Radfahren ist nicht nur ein beliebter Freizeitvertreib, sondern auch eine wertvolle Aktivität zur Förderung der Gesundheit. Besonders Menschen mit bestimmten Erkrankungen können von den positiven Effekten profitieren. Leiden Sie an Vorerkrankungen und/oder haben Sie schon länger keinen Sport mehr gemacht? Dann sollten Sie Ihren Gesundheitszustand von einem Arzt überprüfen und sich von ihm grünes Licht geben lassen. Tragen Sie außerdem immer einen Helm, um im Falle eines Sturzes geschützt zu sein.
Radfahren und Venengesundheit
Für Menschen mit Venenleiden ist Ausdauerbewegung wie Radfahren besonders gut geeignet. Der Verein Deutsche Venen-Liga e.V. rät zu täglich 20 bis 30 Minuten Radfahren bei gleichmäßiger Trittfrequenz. Am besten radelt man jeden Tag 20 bis 30 Minuten, rät Norbert Frings, Chefarzt der Capio Mosel-Eifel-Klinik und wissenschaftlicher Berater der Deutschen Venen-Liga.
Die leichte und regelmäßige Bewegung beim Fahrradfahren verbessert den Blutfluss und reguliert den Blutdruck: zu hohen nach unten, zu niedrigen nach oben. Außerdem wirkt sich der verbesserte Blutfluss positiv auf die Venengesundheit aus und kann bei Venenleiden wie Krampfadern (Varizen) unterstützend wirken. «In einem leichteren Gang kontinuierlich treten, das wäre für die Venen gut.» Das heißt also: Nicht mal mit voller Kraft treten und dann wieder rollen lassen, sondern auf Gleichmäßigkeit achten.
Venenpatienten sollten es mit dem Fahrradfahren nicht übertreiben: Maßvoll und kontinuierlich, darauf komme es an. Denn sonst weiten sich die Venen wieder, und das ist bei Problemen wie Thrombose oder Krampfadern kontraproduktiv. «Es sollte locker vorangehen und keine übermäßige Anstrengung sein», betont Frings. Ziel ist es, locker und durchgehend die Beine zu bewegen, ohne sie übermäßig zu strapazieren.
Was sind Krampfadern?
Krampfadern sind unschön, können schmerzhaft sein, sich mit einer anhaltenden Schwellung und einem Schweregefühl der Beine bemerkbar machen. Bei Krampfadern ist der Rückfluss des Blutes zum Herzen gestört. Eine erbliche Veranlagung zu schwachem Bindegewebe, Übergewicht und zunehmendes Alter begünstigen, dass die Venenwände „ausleiern“ und die Venenklappen undicht werden - das Blut aus den Beinen wird nicht mehr ausreichend herzwärts gepumpt und versackt im Unterschenkelgewebe.
Vorbeugung von Krampfadern
Da zu langes Sitzen Krampfadern fördern kann, gilt der Grundsatz: Viel laufen und gehen, wenig sitzen und stehen. Allgemein fördert Bewegung den Blutfluss wie auch den Abbau des Venendrucks. Ganz gleich, ob Sie Treppensteigen, Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen - Hauptsache Sie haben Freude daran und tun es regelmäßig.
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilft auf verschiedene Arten, Krampfadern vorzubeugen: Zum einen haben Sie Ihr Körpergewicht besser im Griff, was die Beinvenen entlastet. Zum anderen können bestimmte Lebensmittel mit Omega 3-Fettsäuren, die besonders reichlich in fettem Fisch enthalten sind, die Venen elastisch halten.
Um die Durchblutung zu fördern, können Sie die warme Dusche am Morgen mit einem kalten Bein-Guss abschließen: Beginnen Sie am Knöchel, lenken Sie den Wasserstrahl über das Schienbein bis zum Knie und wiederholen Sie die Prozedur mehrmals. Achten Sie zudem darauf, dass Sie nicht zu eng ansitzende und einschnürende Hosen, Strümpfe und Schuhe tragen, die den Blutfluss ins Stocken bringen. Besonders High Heels sind Gift für Venen. Und legen Sie Ihre Beine auch möglichst oft hoch, um die Venen zu entlasten.
Auf dem Markt existieren schon lange Wirkstoffe, die Krampfadern vorbeugen sollen. Unter anderem Rosskastanien-Extrakt mit dem Wirkstoff Ascein oder rotes Weinlaub, das reich an Flavonoiden ist. Sie weisen eine entzündungshemmende Wirkung auf, sollen Gefäßwände abdichten können und verhindern, dass Wasser in das umliegende Gewebe eindringen kann und sich Ödeme bilden.
Weitere Tipps für gesunde Venen
- 3 gute L: Lieber Laufen und Liegen
- 3 schlechte S: Statt Sitzen und Stehen
Wichtig für die Venengesundheit - vor und auch nach der Behandlung - ist ein Lebensstil, der die Durchblutung unterstützt. Mit kleinen Verhaltensänderungen lässt sich oft viel erreichen. Sitzen und Stehen schadet, weil keine Muskeltätigkeit stattfindet, die das Blut aus den Beinen hinauf zum Herzen befördert. In dieser Haltung drückt die Schwerkraft das Blut besonders stark in den unteren Beinbereich. Laufen und Liegen entlastet das Venensystem: Beim Gehen ist die Beinmuskulatur aktiv und beschleunigt den Blutstrom. Im Liegen fließt das Blut fast von allein in die richtige Richtung - am besten, wenn die Beine höher liegen als das Herz.
Regelmäßige Bewegung ist sinnvoll. Sportarten wie Schwimmen, Jogging, Venen-Walking, Spaziergänge und Radfahren sind gut für die Venen. Kraftsportarten und Sportarten, bei denen die Beanspruchung abrupt und kurzfristig ist - wie bei z. B. Tennis oder Squash - sind eher nicht so günstig.
Tragen Sie möglichst flache Schuhe. Nur dann arbeitet die Wadenmuskulatur - bei hohen Absätzen bewegt sie sich kaum. Sitzen Sie „venenfreundlich“, die Füße flach auf dem Boden. Beine nicht übereinanderschlagen, das behindert den Blutfluss.
Duschen Sie Ihre Beine täglich kalt, das stärkt die Venenwände, verengt sie, was den Blutfluss fördert. Hitze meiden: Hitze und Sonne weiten die Venen (verlangsamt den Blutfluss). Am Abend nach warmen Tagen die Beine kalt abduschen.
Kompressionstherapie
Vorhandene Krampfadern lassen sich aber nicht wegtrainieren. Hier kann nur ein Kompressionstrumpf die einmal geschädigte Venenwand entlasten.
Dem venengesunden Erwachsenen kann eine Unterschenkelkompression empfohlen werden. Denn gerade bei ausgeprägter statischer Belastung der Beine, an Reisetagen, nach besonders langen Arbeitstagen kommt es auch hier zu einer Schwellung der Beine.
Wenn zusätzlich eine Erkrankung der Beinvenen vorliegt (Krampfadern, Schädigung der tiefen Leitvenen, Zustand nach einer tiefen Venenthrombose), ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen besonders ratsam. Sie entlasten die Beinvenen, führen zu körperlichem Wohlbefinden und reduzieren das Thromboserisiko.
Was Sie vermeiden sollten
Meiden Sie vor allem:
- Warmes Thermalwasser über 30 Grad
- Lange ausgedehnte Sonnenbäder
- Langes Stehen und Sitzen
Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise. Die Informationen können das Gespräch mit Ihrem Arzt nicht ersetzen. Bitte suchen Sie bei Beschwerden unbedingt einen Arzt auf!
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