Radfahren hat viele Vorteile. Man ist an der frischen Luft, im besten Fall in der Natur, unterwegs. In der Stadt kommt man oft schneller ans Ziel als mit dem Auto, muss keinen Parkplatz suchen. Man spart Geld, schont gleichzeitig die Umwelt und hält sich körperlich fit.
Radfahren für Körperliche Gesundheit
Das Bundesgesundheitsministerium hält fest, dass der „Einfluss von körperlicher Aktivität auf das Wohlbefinden und die Gesundheit von Menschen in jedem Alter […] wissenschaftlich sehr gut belegt“ sei. Radfahren entspricht insbesondere im Alltag einer längeren, kontinuierlichen körperlichen Aktivität mit geringer oder moderater Belastung. Die gesundheitlichen Vorteile ergeben sich bereits bei leichter oder moderater Belastung.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 30 Minuten moderate Bewegung pro Tag bzw. mindestens 150 Minuten moderate körperliche Betätigung pro Woche. Eine Studie im Fachblatt Environmental Health Perspectives aus dem Jahr 2021 unter der Leitung der Colorado State University stellte einen klaren Zusammenhang zwischen der Vermeidung von vorzeitigen Todesfällen und der Fahrradnutzung her. Forschende der Universität Utrecht haben errechnet, dass regelmäßiges Radfahren die Lebenserwartung um 3 bis 14 Monate erhöht, verglichen mit dem Autofahren.
Regelmäßiges Radfahren senkt das Risiko, vorzeitig zu versterben im Mittel um 10 Prozent. Radfahren nützt Menschen mit Diabetes: Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass schon eine Stunde Fahrradfahren pro Wochen über fünf Jahre ausreicht, um das Sterblichkeitsrisiko bei Diabetes zu senken.
Radfahren bewegt die Gelenke, vermeidet aber starke Stöße wie beim Joggen oder verschiedenen Ballsportarten. Da ein guter Teil des Gewichts auf dem Sattel ruht, kann Radfahren für mehrgewichtige Menschen eine sinnvolle und schonende Form der Bewegung sein, rät eine deutsche Krankenkasse. „Auch als Fettkiller ist Radfahren optimal“, hält das Umweltbundesamt fest. Mehrgewichtige Menschen können auf dem Rad trainieren, ohne die Gelenke zu belasten.
Darüber hinaus verringert jeder Mensch, der mit dem Rad und nicht mit dem Auto unterwegs ist, die Luftverschmutzung insbesondere in den Städten. Laut der Europäischen Umweltagentur EEA ist verschmutzte Luft das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in Europa. Nach Angaben der EEA war Luftverschmutzung (oberhalb der Grenzwerte der WHO) in den 27 EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2022 für 239.000 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaubbelastung und für 48.000 weitere vorzeitige Todesfälle durch Stickstoffdioxidbelastung verantwortlich.
Die Weltgesundheitsorganisation kommt in einer Analyse dieser Fragestellung zu folgendem Ergebnis (vgl. WHO 2022, S. „Eine Abschätzung der langfristigen Gesundheitsschäden durch Luftverschmutzung im Vergleich zum Nutzen körperlicher Betätigung kommt zu dem Ergebnis, dass der Nutzen selbst unter extremen Bedingungen wie Schadstoffkonzentrationen von über 100 μg PM2.5 (Feinstaub mit einem mittleren Durchmesser von 2,5 μm) oder mehreren Stunden täglichen Radfahrens den Schaden mehr als aufwiegt […].“
Radfahren für ein starkes Herz-Kreislauf-System
Regelmäßiges Radfahren kann Herz-Kreislauf-Störungen vorbeugen und verringert das Risiko einer im mittleren Lebensalter häufig auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankung um das 20-fache. Bei Radfahrerinnen und Radfahrern kann das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen um bis zu 50 Prozent sinken.
Regelmäßiges Radfahren bringt den Blutkreislauf auf Trab. Herz und Kreislauf werden weniger belastet und arbeiten fortan ökonomischer. Auch die Durchblutung des Herzmuskels in den Koronararterien wird positiv beeinflusst. Vor allem wer länger als 30 Minuten Rad fährt, verbessert seine Herzfunktionen.
Zudem wird Cholesterin abgebaut, das die Blutgefäße verkalken lässt. Die Adern werden wieder flexibler, das Herz-Kreislauf-System insgesamt wird trainiert und erreicht eine höhere Leistungsfähigkeit. Regelmäßige körperliche Aktivität reduziert die Gefahr eines Herzinfarktes um bis zu 50 Prozent.
Radfahren für befreite Atemwege
Auch die Lunge profitiert vom Rhythmus des Radfahrens und wird gleichmäßig mit Sauerstoff gefüllt. Weitere Vorteile: kräftigere Atemmuskulatur, bessere Ventilation der Lunge und Schutz vor Infekten. Für Betroffene von dauerhaften Atemwegserkrankungen kann moderates Radfahren eine wichtige Therapie-Ergänzung sein.
Radfahren für gesunde Gelenke
Wer viel sitzt, kann beim Radfahren einen Bewegungsausgleich für die großen Hauptgelenke an Knien, Hüften und Schultern schaffen. Schon relativ kurze Belastungszeiten ab zehn Minuten helfen den Gelenken. Durch seine zyklischen Bewegungsabläufe ist Radfahren besonders gelenkschonend. Weil das Gewicht des Körpers zu 70 bis 80 Prozent im Sattel lagert, werden die Kniegelenke beim Radfahren wesentlich weniger belastet als etwa beim Joggen.
Radfahren für starke Muskeln
Schon eine Woche Inaktivität kann die Kraft der Muskulatur um die Hälfte herabsetzen. Ab 30 Jahren schrumpfen Muskeln. Radfahren kann das aufhalten. Schon zehn Minuten Radfahren haben einen positiven Effekt auf die Muskulatur. Wer richtig radelt, kann fast die gesamte Muskulatur des Körpers trainieren: Die fürs Treten zuständige Beinmuskulatur, die den Körper stabilisierende Rumpfmuskulatur an Bauch und Rücken sowie die Schulter-Arm-Muskulatur, die den Körper am Lenker abstützt.
Radfahren kurbelt den Fettstoffwechsel an
Wer viel im Sitzen arbeitet, hat oft mehr Fettreserven als notwendig. Mit Radfahren ist es möglich, diese Reserven als Energiequelle anzuzapfen. Wer sportlich aktiv ist, erhöht das „gute“ HDL-Cholesterin, das als Schutzfaktor vor Herz-Kreislaufkrankheiten gilt. Das gefährliche LDL-Cholesterin - verantwortlich für die Verkalkung der Blutgefäße - wird hingegen abgebaut. Leichtes Radfahren verbraucht rund vier bis fünf Kalorien pro Minute. Wer 45 bis 60 Minuten moderat Rad fährt, kann den Fettstoffwechsel ankurbeln.
Radfahren für Mentale Gesundheit
Radfahren hält nicht nur körperlich fit, es tut auch unserer mentalen Gesundheit gut - und zwar in vielen verschiedenen Bereichen, wie Studien zeigen. Regelmäßig Rad zu fahren kann dich zum Beispiel dabei unterstützen, Stress zu reduzieren, selbstbewusster zu werden oder weniger Ängste zu haben. Mindestens in fünf mentalen Problembereichen kann dir - so der Stand der Wissenschaft - Radfahren eine gute Hilfe sein.
- Angstbewältigung: Ausdauertraining wie Radfahren senkt die Reaktivität des sympathischen Nervensystems und macht uns weniger empfindlich gegen Stressoren wie Ängste.
- Steigerung des Selbstbewusstseins: Studien deuten darauf hin, dass körperliche Aktivität mit einem erhöhten Selbstbewusstsein in Verbindung gebracht werden kann.
- Stressabbau: Radfahren kann dazu beitragen, Stress zu lindern und unser Wohlbefinden zu steigern. Regelmäßige, zyklische Tretbewegungen beim Radeln erhöhen die Aktivität unseres Parasympathikus und wirken so beruhigend auf unseren Geist.
- Depressionshilfe: Sowohl die Senkung unseres Kortisolspiegels als auch die gleichförmige Tretbewegung beim Radfahren kann Menschen mit Depressionen helfen.
- Wutbewältigung: Ausdauersport wie Radfahren kann Wutgefühle reduzieren.
Radfahren kann einen positiven Effekt auf die Psyche haben: Studien legen zudem nahe, dass Radfahren mit weniger Stress, einer besseren Stimmung und einer höheren Lebenszufriedenheit verbunden sein kann. Wer statt Bus, Bahn oder Auto das Rad nimmt, um zur Arbeit zu fahren, kann wissenschaftlichen Ergebnissen zufolge mehr Spaß am täglichen Arbeitsweg empfinden, weil besonders auf der Rückfahrt nach der Arbeit durch das Fahrradfahren vermehrt Stresshormone abgebaut werden.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Arizona State University in den USA haben zudem untersucht, ob die Abhängigkeit vom Auto mit der Lebenszufriedenheit der Menschen zusammenhängt. Die Studie erschien im April 2025 im Fachjournal Travel Behaviour and Society. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lebenszufriedenheit der Menschen ab einem bestimmten Punkt mit zunehmender Autoabhängigkeit abnimmt.
Radfahren als soziale Aktivität
Radfahren stärkt den sozialen Zusammenhalt: Eine Studie der Fernuni Hagen zeigt: Radfahren scheint mit einem guten Miteinander in der Stadt einherzugehen. Die Forscher der Uni analysierten Umfragedaten aus deutschen Städten und fanden heraus, dass Radfahren unter anderem mit nachbarschaftlicher Solidarität verknüpft zu sein scheint. Gründe hierfür könnten sein, dass Radfahrer ihre Umgebung bewusster wahrnehmen, weil sie etwas langsamer unterwegs sind. Außerdem hören sie eher das Grüßen der Nachbarn und können auf dem Rad leichter mit anderen ins Gespräch kommen. Forscher mutmaßen, dass solche alltäglichen Begegnungen die eigene Nachbarschaft stärken.
E-Bikes und Pedelecs
Die genannten gesundheitlichen Vorteile moderater körperlicher Aktivität werden auch durch das Radfahren auf Pedelecs, also Rädern mit elektrischer Tretunterstützung, erreicht (E-Biking). Laut dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA) ist der Begriff „Gesundheit“ „(noch) kein eindeutig definiertes Konstrukt“. „Gesundheit ist der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.
E-Bikes erleichtern die Fahrradnutzung und stehen in ihrem gesundheitlichen Effekt konventionellen Fahrrädern kaum nach. Es sei „genau diese gesundheitsförderliche Eigenschaft der körperlichen Aktivität - nur moderate Intensität und Regelmäßigkeit erforderlich, Nutzen schon bei geringem Einsatz -, die aktive Mobilität wie Gehen und Radfahren so attraktiv und zur perfekten Quelle körperlicher Aktivität macht“, schreibt die Weltgesundheitsorganisation (vgl. WHO 2022, S. 35).
Aus 17 Studien zur Bewertung des gesundheitlichen Nutzens durch E-Biking gehe hervor, „dass E-Bikes zur Befolgung der Empfehlungen für körperliche Betätigung und zur Verbesserung der Kondition beitragen können“, so die Weltgesundheitsorganisation weiter (WHO 2022, S. „Für Menschen mit Adipositas oder orthopädischen Erkrankungen, die von körperlicher Betätigung besonders profitieren können, denen dies aber oft schwer fällt, können Pedelecs eine Hilfe sein, regelmäßiger aktiv zu werden.
Radfahrende auf Pedelecs fahren in der Regel längere Strecken als Radfahrende auf konventionellen Rädern ohne Tretunterstützung, stellte eine Studie im Fachblatt Transportation Research Interdisciplinary Perspectives im Jahr 2019 fest. Eine deutsche Studie aus dem Jahr 2022, die im Journal BMJ Open Sport & Exercise Medicine erschien, brachte E-Bikes zwar mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit in Verbindung, die WHO-Zielvorgaben für mäßige bis intensive körperliche Aktivität zu erreichen. E-Bikes könnten jedoch die aktive Fortbewegung erleichtern, insbesondere bei älteren Personen oder Personen mit Vorerkrankungen.
Für die Studie der Medizinischen Hochschule Hannover wurden rund 1.300 Fahrer von E-Bikes (genauer: Pedelecs) und rund 630 Fahrer mit herkömmlichen Rädern analysiert. Von den E-Bike-Fahrern hatten rund ein Drittel Erkrankungen wie Asthma, Bluthochdruck oder Gelenkverschleiß. Einige hatten in der Vergangenheit schon einen Herzinfarkt.
E-Bike-Fahrer waren 135 Minuten pro Woche auf ihren motorisierten Bikes unterwegs. Allein dadurch konnten sie zwei Drittel des WHO-Bewegungsziels von 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche erreichen und damit ihrer Gesundheit Gutes tun. Weiterhin zeigte die Analyse der Fahrten: Das Herz-Kreislauf-System wurde nahezu genauso intensiv gefordert wie beim herkömmlichen Radfahren. Diese sportliche Betätigung wiederum hilft, das Herzinfarkt-, Krebs- und Diabetes-Risiko zu senken.
Während beim Joggen ein Vielfaches des Körpergewichts auf den Fuß- und Kniegelenken lastet, schont E-Bike-Fahren die Gelenke. Für Menschen mit Gelenkproblemen wie Arthrose oder bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis kann das E-Bike also vorteilhaft sein. Das kontinuierliche Treten beim E-Bike-Fahren stärkt insbesondere die Beinmuskulatur. Auch Po und Arme, Rücken und Füße werden beansprucht.
Ein E-Bike kann auch Menschen, die chronisch krank sind oder an Übergewicht leiden, ein Gefühl von mehr Freiheit geben. Sie können körperlich aktiv sein, ohne Angst haben zu müssen, der körperlichen Belastung nicht gewachsen zu sein. Auch die Studie der Medizinischen Hochschule Hannover hat dies gezeigt: Die zum Teil vorerkrankten Teilnehmer hätten sich Touren auf herkömmlichen Rädern nicht zugetraut - auf E-Bikes allerdings schon, so die Wissenschaftler.
Sicherheitshinweise
Das Verletzungsrisiko stellt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation „die größte und womöglich einzige Herausforderung für die aktive Mobilität und insbesondere das Radfahren dar“ (WHO 2022, S. 36). Die Wahrscheinlichkeit, beim Gehen und Radfahren verletzt zu werden, sei „sehr gering, doch können Unfälle (d. h. Zusammenstöße und Stürze) sehr großen Schaden anrichten und unsichere Verkehrsverhältnisse daher abschreckend wirken“.
Insbesondere seit Mitte der Zweitausendzehner Jahre hätten „Alleinunfälle mit Personenschaden stark zugenommen“ und seien „mittlerweile für einen großen Teil der Radverkehrsunfälle und verunglückten Radfahrenden in der Bundesunfallstatistik verantwortlich“, schreiben die Autoren. Das Dokument beleuchtet die Entwicklung und Ursachen von Alleinunfällen im Radverkehr.
Insgesamt ist die Zahl der E-Bike-Unfälle in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Jahr 2023 meldete die Polizei rund 23.900 Unfälle mit Personenschaden im Zusammenhang mit E-Bikes. Das waren etwa elfmal so viele wie 2014 - was natürlich auch mit der wachsenden Beliebtheit dieser Fahrzeugklasse zusammenhängt.
Wer vom E-Bike-Fahren profitieren möchte, sollte Folgendes beachten: Zwar wird bei den Pedelecs der Motor ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h abgeschaltet, dennoch müssen die Fahrer erst einmal mit diesem Tempo zurechtkommen: Viele Menschen, gerade in höherem Lebensalter, würden auf Rädern ohne Unterstützung das Tempo des E-Bikes schwer erreichen. Wer nicht daran gewöhnt ist, könnte die Gefahren unterschätzen - insbesondere bei der Nutzung in der Stadt.
Die höheren Geschwindigkeiten erfordern eine schnelle Reaktionsfähigkeit, ein gutes Gleichgewicht und Sicherheit beim Ausweichen von Hindernissen. Diese Fähigkeiten sollten E-Bike-Neulinge am besten üben. E-Bikes sind außerdem um einiges schwerer als ein normales Rad. Das verlängert nicht nur den Bremsweg.
Sicheres Fahren, die richtigen Einstellungen - wie etwa die Sattelhöhe des Rads - und die grundsätzliche Handhabung des E-Bikes können in speziellen Kursen bei Polizei oder Verkehrswacht geübt werden. Ein angeleitetes Training ermöglicht auch realistische Fremd- und ehrliche Selbsteinschätzungen der körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Bevor es also in den Straßenverkehr geht, sollten E-Bike-Anfänger am besten auf einem Parcours das E-Bike besser kennenlernen und das Fahren üben. Fahrer sollten außerdem auf jeden Fall einen Helm tragen. Er verhindert unter anderem Kiefer- und Gesichtsverletzungen, die häufig eine Folge von Unfällen mit dem Fahrrad sind.
Politische Unterstützung und Initiativen
„Lebensqualität und Gesundheit der Menschen werden aufgrund von zunehmender körperlicher Aktivität durch Radfahren gefördert“, lautet die Zielvorgabe des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) 3.0 der Bundesregierung für das Jahr 2030 (vgl. S. 8). Spätestens bis 2030 soll demnach „ein moderner Rechtsrahmen von Bund und Ländern […] die Ziele Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz fest verankert“ haben und eine umfassende Förderung des Radverkehrs ermöglichen (S. 23).
Eine „wichtige Aufgabe“ sei „die Förderung des Rad- und Fußverkehrs für mehr aktive und nachhaltige Mobilität in den Städten und auf dem Land“, heißt es im Konsenspapier „Runder Tisch Bewegung und Gesundheit“, der als sektorübergreifender Dialog unter Leitung des Bundesministeriums für Gesundheit stattfand. Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) unterstützt demnach „Länder und Kommunen bei der Förderung des Rad- und Fußverkehrs mit zahlreichen investiven Programmen“ (siehe Konsenspapier, S.
Im Juni 2025 hat die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) ein Positionspapier mit dem Titel „Gesund unterwegs - Aktive Mobilität als Gesundheitsressource“ herausgegeben. Das Papier fasst den gesundheitlichen Nutzen von aktiver Mobilität zusammen und empfiehlt Maßnahmen zur Förderung aktiver Mobilität. Es ist das Ergebnis eines Fachgesprächs, bei dem verschiedene Institutionen diskutiert hatten, wie eine Stärkung der aktiven Mobilität und eine bessere Vernetzung der Bereiche Verkehr und Gesundheit gelingen kann.
Die Kosten von Krankheit und Arbeitsunfähigkeit
Ausgehend von dem Arbeitsunfähigkeitsvolumen schätzt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle durch Krankheit und Arbeitsunfähigkeit in Deutschland für 2023 auf insgesamt 128 Milliarden Euro bzw. den Ausfall an Bruttowertschöpfung auf 221 Milliarden Euro.
Arbeitnehmende in der EU, die regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit fahren, verzeichnen im Durchschnitt weniger Krankheitstage pro Jahr. Eine Studie aus dem Jahr 2009 im Auftrag des niederländischen Verkehrs- sowie des Gesundheitsministeriums zeigte, dass Rad fahrende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Niederlanden pro Jahr durchschnittlich einen Arbeitstag weniger fehlten als Kolleginnen und Kollegen, die nicht mit dem Rad zur Arbeit kamen.
Gesundheitsausgaben in Deutschland
Die Gesundheitsausgaben in Deutschland lagen im Jahr 2023 bei rund 500 Milliarden Euro. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) sind sie 2023 gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozent auf 500,8 Milliarden Euro gesunken. Das waren 6.013 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Wie das Amt weiter mitteilt, lag der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2023 bei 12,0 Prozent und damit 0,7 Prozentpunkte niedriger als 2022. Maßgeblich für den leichten Ausgabenrückgang im Jahr 2023 seien die auslaufenden Corona-Maßnahmen gewesen.
Im Jahr 2020 verursachten Krankheiten und Gesundheitsprobleme in Deutschland Kosten in Höhe von 431,8 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt zudem mitteilt.
Sitzverhalten in Deutschland
Die Deutsche Sporthochschule Köln stellt im DKV-Report 2023 (PDF, 3,8 MB) fest, dass die Deutschen von Jahr zu Jahr immer länger sitzen. „Die Bundesbürger sitzen durchschnittlich knapp 1 Stunde, um von A nach B zu gelangen, verbringen weitere knapp 3,5 Stunden sitzend auf der Arbeit und sitzen zudem mehr als 1,75 Stunden vor dem Fernseher - und das jeden Tag. Die Deutschen sitzen immer länger. Die Zahlen verdeutlichen die Relevanz des Themas.
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