Sport nach Corona - was spricht dagegen, sportlich wieder richtig reinzupowern? Prof. Bloch: „Bewegung und Sport nach Corona ist an sich eine sehr gute Idee, dafür ist unser Körper ja auch ausgelegt. Das tut unserer Gesundheit einfach gut. Beim Sport nach Corona müssen wir aber besonders auf unseren Körper Rücksicht nehmen und ihm Zeit zur Erholung geben. Grundsätzlich sollte man mit Sport erst wieder anfangen, wenn man völlig genesen ist. Aber wer sich zu früh körperlich belastet, hat ein stark erhöhtes Risiko für Komplikationen.“
Mögliche Risiken nach einer Corona-Infektion
Wer zu früh und zu intensiv wieder mit der sportlichen Aktivität beginnt, riskiert unter Umständen eine Herzmuskelentzündung oder Infiltrationen an der Lunge. Davor sind auch Spitzensportler keineswegs sicher und es gibt einige Beispiele von Sportlern, die aus dem Grund ihre Karriere beenden mussten. Eine Herzmuskelentzündung nach Corona kommt nach neuesten Erkenntnissen zwar nur bei rund zwei Prozent der Betroffenen vor.
Dr. Dinic: „Chronische Erschöpfungszustände, Lungenprobleme oder auch eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) können mögliche Folgeschäden des SARS-CoV-2-Virus bei zu frühem Sportbeginn sein, die einen Wochen bis Monate ausbremsen können.
Symptome und Warnzeichen
Man muss also wirklich besonders auf Symptome wie Abgeschlagenheit, Luftknappheit, Müdigkeit oder das Gefühl einer schweren Muskulatur achten und mit seinem Arzt oder seiner Ärztin darüber sprechen. Herzrasen oder Luftnot unter Belastung sind zwei der Symptome, die man bei Sporttreibenden nach der Erkrankung feststellen kann. Auffälligkeiten sollte man von einem Kardiologen abklären lassen.
Dr. Dinic: „Schnelle Erschöpfung, ein hoher Puls, verstärktes Schwitzen, Schwindel, Luftnot und Kopfschmerzen sind mögliche Beschwerden. Solche Warnzeichen sollte man ernst nehmen und einen Gang zurück schalten.
Long-Covid und seine Auswirkungen auf den Sport
Nach einer Corona-Infektion kommen nicht wenige durch Treppensteigen, Radfahren oder auch einen Abendspaziergang schnell an ihre Grenzen. Prof. Bloch: „Da müssen wir tatsächlich unterscheiden zwischen Folgeerkrankungen wie der genannten Herzmuskelentzündung, der normalen Erschöpfung nach einer Infektion und Long-Covid, zu dem auch das Chronische Fatigue-Syndrom gehört."
Dass wir nach einer Infektionskrankheit erst einmal sehr erschöpft und weit von unserem normalen Fitnesslevel entfernt sind, ist normal. Unser Körper braucht einfach eine gewisse Zeit, um sich zu erholen. Wenn die Symptome, aber auch nach vier Wochen immer noch vorhanden sind und man das Herz oder die Lunge als Ursache ausschließen kann, dann kann es sich tatsächlich um Long-Covid handeln. Hierbei gibt es eine große Zahl von möglichen Symptomen.“
Dr. Dinic: „Wenn Symptome über einen Zeitraum von mehr als 28 Tagen nach der Infektion noch vorliegen, sprechen wir von Long-Covid. Beschwerden wie eine anhaltende Erschöpfung und Kurzatmigkeit können die Trainings- und Wettkampfleistung lange und deutlich beeinträchtigen.
Symptome von Long-Covid
Prof. Bloch: „Rund ein Drittel der Betroffenen klagt über ständige Erschöpfung, also Fatigue, Kurzatmigkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Husten, Brustschmerz, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, psychische Störungen, Riech- und Schmeckstörungen, Schlafstörungen, Sprachstörungen sowie Fieber. Sie sehen, das ist eine lange Liste und für alle diese Beschwerden gilt: Gehen Sie zu Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie darunter leiden. Es gibt inzwischen für viele Beschwerden vielversprechende Behandlungsmöglichkeiten und damit die Aussicht, dass es auch bald mit dem Sport nach Corona wieder klappt.“
Empfehlungen für den Wiedereinstieg ins Radfahren nach Corona
Um mögliche Risiken nach Covid 19 zu vermeiden, ist es ratsam, einen sportmedizinischen Check durchführen zu lassen. Die Sporttauglichkeitsuntersuchung ist hier das beste Mittel, da untersucht man die Lunge, man macht ein Elektrokardiogramm, schaut im Prinzip, wie die Herzleistung ist, und man kann auch noch eine Spiroergometrie machen, um die Sauerstoffaufnahme zu testen.
Nach Rückgang der Symptome wird die ärztliche Diagnostik und Entscheidung vor dem Einstieg in den Trainingsaufbau und insbesondere vor Aufnahme von Wettkampfaktivitäten empfohlen.
Sportpause nach Corona: Empfehlungen von Dr. Dinic
- Mindestens drei Tage sollten Sie komplett auf Sport verzichten.
- Danach, bis zum Ende der Quarantäne, können Sie leichte Workouts und Ausdauertraining zu Hause auf dem Ergometer durchführen, vermeiden Sie aber intensive oder lange Belastungen.
- Nach Ende der Quarantäne kann wieder Sport betrieben werden. Bis zur völligen Genesung sollten Sie keinen Sport treiben. Dies kann bis zu vier Wochen dauern.
- Fühlen Sie sich wieder gesund und leistungsfähig, starten Sie behutsam mit lockerem Training über ein bis zwei Wochen.
Der sanfte Einstieg ins Training
Lass es nach einer Corona-Infektion erst einmal langsam angehen. Ideal sind zum Beispiel leichte, nicht zu lange Spaziergänge an der frischen Luft. Das überfordert dich körperlich nicht und bringt dich behutsam wieder in Form. Außerdem ist frische Luft sowieso die beste Erholung für Körper und Seele.
Wenn du nach deinem Spaziergang merkst, dass du nicht mehr außer Puste gerätst und jeden Tag fitter wirst, kannst du deine Sport-Dosis langsam steigern. Ideal sind nicht zu anstrengende Yoga-Einheiten, leichte Gymnastik, gemäßigtes Schwimmen und Radfahren.
Belastungssteigerung
Die weitere Steigerung der Belastung erfolgt individuell und unter Berücksichtigung möglicher Symptome und der individuellen Belastungsreaktion. Wenn alle Werte passen, sollte man es langsam mit leichten Stabilisationsübungen und moderater Intervall-Belastung angehen. Also kleine Strecken laufen, vielleicht mal zwei, drei Minuten, dann Pause machen und sich dann über diese Intervalle langsam wieder rantasten.“
- Dreitägige Belastungspause nach dem Diagnosezeitpunkt.
- Belastungspause während anhaltender Symptomatik und an drei aufeinanderfolgenden symptomfreien Tagen.
- Danach umfangs- und intensitätsreduzierte Belastung.
Wann ist ein Sportcheck beim Arzt oder bei der Ärztin ratsam?
Es ist zwar nicht in allen Fällen notwendig, dass vor dem Trainingsbeginn eine spezielle sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung gemacht wird, in den meisten Fällen reicht das Abschlussgespräch bei Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt aus. Dennoch kann er nach einer Corona-Infektion durchaus sinnvoll sein. Wer einen schweren Verlauf und Long Covid hatte, sollte sich vor Sportbeginn unbedingt gründlich ärztlich durchchecken lassen.
Sportmedizinische Untersuchung
Du möchtest nach einer Sportpause wieder mit dem Training beginnen? Vereinbare vorab einen Termin zur sportmedizinischen Untersuchung. Der Arzt oder die Ärztin kontrolliert bei dieser Untersuchung deine Fitness und berät dich dabei, wie du gut mit deinem sportlichen Vorhaben starten kannst.
Diagnostische Maßnahmen bei Beschwerden
- Spezifische Anamnese, die körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen und ein Ruhe-EKG (Differentialblutbild, C-reaktives Protein, Transaminasen, Creatininkinase, Kreatinin).
- Bei kardialer Symptomatik (Palpitationen, Herzstolpern oder Herzrasen): Belastungs- EKG, Echokardiographie, Langzeit-EKG, Bestimmung von NT-Pro-BNP und Troponin
- Bei Atembeschwerden: Lungenfunktion, Ergometrie (möglichst Spiroergometrie) evtl.
Wettkämpfe
Wettkämpfe sind nach insgesamt 10 aufeinanderfolgenden symptomfreien Tagen, unauffälligem Belastungsaufbau und subjektiv guter beschwerdefreier Belastbarkeit möglich.
Das Fahrrad als Schutz vor Corona
Sich im Verkehr sozial zu distanzieren geht am besten im Auto oder auf dem Fahrrad. Das Fahrradfahren steht im klaren Vorteil. Es schützt Sie in vielerlei Hinsicht or dem Virus. Auch Virologen, die spezialisiert sind auf das Corona Virus, sehen Fahrräder als den perfekten Selbstschutz. Menschen können und sollen sich für das Fahrrad entscheiden. So könne das Infektionsrisiko gemindert werden.
Gründe, warum Fahrradfahren vor Corona schützt
- Sie halten automatisch Abstand: Der Vorteil des Radfahrens ist, dass man automatisch einen Abstand von 1,5 Metern einhält. Aber Radfahrer halten nicht nur automatisch Abstand zu anderen, sondern Sie sind zudem einem geringeren Risiko ausgesetzt sich zu infizieren, da Sie weniger Oberflächen berühren.
- Keine Infektion wie in öffentlichen Verkehrsmitteln: Wer Busse und Bahnen meidet, senkt das Ansteckungsrisiko, weil das Corona Virus hauptsächlich über Tröpfcheninfektion auf kurze Distanz übertragen wird. Der Erreger kann auf Oberflächen lange überleben und womöglich noch übertragbar und ansteckend sein. Jeder Griff im ÖPNV birgt daher ein grundsätzliches Risiko.
- Fahrradfahren schützt vorbeugend: Wenn Sie regelmäßig, auch wenn es nur gemütlich ist, Fahrrad fahren stärkt das Ihr Immunsystem.
- Radeln stärkt die Lunge: Da bei Ausdauersportarten wie Fahrrad fahren, Grundsätzlich die Lungenmuskulatur trainiert wird. Beim Radeln werde zusätzlich das Atmungsorgan gut belüftet und eine besser durchblutung entsteht.
Was Sie noch beschäftigt und was Sie beachten sollten
Die Gründe zu kennen, warum Fahrrad fahren gegen Corona schütz, ist hilfreich. Jedoch verstehen wir auch das es noch weitere Fragen gibt. Wir haben eine Anzahl von Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt
Kann ich noch den Knopf der Ampel drücken?
Darauf gibt es noch keine eindeutige Antwort. Probieren Sie, wenn es möglich ist Ihren Ellbogen dafür zu verwenden. In jedem Fall, wenn Sie gedrückt haben, versuchen Sie, Ihr Gesicht nicht zu berühren, bis Sie sich die Hände waschen können.
Kann ich zusammen mit meinem Partner Fahrrad fahren?
Sie können zusammen mit Ihrem Partner Fahrradfahren. Solange Sie sich an die Richtlinien des Gesundheitsministeriums halten. Das bedeutet: Abstand halten, Hände waschen, husten oder niesen an der Innenseite des Ellenbogens und Papiertaschentücher verwenden.
Kann ich mit einem Leihfahrrad draußen fahren?
Sie können ein Leihfahrrad verwenden, jedoch reinigen Sie, oder jemand anders den Lenker und den Sattel vor der Fahrt gut.
Kann ich mit leichten Beschwerden, ein bisschen Rad fahren?
Bei leichten Beschwerden ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Sie andere anstecken könnten. Deshalb ist es besser, drinnen zu bleiben.
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