Radfahren in Südschweden: Entdecke die schönsten Routen

Du planst eine Radreise nach Skandinavien? Malerische Fjorde, unendliche Wälder und eine unberührte Wildnis - Skandinavien ist nicht ohne Grund ein Paradies für Naturliebhaber. Das gilt allerdings nicht nur für Wanderer, Campingurlauber und Co., sondern auch für Radfahrer. Die weitläufigen Landschaften und die unzähligen gut ausgebauten Radrouten bieten ideale Bedingungen für ausgedehnte Zweiradtouren für jeden Geschmack und jedes Können.

Wenn du eine Radreise in Skandinavien unternehmen willst, führt dich dein Weg aller Wahrscheinlichkeit nach Dänemark, Finnland, Norwegen oder Schweden. Zwar gibt es bisweilen auch Radtouristen, die es auf die Färöer-Inseln oder nach Island verschlägt, jedoch ist dort die Streckenauswahl stark begrenzt. Schweden ist dabei aufgrund seiner radfahrfreundlichen Topografie und der damit verbundenen oftmals einfach zu bewältigenden Strecken das beliebteste Radreise-Ziel. Etwa 500 Radwanderwege und sechs nationale Radwanderwege gibt es im an der Einwohnerzahl gemessen größten skandinavischen Land.

Schweden lässt sich für Radreisen grob in drei Teile untergliedern: Südschweden ist relativ flach und größtenteils von Landwirtschaft geprägt. Mittelschweden ist die Gegend, in der es die größten Seen des Landes gibt. Und Nordschweden, das vor allem durch seine einsamen Fjäll-Landschaften und die unendlichen Wälder geprägt ist.

Die schönsten Radrouten im Süden von Schweden

Wälder und Wiesen, Felder und Felsklippen, Seen und Sandstrände: Bei einer Radtour in Südschweden ist landschaftliche Abwechslung garantiert. Auf diesen Strecken lohnt sich eine Fahrt besonders - eine Auswahl.

Schweden ist seit Langem sattelfest: Tausende Kilometer ausgeschilderte Strecken bilden ein weites Radwegenetz. Doch was sagt schon diese Zahl - es kommt schließlich auch auf das Umfeld an. Und da hat vor allem der Süden des Landes jede Menge Vielfalt zu bieten.

Kattegattleden: An der Westküste entlang

Immer der Küste entlang vorbei an Sandstränden, Dünen und Felsklippen, durch Wiesen, Wälder und idyllische Küstenstädtchen: Der Touristenradweg Kattegattleden führt von Helsingborg in Skåne durch die Region Halland bis hinauf nach Göteborg. Auf 370 Kilometern bietet er eine abwechslungsreiche Landschaft - und das so gut wie ohne Unterbrechung. Der Kattegattleden ist wegen seiner abwechslungsreichen Landschaft und der hervorragenden Infrastruktur bei Radfahrern sehr beliebt.

Der Kattegattleden ist Schwedens erster nationaler Radwanderweg und verläuft über 390 km von Helsingborg, einer der ältesten und größten Städte Schonens, bis Göteborg, der zweitgrößten Stadt des Landes. Entlang der Strecke sollten hin und wieder Pausen an Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss Sofiero, im Naturreservat Kullaberg oder einfach an einem schönen Strand am Meer eingelegt werden. Der Großteil des Weges ist autofrei, sodass das Fahren zu einem ruhigen Erlebnis wird.

Die Kattegatroute ist in acht Abschnitte unterteilt - jeder hat seinen ganz eigenen Reiz. Sie beginnt in einer der ältesten Städte Skandinaviens, in Helsingborg. Doch bevor es aufs Rad geht, sollte man dem Küstenort einen Besuch abstatten und zum Beispiel den mittelalterlichen Turm Kärnan besteigen und den spektakulären Blick auf die Stadt und das Meer genießen. Auch auf der Strecke gibt es viele gute Gründe, eine Pause einzulegen: am Ufo-Monument im Wald Kronoskogen, am Grabfeld mit 220 eisenzeitlichen Gräbern in Påarp oder am Boots- und Seefahrtsmuseum in Onsala. Und schnell mal zwischendurch ins Wasser springen?

Der 2015 eingeweihte Kattegattleden ist Schwedens erster nationaler Fahrradweg und wurde 2018 zum europäischen Radweg des Jahres ernannt. Er verläuft von Helsingborg nach Göteborg durch eine wunderschöne Landschaft und bleibt stets nah am Meer. Die 370 Kilometer sind in acht Etappen unterteilt. Auf etwa halber Strecke liegt der Küstenort Falkenberg, der sich mehr und mehr zum Ziel für Feinschmecker entwickelt. Das Restaurant Köket am Strand ist ein besonders angesehenes Lokal.

Sydkustleden: Die Küste fest im Blick

Der Sydkustleden ist der dritte nationale Radwanderweg in Südschweden. Die 260 Kilometer lange Tour entlang der Küste lässt sich gut in sechs kürzeren Etappen bewältigen. Dabei bleibt genügend Zeit, um unterwegs Station zu machen. Der Sydkustleden wurde im Juni 2019 als nationale Radwanderstrecke eröffnet und verbindet auf 260 km den Sydostleden mit dem Kattegattleden.

Von Simrishamn an der Ostküste führt der Sydkustleden bis Helsingborg an der Westküste meist an der Küste entlang. Der Weg führt an einigen der schönsten Strände Schwedens vorbei, historische und landwirtschaftlich reizvolle Plätze können erkunde und in lokalen Gasthäusern zu Abend gegessen werden.

In Ystad bietet sich ein Bummel durch das Zentrum mit seinen 300 historischen Fachwerkhäusern an und in der Hafenstadt Trelleborg ein Besuch der historischen Wikingerburg Trelleborgen. Ornithologinnen und Ornithologen planen sicherlich einen Halt auf der Halbinsel Falsterbo ein. Frische Brise, Meeresrauschen, Möwengeschrei - wenn der Wind von hinten kommt, ist man von Skanör schnell nach Mälmö gerollt. Wie wär’s mit einem Einkaufsbummel im Szeneviertel Möllan? Die Fahrt von Malmö nach Landskrona lässt sich bequem in zwei Stunden bewältigen. Für eine Abkühlung zwischendurch bieten sich die flachen Sandstrände von Lomma oder das traditionelle Badehaus Bjerreds Saltsjöbad an.

Der Sydostleden führt Radler über eine Strecke von fast 300 Kilometern von Simrishamn im Osten Skånes durch die Region Blekinge bis hinauf ins småländische Växjö. Maritimes Flair versprüht vor allem der südlichste Abschnitt des Radwanderweges: Entlang der schonischen Ostseeküste geht die Fahrt durch gemütliche Fischerdörfer, vorbei an Gärten und Apfelplantagen. Kunstateliers, Hofläden und traditionelle Gasthöfe laden zu einer Verschnaufpause ein.

Sydostleden: Durch Småland

Der Sydostleden ist ein nationaler Fernradweg, welcher durch die drei Regionen Südschwedens führt. Der nationale Radwanderweg (Sydostleden) führt von Simrishamn im Südosten Skånes nach Växjö in der benachbarten Provinz Småland - oder umgekehrt. Im Süden Schwedens können die Apfelplantagen von Kivik besucht werden, es geht durch Weiden und Wälder und auch der Hallamölla-Wasserfall, der höchste Wasserfall der Region, wird passiert.

In Småland geht es durch tiefe Wälder und auch die Schärengärten in Blekinge liegen auf dem Weg. Pausen können immer wieder an den Sandstränden gemacht werden.

Der Sydostleden (Südostweg), Schwedens zweiter nationaler Radweg, bringt Radfahrer von Växjö in Småland über insgesamt 270 Kilometer nach Simrishamn an der schonischen Südküste. Das Gelände ist leicht zugänglich und hat einige der schönsten Naturgebiete Schwedens, mit Seen, Wäldern und einer unberührten Küste. Nimm dir vor dem Aufbruch Zeit, um die aufstrebende Gourmetszene von Växjö zu erleben. Das PM & Vänner hat schon einen Michelin-Stern und steht in dem renommierten Gourmetführer.

Bevor du dich in den Sattel setzt, tankst du in einem der stilvollen Hotels oder gemütlichen Herbergen Energie. Die Strecke von Simrishamn nach Brösarp eignet sich mit 50 Kilometern für einen Tagesausflug. Mit einer spektakulären Aussicht über die sanften Hügel rollst du durch Felder, Weiden und Plantagen. In Kivik lohnt sich das Absteigen: Schwedens Apfel-Mekka Kiviks Musteri erwartet dich mit frischgepressten Säften und einem urigen Café, das natürlich Apfelkuchen serviert. Im September verwandelt sich das schonische Provinznest beim jährlichen Apfelmarkt in ein fruchtiges Volksfest.

Durch die Provinz Blekinge folgt der Sydostleden dem reizvollen Fluss Mörrum, der für sein reiches Lachsvorkommen berühmt ist. Pack die Angel ein und fang dir einen Leckerbissen. Oder stelle dein Fahrrad am Wasser im Bade- und Urlaubsort Karlshamn ab und genieß den Blick über die Schären. Vertief dich in den Museen des Kulturviertels in die Geschichte der Region.

Und dann geht es weiter nach Småland, die Heimat von Astrid Lindgren. Freue dich auf rote Schwedenhäuschen und unzählige Seen, umgeben von tiefen Wäldern. Lausche den Vögeln und der Ruhe in der südschwedischen Urlaubsprovinz. Växjö ist die Endstation auf dem Sydostleden. Die Stadt lockt mit urbanem Flair, Nachtleben, Shopping, aber auch mit urigen Gassen, Cafés und lebendiger Geschichte.

Weitere Routen in Südschweden

  • Unionsleden: Bis nach Norwegen.
  • Götakanal: Am Blauen Band Schwedens.

Die drei Fernradwege Sydostleden, Sydkustleden und Kattegattleden können zu einer 900 km langen Gesamttour verbunden werden - den South Sweden Trails.

Praktische Tipps für deine Radtour in Südschweden

Südschweden bietet dafür eine wunderschöne Kulisse aus ursprünglicher Natur, kleinen Dörfern und weitläufigen Küstenlandschaften, die sich ideal für Fahrradtouren eignen. Wer in Südschweden mit dem Fahrrad unterwegs ist, verbindet die Freude an der sportlichen Betätigung mit dem Bewusstsein für nachhaltigen Tourismus. Mit gut ausgebauten Radwegen und zahlreichen Unterkünften, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, bietet die Region ideale Voraussetzungen für eine umweltfreundliche Reise.

Radfahren ist nicht nur eine umweltfreundliche Alternative zum Auto, sondern ermöglicht auch ein intensives Erleben von Natur und Kultur. In unserem Blogbeitrag erfahren Sie alles, was Sie für Ihre Radreise durch Südschweden wissen sollten.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit beginnt schon bei der Reiseplanung. Reisen Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Südschweden. Die Region ist gut mit Zügen und Überlandbussen zu erreichen. Die vorgeschlagenen Routen sind gut ausgeschildert und bieten zahlreiche Rastplätze und Serviceeinrichtungen entlang der Strecke. Viele dieser Einrichtungen sind auf die Bedürfnisse von Radfahrern spezialisiert und halten Flickzeug, Luftpumpen und sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder bereit.

Darüber hinaus gibt es entlang der Routen eine Vielzahl von nachhaltigen Übernachtungsmöglichkeiten, von Campingplätzen bis hin zu charmanten Bed & Breakfasts, die Bio-Produkte verwenden und nachhaltig wirtschaften. Für die Verpflegung unterwegs gibt es lokale Hofläden und Märkte, die frische Produkte aus der Region verkaufen. Viele Bauernhöfe betreiben nachhaltige Landwirtschaft und bieten die Möglichkeit, direkt vor Ort einzukaufen. Das unterstützt die lokale Wirtschaft und sorgt für eine gesunde und umweltfreundliche Ernährung unterwegs. Verzichten Sie auf Einwegplastik und bringen Sie Ihre eigenen wiederverwendbaren Behälter mit.

Nachhaltiges Reisen bedeutet auch, dass Sie Rücksicht auf die Natur nehmen.

Ausrüstung

Ob Rennrad, Gravelbike, Tourenrad oder City-Bike - Radrouten gibt es in Skandinavien für jeden Geschmack. Von der Routenwahl hängt dabei nicht nur das Fahrrad selbst, sondern auch die mitzunehmende Ausrüstung ab. Besonders im Trend liegen derzeit Gravelbikes - eine Mischung aus Rennrad, Mountainbike und Tourenrad, die sich für fast jeden Untergrund eignet. Zur Ausrüstung gehören sollten in jedem Fall Packtaschen und ein Zelt. Denn gerade das legale Wildcampen (siehe folgender Abschnitt) macht das Reisen mit dem Fahrrad in Skandinavien besonders attraktiv. In Sachen Bekleidung gehören auch im Hochsommer (Juni bis August) warme und wasserfeste Ausrüstung dazu.

Anreise

Du hast deine Radreise geplant? Dann musst du nur noch die Anreise organisieren. Südschweden ist ähnlich wie Dänemark einfach per Bus, Fähre oder Zug zu erreichen. Fährverbindungen gibt es von Kiel, Rostock, Travemünde und Sassnitz. Diese sind ohne Auto auch verhältnismäßig günstig.

Unterkünfte

Neben Hotels und Pensionen gibt es in ganz Skandinavien ein groß ausgebautes Netz an Jugendherbergen. Praktisch: Oftmals sind Waschmaschinen vorhanden, auch ein Frühstück kann manchmal gebucht werden. Wer es abenteuerlustiger will, schläft in einer der vielen Biwakhütten, die es oftmals an Seen gibt. Besonders spannend ist für Radreisende allerdings das Jedermannsrecht („Allemansrätten“). Dieses ermöglicht es dir, wild zu campen, wenn du gewisse Grundregeln befolgst. Die skandinavischen Länder eignen sich damit perfekt für Bikepacking-Abenteuer.

Verpflegung

Die Verpflegung unterwegs ist ebenfalls sehr einfach. Soweit nicht anders angegeben, ist Leitungswasser in den skandinavischen Ländern trinkbar. An vielen Orten gibt es zudem frei zugängliche Wasserhähne oder Quellen, an denen du deine Trinkflaschen auffüllen kannst.

In Südschweden kommt man in der Regel mehrmals täglich an Supermärkten, Restaurants und Cafés vorbei, sodass man sich dort so gut wie keine Gedanken ums Proviant machen muss. Die beiden Supermarktketten, die in Schweden am weitesten verbreitet sind, sind Coop und ICA. Diese findet man auch in ländlichen, dünn besiedelten Gebieten. Willys ist eine weitere schwedische Kette, die generell etwas günstiger ist. Daneben gibt es vor allem in größeren Orten und Städten auch internationale Ketten wie Lidl.

Schwedische Supermärkte haben übrigens auch sonntags und an Feiertagen geöffnet, sodass man diesbezüglich nichts bedenken muss.

Jedermannsrecht

Einer von vielen guten Gründen fürs Radfahren in Schweden (bzw. Skandinavien allgemein): Man darf so gut wie überall sein Zelt aufschlagen! Das skandinavische Allemansrätten (Jedermannsrecht) machts möglich. Einige Regeln, die du beim Wildcampen unbedingt befolgen solltest - allein schon damit es dieses Recht auch in Zukunft gibt - existieren aber.

Halte einen großzügigen Abstand zu Wohnhäusern ein und zelte nicht auf Acker- bzw. In Nationalparks und Naturschutzgebieten ist das wilde Zelten oft nicht erlaubt bzw. Hinterlasse keine Spuren und verhalte dich rücksichtsvoll gegenüber Mensch und Natur.

Sicherheit

Schweden gehört in jeglicher Hinsicht zu den sichersten Ländern der Welt, Rad fahren kann man hier also allgemein ziemlich unbesorgt. Fälle von Kriminalität beschränken sich in Schweden insbesondere auf die größeren Städte. Abseits davon sinken die Raten rapide.

Netzabdeckung

Der Netzempfang in Schweden ist gigantisch gut, und zwar auch in abgelegeneren Gebieten! Nichtsdestotrotz sollte man sich natürlich nie zu 100% darauf verlassen. Dank Abschaffung der Roaming-Gebühren kann man auch im Ausland die deutsche Sim-Karte nutzen, je nach Datenvolumen und Surfverhalten kann man damit aber schnell an seine Grenzen stoßen. Alternativ kann man in Schweden sehr einfach auch eine lokale Sim-Karte kaufen.

Gründe für eine Radtour in Skandinavien

  • Die Natur: Egal ob Finnland, Norwegen oder Schweden - im Norden findest du traumhafte Landschaften, die deine Radtouren definitiv bereichern werden.
  • Die Strecken: Dabei macht es keinen Unterschied, ob du mit dem Gravelbike, einem klassischen Trekkingrad oder in den Städten mit dem City-Bike unterwegs bist - es gibt Routen für jeden Geschmack und jede Leistungskategorie.
  • Die Freiheit: Das Jedermannsrecht („Allemansrätten“) ermöglicht es dir, wild zu campen, wenn du gewisse Grundregeln befolgst. Die skandinavischen Länder eignen sich damit perfekt für Bikepacking-Abenteuer.
  • Die Mitternachtssonne: Noch vor Dunkelheit am Ziel ankommen? In Skandinavien ist das im Sommer sicher kein Problem. Die magische Mitternachtssonne wird dir das Finden des richtigen Weges immer erleichtern.
  • Der Verkehr: Abseits der großen Städte sind die vielen Landstraßen kaum befahren.

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