Thailand, das Land der exotischen Vielfalt, der wilden Tiere, der üppigen Landschaften, der reichen Geschichte und der Gastfreundlichkeit, wird zunehmend häufiger mit dem Rad erkundet. Mit tropischen Temperaturen lockt Thailand gerade die Gäste an, die es warm mögen.
Dieser Artikel fasst Erfahrungen und Tipps für Radreisen in Thailand zusammen, um Ihnen bei der Planung Ihres Abenteuers zu helfen.
Unterkünfte und Ausrüstung
Unterkünfte in Thailand sind reichlich vorhanden, preiswert und sauber. Die Vorbuchung der Unterkunft ist nur in der Hochsaison, also von Dezember bis Februar notwendig. Die Ausrüstung wird meist komplett mitgebracht aus dem Heimatland.
Dabei gibt es vor allem in Bangkok und Chiang Mai sehr gut sortierte Fahrradläden mit ausgezeichnetem und modernem Equipment. Die meisten Kleinstädte haben mindestens einen Fahrradladen, in dem Ersatzteile und Standard-Reifengrößen erhältlich sind.
Essen und Trinken
Einer der schönen Gründe für eine Radtour im Ausland ist die Fremdartigkeit oder sogar Exotik des Landes, der Natur, der Menschen und nicht zuletzt des Essens. Erstens ist das Eis in Thailand absolut sicher. Trinke kein Leitungswasser. Trinke und putze deine Zähne immer mit Wasser aus Flaschen, die es überall günstig zu kaufen gibt. Dann bist du auf der sicheren Seite.
Lass dich nie von der äußeren Erscheinung oder „speziellen“ Dekoration eines thailändischen Restaurants davon abhalten, etwas zu probieren. Schau nach Restaurants, die zu den Hauptmahlzeiten mit Gästen überfüllt sind.
Anreise und Formalitäten
Die Einreise ist auf dem Landweg (von Myanmar, Laos, Kambodscha oder Malaysia) oder per Flugzeug möglich. Du benötigst für den Aufenthalt in Thailand ein Visum. Die Einreise-Formalitäten an der Grenze sind sehr unbürokratisch und schnell vollzogen.
Du musst auf der Einreisekarte allerdings unter anderem eine Adresse in Thailand angeben. Halte hierfür auf jeden Fall irgendeine Hostel- oder Hotel-Adresse bereit. Die Einreisekarte musst du bei der Ausreise wieder abgeben. Pass also gut auf sie auf.
Kommunikation
In den Städten kommst du mit Englisch einigermaßen gut zurecht. Auf dem Land wird es da schwieriger. Ein kleines Basiswissen in Thai ist da sehr hilfreich. Viele Thais sind aufgeschlossen und hilfsbereit, aber du triffst auch auf eher schüchterne Persönlichkeiten.
Du findest überall WiFi und die Verbindungsqualität ist in der Regel sehr gut. Sogar in manchem buddhistischen Tempel boten sie uns WiFi an, wenn wir dort übernachtet haben. Das Internet hat nur selten Aussetzer und auch das Stromnetz ist stabil.
Verpflegung
Die Straßenküche in Thailand ist sehr schmackhaft und preiswert. Da liegt es nahe, aufs Selber-Kochen zu verzichten. In den Städten gibt es daneben eine ausreichende Versorgung mit kleinen Läden und großen Supermärkten. Besonders interessant sind die Märkte: dort gibt es eine bunte Mischung aus exotischen Früchten, Gemüse, Fisch, Fleisch und fertig zubereiteten Delikatessen.
Nicht überall im Land ist das Wasser genießbar. Du solltest immer nachfragen, bevor du deine Flaschen auffüllst. Sehr oft findest du auch Trinkwasser-Spender mit Zapfhähnen für kaltes und heißes Wasser, wo du dich in der Regel auf Anfrage bedienen darfst. Natürlich steht auch käufliches Trinkwasser in Plastikflaschen überall in den Läden.
Fahrradläden und Service
Die Versorgung mit gut sortierten Bikeshops ist in den größeren Städten sehr gut. Du findest alle modernen Komponenten und die Preise sind ähnlich wie in Deutschland.
Straßen und Verkehr
Thailand hat durchweg gute Straßenqualität. Nur selten wirst du auf Schotter fahren müssen. In Verbindung mit dem sehr rücksichtsvollen Autoverkehr macht das Radeln hier sehr viel Spaß. Die Autofahrer sind sehr rücksichtsvoll und halten Abstand beim Überholen.
Vor den Motorroller-Fahrern musst du dich in Acht nehmen: sie halten keinen Seitenabstand und du hörst sie erst, wenn sie dich schon überholen.
Orientierung
Die Beschilderung ist in der Regel nur auf Thai, selten zusätzlich auch in Englisch. Die Befragung der Ortskundigen scheitert meist schon wegen der fehlerhaften Aussprache: Du wirst schon bei der geringsten Abweichung nicht mehr verstanden.
Wenn man dich dann aber einmal verstanden hat, ist das noch keine Garantie für eine zielführende Wegbeschreibung. Asiaten werden eher lügen, als dass sie zugeben, dir nicht helfen zu können. Dank GPS und Offlinekarte im Handy sind Orientierung und Navigation aber in der Regel kein Problem.
Geländeprofil
Im Norden ist Thailand sehr hügelig und hält viele Höhenmeter bereit. Aber die Landschaft ist ausgesprochen reizvoll. Im Osten ist das Gelände eher flach und uninteressant.
Richtung Süden erlebst du Kalksteingebirge und vor allem spektakuläre Karsttürme sowie traumhafte Badeorte, viel Sandstrand und einige Trauminseln. Manche Trauminsel ist allerdings so touristisch belagert, dass es nicht mehr wirklich traumhaft wirkt.
Radeln in Thailand
In großen Städten kann der Verkehr schon mal anstrengend werden, doch auf dem Land fährt es sich sehr angenehm. Radreisen in Thailand machen richtig Spaß. Eine Helmpflicht für Radfahrer gibt es in Thailand nicht.
Trampen und Zelten
Trampen klappt hervorragend in Thailand, wenn es auch an manchen Stellen etwas länger dauern kann. Die meisten Autofahrer fahren einen großen Pickup, ein ideales Fahrzeug für die Mitnahme von Fahrrad und Packtaschen.
Zelten ist in Thailand ohne Probleme möglich. Allerdings haben wir weitgehend aufs Zelten verzichtet wegen der gefährlichen Schlangen. Die buddhistischen Tempel gewähren einem Reiseradler oft eine Übernachtung in einem der Nebengebäude. Dort kannst du dir dann mit Schlafmatte und Moskitonetz dein Nachtlager einrichten. Erwarte dort jedoch nicht viel Komfort.
Sicherheit
Thailand ist ein sicheres und friedliches Land. Trotzdem solltest du vor allem in den größeren Städten und den Touristen-Zentren die Augen offen halten und auf deine Sachen aufpassen. Schließe dein Fahrrad auf jeden Fall ab, wenn du es längere Zeit aus den Augen lässt.
Hin und wieder wirst du von sehr aggressiven Hunden belagert während dem Radeln. Wenn da dann schlagartig anhältst, drehen die meisten Exemplare ab. Ein Stock in Griffweite ist auch hilfreich: halte ihn in die Höhe und die Hunde verziehen sich. Wirklich gefährlich sind die Schlangen und Skorpione im Land. Da solltest du dich bei den Anwohnern vor Ort erkundigen, bevor du dein Zelt aufschlägst.
Gesundheit
Für das tropische Thailand werden eine ganze Reihe Impfungen notwendig. Kontaktiere hierzu rechtzeitig einen Tropenmediziner. Dort erfährst du auch alles zu dem Schutz vor Krankheiten, gegen die es keine Impfungen gibt.
Generell zu empfehlen: die Einhaltung der üblichen Regeln der Hygiene, lange Kleidung, Repellentien und ein Moskitonetz für die Nächte. Das Gesundheitssystem in Thailand ist gut entwickelt.
Klima
Durch seine Nähe zum Äquator gibt es über das gesamte Jahr nur sehr geringe Temperaturunterschiede. Die Monate März bis September solltest du aber meiden: März bis Juni ist es zu heiß (35 - 40 °C) und Juli bis September herrscht der Monsun.
Ideales Radelwetter hast du dagegen von Dezember bis Februar. Dann ist es angenehm warm (25 - 30 °C) und relativ trocken. Es gibt dabei natürlich immer regionale Unterschiede: in Gebirgslagen und im Norden kann es deutlich kühler sein. Und bei Wolkenbildung kannst du gleich wieder einige Grad abziehen.
Kultur
Du wirst auf Radreisen in Thailand unzählige buddhistische Tempel entdecken und betreten. Dann ist es gut, zu wissen, was erlaubt ist und was nicht: kurze Hosen sind tabu, Frauen nicht zu freizügig gekleidet, Frauen dürfen Mönche nicht berühren, Mönche dürfen aus den Händen einer Frau nichts annehmen.
Außerhalb der Tempel gelten ebenfalls bestimmte Regeln: nicht die Fußsohlen auf andere richten, sie gelten als unrein, die linke Hand gilt ebenfalls als unrein, nicht auf Türschwelle treten, niemals den Kopf eines anderen Menschen berühren, Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind tabu.
Sehenswürdigkeiten
Neben der tropischen Botanik und der exotischen Landschaft sind es vor allem die vielen buddhistischen Tempel, die den Reiz Thailands ausmachen. Sie zeigen die tiefe Verbundenheit zwischen den Menschen und ihrer Religion.
Des Weiteren findest du historische Tempelanlagen aus dem 11. - 13. Jh. in den Königsstädten des ehemaligen Siam-Reiches, sowie Tropfsteinhöhlen, die nicht selten mit Statuen und Chedis zu unterirdischen Tempelanlagen hergerichtet wurden.
Fahrradfahren in Bangkok
Fahrradfahren in Bangkok kann eine Herausforderung sein, bietet aber auch eine einzigartige Perspektive auf die Stadt. Ob durch die engen Gassen der Altstadt oder entlang der Kanäle im grünen Norden der Stadt, Fahrradfahren in Bangkok ist eine aufregende und unvergessliche Art, die Stadt zu erkunden.
Fahrradverleih in Bangkok
Wenn du dich für eine geführte Fahrradtour entscheidest, ist ein Fahrrad bereits in der Tour enthalten. Wenn du lieber auf eigene Faust losziehen möchtest, kannst du dir an verschiedenen Orten in Bangkok ein Fahrrad ausleihen.
In Bangkok gibt es den Anbieter Pun-Pun, der verschiedene Stationen in Bangkok hat, an denen man sich ein Fahrrad ausleihen kann. Insgesamt gibt es ca. 50 Stationen, die über die ganze Stadt verteilt sind.
Die Kosten für das Ausleihen eines Fahrrads variieren je nach Anbieter und Mietdauer. In der Regel kostet eine Stunde etwa 30 bis 50 Baht (ca. 0,80 bis 1,30 Euro), eine Tagesmiete etwa 80 bis 300 Baht (ca. 2 bis 8 Euro).
Fahrradtouren in Bangkok
Einer unserer Lieblingsorte für Fahrradtouren in Bangkok ist Bang Krachao, auch die grüne Lunge Bangkoks genannt. Die Insel ist nur eine kurze Bootsfahrt von Bangkok entfernt und bietet ein erfrischendes Kontrastprogramm zum hektischen Treiben der Metropole.
Mit dem Fahrrad kannst du auch die engen Gassen und versteckten Winkel der Stadt erkunden, die du mit dem Taxi oder Tuk-Tuk verpassen würdest.
Anbieter von geführten Fahrradtouren in Bangkok:
- Co van Kessel Bangkok Tours
- Recreational Bangkok Biking
- ABC Biking Bangkok
- Jamming Thailand Tours
Ausrüstung und Vorbereitung
Bequeme und atmungsaktive Kleidung ist auf jeden Fall empfehlenswert, da es in Bangkok sehr heiß werden kann. In Thailand solltest du nicht auf einen Helm verzichten, der aber bei den meisten Touren sowieso inklusive ist.
Wir empfehlen dir die App „MAPS.ME“. Das ist eine Karte, die auch offline funktioniert, du brauchst also keinen WLAN-Empfang oder eine thailändische SIM-Karte.
Transport des Fahrrads in Thailand
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Fahrrad in Thailand zu transportieren:
- Flugzeug
- Zug
- Bus
Fahrradmitnahme im Flugzeug
Wichtig ist, dass die Fluggesellschaft ein Fahrrad als normales Gepäckstück oder als Sportgepäck ohne Aufzahlung akzeptiert. Das funktioniert am ehesten bei den Airlines, die mehr als die üblichen 20 kg Gepäck im Flugpreis anbieten.
Wer sein Rad für den Rückflug sicher verpacken will, sollte in Thailand einfach in einen guten Radladen gehen und dort für wenig Geld (ca. 300 Baht) in einem Radkarton verpacken lassen.
Fahrradtransport im Zug
Im neuen Hauptbahnhof können Fahrräder nur in einen Zug mit Güterwagen verladen werden. Leider kann man sein Rad nicht im „Krung Thep Aphiwat“ in den Zug packen. Stattdessen muss ein Fahrrad etwa drei Stunden vor der Abfahrtszeit zur benachbarten Station „Bang Sue Junction“ nebenan gebracht werden.
Fahrradtransport im Bus
Die meisten Busgesellschaften nehmen Räder ohne Probleme mit. Kosten zwischen 100,- und 200,- Baht. Manchmal ist ein kleines Trinkgeld von 20,- Baht für denjenigen hilfreich, der das Rad in den engen Gepäckraum packt. Das ist aber keine Pflicht.
Die beste Zeit für eine Radtour in Thailand
Als beste Jahreszeit zum Radfahren habe ich bisher November bis Februar erlebt, wobei es im Dezember und Januar im Norden morgens und abends recht kühl sein kann. Meist ist es heiß beim Radfahren in Thailand.
Umgang mit Hunden
Ein Problem sind für die Hunde. Hunde in allen Größen und Rassen rennen dann bellend oder kläffend hinter mir her, mit der Schnauze schön auf Höhe meine Waden. Das jagt mir bisweilen Angst ein.
Meist reicht ein laut ausgerufenes „Pai“ (geh weg) und mit dem Arm auf sie zu zeigen, aber zur Sicherheit habe ich eine laute Pfeife dabei (Tornado 2000, wirklich laut, wenn man kräftig bläst). Wenn du eine laute Stimme hast, kannst du einen Hund auch richtig laut anbrüllen. Das stoppt fast jeden.
Verpflegung und Flüssigkeitszufuhr
Ich schwitze dabei viel und muss daher auch auf ausreichende Aufnahme von Elektrolyten achten. Daher lasse ich Gatorade links liegen (ist eh zu teuer) und kaufe „Sponsor“, das es in fast jedem kleinen Laden gibt. Und ich kaufe mir Isopulver günstig in der Apotheke. Das heißt dort „Glüa rae“ (เกลือแร่, Mineralsalz). Mein Favourite ist „J-lyte“.
Radfahren in Koh Yao Noi
Eine tolle Option, den anderen Touristen auf der Ferieninsel Phuket zu entfliehen, ist eine Tour nach Koh Yao Noi. In einer kleinen Gruppe kannst du die Insel mit dem Mountainbike erkunden.
Radvermietung
In touristischen Gebieten kann man Glück haben und gute Bikes mieten. Bangkok: Am Skylane um den Suvarnabhumi Flughafen sind gute Räder zu mieten. Oder bei VeloThailand für 150,- Baht (halber Tag) / 300,- Baht (ganzer Tag) für sehr gute Räder. Hier bei VeloThailand kann man auch ein Rennrad für eine Woche mieten für eine selbstorganisierte Tour.
Spice Roads bietet eigentlich geführte Radtouren in ganz Asien und hat auch Niederlassungen in Bangkok und Phuket. Neu hinzugekommen ist der Bike Rental von Chiang Mai Bicycle.
| Ort | Fahrradvermietung | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Bangkok | Skylane am Suvarnabhumi Flughafen | Gute Räder |
| Bangkok | VeloThailand | Gute Räder, auch Rennräder für Touren |
| Chiang Mai | Spice Roads | MTB/Tourenrad oder Rennrad |
| Chiang Mai | Chiang Mai Bicycle | Bike Rental |
| Chiang Rai | Fat Free Bike Shop | Vermietet in 4 Läden in der ganzen Provinz Räder. |
| Phuket | Siam Bike Tours | Rennradtouren und Verleih von Rennrädern und E-Bikes |
| Hua Hin | VeloThailand | Hardtail-MTBs |
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