Radrennen durch Amerika: Ein Überblick

Das "Race Across America" (RAAM) gilt als das Krasseste, was man auf seinem Fahrrad bewältigen kann. Das seit 1982 durchgeführte Extrem-Radrennen führt über rund 5.000 Kilometer und 52.000 Höhenmeter durch 13 Bundesstaaten Amerikas einmal quer durchs Land von Kalifornien bis in den Bundesstaat New York.

Die Herausforderung Race Across America

Allein die Eckpunkte des Rennens sprechen eigentlich schon für sich: 3.000 Meilen oder umgerechnet 4.800 Kilometer sowie 170,000 vertical feet (~50.000 Höhenmeter) gilt es zu überwinden.

Das Radrennen "Race across America" gilt als eines der härtesten der Welt. "Race Across America" gilt als das härteste Langstrecken-Radrennen der Welt. Diese Challenge ist extrem: fast 5.000 Kilometer über knapp 50.000 Höhenmeter durch 13 Bundesstaaten Amerikas.

Das RAAM ist kein Etappenrennen wie die Tour de France, sondern ein durchgehendes Ultra-Rennen - wer schläft, verliert. Die Strecke hatte es in sich. Von Kalifornien ging es durch die Wüste von Arizona, später über die Rocky Mountains mit bis zu 3.000 Meter hohen Pässen.

Um das Rennen erfolgreich zu beenden, muss ein Zeitlimit eingehalten werden: Für Einzelfahrer beträgt dieses Limit 288 Stunden (12 Tage). Das bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 17 km/h, inklusive aller Pausen, Schlaf und verkehrsbedingten Stopps. Jeder Teilnehmer kann selbst wählen, wann und wo er Schlafpausen einlegen möchte. Er muss dadurch abwägen zwischen dem Wert zusätzlicher Fahrzeit und der Möglichkeit zur Regeneration durch den Schlaf. Die meisten Teilnehmer schlafen täglich durchschnittlich etwa zwei Stunden.

Extrembedingungen

Überhaupt waren die Fahrer während des Rennens extremen Bedingungen ausgesetzt. Es war unter anderem die Hitze, die den Fahrern zu schaffen machte. Während des Rennens wurden aus dem Death Valley in Kalifornien fast 50 Grad Celsius gemeldet. In den Rocky Mountains waren es dann teilweise nur noch null Grad. Auch die Appalachen waren herausfordernd.

Österreichische Erfolge beim RAAM

Philipp Kaider aus Wolkersdorf im Weinviertel hat das Race Across America (RAAM) 2025 für sich entschieden. Damit setzte sich Kaider gegen die internationale Konkurrenz durch und sicherte sich sechs Jahre nach dem letzten österreichischen Triumph durch Christoph Strasser den Sieg beim härtesten Radrennen der Welt. Hinter Kaider belegte mit Lukas Kaufmann ein weiterer Österreicher den zweiten Platz.

Christoph Strasser

Der Rekordhalter heißt: Christoph Strasser. Dies war sein fünfter Sieg. Mit seinem fünften Sieg egalisierte er den Rekord des 2010 bei einem Trainingsunfall tödlich verunglückten Slowenen Jure Robič.

Christoph Strasser durchquerte die USA auf einem Rennrad mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25,56 km/h - Pausen eingerechnet. 4.940 Kilometer und 50.000 Höhenmeter in rund acht Tagen. Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten: ein Tag, elf Stunden und zehn Minuten.

Nur zwölf Mal steigt Strasser vom Rad, um zu schlafen. Seine Gesamtschlafdauer innerhalb dieser acht Tage: acht Stunden und 18 Minuten. Er ist bereits wieder Zuhause, in Graz.

Philipp Kaider

Philipp Kaider aus Wolkersdorf im Weinviertel hat das Race Across America (RAAM) 2025 für sich entschieden. Der 39-jährige Ultradistanz-Spezialist benötigte für die 4932,64 Kilometer lange Strecke von Oceanside in Kalifornien nach Atlantic City an der Ostküste eine Zeit von 8 Tagen, 22 Stunden und 32 Minuten. Kaider, der als Rookie ins Rennen ging, verfolgte von Beginn an eine defensive Strategie.

Seine mentale Stärke und positive Einstellung waren laut Crew-Chief Dr. Christian Kromoser entscheidende Faktoren. Der Sieg beim Race Across America ist der vorläufige Höhepunkt in Kaiders Karriere als Ultracyclist.

Kaider nutzte seine Teilnahme am RAAM auch für einen guten Zweck. Seine gefahrenen Kilometer kommen dem Spendenprojekt "Bines Radl-Challenge" der Hilfsorganisation "Sonne-International" zugute.

Lukas Kaufmann

Hinter Kaider belegte mit Lukas Kaufmann ein weiterer Österreicher den zweiten Platz. Der 31-jährige Oberösterreicher erreichte das Ziel nach 9 Tagen, 13 Stunden und 40 Minuten. Für Kaufmann war es bereits der zweite zweite Platz beim RAAM in Folge.

Teamleistungen beim RAAM

Das elfköpfige Betreuerteam spielte eine entscheidende Rolle für Kaiders Sieg. Die gute Kommunikation und Abstimmung innerhalb des Teams ermöglichten es, auch in schwierigen Phasen schnell Lösungen zu finden.

Das Radrennen "Race across America" gilt als eines der härtesten der Welt. Es führte das Team des SV Enge-Sande (Kreis Nordfriesland) vom Pazifik im Westen bis an den Atlantik im Osten, durch Wüsten und über die Rocky Mountains. Fünf Tage und 13 Stunden standen am Ende auf der Uhr.

Und so war der taktische Plan: Jeder Fahrer fuhr so schnell er kann 15 Minuten am Stück, dann wurde er durch einen frischen Fahrer getauscht, der wiederum 15 Minuten Vollgas gab. In einer Stunde waren es also immer vier Fahrer, die sich abwechselten. Jeder Fahrer musste pro Tag also 14 Mal in 14 Stunden 15 Minuten Vollgas geben, dann hatte er Pause. Zeit, um sich zu erholen und zu schlafen.

Joey Kelly und "Race Across America - Team No Limits"

Wenn man an Extrem-Herausforderungen denkt, dann fällt ein Name in Deutschland immer wieder: Joey Kelly. Das Race Across America 2025 wird mit diesem Team weit mehr sein als „nur“ ein Rennen. Es wird ein Erlebnis, das inspiriert. Für Radsportfans. Für Fitnessjunkies. Für Abenteurer. Für jeden, der sich fragt, ob da draußen noch etwas geht.

Das Team "No Limits" wird aus folgenden Extrem-Sportler:innen gebildet: Joey Kelly, Fritz Meinecke und andere. Das Team von Joey Kelly wird durch erfahrene Crew-Mitglieder und medizinisches Personal unterstützt. Dabei ist auch ein Medienteam, das den gesamten Roadtrip dokumentieren und als Content aufbereiten wird.

Tabelle: Ergebnisse ausgewählter RAAM-Rennen

Jahr Sieger (Herren) Zeit Zweiter Platz (Herren) Zeit
2025 Philipp Kaider (Österreich) 8 Tage, 22 Stunden, 32 Minuten Lukas Kaufmann (Österreich) 9 Tage, 13 Stunden, 40 Minuten
Vorherige Siege Christoph Strasser (Österreich) Ca. 8 Tage - -

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