Der St. Pauli-Elbtunnel, liebevoll auch als „Alter Elbtunnel“ bekannt, ist weit mehr als nur ein praktischer Übergang unter der Elbe hindurch. Er ist ein denkmalgeschütztes Stück Hamburg, das Geschichte und Moderne auf einzigartige Weise miteinander verbindet.
Ein beeindruckender Einstieg
Bereits der Weg in den Tunnel ist ein Erlebnis für sich. Für diejenigen, die nicht schwindelfrei oder nicht gut zu Fuß sind, bietet sich der Fahrstuhl als eine gute Alternative zu den langen Treppen an. Doch Achtung, die Fahrstühle für Passanten sind oft voll. Eine spannende Alternative ist daher der größere Fahrstuhl, der auch für Fahrräder gedacht ist. Dieser bietet nicht nur mehr Platz, sondern auch eine beeindruckendere Fahrt nach unten.
Ein Spaziergang durch die Geschichte
Unten angekommen, betrittst du den 426 Meter langen Tunnel, der seit seiner Eröffnung im Jahr 1911 unzählige Menschen beherbergt hat. Die schiere Größe des Tunnels ist überwältigend und die Echos deiner Schritte begleiten dich auf dem Weg durch diesen historischen Untergrund. Während du die kühle, feuchte Luft einatmest, wird dir bewusst, dass du dich etwa 24 Meter unter der Wassermasse der Elbe befindest - ein Gedanke, der durchaus ein beklemmendes Gefühl auslösen kann.
Kunst und Kultur unter der Erde
Einer der Höhepunkte im Tunnel sind die Keramikplatten entlang der Wände, die 14 unterschiedliche, hafenrelevante Tiermotive zeigen. Diese künstlerischen Details sind nicht nur schön anzuschauen, sondern bieten auch einen Einblick in die maritime Kultur Hamburgs. Der Alte Elbtunnel ist weit entfernt von den modernen Bauprojekten der Stadt und hält die Erinnerung an eine Zeit lebendig, als der tägliche Pendlerverkehr über den Fluss noch eine ganz andere Herausforderung war.
Ein Tunnel für alle
Radfahrer und Fußgänger können den Tunnel komplett kostenlos nutzen. Seit seiner Eröffnung haben jährlich etwa zwanzig Millionen Menschen den Elbtunnel durchquert. Die meisten davon waren Arbeiter, die zu den Werften und dem Hafen pendelten - der Tunnel war und ist also ein wesentliches Element im täglichen Leben vieler Hamburger.
Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr
Mit dem neuen und erweiterten HVV-Fahrplan kommt zum 15. Dezember 2024 eine weitere Verbesserung für die Menschen in Süderelbe. Fahrgäste der Linie 150 von Cranz über Finkenwerder nach Altona und der Linie 250 von Neugraben nach Altona können dann ihr Rad mit in den Bus durch den Neuen Elbtunnel nehmen. Diese Regelung gilt ganztägig, jedoch nur, wenn ausreichend Platz in den Bussen ist, um Eingangs- und Laufbereiche freizuhalten. Normalerweise können so zwei Fahrräder pro Bus mitgenommen werden. Rollstühle und Kinderwagen haben immer Vorrang.
„Mit dieser Regelung haben Radfahrende im Westen der Stadt endlich noch eine Alternative zur Fähre“, freut sich Michael Sander, verkehrspolitischer Sprecher und Co-Fraktionsvorsitzender der Grünen in Harburg. Gudrun Schittek, grüne Wahlkreisabgeordnete für Süderelbe in der Bürgerschaft, ergänzt: „Auch im Abschnitt von Finkenwerder über Neuenfelde nach Cranz ist das ein tolles Angebot. Wenn es mal später geworden ist, kann man so mit dem Rad einfach von der Fähre in den Bus steigen.
Der Alte Elbtunnel: Eine historische Meisterleistung
Der Alte Elbtunnel war zu seiner Zeit eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Der Tunnel besteht aus zwei Röhren, die jeweils 426,5 Meter lang sind und verläuft unter der Elbe. Er verbindet die Landungsbrücken im Stadtteil St. Pauli mit Steinwerder. Seine Aufgabe war es, den Verkehr zwischen den beiden Elbseiten zu erleichtern und den Hafenarbeitern einen sicheren und schnellen Weg zur Arbeit zu bieten. Heute steht der Alte Elbtunnel unter Denkmalschutz und wird vor allem von Fußgängern und Radfahrern genutzt. Autofahrer dürfen den Tunnel nur zu bestimmten Zeiten und gegen eine Gebühr befahren.
Wichtige Daten in der Geschichte des Alten Elbtunnels:
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1907 | Baubeginn des Alten Elbtunnels: Der Bau des Alten Elbtunnels beginnt, um eine direkte Verbindung zwischen den Landungsbrücken und den Werften auf der anderen Seite der Elbe zu schaffen. |
| 1911 | Eröffnung des Alten Elbtunnels: Am 7. September wird der Alte Elbtunnel nach achtjähriger Bauzeit offiziell eröffnet. Der Tunnel ist 426,5 Meter lang und verbindet die St. Pauli-Landungsbrücken mit Steinwerder. |
| 1943 | Zweiter Weltkrieg: Der Alte Elbtunnel wird während der Luftangriffe auf Hamburg im Zweiten Weltkrieg teilweise beschädigt, bleibt aber in Betrieb. |
| 1950er Jahre | Wiederaufbau und Modernisierung: Nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Tunnel wieder instand gesetzt und modernisiert, um den zunehmenden Verkehr zu bewältigen. |
| 1975 | Denkmalstatus: Der Alte Elbtunnel wird unter Denkmalschutz gestellt, um seine historische und technische Bedeutung zu bewahren. |
| 2009-2019 | Renovierung: Der Tunnel wird umfassend renoviert, um seine Struktur zu sichern und den modernen Sicherheitsstandards anzupassen. Während dieser Zeit ist der Tunnel teilweise für den Verkehr gesperrt. |
| 2019 | 100-jähriges Jubiläum: Der Alte Elbtunnel feiert sein 100-jähriges Bestehen mit verschiedenen Veranstaltungen und Ausstellungen, die seine Geschichte und Bedeutung würdigen. |
Fotomotive im und um den Elbtunnel
- Eingangsanlage St. Pauli
Beschreibung: Die Eingangsanlage am Nordufer der Elbe bei den Landungsbrücken ist ein architektonisches Highlight mit ihrer grünen Kuppel und historischen Gestaltung. Hier können beeindruckende Fotos der Eingangsanlage selbst und der Umgebung aufgenommen werden.
Beste Zeit: Bei Tageslicht, besonders morgens oder abends, wenn das Licht weicher ist.
- Im Inneren des Tunnels
Beschreibung: Die Tunnelröhren selbst bieten eine einzigartige Perspektive mit ihren gekachelten Wänden, der langen, leicht gekrümmten Form und der speziellen Beleuchtung. Fotos im Inneren des Tunnels können eine dramatische und fast zeitlose Atmosphäre einfangen.
Beste Zeit: Tagsüber, wenn der Tunnel für Fußgänger und Radfahrer geöffnet ist.
- Südlicher Ausgang in Steinwerder
Beschreibung: Der südliche Ausgang des Tunnels in Steinwerder bietet einen hervorragenden Blick auf die Skyline von Hamburg und die Landungsbrücken. Es ist ein großartiger Ort, um Panoramafotos der Stadt zu machen, besonders bei Sonnenuntergang.
Beste Zeit: Spätnachmittag bis Sonnenuntergang für die besten Lichtverhältnisse.
- Blick von der Elbe
Beschreibung: Auf einer Hafenrundfahrt oder einer Fahrt mit einer der Hafenfähren erhält man eine einzigartige Perspektive auf die Eingangsgebäude und die unterirdische Konstruktion des Tunnels. Diese Perspektive zeigt die Integration des Tunnels in den Hamburger Hafen.
Beste Zeit: Während einer Hafenrundfahrt am späten Nachmittag.
- Nachtaufnahmen am St. Pauli Eingang
Beschreibung: Bei Nacht ist der nördliche Eingang des Tunnels wunderschön beleuchtet, was beeindruckende Nachtaufnahmen ermöglicht. Die Beleuchtung der Kuppel und des Eingangsbereichs hebt die architektonischen Details hervor und schafft eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Beste Zeit: Nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Beleuchtung in vollem Gange ist.
- Fahrstuhlbereiche
Beschreibung: Die historischen Fahrstühle, die Autos und Personen in den Tunnel hinunter- und hinaufbefördern, bieten interessante Fotomotive. Die Mischung aus industrieller Technik und historischer Architektur ist besonders faszinierend.
Beste Zeit: Tagsüber, wenn der Tunnel und die Fahrstühle in Betrieb sind.
Nutzung des Tunnels für verschiedene Verkehrsmittel
Der Alte Elbtunnel ist für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer zugänglich. Fußgänger und Radfahrer können den Tunnel kostenlos nutzen. Autofahrer dürfen den Tunnel nur zu bestimmten Zeiten befahren und müssen eine Gebühr entrichten. Die historischen Aufzüge transportieren Fußgänger und Radfahrer in die Tiefe und wieder hinauf.
Wie funktioniert die Nutzung des Tunnels für Autofahrer?
Autofahrer dürfen den Tunnel nur wochentags zwischen 8:00 und 18:00 Uhr befahren. Es gibt eine maximale Höhenbegrenzung von 1,92 Metern und eine Gebühr von 2 Euro pro Durchfahrt. Die Fahrspuren sind eng, und die Geschwindigkeit ist auf 30 km/h begrenzt.
Legenden und Geschichten rund um den Elbtunnel
Der Alte Elbtunnel ist Schauplatz vieler Geschichten und Legenden. Eine der bekanntesten Legenden besagt, dass während des Baus des Tunnels ein Arbeiter ums Leben kam und sein Geist seitdem in den Tunnelröhren spukt.
- Der Geist eines Bauarbeiters: Eine der bekanntesten Legenden besagt, dass während des Baus des Alten Elbtunnels ein Arbeiter tragisch ums Leben kam. Man sagt, sein Geist wandert seitdem durch die Tunnelröhren und sorgt gelegentlich für unerklärliche Geräusche und seltsame Erscheinungen.
- Das Geisterschiff: Ein weiterer Mythos erzählt von einem Geisterschiff, das angeblich durch den Tunnel segelt, wenn Nebel über der Elbe liegt. Diese Legende basiert auf alten Seemannsgeschichten und wurde durch Erzählungen von Hafenarbeitern und Seeleuten über die Jahre weitergetragen. Viele behaupten, dass sie das mystische Schiff im Tunnel gesehen haben.
- Die verborgenen Schätze: Einige Legenden besagen, dass während des Zweiten Weltkriegs wertvolle Schätze und Kunstwerke im Tunnel versteckt wurden, um sie vor Bombenangriffen zu schützen. Diese Geschichten haben Schatzsucher und Abenteurer inspiriert, den Tunnel nach versteckten Geheimnissen zu durchsuchen.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Elbtunnels
- St. Pauli Landungsbrücken: Ein zentraler Anlaufpunkt für Touristen mit zahlreichen Restaurants, Cafés und Fahrten rund um den Hafen.
- Rickmer Rickmers: Ein historisches Segelschiff, das heute als Museum dient und die maritime Geschichte Hamburgs beleuchtet.
- Cap San Diego: Ein Museumsfrachter, der besichtigt werden kann und Einblicke in die Frachtschifffahrt bietet.
- Elbphilharmonie: Ein architektonisches Meisterwerk und Konzerthaus mit einer öffentlichen Aussichtsplattform, der Plaza, die einen atemberaubenden Blick über den Hafen bietet.
- Speicherstadt: Das historische Lagerhausviertel mit engen Kanälen, das heute Heimat vieler Museen und Attraktionen ist, darunter das Miniatur Wunderland und das Hamburg Dungeon.
- HafenCity: Ein modernes Viertel mit einer Mischung aus Wohn-, Büro- und Freizeitbereichen, das verschiedene architektonische Stile und innovative Bauprojekte zeigt.
- Alter Elbtunnel: Neben der Besichtigung des Tunnels selbst, bietet das Gebiet rund um den südlichen Ausgang in Steinwerder einen großartigen Blick auf die Skyline von Hamburg und den Hafen.
Praktische Tipps für den Besuch des Elbtunnels
- Öffnungszeiten: Der Tunnel ist rund um die Uhr für Fußgänger und Radfahrer geöffnet. Autofahrer dürfen den Tunnel nur wochentags zwischen 8:00 und 18:00 Uhr befahren.
- Sicherheit: Achte auf die maximale Höhenbegrenzung von 1,92 Metern für Fahrzeuge und die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h.
- Fotospots: Nutze die besten Fotomöglichkeiten, insbesondere die kunstvollen Reliefs im Tunnel und den Ausblick von Steinwerder.
- Wetterbedingungen: Da der Tunnel unterirdisch verläuft, bist du hier wettergeschützt unterwegs. Trotzdem kann es im Tunnel kühl sein, daher empfiehlt sich entsprechende Kleidung.
- Fahrzeuge: Beachte die engen Fahrspuren und die Fahrzeiten für Autofahrer. Fußgänger und Radfahrer haben jederzeit freien Zugang.
Anreise zum Alten Elbtunnel
Der Zugang zum Alten Elbtunnel befindet sich an den St. Pauli-Landungsbrücken, direkt neben den berühmten Landungsbrücken.
Öffentliche Verkehrsmittel
- Mit der U-Bahn: U-Bahn-Linie U3 sowie S-Bahn-Linien S1 und S3: Steige an der Haltestelle "Landungsbrücken" aus. Der Eingang zum Alten Elbtunnel befindet sich direkt neben der Station.
- Mit dem Bus: Buslinien 111, 112 und 610: Diese Buslinien halten an den Landungsbrücken. Von dort aus ist es nur ein kurzer Fußweg zum Eingang des Alten Elbtunnels.
Auto
- Anreise:
- Aus Richtung Süden (A1/A7): Folge der Beschilderung Richtung Hamburg-Zentrum, dann den Schildern Richtung "Hafencity" und "Landungsbrücken".
- Aus Richtung Norden (A23/A7): Folge der A7 bis zur Ausfahrt "Hamburg-Othmarschen" und fahren Sie weiter in Richtung "Altona" und "Landungsbrücken".
- Parkmöglichkeiten:
- Parkhaus Landungsbrücken (APCOA)
- Parkhaus Michel-Garage
- Straßenparkplätze: In der Umgebung der Landungsbrücken gibt es einige kostenpflichtige Straßenparkplätze, die jedoch oft schnell belegt sind.
Sanierungsarbeiten und Einschränkungen
Hamburgs Alter Elbtunnel ist am Montag für dreiwöchige Sanierungsarbeiten gesperrt worden. Der historische Tunnel an den St. Pauli-Landungsbrücken ist ein Magnet für Touristinnen und Touristen, er wird aber ebenfalls von Pendlerinnen und Pendlern genutzt. Pro Jahr queren rund eine Million Menschen zu Fuß und 300.000 Menschen mit dem Rad den Alten Elbtunnel. Autos sind seit Jahren verboten.
Nun muss ein neuer Fahrbahnbelag aufgebracht werden. Dabei können aus Dichtmaterialien gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen. Deshalb ist der Alte Elbtunnel bis zum Abend des Nikolaustags am 6. Dezember gesperrt. Um dennoch die Elbquerung zu ermöglichen, hat Hamburgs Verkehrsbehörde bei der HADAG einen Fähr-Ersatzverkehr bestellt.
Unfreiwillige Fahrt mit dem Fahrrad durch den Autobahntunnel
In Hamburg ist ein Fahrradkurier gleich an seinem ersten Arbeitstag in eine sehr gefährliche Situation geraten. An seinem ersten Arbeitstag ist ein Fahrradkurier in Hamburg versehentlich durch den drei Kilometer langen Elbtunnel gefahren. Das Navigationsgerät soll dem Mann die Route vorgeschlagen haben. Der Kurier sei auf seinem E-Bike gegen 22.29 Uhr über die Anschlussstelle Othmarschen zum Tunnel und dann weiter in Richtung Süden geradelt, schreibt die "Mopo".
Zwar habe er seinen Fehler bemerkt. Zu dem Zeitpunkt sei es jedoch schon zu spät gewesen, um umzudrehen. Der Mann hatte eine Art Schutzengel in Form eines Müllfahrzeugs. Das große "Auto" der Stadtreinigung war den Berichten zufolge in der gleichen Richtung unterwegs, und dem Fahrer war es nicht entgangen, dass der Radler sich in einer brenzligen Situation befand.
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