Füssen, eine malerische Stadt im Ostallgäu in Deutschland, ist nicht nur für seine atemberaubende Landschaft und historischen Sehenswürdigkeiten bekannt, sondern auch ein Paradies für Radfahrer. Die Stadt selbst liegt am Ufer des Forggensees und am Fuße der Alpen. Diese einzigartige Kombination aus Seenlandschaft und Bergpanorama macht Füssen zu einem beliebten Ziel für Touristen aus aller Welt. Es gibt zahlreiche gut ausgebaute Radwege entlang des Sees sowie durch die umliegenden Wiesen und Wälder.
Eine entspannte Radtour mit Bergblick: Ob das wohl geht? Definitiv! Die Gegend rundum Füssen im Allgäu, im Süden Deutschlands, ist ideal für Radtouren. Diese kleine Stadt liegt direkt auf der Grenze zwischen dem Alpenvorland und den Ammergauer Alpen. So kannst du entspannt durch die hügelige Landschaft radeln und hast dabei fast ständig einen Blick auf die beeindruckenden Berge. Was will man mehr?
Gute Radwege, eine übersichtliche Beschilderung, gute Möglichkeiten, Fahrräder zu mieten oder reparieren zu lassen: Das sind einige der vielen Gründe, warum die Region rundum Füssen eine RadReiseRegion ist. Diese Zertifizierung bekomms man nicht ganz ohne Grund vom ADFC. Daher gibt es derzeit nur sieben in ganz Deutschland. In der Radregion Schlosspark, wie das Ostallgäu genannt wird, gibt es 13 Tagestouren (zwischen 25 und 65 km). Jedes mit seinem eigenen Thema. Und für alle, denen ein Tag nicht reicht, gibt es die 219 km lange Schlossparkradrunde. Damit kannst du die ganze Breite an Landschaften und schönen Orten des Ostallgäus mit dem Fahrrad entdecken!
Aber auch wenn du nicht unbedingt eine ausgeschilderte Radroute radeln möchtest, hast du rund um Füssen im Allgäu viele Möglichkeiten. Ich habe beides ausprobiert in Füssen: eine Themenroute und eine selbst erstellte Radroute.
1. Der Emmentaler Radweg: Genussradeln mit Käse-Erlebnis
Ein kräftiger Geschmack und eine feste Textur. Wenn ich morgens auf mein Fahrrad steige und an den Allgäuer Bergäse denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Es wird nicht lange dauern, bis ich ihn esse, denn entlang des Emmentaler Radwegs gibt es mehrere Käsereien und Geschäfte. Startpunkt für mich ist das Hotel Dreimäderlhaus am Weißensee in Füssen. Von dort aus sind es nur ein paar Kilometer, bis ich die offizielle Radroute erreiche. Kein Problem, denn ich fahre heute mit einem E-Bike, das ich mir im Hotel ausgeliehen habe. Ich werde von Martina Rihova begleitet. Als begeisterte Radfahrerin hat sie sich vor ein paar Jahren Füssen als neue Heimat ausgesucht, und arbeitet hier als Radguide. Die letzten Tage bin ich durch die Ammergauer Alpen gewandert. Und wenn mir die Touren nicht schon für die Region begeistert hätten, dann würden Martinas Geschichten das heute schon tun.
„Hast du schon mal Käse gemacht?“, fragt unser Guide beim Betreten der Sennerei Lehern. Martina und ich schütteln beide unseren Kopf. „Ich bin mir sicher, dass du es schon mal gemacht hast. Und du wirst bald herausfinden, wann“, lacht unser Guide. Dort erfahren wir unter anderem, warum der Emmentaler Löcher hat: Milchsäurebakterien produzieren Kohlendioxid, das in der heißen Reifekammer explodiert und Löcher verursacht. Ich lerne auch, dass man die Blumen oder Kräuter auf der Rinde des Allgäuer Bergkäses fast immer essen kann (mmm!). Und schließlich: als Babys haben wir früher alle mal Käse produziert. Ja, wirklich. Um Käse herzustellen, gibst du Lab in die Milch, damit die Proteine eine feste Substanz bilden. Nach all diesen Aha-Momenten wird es Zeit, den Käse selbst zu probieren. Sehr geschmacksintensiver Bergkäse mit einer festen Struktur. Mmm! Auch die Vollmilch, die zur Herstellung des Käses verwendet wird, schmeckt gut.
Wir radeln weiter und schon nach ein paar hundert Metern kann ich nicht widerstehen, abzusteigen und ein Foto zu machen. Die Aussicht auf die Alpen vom Radweg aus ist fantastisch. Vor uns liegt ein weiteres Stück hügeliges Alpenvorland mit den beeindruckenden Gipfeln des Ammergauer Gebirges dahinter. „Fast auf der ganzen Strecke werden wir einen Blick auf die Berge haben“, sagt Martina. Ich kann mein Glück nicht fassen.
Wir radeln abwechselnd auf guten Asphaltstraßen und sauber angelegten Gravelwegen. Es wird mir auch klar, woher der schöne, vollmundige Geschmack des Käses kommt: Die Kühe hier grasen auf saftig grünen Wiesen. Pausenplätze gibt es entlang der Strecke sowieso genug. Am Schwaltenweiher zum Beispiel kannst du am Wasser sitzen und bei Bergkäserei Weizern willst du dir unbedingt die die riesigen Käselaibe angucken. Und die herrliche Alpenkulisse bleibt.
Als wir nach etwa 50 Kilometern wieder am Startpunkt ankommen, kann ich nicht glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist.
Tipps für den Emmentaler Radweg:
- Entlang des Emmentaler Radwegs liegen mehrere Sennereien: Käsküche Wald mit einer Brauerei und einem Hofladen, MVO Rückholz (Milchverwertung Ostallgäu), Hofkäserei Lipp, Bergkäserei Weizern und Sennerei Lehern mit Restaurant KäseAlp. Einige Sennereien bieten auch geführte Touren an.
- Erreichbarkeit mit den Öffis: Ja, es gibt einen Bahnhof in Hopferau.
2. Die Königliche Schwarzbergrunde: Märchenhafte Radtour zu den Schlössern
So, eine Radtour nach Beschilderung fahren, lief in Füssen gestern super. Mal schauen, ob wir auch unsere eigene Radroute im Raum Füssen zusammenstellen können. Es ist mein letzter Tag in Füssen und es gibt eigentlich noch viel zu viel, was ich gerne sehen würde. Und so kombinieren Radguide Martina und ich mehrere Routen. In der Füssener Innenstadt starten wir mit der Königlichen Schwarzbergrunde. Königlich ist der erste Teil der Fahrradroute sicherlich. Am Schwansee ließ König Maximilian II. einst einen englischen Landschaftsgarten anlegen, der zusammen mit den Sumpfgebieten zu Schloss Hohenschwangau gehörte. Heute ist das Gebiet wieder viel stärker bewachsen, ein bisschen wild und romantisch zugleich. Ein kurzer Stopp lohnt sich auf jeden Fall!
Ein halbe Stunde im Märchen von König Ludwig II.
Ein spontaner Besuch im Schloss Neuschwanstein kommt in den Schulferien auf keinen Fall in Frage. Das war schon so, als es noch 1,5 Millionen Besucher pro Jahr gab, und gilt heute noch mehr, weil die Gruppengröße pro Tour seit einigen Jahren viel kleiner geworden ist. Martina und ich haben es geschafft, Karten zu bekommen und stehen nun voller Vorfreude in der Schlange. Über dem Tor blinkt unsere Nummer und wir treten ein. Zunächst bekommen wir einen Audioguide. In der folgenden halben Stunde versetze ich mich kurz in das Märchen von König Ludwig II. Er verbrachte seine Kindheit auf dem nahegelegenen Schloss Hohenschwangau und war von der Umgebung so fasziniert, dass er dort sein eigenes Schlösschen bauen wollte. Seine eigene Welt voller Mythen, Legenden, Fantasien und Ideen. Ein Rückzugsort. Die Säle und Räume sind mit viel Liebe zum Detail dekoriert, wie zum Beispiel das Sängerzimmer, das Szenen aus den Opern Lohengrin und Parsifal zeigt. Das Wohnzimmer zeigt Bilder aus der Lohengrin-Sage und der Durchgang zum Arbeitszimmer ist eine Höhle, die elektrisch (!) mit verschiedenen Farben beleuchtet wird. Ich weiß kaum, wo ich hinschauen soll. Vierzehn der insgesamt zweihundert Räume sind fertig und für die Öffentlichkeit sichtbar. Ich kann mir kaum vorstellen, wie das Schloss ausgesehen hätte, wenn König Ludwig II. nicht in jungen Jahren gestorben wäre und noch alle seine Träume hätte verwirklichen können. Noch größer, noch mehr, noch bombastischer. Wir werden es nie erfahren, und Tatsache ist, dass du nach 14 Räumen und einer guten halben Stunde also wieder draußen stehst.
Nach der Besichtigung von Schloss Neuschwanstein radeln wir weiter zum Alpsee. Zwischen den herbstlichen Bäumen können wir ab und zu einen Blick auf das klare, blaue Wasser werfen. Wir beschließen, einen kleinen Abstecher zum See zu machen und unser Mittagessen am Ufer zu essen. In der Ferne können wir die beiden Schlösser sehen, die über dem See thronen.
Wir radeln noch ein bisschen durch den Wald und überqueren dann die Grenze nach Österreich. Im Tal vor uns liegt Vils mit seinem markanten zwiebelförmigen Kirchturm. An der Ulrichsbrücke tauschen wir die Königliche Schwarzbergrunde gegen die Zirmgratrunde, der wir bis Pfronten folgen. Ich liebe diese Strecke. Wir radeln durch grüne Wiesen mit dem Falkensteinkamm (auch bekannt als Zirmgrat) zu unserer Rechten. Wenn sich der Nebel für einen Moment von den Berggipfeln lichtet, kann ich sogar die Burgruine Falkenstein sehen. Also radeln wir weiter nach Pfronten-Meilingen. Um zurück zum Weißensee zu gelangen, müssen wir leider die idyllische Route hinter uns lassen und ein Stück entlang der Bundesstraße fahren. Aber gut, die Autos haben wir schon wieder vergessen, als der Weißensee mit den Alpen im Hintergrund vor uns auftaucht.
Tipps für die Königliche Schwarzbergrunde:
- In Schwangau kannst du auch das Museum der Bayerischen Könige besuchen. Hier erfährst du alles über die Familie Wittelsbach, zu der auch die berühmten Könige Maximilian II. und Ludwig II. gehörten. Sehr interessant ist auch das Leben von Königin Marie, die sich selbst in die Berge begab, was für Frauen der damaligen Zeit sicher nicht üblich war.
- Du kannst auch wunderbar um den Forggensee radeln. Im (Nach-)Sommer ist der Stausee gut gefüllt und an heißen Sommertagen kannst du unterwegs in das erfrischende Wasser hüpfen.
- Von Füssen aus kannst du auch sehr gut die Burgen- & Schlösser-Runde radeln. Oder entdecke die vielen Seen des Ostallgäus auf der 8-Seen-Runde!
Weitere Radtouren rund um Füssen
Eine der schönsten Radtouren in Füssen führt entlang des Lechwegs. Dieser 125 Kilometer lange Fernradweg erstreckt sich vom Ursprung des Flusses Lech bis zur Mündung in die Donau. Auf dieser Strecke können Sie die beeindruckende Naturkulisse genießen, während Sie an charmanten Dörfern vorbeifahren.
Ein weiteres Highlight ist die sogenannte "Königsschlösser-Tour". Diese Route führt Sie zu den berühmten Schlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau, zwei der meistbesuchten touristischen Attraktionen Deutschlands. Hier können Sie nicht nur das majestätische Schloss Neuschwanstein bewundern, sondern auch durch idyllische Täler radeln und spektakuläre Ausblicke auf die umliegende Landschaft genießen.
Für Naturliebhaber empfiehlt sich eine Fahrradtour entlang des Alpsee-Rundwegs. Dieser Radweg führt Sie um den idyllischen Alpsee, der von dichten Wäldern und imposanten Bergen umgeben ist. Hier können Sie die Ruhe der Natur genießen und vielleicht sogar einen Blick auf seltene Tierarten wie den Fischadler erhaschen.
Die beste Zeit für Radtouren in Füssen sind die Sommermonate, wenn das Wetter angenehm warm ist und die Landschaft in voller Blüte steht. In dieser Zeit können Sie auch an organisierten Fahrradtouren teilnehmen oder sich ein Fahrrad ausleihen, falls Sie keines dabei haben.
Dreht sich hier alles um das Schloss? Irgendwie schon. Gibt es hier nur ein Märchenschloss zu sehen? Ganz und gar nicht. Jährlich besuchen über 1,5 Millionen Menschen Neuschwanstein, das spektakulärste und berühmteste Schloss König Ludwigs II. Das sollte aber Gravel- und Naturliebhaber nicht schrecken, da sich der Großteil der Besucher höchstens für einen kleinen Spaziergang vom Schloss entfernt. Neben Neuschwanstein bietet Füssen mit seinen unzähligen wunderschönen Seen, einer pittoresken Altstadt und den weitläufigen und einsamen Tälern der Ammergauer Alpen noch viele weitere idyllische Orte.
Die Lage am Südrand des Allgäus ermöglicht es uns, auf langen Graveltouren das angrenzende Tirol, das Lechtal oder den einzigartigen Plansee zu erkunden und somit viele spektakuläre Naturerlebnisse in nächster Nähe. Doch auch, wer (je nach Jahreszeit) eine Besichtigung des überfüllten Schlosses Neuschwanstein meiden möchte, für den lohnt sich ein kurzer Exkurs in die Geschichte.
Die Altstadt Füssens bietet mehr als genug Möglichkeiten für ausgedehnte Schlendereien nach der Radtour. Kleine Gassen und Plätze laden zum Verweilen ein, die Häuser sind bunt bemalt und über der Altstadt thront mit dem Hohen Schloss ein weiteres geschichtsträchtiges Bauwerk. Eine Vielzahl von traditionellen Trachtenmoden-Geschäften, Hutläden und kleinen Boutiquen wechselt sich mit hippen Cafés und Sportgeschäften ab. Tradition trifft Tourismus und Moderne. Auch Ludwigs Festspielhaus, ein Musical-Theater unmittelbar am See gelegen, und der Fluss Lech bieten romantische Plätzchen in Stadtnähe. Ein schöner Platz am Lech findet sich beispielsweise direkt unterhalb des Hohen Schlosses.
3 Gravel-Routen rund um Füssen
Tour 1: FÜSSEN 50
- Länge: 48 Kilometer
- Bergauf: 340 Höhenmeter
- Fahrzeit: 4:15 Stunden
- Fahrtechnik: einfach
- Trail-Anteil: 5 Prozent
Diese Tour bietet unzählige Seeblicke und führt uns durch die wasserreiche Voralpenlandschaft nördlich von Füssen. Mit nicht allzu vielen Höhenmetern und einem hohen Asphaltanteil ist die Runde ideal zum Einrollen und schnellen Dahingleiten. Abgesehen von einer kurzen Ausfahrt aus Füssen, teilen wir uns dank des weitreichenden Fahrradwegnetzes im Ostallgäu kaum Straßen mit Autos. So ist die Tour ideal zum Ratschen oder auch Radeln mit Kindern und kann problemlos abgekürzt werden. Viele der Uferradwege entlang beliebter Badeseen, wie dem Hopfensee, sind ideales Gravel-Terrain, können aber zur Sommersaison oder an sonnigen Sonntagen mitunter stark von Fußgängern frequentiert sein. Es ist besondere Rücksichtnahme gefragt. Doch auch langsames Radeln bringt Freude, da so mehr Zeit für die teils wunderschönen Ausblicke bleibt. Vom Westufer des Hopfensees lassen wir den Blick über Füssen und den tiefblauen See schweifen, hin zum Schloss Neuschwanstein und den darüber thronenden Bergen. Landschaftliche Highlights verstecken sich bis ins nördlichste Eckchen der Tour, wie am Ufer des kleinen und unbekannten Schmutterweihers oder am Hegratsrieder See. An heißen Tagen packen wir auf jeden Fall die Badehose und ein kleines Handtuch ins Lenkertaschen, denn wir radeln an mindestens acht Seen vorbei, die alle ideal zum Abkühlen geeignet sind.
Einkehr auf der Tour: KM 8 : Café Bistro Seaside, Hopfensee KM 13: rechts abbiegen zur Konditorei „Zuckerkuchen“, Rieden
Hinweis für Familien: Einige Abschnitte entlang der Seen sind zu schmal für breite Kinderanhänger.
Tour 2: FÜSSEN 75
- Länge: 75 Kilometer
- Bergauf: 620 Höhenmeter
- Fahrzeit: 4:30 Stunden
- Fahrtechnik: einfach bis mittel
- Trail-Anteil: 8 Prozent
Eine unserer Lieblingsrunden, die mit Alatsee, Vilstal und Gaichtpass einige der schönsten Allgäuer Gravel-Abschnitte verbindet. Technisch eher einfach, jedoch mit hohem Schotteranteil, rollt man flott dahin und genießt die abwechslungsreichen Landschaften und Flussläufe des Ostallgäus und des benachbarten Tirol. Bereits der Start der Tour ist landschaftlich einmalig: von Füssen geht es direkt durch eine Felsenge, dann entlang des Faulenbachs bis zum sagenumwobenen Alatsee. Schon wechseln wir hinüber nach Österreich und folgen dem Fluss Vils bis Pfronten. Im ursprünglichen und einsamen Vilstal bewegen wir uns auf knapp 1000 Meter Höhe und weiter ins Tannheimer Tal. Die gut 700 Höhenmeter erstrecken sich auf die erste Hälfte der Tour. Belohnt werden wir spätestens am Ende des Tannheimer Tals, wenn die alte Gaichtpass-Straße über Jahrhunderte alte Bogenbrücken steil hinab ins Lechtal führt. Vorsicht, die Abfahrt ist kurzzeitig sehr steil. Zurück Richtung Füssen folgen wir dem Lechradweg, gegen Ende geht es relativ rasant auf Asphalt voran und wir freuen uns auf ein letztes Trail-Highlight, das kurz vor Füssen nochmal Abwechslung und technische Finesse bringt.
Einkehr auf der Tour: KM 34 km: Klimbim, Tannheim/Österreich
Hinweis für Familien: Einziger schmaler Trail kann ab Km 68 über die Hauptstraße umfahren werden.
Tour 3: FÜSSEN 100
- Länge: 98 Kilometer
- Bergauf: 1110 Höhenmeter
- Fahrzeit: 8 Stunden
- Fahrtechnik: einfach bis mittel
- Trail-Anteil: 2 Prozent
Eine „königliche“ Graveltour wie aus dem Märchenbuch. Diese Runde ist vom Blick in die wilde Ammergauer Bergwelt ebenso geprägt wie vom visionären Wirken des Märchenkönigs Ludwig II. Wir starten und enden am Schloss Neuschwanstein und passieren nach gut der Hälfte der Tour das Schloss Linderhof, das tief im Ammerwald zwischen Ettal und Plansee liegt. Wem das noch nicht genug Kult(o)ur ist, der kann bei Kilometer 47 noch eine kleine Schleife zum bekannten Ettaler Kloster einbauen. Die ersten zehn flachen Kilometer nutzen wir zum Warmradeln, bevor wir über steile Rampen in die schönen Ammergauer Alpen eintauchen (Achtung: kein Handynetz). Nach der rasanten Abfahrt folgen wir zunächst der Ammer auf relativ schmalen Pfaden (Umfahrung über Radweg möglich), um dann auf feinstem Schotter vorbei an Unter- und Oberammergau zu radeln. Kurz vor Ettal biegen wir rechts ab Richtung Ammerwald und folgen schönen Schotterwegen bis zum Schloss Linderhof. Wir schieben die Bikes durch den Schlosspark und staunen einmal mehr über Ludwigs fantastische und visionäre Ansätze. So gilt beispielsweise die damals eingebaute elektrische Beleuchtungsanlage der Venusgrotte als erstes fest installiertes Kraftwerk der Welt. Anschließend folgen wir der vermeintlich ruhigen Landstraße, auf der an schönen Sommertagen leider auch mal viel los sein kann, und wechseln kurz vor dem Plansee auf einen der aussichtsreichsten Schotterwege der Tour. Alternativ kann auch erst einmal der See für eine Badepause hinter dem Camping Sennalpe angesteuert werden. Der Schotterweg oberhalb des Nordufers bietet dann eine traumhafte Sicht über den fjordartigen See. Vorbei an Reutte geht es auf Straßen und Schotterwegen, bevor wir ab Pinswang dem Fürstenweg, der alten königlichen Privatstraße, vorbei am ebenfalls traumhaft gelegenen Alpsee, bis zu den Königsschlössern in Schwangau folgen.
Einkehr auf der Tour: KM 43 : Eiscafé Paradiso, Oberammergau KM 67 : Ammerwald Alm
Hinweis für Familien: Sehr lang, kaum Möglichkeiten zum Abkürzen, aber unzählige, perfekte Rastplätze für schönste Familienausflüge
Unterkünfte und Verpflegung
Möchtest du eine mehrtägige Route von Füssen aus radeln? Ich habe meine Radtouren vom Boutique Hotel Dreimäderlhaus am Weißensee in Füssen aus gemacht. Von dem Moment an, als ich reinkam, fühlte ich mich hier wie zu Hause. Gastgeber Michael Sommerlad, ein gebürtiger Niederländer, begrüßte mich mit einem breiten Lächeln. Seine Frau Simone und er arbeiten gerne mit der Natur und den Jahreszeiten, aber auf eine sehr bodenständige Art. Als Gast wirst du das zum Beispiel an dem fantastischen Frühstücksbuffet sehen, das komplett vegetarisch ist.
Das Dreimäderlhaus in Füssen ist ein gutes Hotel für Outdoor-Fans. Nicht nur, weil du von hier aus schnell auf den Wander- und Radwegen bist, sondern auch, weil die Gastgeber des Hotels wirklich an die Aktivurlauber gedacht hat. Es gibt in jedem Zimmer eine Schuhablage für dreckige Wanderstiefel, in jedem Hotelzimmer steht ein Rucksack, du kannst dir Wanderstöcke ausleihen und auf Wunsch macht dir das Personal gerne ein Lunchpaket für unterwegs.
Füssen ist leicht mit der Bahn zu erreichen. Anschlüsse gibt es z.B. von München und Ulm.
Kombiniere die Atmosphäre einer Kneipe mit der Allgäuer Küche und du hast einen gelungenen Ort zum Abendessen. Als ich die Spinatknödel im Hotel Frühlingsgarten in Füssen aß, war ich sofort begeistert. Eine schöne Kombination aus einheimischen Gerichten, wie Oma sie servieren würde, und etwas anderen Gerichten: Das steht auf der Speisekarte im Gasthaus zum Schwanen.
Weitere Übernachtungsmöglichkeiten:
- Jugendherberge Füssen, Mariahilferstraße 5
- Hotel Frühlingsgarten, Alatseestraße 8
- Camping Brunnen, Seestr. 81 in Schwangau
- Campingplatz Bannwaldsee, Münchener Str. 151 in Schwangau
Restaurant-Tipps:
- Restaurant Alatsee, Am Alatsee 1, Füssen
- Ristorante Da Piero, Faulenseestraße 40, Rieden am Forggensee
- Imbiss Saray, Luitpoldstraße 1, Füssen
- Die Blaue Burg, Auf dem Falkenstein 1, Pfronten
- Riwa Bar & Restaurant, Prinzregentenplatz 1, Füssen
Cafés & Bars:
- Café Ifni, Brunnengasse 21, Füssen
- Bäckerei Höfler, Schrannengasse 3, Füssen
- Weinkost Berger, Lechhalde 1, Füssen
- Naturkostladen Möller, Augsburger Straße 52, Füssen
- Eiscafé Hohes Schloss, Reichenstraße 14, Füssen
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Füssen ein wunderbares Ziel für Radtouren ist. Die geografische Lage am Forggensee und am Fuße der Alpen bietet eine beeindruckende Kulisse für unvergessliche Fahrten. Von entspannten Touren entlang des Sees bis hin zu anspruchsvollen Bergstrecken gibt es hier für jeden Geschmack etwas zu entdecken.
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