Diese Tipps für Radreisen in Peru beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer Fahrrad Reise durch Südamerika.
Anreise und Einreise
Die Anreise erfolgt per Flugzeug oder auf dem Landweg aus einem der Nachbarstaaten. Die Einreise-Formalitäten sind unbürokratisch und schnell erledigt. Im Hinblick auf die Corona-Pandemie sind Einschränkungen bei den Einreisebestimmungen nicht auszuschließen. Vor diesem Hintergrund sind auch verschärfte Grenzkontrollen denkbar.
Höhenanpassung
Aufpassen musst du mit der Höhe in den Anden, wenn du über einen Inlandsflug gleich in einer Stadt auf 3700 oder 4000 Metern Höhe landen willst. Denn dann fehlt dir die Höhenanpassung.
Sprache und Kommunikation
In Peru wird spanisch gesprochen. Mit Englisch kommst du nicht sehr weit. Du solltest dir vor Radreisen in Peru einen kleinen Wortschatz in Spanisch zulegen. In den Städten findest du schnell WiFi, doch die Verbindungs-Qualität ist mitunter abenteuerlich.
Geld und Finanzen
Die Bargeldbeschaffung per Kreditkarte am Bankautomaten klappt ohne Probleme. Bei der staatlichen Bank de la Nacion sind Abhebungen auf 400 Soles begrenzt, doch sie erheben keine Gebühren.
Versorgung und Verpflegung
In allen Ortschaften und Städten ist die Versorgung mit Lebensmittelgeschäften sehr gut. Zusätzlich ergänzt die Straßenküche dort die Speisekarte. Beachte auf alle Fälle die langen Überlandpassagen ohne Städte in den Bergen.
Wasser
Generell musst du in Peru nachfragen, ob es sich um Trinkwasser handelt, bevor du irgendwo deine Trinkflaschen auffüllst. Natürlich kannst du überall auch Trinkwasser in Plastikflaschen kaufen.
Ausrüstung und Fahrrad
In den großen Städten gibt es Fahrradgeschäfte, doch hochwertige Komponenten sind eher selten anzutreffen. Spezielle Bauteile, Ersatzteile und Werkzeug solltest du schon bei der Einreise mitbringen. Das erspart dir viel Sucherei. Zudem bist du in den Bergen bei Pannen auf dich allein gestellt.
Straßen und Verkehr
Die Straßen außerhalb der Städte sind in der Regel gut ausgebaut und haben manchmal auch einen breiten Seitenstreifen. Allerdings gibt es in den Bergen auch Schotterpisten. In vielen Städten findest du auch immer wieder Lehmpisten. In den feuchten Monaten sind diese Straßen dann wegen großer Pfützen und viel Schlamm schnell unpassierbar.
Verkehrssicherheit
Ganz gleich, ob in der Stadt oder auf den Landstraßen: der Verkehr ist extrem gefährlich für Radfahrer. Hupen bedeutet: verschwinde, jetzt komme ich! Flüchtest du nicht in den Seitengraben, wirst du tatsächlich totgefahren.
Navigation und Orientierung
Beschaffe dir für Radreisen in Peru eine Papierkarte als Übersicht und nutze eine Offline Karte samt GPS im Smartphone. Damit dürfte die Orientierung auch ohne Straßenschilder kein größeres Problem sein.
Herausforderungen beim Radfahren
Die Berge der Anden prägen den Charakter vieler Straßen in Peru: es gibt sehr viele Anstiege und Abfahrten. Manchmal führt die Straße auch an einem Flusslauf entlang. Es gibt keine nennenswerten Radwege in Peru und das Radfahren ist sehr anstrengend.
Die vielen Höhenmeter auf den Straßen in den Anden, der gefährliche, teils chaotische Verkehr in den Städten, der fehlende Seitenstreifen auf vielen Straßen, … all das kostet Kraft.
Trampen als Alternative
Es gibt einige gute Gründe, auf Radreisen in Peru aufs Trampen zurückzugreifen. Doch das Trampen ist hier deutlich schwieriger als in einigen anderen Ländern Südamerikas. Viele Autofahrer sind misstrauisch und so halten nicht sehr viele Autos.
Camping und Unterkunft
Zelten klappt ohne Probleme in Peru. Was in Argentinien fast immer eine sichere Adresse war, klappte hier in Peru nur selten: Die Bomberos Voluntarios (Freiwillige Feuerwehr) wiesen uns meist ab. Lediglich oben in den Bergen erlauben sie dem Reiseradler eine Übernachtung.
Sicherheitshinweise
Die Unruhen in den Nachbarstaaten Chile und Bolivien in 2019 zeigen, wie schnell sich die Sicherheitslage in einem Land in Südamerika ändern kann. Da hilft nur eine zeitnahe Recherche in seriösen Informationsquellen vor dem Reisestart und auch während der Reise. Ansonsten ist das Reisegebiet maßgeblich für gesundheitliche Gefahren: für Aufenthalte im tropischen Tiefland im Osten des Landes werden Reiseimpfungen empfohlen.
Reisezeit
An der Pazifikküste ist von Oktober bis Mai die beste Reisezeit, in den Anden sind es die Monate Mai bis Oktober.
Kulturelle Highlights
Das größte kulturelle Highlight in Peru sind natürlich die Ruinen und Ausgrabungsstätten der Inka. Des Weiteren erlebst du in einigen Städten viel historische Architektur aus der Kolonialzeit.
Erfahrungsbericht einer Radreise durch Peru
Ein Radfahrer teilt seine Erfahrungen und gibt Tipps für eine Radreise durch Peru:
- Reiseroute: Lima - Huaral - Anden - Cerro de Pasco - Oxapampa - Prozuzu - La Merced - San Ramon - Jauja - Huanta - Ayacucho - Salkantay-Pass - Santa Theresa - Machu Picchu - Abra-Malaga-Pass - Ollantaytambo - Pisac - Cusco - Puno - Titicacasee - Copacabana - La Paz - Arequipa - Colca-Tal - Cabanaconde - Camaná - Ica - Huacachina - El Chaco - Pisco.
- Höhe: Das Radfahren in der Höhe war relativ problemlos, da die Geschwindigkeit dem Sauerstoffgehalt angepasst werden konnte. Probleme gab es nur beim Tragen des Fahrrads auf 4.300 m Höhe.
- Verkehr: Der Verkehr in Peru, besonders in Lima, ist chaotisch und gefährlich für Radfahrer. Busse fahren oft rücksichtslos.
- Unterkünfte: Unterkünfte wurden spontan gefunden, außer die erste Unterkunft in Lima.
- Erfahrungen: Die Reise war grandios und voller Abenteuer. Es wird empfohlen, Spanisch zu lernen, um sich mit den Einheimischen zu unterhalten.
Mountainbike Tour im Heiligen Tal
Eine Mountainbike Tour im Heiligen Tal in der Nähe von Cusco ist ideal für alle, die mittelschwere Anstrengungen in der Höhe wegstecken können. Die Tour bietet atemberaubende Landschaftskulissen und Besuche von Inka-Stätten.
Tourablauf
- Start in Cusco und Transport zum Startpunkt im Heiligen Tal.
- Fahrradcheck und Fahrt durch die Anden vorbei an Lagunen und Dörfern.
- Besuch der kreisförmigen Terrassenanlage Moray.
- Picknick und Weiterfahrt zu den Salzterrassen von Maras.
- Durchquerung der Salzterrassen und Rückfahrt nach Urubamba.
Weitere Tipps für Radreisen in Südamerika
Neben den spezifischen Tipps für Peru gibt es auch allgemeine Hinweise für Radreisen in Südamerika:
- Einreise-Vorschriften: Chile fordert bei der Einreise den Kaufnachweis für dein mitgebrachtes Fahrrad.
- Helmpflicht: Helmpflicht für Fahrradfahrer besteht nur in Chile.
- Lebensmittel: Mindestens in Argentinien und Chile ist die Einfuhr bestimmter Lebensmittel verboten.
- Sicherheit: Es gibt einige gefährliche Ecken in Südamerika.
- Hunde: Es gibt viele wilde Hunde in den Städten.
- Schlangen: Sehr gefährlich sind auch einige Schlangen in Südamerika.
- Straßen und Verkehr: Viele Regionen in Südamerika sind nur sehr dünn besiedelt.
- Trampen: Du hast mehrere gute Gründe, in Südamerika immer wieder einmal aufs Trampen umzusteigen.
- Zelten und Übernachten: Weil wir die Gefährlichkeit einer Region nicht wirklich genau einschätzen konnten, haben wir, wenn möglich, aufs Zelten verzichtet und stattdessen nach sichereren Schlafplätzen Ausschau gehalten.
- Bikeshops: In den größeren Städten findest du viele Bikeshops, aber nicht alle führen die Ersatzteile, die du benötigst.
- Siesta: Zwischen 13 Uhr und 16 oder 17 Uhr steht das öffentliche Leben in vielen Ländern in Südamerika still: Siesta.
- Orientierung: Wir nutzen die Offline-Navigation per Smartphone über die Maps.Me App mit dem vorab herunter geladenen Kartenmaterial von OpenStreetMaps.
- Kommunikation: Auf dem gesamten Kontinent spricht man spanisch bzw. portugiesisch (in Brasilien).
- Klimatische Besonderheiten: In den kühleren Monaten herrscht im Norden Argentiniens und in Paraguay eine unangenehm feuchte Kälte.
- Sehenswürdigkeiten: Das Reisen per Fahrrad bringt für die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten einige Besonderheiten mit sich.
Lima mit dem Fahrrad erkunden
Lima, die pulsierende Hauptstadt Perus, lässt sich hervorragend mit dem Fahrrad erkunden. Eine Tour entlang der Küstenlinie bietet eine einzigartige Mischung aus urbanem Flair und natürlicher Schönheit.
Routenvorschlag
- Start in Miraflores und Fahrt entlang des Malecón.
- Besuch des künstlerischen Stadtteils Barranco.
- Zwischenstopp an der „Puente de los Suspiros“.
- Weiterfahrt nach Chorrillos, einem charmanten Fischerviertel.
Kulturelle und natürliche Highlights
- Parque del Amor
- Larcomar
- Museo Mario Testino (MATE)
Geführte Tour
Eine geführte Fahrradtour bietet tiefere Einblicke in die Kultur und Geschichte Limas und zusätzliche Sicherheit.
Praktische Tipps
- Ausrüstung: Helm, Schloss, Wasser, Sonnenschutz und Snacks.
- Beste Reisezeit: April bis November.
- Sicherheit: Auf den Fahrradwegen bleiben und Verkehrsvorschriften beachten.
Paracas-Halbinsel mit dem Fahrrad erkunden
Die Paracas-Halbinsel ist bekannt für ihre Küstenwüste, die sich gut mit dem Fahrrad erkunden lässt. Eine geführte Tour ist nicht unbedingt notwendig, da die Trails gut zu befahren sind und Karten erhältlich sind.
Sehenswürdigkeiten
- Strände zum Baden
- Museum
- Aussichtspunkte (Miradores)
- Geoglyphe „El Candelabro“
- Felsformation „La Cátedral“
Tourbeschreibung
- Start in Paracas und Fahrt zum Eingang des Reservats.
- Erster Stopp: Museo de Julio Tello.
- Zweiter Stopp: Playa Roja.
- Dritter Stopp: Mirador Istmo.
- Vierter Stopp: La Cátedral.
- Fünfter Stopp: Playa Supay.
- Rückfahrt nach Paracas.
Sonstige Tipps
- Vor der Reise Spanisch lernen.
- Genügend Wasser mitnehmen.
- Sichere Routen wählen.
Mit der richtigen Vorbereitung und Planung steht einer unvergesslichen Radreise durch Peru nichts im Wege!
| Region | Beste Reisezeit | Highlights |
|---|---|---|
| Pazifikküste | Oktober bis Mai | Strände, Küstenwüste, Paracas-Halbinsel |
| Anden | Mai bis Oktober | Berge, Inka-Ruinen, Machu Picchu |
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