Ein Powermeter oder Leistungsmesser ist ein Trainingsinstrument, mit dem ein Radfahrer seine Leistung genau messen und gezielt verbessern kann. Auch für Alltagsfahrer und Hobbysportler lohnt sich ein Powermeter, da das Trainingstool einige Vorteile gegenüber Sportuhren und Pulsgurten mitbringt. Dieser Einblick in deine sportliche Leistung und Fitness hilft dir, effektiver zu trainieren, als mit Herzfrequenz, Geschwindigkeit und Co. Ein Powermeter misst die tatsächlich erbrachte Leistung. Auf der Anzeige des Leistungsmessers kannst du also die Energie ablesen, die du aufbringen musst, um auf dem Fahrrad voranzukommen.
Im Gegensatz zu einer Sportuhr oder einem Brustgurt zeigt ein Powermeter die Leistung an, die du gerade auf dem Bike erbringst. Diese Informationen helfen dir, deine Energie perfekt einzuteilen, die Geschwindigkeit zu erhöhen und das Beste aus dem Training herauszuholen. Die Zahlen verraten dir, mit welchem Tempo du eine bestimmte Strecke fahren kannst, ohne dich zu überanstrengen. Urlauber, die längere Reisen unternehmen wollen, können mit einem Powermeter lernen, ihre Kraft besser einzuteilen. Pionier der Wattmessung ist der Medizintechniker und Ingenieur Ulrich Schoberer.
Leistungsmesser stellen die Daten zur Leistung dar und sind, seit deren Erfindung in den 80er Jahren durch Ulrich Schoberer, ein unverzichtbares Instrument für die Trainingssteuerung. Das Messprinzip ist seit Ulrichs Patent aus dem Jahr 1987 unverändert geblieben. Dehnungsmesstreifen werden am entsprechenden Bauteil angebracht und nehmen die Materialverformung bzw. Dehnung auf.
Warum ein Powermeter?
Du sitzt auf dem Rad, die Sonne geht auf, die Straße liegt ruhig vor dir - und du hast ein klares Ziel: schneller, stärker, und effizienter zu werden. Aber wie genau schaffst du das? Ein Leistungsmesser kann der Schlüssel sein, um deine Trainingseinheiten auf das nächste Level zu heben.
Im Gegensatz zur Herzfrequenz oder Geschwindigkeit, die durch externe Faktoren wie Temperatur, Regeneration und Wetter beeinflusst werden, gibt die ermittelte Leistung eine exakte Aussage über die tatsächlich auf das Pedal geleistete Energie.
Vorteile der Wattmessung gegenüber anderen Methoden
Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass man sich Gedanken darüber macht, was man mit einer Trainingseinheit eigentlich erreichen will. Maßgeblich dafür sollten die persönlichen Ziele eines Athleten sein. Entsprechend solltest du deine Training steuern. Dafür kommen verschiedene Methoden in Frage: Gefühl, Puls oder Zeit sind die verbreitetsten Methoden der Trainingssteuerung. Unter bestimmten Bedingungen machen diese Methoden auch durchaus Sinn. Nur beim Radfahren sind alle drei leider nur bedingt geeignet.
Zeitgesteuertes Training
Was beim Laufen oder Schwimmen gut funktioniert, ist beim Radfahren leider gänzlich ungeeignet. Zeitgesteuertes Training braucht nämlich genormte Bedingungen. Der Geschwindigkeitsschnitt hat beim Radfahren dagegen wenig Aussagekraft. Hier spielen einfach zu viele Faktoren rein: Wie lang war die gewählte Strecke? Warst du in den Bergen unterwegs oder bist du flach gefahren? Hast du alleine trainiert oder in der Gruppe? Bist du vorne im Wind gefahren oder hast du dich im Peloton versteckt?
Gefühlsgesteuertes Training
Da ist ein gefühlsgesteuertes Training schon wesentlich besser geeignet. Statt auf den Tacho solltest du eher auf deine Körper hören. Das ist sicherlich für viele Hobbysportler die Methode der Wahl. In vielen Fällen trügt das Gefühl jedoch. Es dauert einige Zeit, bis man seinen Körper so gut kennen lernt, dass man sich in allen Situationen auf das Gefühl verlassen kann.
Pulsgesteuertes Training
Mit dem Aufkommen von erschwinglichen Pulsuhren hat sich das Training nach Herzfrequenz im Breitensport durchgesetzt. Es gibt kaum einen Ausdauersportler, der ohne Garmin, Polar und Co. seine Runden dreht. Das erste Problem fängt schon damit an, dass unser Puls von vielen Faktoren abhängt: Alter, Fitnesszustand, Infekte, Übertraining, Temperatur, Stress oder Hormone haben Einfluss darauf, wie schnell unser Herz schlägt.
Leistungsgesteuertes Radtraining
Wer effizient trainieren und aus der aufgewendeten Zeit das Meiste herausholen will, der kommt heute nicht mehr um ein wattgesteuertes Radtraining herum. Ein Wattmesser am Rad erfasst sekundengenau, welche Leistung man gerade auf die Pedale bringt. Entsprechend schnell kann man auf Leistungsänderungen reagieren.
Wenn du dir auf dem Radcomputer deine Leistung sekundengenau anzeigen lässt, wirst du feststellen, dass die Wattwerte teils über 100 Watt nach oben oder unten springen können. Die Leistung wird zwar sekundengenau ermittelt, aber die Kraftübertragung schwankt. Für die Praxis ist es daher sinnvoller, im Radcomputer einen geglätteten Wert einzustellen. Je nach Model kannst du zwischen 3 Sekunden, 10 Sekunden und 30 Sekunden wählen.
Wie ändert sich das Radtraining durch einen Leistungsmesser?
Training mit dem Wattmesser erfordert etwas Gewöhnung. Wenn man bisher nach Geschwindigkeit gefahren ist, wird man sich ziemlich umstellen müssen. Beim Grundlagentraining sollte der Wattwert möglichst bei gleichbleibend hoher Kadenz konstant gehalten werden.
Ab einem gewissen Steigungsgrad und abhängig von der Übersetzung am Rad lassen sich Leistung und Trittfrequenz nicht mehr im Grundlagenbereich fahren. Bei einer abschüssigen Serpentinenstrecke kommst du dafür mit dem Treten nicht mehr hinterher; Leistung und Trittfrequenz sinken möglicherweise unter den Grundlagenbereich.
Wie ermittelt man seine Trainingsbereiche?
Wer seine Trainingsbereiche nicht kennt, für den bleibt ein Wattmesser am Rad ein teures Spielzeug. Genau wie bei einem Pulsmesser machen die angezeigten Werte erst im Zusammenspiel mit einem Leistungstest Sinn.
Mit dem sogenannten FTP-Test (Functional Threshold Power) kannst du deine Trainingszonen einrichten. Dabei handelt es sich um einen Fitnesstest, der deine funktionale Schwellenleistung misst. Beim FTP-Test musst du nicht direkt eine Stunde durchpowern. Stattdessen misst der Test, welche Leistung du 20 Minuten lang aufrechterhalten kannst.
Beim wattgesteuerten Training kommt es nicht nur darauf an, die Daten nach der Fahrt zu analysieren. Damit das wattgesteuerte Training beginnen kann, musst du dem Leistungsmesser erstmal die Informationen liefern, die er zur Optimierung deiner Leistung benötigt.
Keine Sorge: Das wattgesteuerte Training lädt auch Einsteiger ein, ihre Fitness zu verbessern. Ob du den Test in- oder outdoor durchführst, solltest du von deinen individuellen Möglichkeiten und deiner Umgebung abhängig machen. Draußen können Ampeln und Wind dein Ergebnis beeinflussen.
Der FTP Wert
FTP ist die Abkürzung für “Functional Treshold Power”. Prinzipiell ist die Funktionsleistungsschwelle die höchste Leistung, die du während einer einstündigen Fahrt aufrechterhalten kannst. Überschreitest du die Schwelle, führt das zu einem früheren Leistungsabfall. Unterschreitest du sie, hältst du länger durch.
Wie berechne ich den FTP Wert?
- Durchschnittswert über 60 Minuten
- 20-Minuten-Test
- Intervall-Test
Wie wende ich den FTP Wert an?
Um daraus Ableitungen für dein Training machen zu können, hat Dr. Coggan verschiedene Trainingszonen definiert, die sich wie folgt aufteilen:
| FTP | Trainingszonen | Beschreibung |
|---|---|---|
| < 55% | Aktive Regeneration (Rekom) | Leichte Ausfahrten, die ideal sind um nach einem harten Wettkampf wieder in Schwung zu kommen. |
| 55% - 75% | Grundlagenausdauer (GA1) | Training für lange, langsamere Distanzen. |
| 75% - 90% | Tempo-Zone (GA2) | Meist während schnelleren Gruppenfahrten oder Radmarathons. |
| 90% - 105% | Laktatschwelle (Entwicklungsbereich (EB)) | Im Schwellenbereich bist du in der Regel bei 30-90-minütigen Triathlon- oder Zeitfahr-Wettkämpfen unterwegs. |
| 105% - 120% | VO2max | Im Wettkampf vor allem bei Zwischensprints oder kurzen Anstiegen ein wichtiger Wert. |
| > | Laktattoleranz | Intensive Intervalle von 30 Sekunden bis 2 Minuten oder beim Zielsprint. |
Powermeter Typen
Die Messtechnik ist bei den Powermetern in der Regel die Gleiche, auch die Berechnung der Leistung erfolgt natürlich nach der gleichen Formel. Lediglich die Platzierung des Sensors ist manches Mal unterschiedlich: Er kann entweder direkt an den Pedalen, am Kurbelarm, am Kurbelstern, am Kettenblatt oder sogar an der Nabe sitzen. An der Qualität der Werte ändert das, wenn überhaupt nur marginal etwas.
Für wen ist ein Powermeter geeignet?
Bist du Hobbyfahrer, der gemütliche Touren am Wochenende dem Rennstress vorzieht? Dann kannst du dir den Powermeter vermutlich sparen. Bist du allerdings ambitionierter Radsportler oder Triathlet, der regelmäßig Rennen fährt und mit Trainingsplan unterwegs ist? Dann führen nur wenige Wege an einem Powermeter vorbei. Auch wenn die Investition nicht gering ist, so kann sie sich gerade zu Beginn der Radfahrerkarriere deutlich positiver auswirken, als aerodynamische Laufräder, ein Aerohelm oder andere Anschaffungen. Preislich liegen die verschiedenen Powermeter zwischen ca. 500€ und 3000€.
Ein- oder beidseitige Leistungsmessung?
Beidseitig messende Powermeter erfassen die Kraft beider Beine, einseitig messende Powermeter erfassen die Kraft eines Beins, meist auf der Nicht-Antriebsseite, also links. Bei einseitigen Systemen wird die gemessene Kraft verdoppelt und darüber die Gesamtleistung angenommen. Da unsere Beine in der Regel nicht gleich stark sind, ist hier ein gewisser Fehler enthalten.
Ein beidseitig messender Powermeter liefert genauere Daten, ist aber auch teurer. Bei beidseitigen Systemen wird noch einmal zwischen der „gemeinsam" beidseitigen und der individuell beidseitigen Messung unterschieden.
Fazit: Der richtige Leistungsmesser für dein Training
Die Auswahl des passenden Leistungsmessers hängt stark von den persönlichen Anforderungen und individuellen Trainingszielen ab. Ein entscheidender Faktor ist die Frage der Kompatibilität mit verschiedenen Rädern: Wenn der Leistungsmesser häufig zwischen mehreren Rädern gewechselt werden soll, eignen sich Pedalsysteme besonders gut, da sie sich unkompliziert und schnell montieren lassen. Soll der Leistungsmesser an nur einem Rad genutzt werden, kann ein Modell mit weniger exponierter Lage sinnvoller sein - das schützt das System besser vor Verschleiß und macht es langfristig robuster.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Energieversorgung. Ein batteriebetriebener Leistungsmesser hat den Vorteil, dass Ersatzbatterien einfach in die Trikottasche passen - praktisch für lange Ausfahrten oder Wettkämpfe, bei denen man ungern auf Wattwerte verzichten möchte. Ein Akkusystem hingegen erfordert regelmäßiges Laden. Wird das einmal vergessen, könnte die nächste Einheit wattfrei ausfallen.
Zur Leistungsanalyse reicht ein einseitiger Leistungsmesser oft völlig aus. Er bietet eine einfache, kostengünstige Möglichkeit, die Trainingsintensität zu überwachen. Ambitionierte Sportler hingegen, die gezielt an ihrer Trettechnik arbeiten oder muskuläre Dysbalancen ausgleichen wollen, profitieren von einem beidseitigen Messsystem: Es liefert detailliertere Einblicke und unterstützt gezieltes Techniktraining.
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