochlegen: Das gilt für jede mögliche Situation. Es gibt kleine Trittbretter, die man unter den Schreibtisch stellen kann. Zur Büropause lassen sich die Füße ohne Schuhe auf einen zweiten Stuhl legen. Zu Hause ziehen Sie die Beine auf die Couch oder wählen einen Hocker.
- Kompressionsstrümpfe: Diese besonderen Strümpfe sind ideale Begleiter für Flug- und Busreisen, ebenso für längere Autofahrten. Wer schon einmal Probleme mit Venenentzündungen hatte, sollte täglich die Kompressionsstrümpfe tragen. Zusammen mit ausreichender Bewegung helfen sie dabei, dass das Blut besser und schneller zum Herzen zurückfließen kann.
- Venen-Check: Es empfiehlt es sich, alle zwei bis drei Jahre die Venengesundheit untersuchen zu lassen. Ein Venen-Check ist völlig schmerzfrei und bringt Ihnen die nötige Sicherheit.
Behandlung von Venenentzündungen
Selbst mit einer eher leichten Entzündung sollten Sie zum Facharzt, eben zum Phlebologen, gehen. Zudem kann der Arzt Schmerztabletten und, bei einer bakteriellen Venenentzündung, Antibiotika verschreiben. Sind Krampfadern die Ursache, sollten auch diese behandelt werden. Eine sehr schonende Behandlungsform von Krampfadern ist die endovenöse Lasertherapie. Dazu wird ein Laser in die Vene eingeführt. Dieser zerstört mit hoher Temperatur radial die Venenwände, sodass die Vene schrumpft und sich drauf von selbst auflöst.
Diagnostiziert der Arzt eine Venenentzündung der oberflächlichen Venen, wird der entzündete Bereich zunächst gekühlt, zum Beispiel mit Salben, die zusätzlich auch entzündungshemmend wirken können. Auch das Hochlagern des betroffenen Beines sowie eine Kompressionstherapie und gezielte Bewegungstherapie verschaffen Linderung und gehören zur Basistherapie.
Im Falle einer Thrombophlebitis können Medikamente zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung, aber auch Blutgerinnungshemmer eingesetzt werden. Je nach Ausprägung und Lokalisation der Blutgerinnsel kann es auch vorkommen, dass sie chirurgisch entfernt werden müssen, um die Schmerzen zu lindern und eine tiefe Beinvenenthrombose zu verhindern.
Hausmittel zur Linderung
Du kannst dir zum Beispiel schnelle Linderung durch kalte Umschläge verschaffen, wenn die entzündete Hautpartie schmerzt und sticht. Tauche das Tuch ins Wasser und wringe es aus, sodass es nicht mehr tropfnass ist. Dann legst du am besten das Bein hoch. Erneuere von Zeit zu Zeit den kühlen Umschlag.
Kühle Quarkwickel sind ein altes Hausmittel bei Venenentzündung. Verwende für die Wickel am besten Magerquark. Gib eine fingerdicke Quarkschicht auf die Haut. Als Kompresse kannst du ein ausrangiertes Geschirrhandtuch verwenden.
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise. Die Informationen können das Gespräch mit Ihrem Arzt nicht ersetzen. Bitte suchen Sie bei Beschwerden unbedingt einen Arzt auf!
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