Radon E-MTB Test: Ausgewogene Leistung und Top-Ausstattung

Das Radon Render 9.0 überzeugt mit top Ausstattung und hervorragenden Fahreigenschaften. Ein ausgewogenes E-MTB für alle Fahrertypen.

„Es gibt kaum einen Fahrertyp, der dem Radon Render nichts abgewinnen kann“, sagt Chris Ettl von unserem Testpartner Velomotion. „Es macht seinen Job in jeder Situation ziemlich gut und verdient daher eine sehr gute Note.“

Mit einer Gesamtbewertung von 1,3 - inklusive der Auszeichnung als Preis-Leistungs-Sieger - gehört das Radon Render 9.0 im Jahrgang 2025 zu den Klassenbesten. Ausschlaggebend dafür: Die top Ausstattung und die tollen Fahreigenschaften.

Ausstattung und Komponenten

Den auch optisch sehr gelungenen Hauptrahmen ergänzt ein gut funktionierender Hinterbau, der von einem Fox-Fahrwerk der Performance-Baureihe abgefedert wird.

„Die Performance-Baureihe ist nicht die teuerste Baureihe von Fox“, erklärt Chris Ettl. „Sie hat aber einen entscheidenden Vorteil: Sie ist deutlich einfacher zu handhaben und einzustellen.“ Dazu spendiert Radon dem Render eine höhenverstellbare Sattelstütze (Dropper Post) von SDG.

Bei Bremsen und Schaltung setzt man auf die XT-Komponenten von Shimano - die zweitbeste Baureihe aus dem Hause Shimano. „Das ist alles sehr robust, einfach und stressfrei - und macht das Gesamtpaket extrem rund“, so die Einschätzung von Chris Ettl, der auch die Motorisierung lobt: „Der altbekannte Bosch CX Motor hat richtig Kraft, einen 750WH-Akku und ist mit dem Smart-System kompatibel, bei dem es unter anderem verschiedene Display- und Bedienhebeloptionen gibt.“

Komplettiert wird die Ausstattung mit den sehr haltbaren und robusten Laufrädern von SUNringlé Düroc mit Maxxis-Reifen, die für eine gute Pannensicherheit und einen guten Grip bei gleichzeitig relativ geringem Verschleiß stehen. „Sehr ambitionierte Fahrer bevorzugen eventuell ein Fahrwerk, bei dem man mehr einstellen kann“, so Chris Ettl.

Fahreigenschaften

Zusätzlich zum wirklich opulenten Ausstattungspaket überzeugten unsere Tester aber vor allem die Fahreigenschaften des Radon Render 9.0 - und das auf durchaus ungewöhnliche Art und Weise:

„Das Rad hat zwar in keiner Situation alle anderen E-Bikes im Test überholt und war deutlich besser“, sagt Chris Ettl. „Aber im Gegensatz zu den anderen Modellen hatten wir in keiner einzigen Situation das Gefühl, dass es irgendwas nicht kann oder irgendwas falsch macht.“

Der Eindruck unserer Testfahrer: Das Radon Render 9.0 ist extrem ausgewogen, extrem berechenbar, extrem einfach und gutmütig zu fahren.

Radon Jealous Hybrid

Mit unter 3.000 Euro ist das JEALOUS HYBRID das günstigste E-Bike in diesem Vergleich. Das ist absolut untypisch, denn wegen der hohen Anforderungen im Gelände muss man für E-MTBs sonst eher ein erhöhtes Budget einplanen. 3.500 Euro sollten es üblicherweise mindestens sein, damit man auf Qualitäts-Gabeln von Fox und Rockshox und auf eine Tele-Stütze ab Werk vertrauen kann. Dass Radon das schon für unter 3.000 Euro gelingt, liegt am Motor.

Der verbaute Bosch CX ist nicht das brandneue Modell CX5 sondern noch der etwas ältere CX4 Smart System. Radon hat daher die Preise der Jealous-Hybrid-Modelle dauerhaft drastisch reduziert und kann zudem den Vorteil des Direktvertriebs ausspielen.

Um funktionale Nachteile wegen des älteren Motors müssen sich Interessenten übrigens keine Gedanken machen. Noch im letzten Jahr gewann der verbaute Bosch CX4 mit hoher Leistung und exzellenter Modulation den EMTB-Motorentest.

In der Praxis profitiert das Radon spürbar von seiner hochwertigen Ausstattung. Klares Highlight ist die sensible Fox-Gabel. Sie bringt im Gelände zuverlässig Ruhe in die Lenkung. Erst auf enorm ruppigen Wegen wünscht man sich ein teures, schweres und wartungsintensives Fully.

Mit der breiten Gangabstufung, den Shimano XT-Bremsen und dem Kiox-Display findet man kaum Kritikpunkte. Wichtig im Gelände: der Sattel kann für mehr Bewegungsfreiheit per Knopfdruck abgesenkt werden. Das nimmt steilen Abfahrten den Schrecken. Die Schwalbe-Reifen sind griffig und rollen gut. In Kombination mit dem riesigen Akku sind so auch sehr lange Touren mit vielen Höhenmetern möglich.

Typisch E-Mountainbike: Die Sitzposition ist sportlich, das Fahrverhalten auf Laufruhe gepolt. Bergab hätten wir uns von dem steifen Rahmen etwas mehr Komfort gewünscht.

Radon Render AL 7.0 750

Bosch Smart System, Rockshox-Fahrwerk, Tele-Stütze und Vollfederung zum Preis eines Einsteiger-Hardtails: Für 3199 Euro schnürt Versender Radon mit dem Render AL 7.0 750 ein unverschämt gutes Paket. Ob das supergünstige E-MTB Fully auch im Test bestehen kann?

Das Render vom Bonner Versender Radon ist schon lange ein heißer Tipp, wenn es um E-Mountainbikes der Preis-Leistungs-Liga geht. Und dabei gab es das All Mountain Bike lange nur mit Carbonrahmen! 2023 schob Radon dann das Alumodell hinterher und hat jetzt auch noch dauerhaft den Preis reduziert. Von ursprünglich 3999 auf nur noch 3199 Euro. Das Render kostet damit weniger als die meisten Bikes unseres letzten großen Hardtail- Vergleichstests!

Dabei ist die Technik im Bike alles andere als günstig. Speziell das Motorsystem von Bosch mit Performance Line CX, Kiox-Display und dickem 750er-Akku ist richtig wertig und liefert massig Reichweite. Das gab’s in dieser Preisklasse noch nie. Die restliche Ausstattung muss entsprechend etwas sparsamer ausfallen, ist zum Großteil aber sinnvoll gewählt. Die Magura MT5 mit großen Scheiben und ergonomischen Hebeln liefert Bremspower auf hohem Niveau, die Maxxis-Reifenkombi sorgt für Grip in allen Lebenslagen.

Wenig glanzvoll, aber grundsätzlich funktional ist die SX-Eagle Zwölffachschaltung von Sram. Der kurzen Telestütze, dem hohen Gewicht und insbesondere der einfachen Stahlfedergabel merkt man den Preisdruck an. Trotzdem: Mit der deutlich besten Reichweite und dem wertigsten wie kräftigsten Motor in unserem Test von E-Mountainbikes unter 4000 Euro ein starkes Paket.

Hier investiert Radon den größten Batzen: Boschs Performance CX bietet viel Leistung und eine erstklassige Modulation. Mit 750er-Akku wird die Reichweite des Bosch-Systems nur noch von wenigen Bikes mit 900 Wattstunden in den Schatten gestellt. Gute 1900 Höhenmeter erklettert das Radon so in unserem standardisierten Reichweitentest. Neben der App-kompatiblen LED-Remote spendiert der Versender dem Bike auch noch das Kiox-300-Farbdisplay. Das zeigt umfangreiche Fahrdaten von U-Stufe und Tacho-Funktionen bis hin zur Eigenleistung und Trittfrequenz des Fahrers an und verfügt sogar über eine grundlegende Navigationsfunktion. In dieser Preisklasse eine absolute Seltenheit.

Der große Akku wird bei Radon klassisch nach vorne aus dem Unterrohr geklappt und ist per Schlüssel vor Diebstahl gesichert. Der Gummi-Strap, der das Akkucover hält wirkt etwas windig, machte uns in vier Jahren Tests mit dem Radon Render aber noch nie Probleme. Der Ladeport über dem Motor und die der Bremsscheibenmagnet im Heck sind klassische Lösungen, die wir schon von vielen anderen E-Mountainbikes kennen.

Die Fakten zum Radon Render AL 7.0 750

  • Motor: Bosch CX, 85 Nm max. Drehmoment
  • Akku: 750 Wh (entnehmbar)
  • Rahmenmaterial: Alu
  • Federweg: 160 / 140 Millimeter
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Rahmengrößen: M, L, XL
  • Preis: 3199 Euro (dauerhaft reduziert von 3999 Euro)
  • Gewicht: 26,86 kg (Testbike in Größe L, EMTB-Messung)
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 135 kg (Herstellerangabe)

Geometrie

2020 wurde das Radon Render erstmals vorgestellt. Bei der Geometrie merkt man dem Radon das Alter der Konstruktion am deutlichsten an. Der Sitzwinkel ist für moderne Verhältnisse zu flach, die Front eher tief. Dadurch sitzt man sehr sportlich gestreckt auf dem Render. Durch die 160er-Gabel ergibt sich ein flacher Lenkwinkel, der in Kombination mit langen Kettenstreben für einen langen Radstand sorgt. Das bringt Laufruhe bergab, geht aber zulasten eines verspielten Handlings.

EMTB-Messwerte im Überblick (Rahmengröße L)

  • Sitzrohrlänge: 446 mm
  • Radstand: 1270 mm
  • Reach: 461 mm
  • Stack: 634 mm
  • Lenkwinkel: 64 Grad
  • Sitzwinkel: 75,3 Grad
  • Kettenstrebenlänge: 458 mm

Die Ausstattung

  • Gabel / Dämpfer: Rockshox 35 Silver TK / Deluxe Select
  • Schaltung: Sram SX Eagle (12fach)
  • Bremsen: Magura MT5
  • Laufräder: Shimano Alivio Naben / Alexrims Felgen
  • Reifen: Maxxis DHF / DHR II Exo, 29 x 2,5/2,4’’
  • Besonderheiten: Auch mit 625er-Akku erhältlich (spart 900 Gramm und 200 Euro), kurze Telestütze (130 mm)

Mit der tiefen Front und dem flachen Sitzwinkel sitzt man gestreckt auf dem Radon. Das ist oldschool und gefällt im Testteam keinem richtig gut. Brems-, Tele- und Schalthebel lassen sich kaum so sortieren, dass alles in guter Reichweite liegt, das gibt Abzüge in der B-Note. Der kräftige Bosch-Motor sammelt hingegen Sympathie und sticht die Konkurrenz aus. In Kombination mit den langen Kettenstreben gibt das dem Radon Souveränität auf steilen Uphills. Die etwas hecklastige Sitzposition und eine abkippende Lenkung verschlechtern allerdings die Kontrolle, wenn es um Kehren und enge Ecken geht.

Bergab wirkt das lange und schwere Bike sperrig und lässt sich kaum aufs Hinterrad ziehen oder verspielt fahren. Punkte gibt’s für die Reifen und Bremsen. Unser Hauptkritikpunkt: Die Stahlfedergabel 35 Silver von Rockshox. Sie lässt sich nur durch neue Federn auf verschiedene Fahrergewichte anpassen. Die meisten Kunden dürfte das überfordern. Die Forke spricht zwar sensibel an, rauscht aber schnell durch den Hub. Eine definierte Dämpfung fehlt. Durch viel Federbewegung bringt das schon bei moderatem Tempo Unruhe in die Fahrt. Auch die kurze Telestütze dämpft das Sicherheitsgefühl. Die kräftigen Bremsen legt man deshalb beim Radon lieber etwas früher an. Schade: Bergab klapperte das Render deutlich.

EMTB-Bewertung

  • Stärken: Toller Bosch-Motor mit hoher Reichweite, Bremsen und Reifen geben Sicherheit, Preis
  • Schwächen: Schwache Gabel, kurze Telestütze, Sehr schwer, Handling dadurch behäbig, Akku klappert bergab

Das Radon sammelt viele Punkte über den guten Bosch Motor und die Reichweite. Die gestreckte Sitzposition kostet aber Punkte in der Komfortwertung, ein ausgewiesener Trailkönner ist das güns­tige Radon nicht.

Ein E-MTB Fully unter 4000 Euro war lange undenkbar. Und dann auch noch mit Smart-System und 750er-Akku! Radon legt hier mächtig vor. Im Gelände kein Highlight, die Kritik an der Geometrie und schwachen Gabel relativiert sich aber mit Blick aufs Preisschild.

Radon Render 10.0 HD

RADON ist mit dem neuen RENDER ein hochwertiges E-Bike gelungen, dessen Fahreigenschaften rundum überzeugen. RADON ist mit dem neuen RENDER ein hochwertiges E-Bike gelungen, dessen Fahreigenschaften rundum überzeugen.

Auf den ersten Blick erkennt man: RADON will mit dem Render 10.0 HD klotzen, nicht kleckern. Edelste Parts, eine Gravity-betonte Geometrie und der kraftvolle, breit gespreizte Antrieb lassen aufhorchen. Gleichzeitig ist der Preis eine Ansage - zumal das Top-Render aktuell für 5999 statt der 7499 Euro des UVP im Shop des Versenders zu finden ist!

Auch optisch macht das Bike einiges her, der mattschwarze Lack und der kantige Carbon-Hauptrahmen (Hinterbau aus Aluminium) machen das Full-Power-MTB bullig. Sportlich-puristisch fällt der Komfort aus: Die Griffe sind griffig, aber wenig ergonomisch, der Sattel straff und mit einem angehobenen Heck ideal für schnelle Uphills.

Das Fahrwerk ist klar für Trail-Performance zuständig, nicht fürs Cruisen - was es aber trotzdem kann. Die Testbedingungen könnten widriger nicht sein: Schnee, Windbruch im Wald und tiefgefrorener Boden. Das Fahrwerk zeigt sich bei dem knüppelharten Untergrund als absolut zuverlässig und feinfühlig. Bergauf schiebt der Bosch-CX mächtig an, in Steilstücken unterstützt vom kleinen Gang mit einer Entfaltung von nur 1,5 Metern! Am anderen Ende der Gangspreizung liegen knapp acht Meter an, das sorgt für viel Tempo bergab. Zweimal 29“-Reifen sorgen für Laufruhe, der Hinterbau für Agilität. Das Radon Render 10.0 HD macht auf Trails eine Top-Figur. Gleichzeitig sind lange Enduro-Ausfahrten eine Freude.

RADON verspricht mit dem RENDER 10.0 HD 750 ein Baller-Bike ohne Kompromisse, das in unserem Testfeld zwar preislich unschlagbar ist, in der Praxis aber nicht alle Erwartungen erfüllen kann. Denn wird es in der Abfahrt ruppiger, kommt das E-MTB mit seinem fordernden Handling an seine Grenzen.

Mit dem trailorientierteren RENDER 10.0 HD 750 stellt der Direktversender das günstigste E-MTBs dieses Vergleichstests. Nun steht RADON mit dem RENDER 10.0 HD 750 erneut in den Startlöchern und verspricht die absolute Ballermaschine ohne jeglichen Kompromiss: Ein Bike, das für alle Fälle gewappnet ist, wobei es sich im direkten Vergleich zur hauseigenen Konkurrenz unter dem noch potenteren RADON Deft ansiedelt.

Das RADON RENDER 10.0 HD 750 ist ein Update des 2022er Vorgängermodells und kommt jetzt mit neuem Bosch Smart System und hochwertigen Performance-Komponenten. Die Geometrie hat sich hingegen kaum verändert. Den Hauptrahmen produziert der Hersteller aus Carbon, beim Hinterbau setzt er auf Aluminium. Die 29”-Laufräder treibt ein Bosch Performance Line CX-Motor mit 85 Nm und 600 Watt Maximalleistung an. Mit 24,5 kg in Größe L ist das RENDER 10.0 HD 750 zwar nicht das leichteste Full-Power-Bike im Vergleichstest, aber mit 5.999 € mit Abstand das günstigste im gesamten Testfeld. Denn das RENDER liegt ganze 4.331 € unter dem Durchschnittspreis unseres Testfelds.

Wenn sich Johnny Cash - aka the Man in Black - für ein Bike aus dem Vergleichstest entscheiden müsste, wäre es das RENDER 10.0 HD 750. Denn RADON fertigt den Hauptrahmen aus Carbon und verpackt ihn in ein schwarzglänzendes Gewand. Der Alu-Hinterbau kommt im gleichen „Deepblack“, aber in einer matt schwarzen Farbnuance. Das RADON RENDER teilt sich mit dem DEFT das markentypische Erkennungsmerkmal für E-MTBs und verpasst dem Rahmen eine stützende Strebe zwischen Ober- und Unterrohr, die das Bike etwas breiter aussehen lässt. Beim Branding hält sich RADON zurück und platziert ihren schwarzglänzenden Schriftzug dezent seitlich auf dem Unterrohr - Ein Design-Feuerwerk fackelt das RENDER hier nicht ab.

Auch bei Detaillösungen beschränkt sich der Hersteller auf das Nötigste und verpasst dem E-MTB lediglich 2 Anschraubpunkte am Unterrohr für einen Trinkflaschenhalter. Leider war es während unseres Tests noch nicht mit dem Bosch PowerMore-Range Extender kompatibel. Jedoch plant RADON zukünftig die Bike-Software dafür vorzubereiten.

Beim Cockpit des Full-Power-E-MTBs wurde die Kabelführung weniger sauber gelöst, so wirkt es unaufgeräumt. Alle Kabel verlaufen - erfreulich für alle Heimwerker - durch Cableports hinter dem Steuerrohr in den Carbonrahmen. Das Kabel der Hinterradbremse kommt über dem Motor wieder zum Vorschein, wo es schlussendlich außen an der Sitzstrebe befestigt zu seinem Einsatzort verläuft. Auch das Kabel der klobigen Bosch LED Remote, die um den Lenker gewickelt ist, trübt die Optik am Cockpit, stört beim Fahren aber nicht. Das verbaute Bosch Kiox 300-Display ist neben dem Vorbau platziert und im Fall eines Sturzes gut hinter dem Lenker geschützt. Eine kleine Aussparung am Oberrohr wurde schon vorbereitet und bietet Platz für den Bosch System Controller, der sich nachrüsten lässt.

Das Herzstück des Motorsystems, der Bosch Performance Line CX-Motor mit 85 Nm, wirkt in der schwarzen Silhouette des RENDER unauffällig, wurde aber nicht ganz so schön integriert wie der CX Race-Motor am Pivot Shuttle AM. Gespeist wird das Motorsystem vom 750 Wh großen Bosch PowerTube Akku, der nicht nur im Namen des Bikes, sondern auch im Unterrohr seinen Platz findet. Der nach unten entnehmbare Akku ist mit einem am Rahmen befestigten Akku-Cover abgedeckt. Das Akkucover ist durch einen zusätzlichen Gummistrap gesichert und der Akku mit einem Schloss vor Langfingern geschützt. Beim Ladeport, der sich über dem Tretlagerbereich befindet, setzt RADON auf ihre eigene Lösung: Zum Schutz vor Dreck und Schmutz haben die Entwickler ein drehbares Cover über dem Ladeanschluss platziert.

Präzise Schaltvorgänge stellt das kabellose SRAM X01 Eagle AXS 12-fach- Schaltwerk sicher. Das RADON RENDER rollt auf 29” NEWMEN EVOLUTION SL E.G.30 Aluminium- Laufrädern. Gepaart sind sie hinten mit einem MAXXIS Minion DHR-Reifen in MaxxTerra-Gummimischung und EXO+ Karkasse und vorne mit einem MAXXIS ASSEGAI in gleicher Gummimischung und Karkasse. Die pannenanfällige EXO+ Karkasse ist vor allem für schwerere Fahrer weniger geeignet und sollte zumindest hinten gegen die dickwandigere Doubledown-Karkasse getauscht werden. Wer zusätzlich mehr Grip an der Front genießen möchte, kann im gleichen Zuge vorne die harte MaxxTerra- auf eine weichere MaxxGrip-Gummimischung upgraden.

Beim Fahrwerk setzt der Dirketversender auf den goldenen Fuchs, denn Dämpfer, Federgabel und auch Sattelstütze kommen alle mit Kashima-Coating aus dem Hause FOX. Das würde dann schon eher den pompösen Geschmack von Elvis oder Elton John statt von Johnny Cash zusagen. An der Front verpasst der Hersteller dem RENDER eine FOX 36 Factory-Gabel mit präzise abstimmbarer GRIP2-Kartusche und am Heck einen FOX FLOAT-X-Factory-Dämpfer. Die FOX Transfer Factory-Sattelstütze rundet das Gesamtbild mit goldener Optik ab. Für große Fahrer ist die 150-mm-Dropperpost aufgrund des geringen Hubs jedoch zu wenig. Hier empfehlen wir vor allem größeren Fahrern eine Sattelstütze mit mehr Hub für zusätzliche Bewegungsfreiheit. Das Sitzrohr bietet genügend Einstecktiefe für eine längere Dropper, denn wir konnten sogar eine Sattelstütze mit 190 mm Hub verbauen.

Für die nötige Bremsleistung sorgen die MAGURA MT7-Vierkolbenbremsen, die mit einer 220 mm großen Bremsscheibe vorne und einer 203 mm Scheibe hinten gepaart sind.

RADON RENDER 10.0 HD Technische Daten

  • Motor Bosch Performance Line CX 85 Nm
  • Akku Bosch PowerTube 750 Wh
  • Display Bosch Kiox 300
  • Federgabel FOX 36 Factory GRIP2 160 mm
  • Dämpfer FOX FLOAT X Factory 140 mm
  • Sattelstütze FOX Transfer Factory 150 mm
  • Bremsen MAGURA MT7 220/203 mm
  • Schaltung SRAM X01 Eagle AXS 1x12
  • Vorbau Race Face Turbine R 40 mm
  • Lenker Race Face Turbine R 780 mm
  • Laufradsatz NEWMEN EVOLUTION SL E.G.30 29"
  • Reifen MAXXIS ASSEGAI MaxxTerra EXO+/MAXXIS Minion DHR MaxxTerra EXO+ 2,5/2,4

Technische Daten

  • Größe M L XL
  • Gewicht 24,5 kg
  • Zul. Gesamtgewicht 135 kg

Max. Ballermaschine ohne Kompromisse? In der Ebene sitzt man auf dem E-MTB des Direktversenders eher auf dem Bike, statt darin integriert. Dank der frontlastigen Sitzposition lassen sich Anstiege leicht erklimmen - bis zu einem gewissen Grad. Wird es zu steil, steigt selbst unter starker Gewichtsverlagerung nach vorn das Vorderrad leicht an. Wer dann aber aus dem Sattel aufsteht und seinen Körperschwerpunkt weiter nach vorne verlegt, meistert schließlich auch die Uphill-Challenge.

Auf moderaten Steigungen auf der Schotterstraße unterstützt der starke Bosch CX-Motor kraftvoll und im Turbo-Modus lässt sich der Uphill auch gerne nahe der 25-km/h-Grenze erklimmen. In technischen Climbs kommt der CX-Motor am RENDER aber nicht an die Kraft des CX-Race-Motors am Orbea WILD heran, der durch seinen langen Nachlauf selbst die steilsten Anstiege bravourös meistert. Die Abfahrt auf Flowtrails macht mit dem RANDON RENDER 10.0 HD 750 Spaß und das berechenbare Fahrverhalten hält keine bösen Überraschungen bereit. Das agile und direkte Handling lässt das Bike auf moderaten Trails verspielt bewegen. Sobald es aber rougher wird, bringt das Bike ein eher forderndes Handling mit sich und erfordert die volle Konzentration des Fahrers.

Das FOX Factory-Fahrwerk hat zwar ausreichend Gegenhalt und Endprogression, ist tendenziell aber auch eher straff und nicht so feinfühlig wie das im SCOR 4060 Z ST GX. Schläge werden so fast ungehindert an den Fahrer weitergegeben und das Bike lässt sich weniger intuitiv fahren. Hier muss also abgewogen werden, ob ihr so mit Full Speed ins Steinfeld fahrt oder mit gemäßigtem Tempo eure angepeilten Lines haltet. In steilen und technisch anspruchsvollen Abschnitten schlägt der berechenbare Fahrcharakter um. Das Pivot Shuttle AM liefert mit fast gleich viel Federweg eine bessere Trail-Performance. Das flache Cockpit des RENDER erschwert mit schlechter Ergonomie zusätzlich den Abstieg über steiles Gelände und vermittelt dem Fahrer wenig Sicherheit. Dadurch wird man auf dem Trail schnell über das Vorderrad positioniert, was Überschlagsgefühle vermittelt. Die MaxxTerra-Gummimischung erschwert zusätzlich die Haftung auf anspruchsvollem Terrain.

Durch den im Vergleichstest niedrigsten Preis von 5.999 € richtet sich das RENDER 10.0 HD 750 klar an preissensible Käufer, die nur auf flowigen oder moderaten Trails unterwegs sind oder das fordernde Handling im anspruchsvollen Terrain in Kauf nehmen. E-Bike-Racer ohne Sponsorenvertrag, die ein möglichst günstiges E-MTB für ihren Rennsport suchen, müssen beim RENDER noch etwas Budget für Upgrades einplanen, um es für anspruchsvolles Terrain aufzurüsten. Oder sie greifen lieber direkt zum potenten RADON Deft, dem Kauftipp aus dem letzten Jahr.

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