Sicher Fahrradfahren mit Regenschirm: Tipps und Tricks für regnerische Tage

Umweltfreundlich, gesund und flexibel - das Fahrrad erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Laut einer Untersuchung des Allensbach-Instituts stieg der Anteil der Bevölkerung, der täglich das Fahrrad nutzt, von 17 Prozent im Jahr 2019 auf 22 Prozent im vergangenen Jahr. Vor allem E-Bikes und Trekking-Räder erleben einen wahren Boom.

Viele Menschen hält Regen vom Fahrradfahren ab. Doch Fahrrad zu fahren bei Regen muss nicht unangenehm sein. Wenn Sie sich dem Wetter anpassen, kommen Sie auch mit dem Rad trockenen Fußes an Ihr Ziel und genießen gleichzeitig den Vorteil verwaister Radwege und möglicherweise sogar eine angenehme Erfrischung.

Die richtige Ausrüstung und Kleidung für regnerische Radtouren

Es gibt kein schlechtes Wetter - nur schlechte Kleidung. Mit der richtigen Ausrüstung ist das Radfahren im Regen nur halb so wild.

Regenjacke

Eine gute Regenjacke ist für Radfahrer wirklich wichtig. Wie der Name schon sagt, sollte sie wasserabweisend und idealerweise atmungsaktiv sein, eine Kapuze haben und am besten über Lüftungen unter den Armen verfügen. Bei starkem Regen ziehe ich immer meine Allwetterjacke von Gonso an, welche nicht nur den Regen fern hält, sondern auch Luft ins Innere lässt. Durch Lüftungsschlitze am Rücken ist die Jacke atmungsaktiv. Bei Intervallen oder Nieselregen habe ich eine etwas „leichtere“ Regenjacke von Ziener. Die NEA lässt sich bequem in einem Beutel verstauen und mit einem Karabinerhaken an der Hose oder am Rucksack befestigen. Da sie ziemlich klein im Packmaß ist, habe ich diese auch oft unterwegs für den Notfall mit dabei.

Regenhose

Um bei Regen auch an den Beinen trocken zu bleiben, empfiehlt sich eine gute Regenhose. In den ersten Jahren bin ich noch mit einer günstigen Discounter-Regenhose gefahren. Die hat wunderbar funktioniert und war eben günstig. Nachdem sie mehrere Jahre gehalten hat, ist sie beim Abbürsten leider gerissen. Ich gehe mal stark von einer altersbedingten Materialermüdung aus. Da ich wirklich viel mit dem Rad fahre, habe ich jetzt etwas mehr Geld in die Hand genommen und eine funktionelle Fahrradregenhose vom Radhosenexperte Gonso gekauft. Die Radregenhose hat unten an den Beinen noch Klettverschluss, ist etwas Atmungsaktiver als Standard-Regenhosen und hat eine verstärkte Sitzfläche eingenäht. Da ich leider in der Damenabteilung kaum Auswahl fand, habe ich eine Regenhose in der Männerabteilung gekauft. Die passt perfekt und erfüllt ihren Zweck! Bei leichtem Regen, Schnee oder nassen Straßenverhältnissen habe ich eine kurze Regenhose. Meiner Meinung nach ist eine kurze Regenhose ein echtes Must-have für Radfahrer.

Schuhwerk

Eine längere Zeit mit nassen Schuhen auf dem Fahrrad zu sitzen macht wenig Spaß und im schlimmsten Fall auch krank. Darum empfehle ich Allwetter-Überschuhe. Diese sind nicht nur recht günstig, sondern auch praktisch, leicht und klein im Packmaß. Das heißt, du kannst sie wirklich immer im Rucksack mit transportieren und so auf Nummer sicher gehen. Ich trage fast immer bei schlechtem Wetter Überschuhe, um Nässe, Schmutz und Wind abzuwenden. Meine Überschuhe von Gonso lassen sich hinten mit einem Klettverschluss schließen und sind daher auch für etwas „dickere“ Mountainbike Schuhe geeignet.

Handschuhe

Nasse Finger empfinde ich als nicht so schlimm wie nasse Füße beim Radfahren. Dennoch ist es natürlich schön, wenn die Hände warm und trocken blieben. Meist trage ich beim Radfahren im Regen einfach lange Handschuhe, wie meine Neopren Handschuhe. Sollte es mal etwas stärker regnen, ziehe ich auch mal Garten-Gummihandschuhe oder Arbeitshandschuhe darüber.

Helm und Brille

Ein Fahrradhelm hilft nicht nur den Kopf vor Nässe zu schützen, sondern er schützt auch den Kopf bei Unfällen. Wenn du einen Helm mit Blende hast, kann dieser auch dein Gesicht noch zusätzlich etwas trocken halten. Da ich immer eine Brille tragen muss, ist es für mich auch selbstverständlich bei Regen eine Brille zu tragen. Nicht-Brillen-Träger rate ich bei Wind und Regen genau eine solche Brille zu tragen. Am besten sogar mit transparenten Gläsern.

Weitere nützliche Ausrüstung

  • Regenrock und Rainlegs: Wer es ein wenig einfacher haben möchte, kann auf Regenrock oder die sogenannten Rainlegs zurückgreifen. Der Vorteil liegt im unkomplizierten An- und Ausziehen. Nachteil: Regenrock und Rainlegs bieten keinen Rundumschutz.
  • Schutzbrille: Bei Regen sorgt eine Schutzbrille für bessere Sicht und trockne Augen. Alternativ kann man zum Fahrradhelm mit Visier greifen.
  • Wasserdichter Überzug für den Fahrradhelm: hält die Haare trocken.
  • Schirmmützen: Für Brillenträger*innen gibt es Schirmmützen, die die Brille vor den Tropfen schützen.

Sicherheitsvorkehrungen beim Radfahren im Regen

Auch beim Bremsen solltest du dich an die Wetterverhältnisse anpassen. Nasse Straßen vergrößern deinen Bremsweg. Dies gilt vorwiegend für Felgenbremsen. Deswegen fahre ich bei nassen Straßenbedingungen lieber mit meinem Mountainbike, anstatt mit meinem Rennrad, da es Scheibenbremsen und mehr Grip am Reifen hat.

  • Geschwindigkeit reduzieren: Ja, dies ist sinnvoll, denn durch die nasse Fahrbahn verlängert sich Ihr Bremsweg. Es dient somit Ihrer Sicherheit, bei Regen etwas langsamer zu fahren als sonst.
  • Aufmerksames Fahren: Schenken Sie vor allem Pfützen erhöhte Aufmerksamkeit, insbesondere wenn Sie nicht wissen, wie tief diese sind. Achten Sie beim Ausweichen darauf, niemanden zu behindern, und verringern Sie Ihre Geschwindigkeit, wenn Sie durch eine Pfütze durchfahren müssen. Vorbeikommende Passanten bekommen so weniger Spritzwasser ab.
  • Licht einschalten: Regen beeinträchtigt die Sicht. Daher gehört bei Regenfahrten das Licht am Rad grundsätzlich eingeschaltet.

Radfahren mit Regenschirm - Ja oder Nein?

Während sich das Radfahren mit aufgespanntem Regenschirm in Münster nämlich grundsätzlich verbietet, drückt die Obrigkeit in Borken bei einem solchen Vergehen angeblich „schon einmal eher ein Auge zu“. Im Falle eines Malheurs ist es dann allerdings auch an der niederländischen Grenze schnell mit der Lockerheit vorbei.

Wichtig: Nehmen Sie keinen Regenschirm mit auf eine Fahrradtour! Ein aufgespannter Schirm in der Hand eines Radfahrers oder einer Radfahrerin ist schlichtweg brandgefährlich. Die haltende Hand fehlt am Lenker. Und vor allem ist der Schirm eine perfekte Angriffsfläche für den Wind, er schränkt die Sicht ein, lenkt ab.

Weitere Tipps für das Radfahren im Regen

  • Gute Laune bewahren: Das ist der wichtigste Tipp überhaupt, denn ohne gute Laune wird keine Radfahrt zu einer guten Radfahrt. Wenn du dir während der Fahrt ständig Sorgen darüber machst, welche Kleidungsstücke durchnässt sind und wie der Wetterverlauf während der Fahrt werden soll, wirst du diese auch nicht richtig genießen können.
  • Vorbereitung ist wichtig: Beim Radfahren im Regen ist eine gute Vorbereitung wichtig, sodass du dich während der Fahrt auch auf dein Rad, die Strecke und andere Verkehrsteilnehmer konzentrieren kannst.
  • Wertgegenstände schützen: Um meine Wertgegenstände zu schützen, nehme ich immer eine herkömmliche Plastik-Zipper-Tüte. Diese kann vielfach verwendet werden und sorgt dafür, dass Wertsachen auch in der Jackentasche trocken bleiben.

Alternative: BikerTop - Der Regenschirm für das Fahrrad

Eine Südtiroler Firma hat eine Lösung für das Problem entwickelt: BikerTop ist eine Art Regenschirm für das Fahrrad, der in einer Tasche am Lenkrad befestigt wird. Laut Hersteller kann er mit wenigen Handgriffen binnen Sekunden geöffnet und wieder geschlossen werden und spendet wasserdichten Schutz für den Fahrer. Im „terraXcube“, einem privaten Forschungszentrum in Bozen, wurde die Regenschutz-Konstruktion auf Herz und Nieren getestet. Unterschiedliche Wind-, Kälte-, Regen- und Schneeverhältnisse wurden getestet.

Grundsätzlich gelte für ihn bei Unwetter die Faustregel: „Wenn Sie als Fußgänger noch einen normalen Regenschirm aufspannen würden, ohne Probleme zu bekommen, können sie auch problemlos BikerTop benutzen.“

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