Radfahren ohne Sattel: Vorteile und Nachteile

Das Thema „passender Fahrradsattel“ ist für viele Menschen eine große Herausforderung bzw. ein echtes Problem, denn nicht jeder Sattel ermöglicht längere Fahrradtouren ohne Schmerzen oder Druckbeschwerden.

Die Herausforderungen beim traditionellen Fahrradsattel

Wir Menschen sind keine Roboter aus Fließbandproduktion, wir sind Individuen und unsere Anatomie ist individuell unterschiedlich. Also müssen wir individuell herausfinden, was beim Sitzen für uns passt und was nicht, und es passend machen. Beispielsweise hängt es stark von der Sitzposition ab, ob man einen weichen oder einen harten Sattel braucht, um auf Dauer schmerzfrei zu bleiben. In aufrechter Sitzposition macht ein harter Sattel keinen Sinn, in tief gebeugter Position macht ein weicher Sattel keinen Sinn.

Die benötigte Sattelbreite hängt vom Sitzknochenabstand ab und davon, wie man auf dem Sattel sitzt (je weiter nach vorn gebeugt, desto schmaler laufen die Sitzknochen zusammen). Gegen Druck am Damm, der auch für Taubheitsgefühle am Damm verantwortlich ist, hilft es den Sattel etwas nach vorn zu neigen - aber nicht so weit, dass das Becken nach vorne kippt oder man herunter rutscht; wenn es dann noch nicht gut ist, brauchts nen Sattel dessen Form bereits den Damm mehr entlastet.

Gegen Scheuerstellen hilft als erstes das Tragen eines nahtlosen, eng anliegenden Sitzpolsters und als zweites eine Sitzcreme.

Die Gründe für die Beschwerden sind vielfältig und können sich von Schmerzen in der Gesäßmuskulatur bis hin zu Hämorrhoiden oder Errektionsproblemen erstrecken. Wenn das Radfahren auf einem normalen Sattel schmerzt oder gar unmöglich ist, wird es schwierig, den Lieblingssport noch regelmäßig zu betreiben. Natürlich gibt es auch Produkte, die speziell für Menschen entwickelt wurden, denen ein reguläre Fahrradsattel Schmerzen bereitet. Diese sind häufig besonders gepolstert und mit weichen Bezügen bespannt.

Alternativen zum traditionellen Sattel

Eine perfekte Alternative für all diejenigen, die nicht auf das Fahrradfahren verzichten wollen, aber nicht auf einem klassischen Sattel lange sitzen können, ohne nachher Schmerzen zu leiden, sind so genannte Stand-up Bikes. Stattdessen fährt man das Bike einzig und allein im Stehen. Statt also die Suchmaschine mit Anfragen wie „bequemer Fahrradsattel“, „passender Fahrradsattel“ oder „Was tun gegen Schmerzen durch Fahrradsattel“ zu bemühen, warum nicht einfach ein Rad ohne Sattel ausprobieren?

Vorteile des Radfahrens ohne Sattel

  • Schmerzfreiheit: Ohne Schmerzen am Po bzw. der gesamten Gesäß-Region genießen Sie das Fahrradfahren der besseren Art.
  • Gesundheitlicher Aspekt: Ganz unabhängig davon profitiert aber nicht nur Ihr Unterleib von dem sattellosen Fahrrad.
  • Rückenschonend: Auch Ihr Rücken bzw. Ihr gesamter Bewegungsapparat wird es Ihnen danken. Denn: Sitzen ist so oder so ungesund, gleiches gilt für Positionen, in denen die Wirbelsäule gekrümmt wird. Befindet sich Ihr Körper während des Trainings hingegen in einer aufrechten und damit natürlichen Haltung, beugen Sie Schmerzen, Druckbeschwerden und auch Verspannungen der Muskulatur effektiv vor.

Stepperbikes und ElliptiGOs

Anstelle eines Sattels fährt man das Bike einzig und allein im Stehen. Das Schöne dabei ist: Die können die Stand-up Bikes von ElliptiGO ganz unverbindlich und kostenlos testen. Natürlich erhalten Sie vorher eine detaillierte Einweisung, aber dann kann es auch schon direkt losgehen.

Als ehemaliger Hobbyläufer bin ich vor einiger Zeit auf Stehfahrräder/ elliptische Fahrräder (Stand Up Bikes/ Elliptical Bikes) umgestiegen. Auf diesen Seiten berichte ich zu meinen - sportlichen und technischen - Erfahrungen mit diesen außergewöhnlichen Trainingsgeräten der Marke ElliptiGO, auch im Vergleich zum Laufen.

ElliptiGO Modelle

  • ElliptiGO 11R
  • ElliptiGO MSUB
  • ElliptiGO SUB

Ich bin ein recht zufriedener Nutzer dreier Fahrräder (11R, MSUB, SUB) und eines Rollentrainers (Fluid 365) von ElliptiGO. Eventuelle Fragen zu meinen Bikes oder meinen Erfahrungen bei Training und Wartung beantworte ich gerne. Auch freue ich mich über einen Austausch mit anderen Nutzern. Schreibt mir einfach eine Nachricht.

Ergonomisches Radfahren

Ergonomisch Radfahren beugt Schmerzen durch falsche Belastungen vor. Wer regelmäßig Rad fährt, wünscht sich Komfort und Leichtigkeit, aber keine Schmerzen an Händen, Knien oder Gesäß. Mit einem ergonomisch angepassten Fahrrad sowie ein paar Tipps vom ADFC lässt sich das Wohlbefinden auf dem Rad deutlich steigern.

Die richtige Rahmengeometrie

Um sich beim Radfahren rundum wohlzufühlen, sollte der Fahrradrahmen zum eigenen Körper passen. Denn: Ein Rahmen mit den falschen Maßen kann zu Rückenproblemen führen. So zwingt ein zu kurzer Rahmen zu einem runden Rücken, durchgestreckten Armen und dazu, den Kopf in den Nacken zu legen. Dabei sollte der Kopf besser nicht überstreckt werden, sondern in der Verlängerung zur Halswirbelsäule gehalten werden.

Die Rahmenhöhe - gemessen von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattelrohrs - ist für das Einstellen der Sitzhöhe wichtig, viel wichtiger aber ist die Rahmenlänge, also der Abstand vom Sattel zur Griffposition.

Die richtige Rahmenlänge ermöglicht bei geneigter Sitzposition die Streckung des Rückens in seiner natürlichen S-Form. Nur so kann die Rückenmuskulatur den Oberkörper halten und den Druck auf die Hände und Arme verringern. Diese Position wird erreicht, wenn der Winkel zwischen Oberkörper und Oberarmen etwa 90 Grad beträgt.

Die richtige Sitzhöhe

Das Einstellen der korrekten Sitzhöhe ist Voraussetzung für ermüdungsfreies Radfahren. Ist der Sattel zu niedrig eingestellt, wird Radfahren kraftraubend und kann zu Knieproblemen führen.

Die Sattelhöhe ist annähernd korrekt, wenn man bei gestrecktem Bein mit der Ferse das untenstehende Pedal erreicht. Die Satteleinstellung sollte individuell nur nach oben korrigiert werden. Je nach Tretlagerhöhe und Rahmengeometrie wird man bei korrekter Sattelhöhe, wenn überhaupt, nur mit den Fußspitzen den Boden erreichen.

Die richtige Sitzhaltung auf dem Rad

Fachleute empfehlen eine leicht nach vorne geneigte Sitzposition. 15 bis 20 Grad Oberkörperneigung reichen, um die Spannkraft im Rücken zu erhalten und den Schwerpunkt über die Pedalposition zu bringen. Je stärker der Rücken geneigt wird, desto mehr Kraft kann auf die Pedale gebracht werden - und durch die Neigung gerät die Muskulatur in Vorspannung und kann so Erschütterungen besser abfedern.

Aber: Die Wirbelsäule kann die Haltearbeit beim Radfahren nur dann leisten, wenn sie ihre natürliche S-Form behalten kann.

Die aufrechte Sitzhaltung auf dem Fahrrad

„Sitz gerade“ gilt auf dem Fahrrad nur bedingt, eine leicht geneigte Haltung ist ergonomischer. Eine nahezu aufrechte Sitzposition ist aber auf einem Hollandrad oder mit einer hollandradähnlichen Einstellung möglich.

Wichtig ist, dass der Lenker nicht zu hoch eingestellt ist und sehr nahe am Körper gegriffen werden kann. Ein zu hoher Lenker blockiert die natürliche Balance des Oberkörpers sowie der Wirbelsäule und führt auch bei aufrechter Sitzposition zum Rundrücken.

Die richtige Armhaltung

Trekkingräder, Mountainbikes, Reise- oder Rennräder erlauben eine geneigte Sitzposition. Sie ermöglicht bei ausreichendem Abstand zwischen Sattel und Lenker die natürliche S-Form der Wirbelsäule. Dadurch werden Hände und Arme entlastet; der Kopf muss nicht in den Nacken gelegt werden.

Die Arme sollten leicht angewinkelt sein, um Fahrbahnstöße abfedern zu können. Gestreckte Arme leiten die Stöße in die Handgelenke und Schultern - und führen zu Verkrampfungen.

Hand- und Rückenprobleme beim Radfahren

Wer beim Radfahren Probleme mit den Handgelenken hat, sollte seine Sitzposition kontrollieren, denn Handprobleme sind häufig Rückenprobleme. Wenn die Rückenmuskulatur den Oberkörper nicht halten kann, geht der Druck auf die Hände. Die Ellenbogengelenke werden entlastet, wenn die Arme leicht angewinkelt bleiben.

Sitzposition und Lenkerform sollten aufeinander abgestimmt sein. Je flacher und gestreckter die Sitzhaltung, desto gerader darf der Lenker sein. Allerdings sollten beim Lenkergriff die Handgelenke nicht abknicken. Um hier falsche Belastungen zu vermeiden, können vorhandene Lenkergriffe gegen ergonomisch geformte Modelle ausgetauscht werden. Für lange Strecken sind Rennlenker, Zeitfahrbügel und Hörnchen bequeme Lösungen.

Ergonomie bei Fahrradgriffen

Herkömmliche Fahrradgriffe können das Handgelenk je nach Lenkerform seitlich und oft auch nach unten abknicken. Dies führt besonders bei längeren Fahrten zu Schmerzen und Taubheitsgefühlen, da der Ulnar- und der Mediannerv eingeklemmt werden. Ergonomische Griffe mit einem Flügel lösen das Problem, indem sie den gesamten Handballen stützen. Die meisten neuen Fahrräder verfügen bereits über ergonomisch geformte Griffe. Um ein Verdrehen zu verhindern, sollten die Griffe mit Schrauben am Lenker befestigt sein.

Die richtige Lenkerbreite und -position

Die Faustregel lautet: Die Lenkerbreite sollte der Schulterbreite entsprechen. Zu breite Lenker sind im Alltag oft sperrig und unbequem. Zu hoch eingestellte Lenker blockieren die Balance des Rückens und üben Druck auf Handgelenke und Schultern aus. Zudem lässt sich das Fahrrad nur mit erhobenen Armen schieben. Die aufrechte Sitzposition erfordert einen tiefen Lenker, der nahe am Körper ist. Es ist wichtig, dass Sitzposition und Lenkerform aufeinander abgestimmt sind. Je flacher und gestreckter die Sitzhaltung, desto gerader darf der Lenker sein. Beim Lenkergriff sollten die Handgelenke nicht abknicken, um eine falsche Belastung zu vermeiden. Ergonomisch geformte Lenkergriffe können hier Abhilfe schaffen. Für Langstreckenfahrten bieten Rennlenker, Zeitfahrbügel und Hörnchen die bequemste Lösung.

Richtig treten will gelernt sein

Für das richtige Treten beim Radfahren sind zwei Dinge wichtig: eine möglichst gleichmäßige Auf- und Ab-Bewegung und die passende Trittfrequenz. Ein möglichst „runder Tritt“ sorgt mit einem gleichmäßigen Auf und Ab für eine konstante und kontinuierliche Pedalbewegung. Dabei sollten Radfahrende die Pedale nicht nur senkrecht nach unten drücken, sondern auf der anderen Seite aktiv nach oben ziehen, um so einen Kurbeleffekt zu erzielen. Durch eine unregelmäßige Krafteinwirkung mit häufigen Beschleunigungsphasen geht (Tret-)Energie verloren.

Wenn Radfahrende die Pedale gleichmäßig über die gesamte Kreisbahn belasten, wandeln sie die Kraft am effizientesten um. Trainieren lässt sich der runde Tritt etwa durch längeres Fahren im starren Gang oder durch das Fahren mit Pedalhaken oder System-Pedalen.

Die optimale Trittfrequenz

Ideal sind 80 bis 100 Pedal-Umdrehungen pro Minute - unabhängig von der Geschwindigkeit. Die höhere Trittfrequenz schützt Gelenke, Sehnen und Muskeln. Das Radfahren mit großen Gängen und die dadurch langsam kreisenden, aber schwer arbeitenden Beinen können Muskeln und Gelenke stark belasten.

Expert:innen raten nur bei besonderen Belastungen wie Steigungen oder Gegenwind zu einer „kraftbetonten Fahrweise“.

Training mit einem ElliptiGO

Allgemeingültige Empfehlungen, wie man mit einem ElliptiGO trainiert, sind natürlich schwierig. Da spielen z.B. der Fitnessgrad der Trainierenden oder das gewünschte Trainingsziel eine entscheidende Rolle. Nachfolgend beschreibe ich meine eigenen Erfahrungen und Methoden, welche auf Fitness fokussieren, nicht auf Geschwindigkeit und schon gar nicht auf Wettkampf.

In gewisser Weise anstrengend sind alle drei Modelle, die ich besitze, und erfüllen somit perfekt den Zweck als Trainingsgerät. Auf Kleinanzeigen-Portalen findet man zuweilen Angebote von Stand Up Versionen, mit der Verkaufsbegründung, dass es zu anstrengend sei. Alle ElliptiGO Bikes können natürlich gemütlich und weniger ambitioniert bewegt werden. Wer aber ein stets unanstrengendes Gefährt sucht oder ohne zu Schwitzen am Ziel ankommen will, sollte sich eher bei E-Bikes umsehen. Apropos, in den USA gibt es Akku-/Motor-Kits für alle ElliptiGO Modelle, in Europa habe ich ein solches Angebot bisher aber nirgends gesehen. Ich selbst bräuchte auch nicht wirklich eines.

Theorie

Der Hersteller wirbt, man würde gemäß einer Studie der University of California durchschnittlich 33 % mehr Kalorien verbrennen als beim Fahren auf einem herkömmlichen Fahrrad bei gleicher Geschwindigkeit. Die Studie habe außerdem ergeben, dass eine Geschwindigkeit von 16,5 Meilen pro Stunde (ca. 27 Kilometer pro Stunde) auf einem ElliptiGO genauso anstrengend sei, wie das Laufen mit einer Pace von 8 Minuten je Meile (ca. 5 Minuten je Kilometer).

Praxis

Ob das in der Praxis so einigermaßen zutrifft, kann ich nicht wirklich bewerten. Seit meinem Umstieg habe ich diesbezüglich zumindest keine nachteiligen Effekte gegenüber dem Laufen bemerkt.

Mit „normalem“ Radfahren ist das Training mit einem ElliptiGO meines Erachtens wenig vergleichbar. Wenngleich besonders das 11R problemlos recht hohe Geschwindigkeiten erreichen kann - auf gerader Strecke bis 40 km/h über eine gewisse Distanz, scheiterten Versuche, mit sportlichen Rennradfahrern dauerhaft mithalten zu wollen. Dazu trägt neben der anderen Fahrtechnik auch bei, dass man durch die aufrechte Position eine nicht zu vernachlässigende Windangriffsfläche bietet. Es sind aber auch keine Rennräder, sondern Instrumente für maximalen Trainingseffekt bei minimalem Zeitaufwand.

Konditionell fühle ich mich deutlich fitter als zuvor. Und das Core-Training macht man - zumindest anteilig - gleich mit. Somit eignen sich alle drei Modelle aus meiner Sicht auch gut für Läufer, die ein ergänzendes Trainingsmittel suchen.

Vom reinen Trainingseffekt her zeigen sich SUB und MSUB für mich recht ähnlich. In hügeligem Terrain empfinde ich das SUB subjektiv anstrengender als das 11R, obwohl das deutlich schwerer ist.

Letztlich lässt sich aber durch entsprechende Wahl von Strecke und Trainingsdauer im Grunde mit allen drei Modellen jeder gewünschte Trainingseffekt erzielen.

Das 11R kommt beim Bewegungsablauf dem Laufen näher und ist definitiv Knie-freundlicher, insbesondere bei längeren Strecken. Es eignet sich aber nahezu ausschließlich für befestigte Wege.

In der Praxis habe ich übrigens festgestellt, dass ich pro Trainingseinheit häufig länger unterwegs bin, als ich es beim Laufen war. Das liegt aber weniger am Erfordernis, als am Spaßfaktor, den ich beim ElliptiGO, nicht zuletzt durch die deutlich erhöhte Reichweite, als höher als beim Laufen empfinde. Zudem ist es schön, länger trainieren zu können, ohne dass die Gelenke Probleme machen.

Fahrsicherheit

Das Unfallrisiko von Fahrradfahrenden ist gegenüber Menschen zu Fuß bekanntermaßen grundsätzlich erhöht, auch wenn man langsam fährt.

Ich hatte bisher nur einen leichten Sturz mit einem ElliptiGO, weil ich im Herbst unter Laub einen Bordstein falsch eingeschätzt hatte. Das war bei Schrittgeschwindigkeit und wäre mir mit jedem anderen Fahrrad genauso passiert.

Man findet sehr schnell einen Einstieg in die Fahrtechnik eines ElliptiGO. Es fährt sich aber etwas fragiler als ein Standardfahrrad. Das liegt am Design, der anderen Fahrposition und bei 3C, 8C, 11R und SUB an den kleinen 20 Zoll Reifen.

Um effizient mit einem ElliptiGO zu trainieren, braucht man nicht schnell zu fahren. Es ist eher eine Frage der optimalen Trainingstechnik unter Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Terrains, denn der Geschwindigkeit.

Das Fahren im Gelände mit einem MSUB bedarf zusätzlicher Übung. Hier muss man bei Steigungen und wechselndem Untergrund über aktive Schwerpunktverlagerung individuell probieren, welche Position optimal ist. Das ist bei einem Mountainbike mit Sattel aber auch nicht viel anders.

Die vom deutschen Importeur angebotenen ElliptiGO erfüllen grundsätzlich die für Fahrräder geltenden Voraussetzung der StVZO für Fahrten bei Tageslicht. Sie haben also zwei unabhängige Bremsen, eine Klingel, den weißen Rückstrahler vorne, einen roten hinten und die Pedale der Stand Up Bikes gelbe Strahler. Speichenreflektoren liegen bei. Für ein Outdoor-Training während Dämmerung und Dunkelheit muss man sich ein Vorder- und Rücklicht selbst besorgen.

Handzeichen

Anfangs fällt es schwer, die Hände vom Lenker zu nehmen, ähnlich wie es bei einem Cityroller der Fall ist. Ich empfehle Einsteigern, zunächst auf einem sicheren Gebiet außerhalb des Straßenverkehrs zu üben, bis man das Fahren sicher beherrscht.

Bei den Stand Up Modellen ist es einfacher, ein Handzeichen zum Abbiegen zu geben und dabei das Bike stabil zu halten, wenn man vorher das Pedal auf der Seite der „Abbiege-Hand“ in die unterste Position bringt. Bei den elliptischen Modellen bringt man das Pedal der Abbiegeseite in die vordere Position.

Nach ein wenig Übung fährt sich ein ElliptiGO genauso sicher wie ein Fahrrad. Freihändiges Fahren, sollte man aber besser sein lassen.

In „komplexeren“ Situationen ist es zuweilen sicherer, beide Hände am Lenker zu belassen. Dann können Blinkerarmbänder eine gute Hilfe sein.

Bremsen

Der Schwerpunkt liegt beim Fahren nach meinem Erleben eher weiter vorne. Das ist beim Bremsen zu berücksichtigen. Bei den Long Stride Modellen wirkt sich das nicht so stark aus, weil diese hinten schwerer sind. Bei den Stand Up Varianten spielt es aber schon eine Rolle, besonders, wenn man am Lenker oder vorderen Rahmen noch Taschen oder ein schweres Schloss mitführt und auf unbefestigten Wegen bei Fahrten bergab. Beim „Notbremsen“ sollte man das Körpergewicht aktiv nach hinten verlagern, auch das kann man gut üben.

Trainingstechnik

Zu Beginn habe ich versucht, die ElliptiGO Räder wie in einer Dauerlaufeinheit nach Geschwindigkeit oder Pace zu fahren. Das hat mich sehr schnell an meine Grenzen gebracht, hauptsächlich bei hügeligen Strecken.

Mittlerweile fahre ich unabhängig von der Geschwindigkeit nur nach Trittfrequenz und Puls. Man sollte nach meiner Erfahrung daher nicht allzu schaltfaul sein, besonders im hügeligen Gelände.

Mein wöchentlicher Trainingsrhythmus ist grob an das Laufen angelehnt. Unter der Woche mache ich meist eine kürzere schnellere Sprinteinheit (bis ca. 20 Kilometer) und eine mittellange Ausdauereinheit (bis ca. 35 Kilometer). Am Wochenende kommt - wenn ich die Zeit dafür habe - eine langsamere, aber längere Fahrt (50 bis 70 Kilometer) hinzu. Dieser Rhythmus lässt sich auch auf dem Indoor-Trainer absolvieren. Das macht aber lange nicht so viel Spaß, wie im Freien.

Für ein dem Dauerlauf vergleichbares Training versuche ich geländeunabhängig eine Trittfrequenz von ca. 60 bis 70 Umdrehungen pro Minute zu halten, solange der Puls nicht zu hoch wird und der Verkehr sowie die Beinmuskeln es zulassen.

Im Vergleich zum traditionellen Radfahren zwingen (mich) die Belastungen der Oberschenkel - auch nach Jahren des ElliptiGO-Fahrens - noch immer zu regelmäßigen kurzen Trittpausen. Manchmal reichen aber schon die ganz kurzen Schaltpausen, damit es mit dem Pedalieren weitergehen kann. Dieser Effekt ist beim SUB und MSUB deutlich ausgeprägter als beim 11R.

Auf hügeligen Routen trainiere ich „richtige“ Intervalle quasi automatisch durch das Terrain. Im Flachen mache ich zwischendurch Fahrtspiele, das geht auch mit einem ElliptiGO ganz gut.

Bei meinen Trainingseinheiten fahre ich Distanzen zwischen 20 und 70 Kilometer. In meiner hügeligen Heimat des Bergischen Landes kommen dabei schon mal 1000 Meter und mehr Anstieg pro Trainingseinheit zusammen.

Bei Steigungen sowieso, aber auch bei längeren Geradeausstrecken, ist es mit allen Rädern kein Problem, den Puls bis in den Maximalbereich zu bringen. Meine Trainingsauswertung hat ergeben, dass ich mit dem ElliptiGO etwas höhere Maximal- und Durchschnittspluswerte erreiche als zuvor bei den Laufeinheiten.

Trainingsvergleich Laufen und ElliptiGO

Als Umsteiger habe ich mich gefragt, wie ich meine Workouts nahtlos miteinander vergleichen kann. Die Distanz ist dabei natürlich kaum geeignet.

Der Hersteller empfiehlt, sich anstelle einer Distanzumrechnung eher auf die wahrgenommene Anstrengung, Herzfrequenz oder Trainingsdauer zu konzentrieren. Letztere finde ich aber auch nicht wirklich sinnvoll.

Indoor-Training mit einem ElliptiGO

Mit dem zu allen Modellen kompatiblen Rollentrainer Fluid 365 von ElliptiGO gibt es eine funktionierende Methode, dem schlechten Wetter zu entgehen. Damit ist ein effizientes Indoor-Training möglich.

Da der Fluid 365 im Vergleich zu vielen Trainern auf dem Zubehörmarkt nicht smart ist und sich daher die einschlägigen Indoor-Sport-Apps nur eingeschränkt nutzen lassen, ist das Training aber etwas öde.

Bekleidung auf einem ElliptiGO

Außer Radjacken für Winter und Regen, die etwas besser abgedichtet sind, als Laufjacken, Radhandschuhen und Helmen trage ich keine spezielle Radkleidung beim Sport mit dem ElliptiGO. Aufgrund des Bewegungsablaufs und der Position auf dem Rad passen Laufklamotten meines Erachtens viel besser zur Sportart ElliptiGO.

Auch meine Laufschuhe trage ich weiter, die halten aber jetzt viel länger, weil deren Dämpfung kaum belastet wird.

Im Winter nutze ich die Zwiebeltechnik. An Stelle der Laufschuhe trage ich bei niedrigen Temperaturen gefütterte halbhohe Wanderschuhe und ggf. winddichte Thermosocken. Warme Handschuhe, die nach dem Workout leicht wieder trocknen, sind essenziell. Hierzu kann man auch bei Motorrad- oder Wintersportzubehör fündig werden. Ich habe schon bei Temperaturen um die minus fünf Grad Celsius ca. zwei Stunden lang Outdoor trainiert, ohne übermäßig zu frieren.

Die Rolle der Sattelnase

Es gibt also mehrere Gründe, die Sattelnase in Frage zu stellen. Die Sattelnase ist nicht per se definiert. Die Sattelnase seines Modells begründbar. Sattelkonstruktionen mit ausschließlicher Sitzbeinbelastung.

Weitere Aspekte

  • Vorteil unkomplizierter Verfügbarkeit zuwiderlaufen.
  • potentielle Verletzungsursache dar.
  • Auch die Sattelnase wiegt etwas!
  • Gewichtsreduzierung.

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