Hüft-Operation und künstliches Hüftgelenk - wenn diese Themen bei dir nicht anstehen, möchtest du dich vermutlich überhaupt nicht damit auseinandersetzen. Aber höre dich einmal um im Freundes- und Bekanntenkreis, du wirst erstaunt sein, wie viele Menschen von der Frage um eine künstliche Hüfte betroffen sind. Tatsächlich kann eine Hüft-OP in reichem Maße verlorene Lebensqualität zurückgeben.
Schmerzen im Hüftgelenk, die bei Bewegungen bis ins Gesäß und die Beine ausstrahlen - das ist quälend und nimmt die Freude am Leben. Die Ursache dafür ist oftmals Arthrose, die der Arzt natürlich zunächst konventionell zu behandeln versucht. Doch wenn das nicht anschlägt und der Alltag mehr und mehr beeinträchtigt ist, fällt irgendwann die Entscheidung für eine Hüft-OP.
Es handelt sich mittlerweile um eine Routine-OP, die in Deutschland rund 200.000-mal im Jahr durchgeführt wird - und das auch bei Patienten jüngeren Alters. Ein Krankenhausaufenthalt von fünf bis zehn Tagen ist nötig. Anschließend geht es zur Reha, bei der die Muskulatur gestärkt und der Umgang mit dem neuen Gelenk erlernt wird. Manch einer befürchtet, sich danach besonders vorsichtig bewegen zu müssen. Wer sein Leben lang sportlich war, möchte aktiv bleiben, auch wenn ein künstliches Gelenk die Hüfte unterstützt.
Und die Menschen, die weniger sportbegeistert sind, sollten sich nach einer Hüft-OP möglichst zu mehr Bewegung aufraffen. So oder so: Nach der OP ist Sport hilfreich, wertvoll und gesundheitsfördernd. Ganz besonders empfehlenswert sind dafür gelenkschonende Sportarten wie Spazierengehen, Schwimmen und natürlich Fahrradfahren. Der Grund: Beim Treten in die Pedalen wird gezielt die Muskulatur aktiviert, die die Hüfte stabilisiert.
Du hast eine OP an der Hüfte hinter dir und fieberst ungeduldig darauf hin: Wann darf ich endlich wieder all meinen Aktivitäten nachgehen? Die Antwort darauf gibt der behandelnde Arzt. In der Regel dauert es drei bis sechs Monate, bis alle Wunden verheilt und ein künstliches Gelenk in der Hüfte fest verankert ist. Diese Genesungszeit kannst und solltest du dennoch für Bewegung nutzen. Spezielle Krankengymnastik und leichte Spaziergänge sind empfehlenswert.
Es gibt jemanden, der dir deutlich signalisiert, wenn du das Fahrrad nach der Hüft-OP lieber noch in der Garage stehen lassen solltest: Das ist dein Körper. Gehe nach der Operation achtsam mit dir um, horche in dich hinein und spüre, was dir guttut. Wichtig: Für sportliche Aktivität musst du beschwerdefrei sein! Treten Schmerzen auf, solltest du zunächst noch aufs Fahrradfahren verzichten. Zu groß ist die Gefahr, dass das Gelenk oder die umliegende Muskulatur verletzt werden.
Vorbereitung und Einstellung für die erste Radtour nach der OP
Wenn du nach der Operation erstmals wieder aufs Fahrrad steigst, werden einige Fragen dich begleiten: Geht alles gut? Treten Schmerzen auf? Bekomme ich meine frühere Beweglichkeit zurück? Fühle ich mich sicher auf meinem Fahrrad? Mit der richtigen Vorbereitung und Einstellung ist das alles kein Problem.
Die Operation ist gut verlaufen, dein Fahrrad lacht dich an, die Luft ist mild - du sehnst dich danach, sie wieder zu spüren, diese herrliche Freiheit beim Radeln. Ja, und du willst natürlich dir selbst und anderen beweisen, dass du genauso fit bist wie früher. Ausgiebige Touren sollten doch kein Problem sein, oder?
Es muss nach der Operation des Hüftgelenks nicht gleich die mehrtägige Reise oder das Radrennen sein. Gehe das Radeln gemächlich an, beginne mit kurzen Strecken und steigere die Belastung nur schrittweise. Mute dir nach der OP nicht als Erstes Bergetappen zu. Bei Steigungen solltest du getrost auf eine hohe Unterstützung des E-Bike-Motors setzen.
Tipps für sicheres Radfahren nach einer Hüft-OP
- Warten Sie mindestens 6 Wochen nach der Operation bevor Sie mit dem Radfahren beginnen und konsultieren Sie zuvor Ihren Arzt.
- Wärmen Sie Ihre Muskeln auf bevor Sie mit dem Radfahren beginnen um das Risiko von Verletzungen zu verringern.
- Wählen Sie eine Strecke mit ebenen Straßen ohne Unebenheiten.
- Vermeiden Sie abrupte Bewegungen mit der Hüfte.
- Fahren Sie ein Fahrrad auf dem Sie sich sicher und komfortabel fühlen.
Sicherer Halt in der Pedale ist sehr wichtig. Spare also nicht an hochwertigen, gutsitzenden Sportschuhen. Für das Fahrradfahren nach einer Hüft-OP ist es wichtig, dass du dich rundum wohlfühlst. Unerlässlich dafür ist die richtige Fahrradbekleidung mit einer gutsitzenden Radhose für Damen oder Herren und weiterer Bekleidung wie Radtrikot, Radjacke und -unterwäsche.
Wärme dich vor der Radtour auf, das macht Muskeln und Gelenke geschmeidig und mindert die Verletzungsgefahr. Mit den Zehenspitzen solltest du bequem den Boden erreichen. Stell den Sattel nicht zu hoch ein, damit du das Knie beim Treten nicht strecken musst. Ein Rad mit tiefem Einstieg - das lässt dich als Sportfreak die Nase rümpfen? Doch wer ein künstliches Gelenk in der Hüfte hat, sollte die extremen Bewegungen beim Auf- und Absteigen über die Stange meiden. Entscheide dich für ein Bike mit tiefem Einstieg, etwa ein klassisches Damenfahrrad.
Wenn dich andauernd Schmerzen im Hüftbereich plagen, wird irgendwann der Moment kommen: Dein Arzt rät dir zu einer Hüft-OP. Doch das Gegenteil ist der Fall! Du wirst glücklich sein, dass die Medizin dir heutzutage diese Möglichkeit bietet. Frei von Beschwerden kannst du endlich wieder Sport und Alltag unbeschwert genießen.
Geeignete Fahrräder nach Hüft-OP
Nach einer Hüftoperation müssen Sie bei den Bewegungen, die Sie mit der Hüfte machen, besonders vorsichtig sein. Ein Standard Zweirad hat oft einen etwas höheren Einstieg, wodurch Sie Ihr Bein höher heben müssen um aufzusitzen. Mit dem Tiefeinsteiger Fahrrad Balance ist dies nicht erforderlich. Durch den niedrigen Einstieg können Sie auf das Fahrrad steigen, ohne Ihr Bein hochzuheben zu müssen. Auf diesem Fahrrad können Sie zudem jederzeit mit beiden Füßen den Boden erreichen. Dies bietet Sicherheit beim Radfahren und verhindert, dass Sie beispielsweise an einer Ampel absteigen müssen. Dies macht das Fahrrad geeignet für das Radfahren nach einer Hüftoperation.
Es kann sein, dass ein Zweirad nach einer Hüftoperation nicht ausreichend Stabilität und Sicherheit bietet. Dann kann ein Dreirad eine Lösung bieten. Durch die drei Räder ist das Fahrrad stabil, und die Wahrscheinlichkeit, bei normalem Gebrauch umzufallen, ist sehr gering. vanRaam bietet eine Vielzahl von Dreirädern in seinem Sortiment an.
Beispiele für Dreiräder von vanRaam:
- Easy Rider: Das Dreirad Easy Rider ist äußerst stabil und bietet durch den einzigartigen Rahmen einen niedrigen Einstieg. Der Sitz und die Federung im Rahmen sorgen für ein komfortables Fahrerlebnis. Für kleinere Erwachsene gibt es auch den Easy Rider Compact.
- Easy Go: Der Easy Go ist ein einzigartiges Dreirad. Neben der Nutzung als Fahrrad und E-Bike kann es auch als Elektromobil verwendet werden. Dies ist ein geeignetes Fahrrad, wenn Sie möglicherweise kurze Strecken selbst fahren können, jedoch große Entfernungen zu viel Energie kosten.
- Midi: Der Midi ist ein traditionelles Dreirad mit einer hohen Sitzposition. Dieses Fahrrad bietet einen leicht zugänglichen Einstieg und ist mit einer Parkbremse ausgestattet, die verhindert, dass das Fahrrad beim Auf- und Absteigen wegrollt.
Rehabilitation nach Hüft-OP
Die Rehabilitation nach der Implantation einer Hüftprothese trägt entscheidend zum Erfolg der Operation bei. Bei fortgeschrittener Arthrose des Hüftgelenks (Coxarthrose) kann die Hüftprothese erfolgreich die Mobilität der Patienten im Alltag wiederherstellen. Neben der gut geplanten Operation durch die orthopädischen Hüftspezialisten ist die Rehabilitation nach Hüft-OP eine der Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung. Die Operation schafft die Grundlage und eine intensive Rehabilitation definiert den Erfolg der Hüftprothese.
Die Vitalität des Gewebes und die Fitness des Patienten beeinflussen erheblich die Mobilität und Beweglichkeit mit der Hüftprothese. Am Ende der Operation werden Verbände angelegt und Drainagen - mit oder ohne Sog, je nach Prothesenmodell - angebracht. Danach erstellt der Arzt das erste Röntgenbild.
Die Mobilisation erfolgt nach der individuellen Verfassung des Patienten mithilfe der Physiotherapeuten. Gehtraining und spezielle Gangschulung einschließlich Treppensteigen stehen auf dem Programm. Am Folgetag nach der Operation werden in der Regel die Drainagen entfernt. Die Ärzte wechseln täglich den Verband. Eine optimal angepasste Schmerztherapie begleitet die frühe Phase nach der Implantation der Prothese. Am Tag nach der Operation dürfen Sie zum ersten Mal aufstehen und das Implantat belasten. Nach ein paar Tagen sind die meisten Patienten in der Lage, an Unterarmgehstützen Treppen zu steigen.
Die intensive Rehabilitation nach der Operation unterstützt den Muskelaufbau nach der Hüft-OP. Die gesamte Bein-, Hüft- und Rückenmuskulatur hat sich durch die oft lange Erkrankung verändert. Die Schonhaltung aufgrund der Hüftschmerzen hat ein verändertes Zusammenspiel der Muskeln ausgelöst. Aufgabe der ambulanten oder stationären Reha und der Physiotherapie ist, dieses Zusammenspiel wieder zu normalisieren oder in den bestmöglichen Zustand zu bringen.
Wichtige Hinweise zur Bewegung nach der Operation
Der Schaft der Hüftprothese wird im Knochen verankert. Der Prothesenkopf liegt in der Prothesenpfanne. Die Gelenkpfanne der Hüftprothese umgreift den Prothesenkopf. Je nach Operation sollte der Patient in den ersten Wochen bestimmte Bewegungen vermeiden. Es gibt - je nach Art der Implantation - eine kritische Stellung, in der sich die Prothesenkomponenten verschieben können. Dabei ist nicht die Verankerung im Knochen betroffen, sondern es besteht die Gefahr der Auskugelung des Prothesenkopfes aus der Prothesenpfanne. In der Frühphase der Nachbehandlung sind daher bestimmte Stellungen und Bewegungen zu vermeiden. Mit der Zeit stabilisiert sich das Gelenk durch den Heilungsprozess und den Muskelaufbau. Ein Auskugeln kommt bei den modernen Prothesen in der Regel nicht mehr vor. Schlafen auf der operierten Seite ist frühzeitig erlaubt.
Grundsätzlich bemühen sich die Fachärzte der Gelenk-Klinik, die Schmerzen nach Einsatz der Hüftprothese möglichst gering zu halten. Dafür setzt der Anästhesist einen Nervenblock, der 24 Stunden anhält und in der ersten Nacht nach der Operation für erholsamen Schlaf sorgt. Bei einigen Patienten kann in den ersten 2 bis 3 Monaten ein leichtes Muskelziehen auftreten, das sich wie Muskelkater anfühlt. In der Regel sind nach 2 bis 4 Wochen nahezu alle Beschwerden verschwunden. Die minimalinvasiven OP-Verfahren AMIS und ALMIS erhalten die Muskeln, wodurch es insgesamt zu deutlich weniger Schmerzen kommt als nach konventionellen Operationsmethoden.
Sport nach Hüft-TEP
Bei normalem Verlauf der Operation der Hüft-TEP und erfolgreicher Reha dürfen Sie nach einigen Monaten wieder Sport machen. Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Golf spielen oder Wandern sind geeignet, um das künstliche Hüftgelenk zu schonen. Einigen Patienten ist es sogar möglich, Sportarten wie Tennis und Skilauf wieder auszuüben.
Entsprechend den Richtlinien des deutschen Sportärztebundes sollten operierte Patienten erst 6 Monate nach dem Eingriff mit hüftfreundlichen Sportarten beginnen. Ungeeignet sind alpiner Skisport und Skilanglauf aufgrund der hohen Sturzgefahr.
Auto fahren sollten Sie erst etwa 6 Wochen nach Implantation der Hüftprothese wieder. Wie lange Sie krank geschrieben sind nach einer Hüftoperation, ist von Ihrem Beruf abhängig. Patienten, die beruflich viel Stehen oder Gehen, kehren nach etwa 12 Wochen wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Die Gewöhnungsphase kann mehr als ein Jahr andauern. In dieser Phase berichten manche Patienten über leichte Wetterfühligkeit im neuen Gelenk.
Moderne Implantate und Materialien
Tatsächlich erlauben moderne Materialpaarungen für den Ersatz von Hüftpfanne und Hüftkopf mittlerweile einen aktiveren Lebenswandel. Der Grund: sie erzeugen bei Belastung deutlich weniger Abriebpartikel - bisher eine der Hauptursachen für eine Lockerung des Implantats.
Die AE - Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. empfiehlt daher heute allen Patienten mit Hüftprothese, regelmäßig moderaten Sport, etwa Schwimmen oder Radfahren, zu betreiben. Zudem rät die Fachgesellschaft, bereits vor dem Eingriff mit dem Arzt zu besprechen, welche Sportarten man nach der Implantation ausüben möchte. Danach richten sich dann Materialzusammensetzung und Größe der Prothese sowie die Art ihrer Verankerung im Knochen.
Heute ist die Gleitpaarung von hochvernetzten Polyethylen-Pfannen mit einem Keramikkopf die am häufigsten eingesetzte Materialkombination in der Hüftendoprothetik. Nur Gleitpaarungen aus Keramikinlay und Keramikkopf erzeugen einen noch geringeren Abrieb. „Deshalb werden sie oft für jüngere Patienten gewählt“, sagt Heller. Es sei jedoch eine sehr individuelle Entscheidung, welche Gleitpaarung verwendet werde, betont Heller. „Sie hängt nicht nur vom Alter und Aktivitätslevel des Patienten ab. Auch die gewünschten Sportarten und anatomischen Voraussetzungen spielen eine Rolle. All dies muss vor dem Eingriff abgeklärt werden.“
Empfehlenswerte Sportarten mit künstlichem Hüftgelenk
(zitiert aus (2))
- Aerobic (ohne Sprünge)
- Aquajogging
- Wandern und Bergwandern (mit Stöcken zur Abminderung von Stoßbelastungen)
- Bowling
- Darts
- Ergometertraining
- Golf
- Gymnastik
- Krafttraining (angeleitet durch eine Fachkraft)
- Laufen (Laufband)
- Radfahren
- Reiten
- Rudern
- Schwimmen
- Tennis (Doppel)
- Tanzen
- (Nordic-) Walking
Quellen:
- Endoprothetik - Ein wahrer „Fortschritt“? Carsten Perka, Viktor Janz Klinikarzt 2018; 47(07): 308-314 DOI: 10.1055/a-0643-2328
- Endoprothesen und Sport Cassel M, Brecht P, Günther K-P, Mayer F Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 2017 (68), Nr. 2 DOI: 10.5960/dzsm.2016.267
- www.endocert.de
Die AE - Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. verfolgt als unabhängiger Verein seit 1996 das Ziel, die Lebensqualität von Patienten mit Gelenkerkrankungen und -verletzungen nachhaltig zu verbessern und deren Mobilität wiederherzustellen. Mit ihren Expertenteams aus führenden Orthopäden und Unfallchirurgen organisiert sie die Fortbildung von Ärzten und OP-Personal, entwickelt Patienteninformation und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die AE ist eine Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.
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