Wuppertal macht sich auf zur Fahrradstadt. Highlights sind die Nordbahntrasse und die Sambatrasse. Die beiden ehemaligen Eisenbahnstrecken schließen Wuppertal an ein NRW-weites Streckennetz an. Sie sind Teil der Panorama-Radwege im Bergischen Land und für Radfahrer:innen das Bindeglied zwischen Rhein und Ruhr.
Bergische Panorama-Radwege auf ehemaligen Bahntrassen
Entspannt radelst du auf ehemaligen Bahntrassen durch und rund um die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal. Viele Strecken sind außerdem Teil der Bergischen Panorama-Radwege. Sie bieten dir weite Blicke in die Natur, ländliche Idylle, aber auch in das quirlige Stadtleben. Der Bergische Panorama-Radweg verleitet dazu, öfter mal zu stoppen, etwa an der Müngstener Brücke und an Schloss Burg.
Nordbahntrasse: Spektakuläre Ausblicke über die Stadt
Die Nordbahntrasse ist nicht einfach nur ein Verkehrsweg. Als Zeichen für bürgerschaftliches Engagement wirkt sie identitätsstiftend für Wuppertal. Der rund 23 Kilometer lange Radwanderweg ist als einmaliges Projekt zwischen Bürger*innen und Verwaltung entstanden. Entlang der Strecke sind durch spannende Ein- und Ausblicke neue Perspektiven auf die Stadt entstanden.
Entdecken Sie imposante Bauwerke wie das 35 Meter hohe Viadukt Steinweg, auf dem Sie quasi über die Stadt hinwegschweben. Erleben Sie die Fahrt durch die bis zu 722 Meter langen Tunnel, durch die bis 1999 noch Züge gefahren sind. Heute ist die Nordbahntrasse ein El Dorado für Fahrradfahrer:innen, Fußgänger:innen, Jogger:innen und Skater:innen - alle profitieren von den gut ausgebauten Wegen mit sechs Metern Breite und Trennung zwischen Rad- und Fußgängerbereich.
Kehren Sie zum Päuschen an der Trasse ein. Sie finden dort Gastronomie mit eigenem Stil und Charme, wie den Mirker Bahnhof mit dem Café Hutmacher, das Bouldercafé Blo im Industriedenkmal einer ehemaligen Textilfabrik, den Trassenbiergarten am Ottenbrucher Bahnhof oder den Rastplatz „Stauzone“ auf Höhe Lüntenbeck.
Sambatrasse: Radtour mit Tigerblick
Zehn Kilometer lang ist die Sambatrasse, die als Bahnstrecke ebenfalls stillgelegt und zum Rad- und Wanderweg umfunktioniert wurde. Sie führt vom Tal durch die Grünzüge des Arboretums Burgholz auf die Wuppertaler Südhöhen und ist deshalb besonders geeignet, kurz durchzuatmen und sich vom Trubel der Großstadt zu erholen.
Einzigartiger Höhepunkt der Sambatrasse ist die Tigertalbrücke. Wenn Sie beim Radeln oder Spazieren auf einmal (nahezu) vis-à-vis mit einem Tiger stehen, dann wundern Sie sich nicht. Die Sambatrasse führt nämlich mitten durch den Grünen Zoo Wuppertal - und über das Großkatzengehege. Für Kinder und Erwachsene ist das auf der Fahrradtour oder beim Spaziergang eine faszinierende Begegnung.
Radler-Service in Wuppertal
Ein weiterer Schritt in Richtung Fahrradstadt ist getan: an den Bahnhöfen Wuppertal-Vohwinkel, Wuppertal-Steinbeck, Wuppertal-Barmen und Wuppertal-Oberbarmen gibt es Fahrradboxen. Aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens und der guten Anbindung an die Nordbahntrasse wurde am Bahnhof Wuppertal-Vohwinkel die vorhandene Bike & Ride-Anlage erweitert - um zusätzliche 24 Fahrradboxen.
Am Bahnhof Wuppertal-Steinbeck gibt es jetzt erstmalig 10 Fahrradboxen. An den Bahnhöfen Wuppertal-Barmen und Wuppertal-Oberbarmen wurden jeweils zwölf neue Fahrradboxen aufgestellt. Die Radabstellanlagen werden mit dem System Dein Radschloss des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) betrieben. Das System ermöglicht den Radfahrenden, ihr Fahrrad geschützt vor Wetter und Diebstahl in einer der Boxen unterzubringen. Sie können dabei entweder spontan einen Stellplatz reservieren oder einen Dauerstellplatz anmieten.
ADFC: Ihr Partner für sicheres Radfahren
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.
Vorteile einer ADFC-Mitgliedschaft
Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür - auch Dank Ihrer Mitgliedschaft - nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt.
Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben.
ADFC-Radtouren für Ihre Reiseplanung
Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich.
Sicherheitshinweise für Radfahrer
Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone - deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.
Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.
Verkehrssicherheit Ihres Fahrrads
Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen.
Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben.
Pedelecs und E-Bikes: Was ist der Unterschied?
Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter.
Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle.
Fahrradstraße: Was ist das?
Auf einer Fahrradstraße dürfen zunächst nur Fahrradfahrer fahren. KfZs oder Mopeds muss erst durch ein Zusatzschild die Durchfahrt erlaubt werden. Dabei sind die KfZ und andere nur Gast auf der Fahrradstraße. Fahrradfahrer dürfen hier nebeneinander fahren. Die maximale Geschwindigkeit ist auf 30 km/h begrenzt und die Fahrradstraße darf nicht in 30er Zonen eigerichtet werden.
Voraussetzung zum Einrichten einer Fahrradstraße ist, dass der Radfahrer bereits heute den überwiegenden Teil der Nutzer ausmachen oder es zu erwarten ist, dass dies eintritt. Dabei ist nicht klar, über welchen zeitlichen Horizont gesprochen wird und nach welcher Methodik eine entsprechende Verkehrsprognose abzugeben ist. Die Hürde ist damit nur auf dem Papier hoch.
Breite von Radverkehrsanlagen
Unter Radverkehrsanlagen versteht man Radschutzstreifen und Radwege. Radschutzstreifen müssen mindestens 1,25m breit sein und haben eine Regelbreite von 1,50m. Radwege haben dagegen mindestens 1,60m breit zu sein und haben eine Regelbreite von 2m. Über dieser Breiten kann natürlich hinausgegangen werden.
Führt eine solche Radvekehrsanlage an parkenden Autos vorbei, so ist noch ein Puffer einzuplanen. Radwege werden nachrangig angelegt, d.h. zunächst muss die Straße eine Breite von wenigsten 4,5m Breite aufweisen. In diesem Fall ist keine Mittelinie mehr vorgesehen. Eine Kombination aus Mindestbreiten ist im Übrigen nicht erlaubt, d.h. eine Straße muss mind. etwas über 7m Breite aufweisen um eine Straße plus Radschutzstreifen auf beiden Fahrbahnseiten anzubringen.
Bei engeren Straßen kann, wenn ein Gehweg vorhanden ist, dieser alternativ für Radfahrer freigegeben werden oder es entsteht ein gemeinsamer Geh- und Radweg. Übrigens ein Zweirichtungsradweg muss wenisgtens 2,50 breit sein, und regehaft 3m. Hierbei entscheidet die Steigung auch darüber, ob 2,50m Breite ausreichend sind.
Gerade Hauptverkehrsstraßen weisen pro Fahrspur rund 3,25 m Breite in der Regel auf, da die maximale Breite von LKW und Bussen alleine schon 2,50m betragen darf. Häufig wird über mangelnden Platz geklagt, das ist aber in den seltensten Fällen der wahre Grund, denn meist existieren rund 2 bis 2,50 m breite Parkmöglichkeiten auf einer oder beiden Straßenseiten. Die Regelungen zu den Radverkehrsanlagen sind in den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (kurz: ERA 2010) festgehalten. Die letzte Auflage ist 2010 erschienen.
In 30er Zonen dürfen Radverkehrsanlagen bis dato gar nicht angelegt werden. Hier kommen andere Elemente meist zum Tragen, wie modal filter, Freigabe von Einbahnstraße usw.
ADFC vor Ort
Anfang 2025 zählte der Kreisverband 1.487 Mitglieder, wovon 403 in Solingen wohnen.
Lastenräder ausleihen
In Solingen kann der Dürpelflitzer beim Zweiäder Biernath in Ohligs kostenlos (Spender wird erbeten), in SG Mitte kann das Leiwermang des VCD bei Legewie ausgeliehen werden und die Firma sigo.green biette in Aufderhöhe rund um die Uhr an, ein Lastenrad auszuleihen. Alle Lastenräder sind mit E-Motoren ausgestatttet. Bei Sigo.green muss man sich vor der ersten Fahrt registrieren.
Aktuelle Streckenhinweise
Aufgrund umfangreicher Arbeiten in der Montanusstraße in Burscheid wird der Panorama-Radweg Balkantrasse bis ca. Mitte des Jahres 2026 gesperrt. Eine entsprechende Umleitung ist ausgeschildert. Die Umleitung besteht voraussichtlich bis Mitte 2026.
Bequem Radeln auf dem Panorama-Radweg Balkantrasse
Von Wuppertal-Oberbarmen durch die Hügellandschaft des Bergischen Landes zur Tiefebene des Rheins. Balkantrasse - der Name erinnert an den „Balkanexpress“. So nannte der Volksmund die ehemalige Bahnlinie zwischen Leverkusen-Opladen und Remscheid-Lennep. Heute verläuft auf dieser Strecke ein Radweg. Ideal zum gemütlichen Radeln mit Ausblick aus luftiger Höhe.
Entspannte Route
Auf der ehemaligen Bahntrasse geht es ohne große Steigungen entspannt durch die Landschaft. Städtisches Leben und ländliche Idylle wechseln sich hier ab. Unterwegs auf der rund 51 Kilometer langen Strecke erinnern imposante Meilensteine an die Bahn-Vergangenheit. Viel Vergnügen auf den gut ausgebauten Radwegen im Bergischen Land
Für Bergbezwinger
Suchst du als Mountainbiker abseits befestigter Wege deinen Fahrspaß? Die Schwebefähre bringt dich (und dein Fahrrad) vom Brückenpark Müngsten zur Remscheider Uferseite, um auf der empfohlenen östlichen Wupper-Seite zu radeln.
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