Amstel Gold Race: Informationen zum Radsportklassiker

Das Amstel Gold Race ist der berühmteste jährliche Radsportklassiker in den Niederlanden und das einzige niederländische Eintagesrennen in der UCI World Tour. Der Wettbewerb wird seit 1966 organisiert und erfreut sich großer Beliebtheit bei den Fans an der Strecke und zu Hause an den Bildschirmen.

Nicht nur sonntags steht ganz Süd-Limburg ganz im Zeichen des Amstel Gold Race, es gibt das ganze Wochenende über viel zu tun und das Radsportwochenende hat sich daher zu einem Weltklasse-Event entwickelt. Auch dieses Jahr wird Limburg vom Amstel Gold Race dominiert. Am Samstag bietet die Tour-Version Amstel Gold Race eine Etappe, an der nicht weniger als 15.000 internationale Freizeitradfahrer teilnehmen werden.

Es ist der Auftakt der Ardennen-Woche, der erste Teil des „Ardennen Triple“ - es folgen Fleche Wallonne am Mittwoch und dann das Ardennen-Monument in Lüttich am folgenden Sonntag. Rennen für Puncheure und bergfeste Allrounder - mit viel Prestige und Historie. Das Amstel Gold Race ist zwar nicht ganz so alt wie das erstmals 1892 ausgetragene Lüttich-Bastogne-Lüttich, kommt aber inzwischen bereits auf 59 Austragungen und zählt ebenfalls zu den angesehenen Klassikern.

Das „Bierrennen“ durch die Region Limburg hat für die Niederländer und Niederländerinnen eine besondere Bedeutung. Das Amstel ist ein langes, anspruchsvolles Rennen für die Punchere im Peloton. Im Vergleich zum Monument in Lüttich aber nicht ganz so schwer und bietet so unterschiedlichen Fahrertypen Chancen.

Die Strecke des Amstel Gold Race

Gestartet wird das Rennen auch in diesem Jahr in Maastricht. Anschließend geht es zunächst nordwärts, dann gen Osten und schließlich wieder zurück gen Maastricht. Der Parcours hat unterschiedliche Schleifen durch die Region, auf denen das Ziel mehrfach durchfahren wird.

Während vor einigen Jahren bereits früh im Rennen der Cauberg angefahren wurde, geht es nun über Gulpen etwas südlich des Zielorts vorbei und dann wieder gen Osten auf eine große Schleife ins Dreiländereck. Die erste Cauberg-Passage bei den Männern wurde wegen des Frauenrennens gestrichen. Denn dadurch konnte das Frauenrennen verlängert und ihr Parcours deutlich schwerer gestaltet werden.

Auf der großen Schleife im Dreiländereck wird bei den Männern sogar ein kleines Stück durch Deutschland gefahren, dann geht es über Gulpen und Hulst nach Valkenburg. Erst nach 173 Kilometern geht es das erste Mal den Cauberg hinauf und genau 82,6 Kilometer vor dem Ende wird dann das Ziel erstmals passiert und es geht auf die zweite Schleife. Über Geulhemmerberg, Keederberg und Bemelerberg fährt das Peloton wieder gen Süden zum Loorberg und anschließend über den Gulpenberg zurück gen Norden. Wenig später beginnt die finale Phase des Rennens.

Nach Loorberg und Gulpenberg geht es dann ab dem Kruisberg (42,5 km vor dem Ende) mit Anstiegen Schlag auf Schlag. Innerhalb von 10 Kilometern warten mit Kruisberg, Eijserbosweg, Fromberg und dem gefürchteten Keutenberg gleich vier steile Anstiege. Durchaus möglich, dass hier bereits eine Vorentscheidung fällt.

Nach dem Keutenberg führt die Strecke auf einem windanfälligen Höhenzug entlang in Richtung Cauberg. Dieser wird dann 22 km vor dem Ende zum letzten Mal erklommen.

Das Wahrzeichen des „Bier-Rennens“ ist der Cauberg in Valkenburg, bei vielen Austragungen fiel dort die Entscheidung. In diesem Jahr rückt der Cauberg wieder tief in das Finale des Rennens. Denn der Weg zum Ziel, nur etwas mehr als zwei Kilometer nach der Steigung in der kleinen Ortschaft Berg en Terblijt, führt in diesem Jahr wieder über den Anstieg zum Cauberg. In den vergangenen Jahren hatte man in der Anfahrt zum Ziel den Cauberg „rechts liegengelassen“.

Die Strecke wurde in den vergangenen Jahren mehrfach geändert - durchaus mit großem Erfolg! Denn einige Zeit verlief das Rennen meist nach dem gleichen Schema ab, zuletzt aber war es oft höchst unterhaltsam. Was die neue Änderung bewirkt, wird man abwarten müssen.

Ist der Cauberg geschafft, sind es nur noch zweieinhalb Kilometer bis zum Ziel.

Die Anstiege des Männerrennens

In diesem Jahr warten 34 Anstiege und 255,9 Kilometer auf die Männer.

  1. KM 11,6 - Maasberg
  2. KM 30,1- Adsteeg
  3. KM 45,6 - Bergseweg
  4. KM 49,1 - Korenweg
  5. KM 54,6 - Nijswillerweg
  6. KM 64,1 - Rijksweg
  7. KM 84,2 - Wolfsberg
  8. KM 87,9 - Loorberg (1)
  9. KM 99,2 - Schweibergerweg
  10. KM 105,6 - Camerig
  11. KM 118,1 - Drielandenpunt
  12. KM 122,4 - Gemmenich
  13. KM 126,4 - Epenerbaan / Vijlenerbos
  14. KM 133,5 - Eperheide
  15. KM 143,0 - Gulperberg
  16. KM 147,3 - Plettenberg
  17. KM 149,5 - Eyserweg
  18. KM 153,4 - Schanternelsweg
  19. KM 158,6 - Vrakelberg
  20. KM 166,4 - Sibbergrubbe
  21. KM 170,8 - Cauberg
  22. KM 175,4 - Geulhemmerberg
  23. KM 182,8 - Keerderberg
  24. KM 186,1 - Bemelerberg
  25. KM 201,3 - Loorberg
  26. KM 208,3 - Gulperberg
  27. KM 213,4 - Kruisberg
  28. KM 215,3 - Eyserbosweg
  29. KM 219,0 - Fromberg
  30. KM 222,9 - Keutenberg
  31. KM 233,6 - Cauberg
  32. KM 238,4 - Geulhemmerberg
  33. KM 245,1 - Bemelerberg
  34. KM 253,4 - Cauberg

Die Strecke des Amstel Gold Race Ladies Edition

Die Strecke der Amstel Gold Race Ladies Edition umfasst 22 Anstiege und 157,3 Kilometer.

Das Frauenrennen konzentriert sich im Wesentlichen auf die finale Runde, die über den Geulhemmerberg, Bemelerberg und Cauberg führt. Diese Strecke wird viermal absolviert, sodass etwa die Hälfte der gesamten Renndistanz aus diesen Runden besteht.

Favoriten des Amstel Gold Race

Wer beim Amstel ganz weit vorn landen kann, zählt meist auch bei den anderen beiden Ardennen-Rennen zum Favoritenkreis. Doch es gab in der Vergangenheit nur zwei Fahrer, denen das „Ardenne Triple“ in einem Jahr gelang - Davide Rebellin und Philippe Gilbert.

Die letzten vier Sieger hießen Thomas Pidcock, Tadej Pogacar, Michal Kwiatkowski und Wout Van Aert. Abgesehen von Kwiatkowski sind alle am Start. Top-Favorit dürfte nach den vergangenen Rennen wohl Tadej Pogacar sein. Er ist auf diesem Terrain aktuell der stärkste Fahrer. Doch das Amstel bietet auch taktisch Möglichkeiten, das Rennen zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Doch für die Konkurrenz wird es nicht leicht, das starke UAE-Team um Pogacar in die Defensive zu bringen.

Es gibt weitere Namen, die in einer Favoritenliste nicht fehlen sollten. Marc Hirschi beispielsweise, oder Maxim van Gils, Michael Matthews und natürlich Remco Evenepoel. Der Belgier hat sich beim Pfeil von Brabant überzeugend zurückgemeldet und bei seinem ersten Saisonrennen direkt den Sieg eingefahren. Sein Soudal-QuickStep-Team ist ebenfalls sehr stark aufgestellt. Mit dabei auch Maximilian Schachmann, der in herausragender Form ist und eine taktische Option bietet.

Ebenfalls zu den Favoriten zählt Ben Healy. Der tempofeste Ire hat eine super Form und zählt gerade auf diesem Terrain zu den stärksten Fahrern im Peloton. Thibau Nys sollte man auch auf dem Zettel haben und Fahrer wie Valentin Madouas, Joseph Blackmore, Dylan Teuns und Kévin Vauquelin muss man auf diesem Terrain stets im Auge behalten!

Die Favoriten nach TOUR-Sternen

  • ***** Tadej Pogacar
  • **** Remco Evenepoel, Thomas Pidcock
  • *** Van Aert, Healy, Aranburu, Pidcock
  • ** Van Gils, Hirschi, Blackmore, Vauquelin, Nys, Powless
  • * Matthews, Schachmann, Teuns, Madouas, Skjelmose, Laurance, Grégoire

Amstel Gold Race Ladies Edition 2025

Das Frauenrennen, die Amstel Gold Race Ladies Edition, findet ebenfalls am Sonntag statt und endet vor dem Männerrennen. Das Starterinnenfeld ist auch hier extrem stark besetzt mit großen Namen. Als aussichtsreichste Siegkandidatinnen gelten Demi Vollering (FDJ - SUEZ) und Lotte Kopecky (Team SD Worx - Protime). Die Belgierin Kopecky hat in Anna van der Breggen und der Vorjahreszweiten Lorena Wiebes noch zwei weitere Fahrerinnen an ihrer Seite, die ebenfalls gewinnen können. Gute Chancen aus deutscher Sicht hat Liane Lippert (Movistar Team).

Gespannt sind wir auch auf den Auftritt von Vorjahressiegerin Marianne Vos und ihrer Teamkollegin Pauline Ferrand-Prévot (beide Team Visma | Lease a Bike).

Die Favoritinnen nach TOUR-Sternen

  • ***** Demi Vollering, Lotte Kopecky
  • **** Liane Lippert, Marianne Vos, Pauline Ferrand-Prévot, Lorena Wiebes
  • *** Anna van der Breggen, Elisa Longo Borghini
  • ** Katarzyna Niewiadoma, Puck Pieterse
  • * Noemi Rüegg, Kristen Faulkner, Kimberley (Le Court) Pienaar

Amstel Gold Race im TV

Das Amstel Gold Race wird live im TV übertragen. Das Amstel Gold Race ist mehr als nur ein Radrennen - es ist ein echtes Spektakel für Radsportfans und Aktive gleichermaßen.

Amstel Gold Race: Daten und Fakten

Hier sind die wichtigsten Informationen zum Amstel Gold Race:

  • Termin: 20. April 2025, voraussichtliche Zielankunft ~ 17:00 (Männer), ~ 14:10 Uhr (Frauen)
  • Distanz: 255,9 Kilometer (Männer), 157,3 Kilometer (Frauen)
  • Start: Maastricht, Ziel: Berg en Terblijt
  • Profil: hügelig
  • UCI-Kategorie: (Women’s) World Tour
  • Veranstalter: Amstel Gold Race Foundation
  • Premiere: 1966 (Männer); 2001 (Frauen)
  • Vorjahressieger: Thomas Pidcock (Männer), Marianne Vos (Frauen)

Das Amstel Gold Race als touristisches Erlebnis

Selbst mitfahren? Natürlich will jeder Radfahrer, der in Südlimburg unterwegs ist, zumindest einen Teil des Amstel Gold Race fahren. Und das ist möglich, weil die gesamte Strecke des Amstel Gold Race ausgeschildert ist.

Als kleines Extra können Sie sich am Start- und Zielort Amstel Gold Race Xperience in Valkenburg einen speziellen Zeiterfassungs-Chip ausleihen. Anschließend können Sie Ihre Ergebnisse und das Video Ihres eigenen Aufstiegs online ansehen.

Die Strecke des Amstel-Gold-Rennens, des einzigen Radsportklassikers der Niederlande, ist für den Radtouristen eine tüchtige Herausforderung. Wer den Routeschilder des Amstel Gold Race (Schleife 1) folgt, wird mit mehreren berüchtigten Anstiege im südlimburgischen Hügelland konfrontiert.

Die Route ist ein echtes Erlebnis, wobei man einige der berühmten Buckel überwinden muss, so den Cauberg, den Adsteeg und den Fromberg. Für Liebhaber eine Runde zum Fingerschlecken. Sie werden von der herrlichen Landschaft, den schönen Fernblicken und natürlich den vielen Terrassen, die zu einer Pause einladen, überwältigt sein.

Parken und aufs Rad steigen können Sie am „Amstel Gold Race Xperience“ in Valkenburg.

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