Die Geschichte hinter dem Namen
Bei einer Streckenbesichtigung für die Austragung von Paris - Roubaix 1919 begleitete ein Journalist der veranstaltenden Zeitung "L'Auto" den französischen Star Eugène Christophe auf dem Kurs durch Nordfrankreich. Victor Breyer prägte den Ausdruck "l'enfer du nord", schockiert von den apokalyptischen Verwüstungen der Kriegsjahre. Seinen Zeitgenossen waren Tod, Leid und Zerstörung der vier Jahre Dauerfeuer auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges unauslöschlich eingebrannt. Die schaurige Bühne, auf der es ausgetragen wurde, rief den Vergleich zur Hölle hervor.Die Anstrengungen, Schmerzen, Grenzerfahrungen eines sportlichen Wettbewerbs, gleich wie hart er ist, sind mit denen eines Krieges nie vergleichbar.
Die Strecke und ihre Herausforderungen
Rund 55 der 257 Kilometer führen über Kopfsteinpflaster. Die ersten Kopfsteinpflaster-Passagen werden in Troisvilles bei Rennkilometer 93,5 erreicht. Die Strecke von Paris-Roubaix 2018. Die 29 Kopfsteinpflasterabschnitte sind rot markiert. Dazu gesellt sich mit dem Sektor 25 ein brandneuer Pflasterabschnitt über 1.500 Meter zwischen Saint-Hilaire und Saint-Vaast. Mit dem Trouée d‘Arenberg, dem Mons-en-Pévèle und dem Carrefour de l’Arbre bleiben die größten Schwierigkeiten bestehen, bevor es im Velodrom von Roubaix zum packenden Finale kommt.
John Degenkolb über Paris-Roubaix
Für John Degenkolb ist Paris-Roubaix ein ganz besonderes Rennen. Einen zweiten Platz (2014) und einen Sieg (2015) kann Degenkolb bei diesem vor allem wegen seines Kopfsteinpflasters berühmt-berüchtigten Eintages-Klassiker vorweisen. Das ist ein ganz besonderes Rennen im Jahr und hat für mich immer gute Ergebnisse gebracht - mit dem Sieg 2015 auch einen der größten Erfolge meiner Karriere überhaupt.
Paris-Roubaix ist sein Lieblingsrennen. Er freute sich sehr über dieses Hommage-Poster. Die Chancen stehen schon ganz gut, das Team Trek-Segafredo kann mit Selbstvertrauen ins Rennen gehen. Er sieht Paris-Roubaix als große Chance. Es ist eine Rennperiode, die es nur im Frühjahr und vorwiegend in Belgien und Frankreich gibt.
Aufgrund Ihres Trainingsunfalls hat er im vergangenen Jahr sein erklärtes Lieblingsrennen verpasst. Er hat das Rennen als ganz normaler Zuschauer am Fernseher verfolgt, zusammen mit Freunden und mit Begeisterung, weil er das Rennen auch als Zuschauer mag. Das war einmal eine andere Erfahrung und auch ein interessanter Perspektivwechsel. In dem Moment war es für mich auch nicht so dramatisch, weil schon länger klar war, dass ich aufgrund meiner Verletzungen nicht dabei sein konnte.
Es scheint superwarm zu werden, viel Sonnenschein wie im Jahr 2011, als er erstmals bei diesem Rennen dabei war (Rang 19, Anmerkung der Redaktion). Er komme ganz gut damit zurecht. Man sieht zwar manchmal nicht mehr viel.
Tadej Pogacar's Debüt in der "Hölle des Nordens"
Dieser Sonntag markiert einen besonderen Moment in der Geschichte des Radsports: das mit Spannung erwartete Debüt von Tadej Pogacar bei Paris-Roubaix. Es ist das erste Mal, dass der kompletteste Fahrer seiner Generation das berüchtigte Rennen durch das Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs in Angriff nimmt.
Im Jahr 2024 schrieb Pogacar Geschichte: Er gewann Giro d'Italia, Tour de France und die UCI-Weltmeisterschaft im Straßenrennen in einer Saison. Diese moderne "Triple Crown" wurde seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht und gelang zuvor nur zweimal in der Geschichte. Er steht an der Schwelle zu einer Neudefinition dessen, was im Radsport als möglich gilt.
Roubaix ist eines von nur zwei Monumenten, die Pogacar noch fehlen. Er will mehr als nur gewinnen. Er will vollständig sein. Ein Sieg in Roubaix 2025 könnte bedeutender sein als alles zuvor.
Die Rivalität zwischen Pogacar und Van der Poel hat sich zur vielleicht packendsten im modernen Radsport entwickelt. Jetzt steht es 1:1. Und Roubaix könnte zur Entscheidung führen.
Pogacars Chancen wirken objektiv gering. Aber auch bei der WM glaubte kaum jemand an seinen Soloritt über 100 Kilometer. Auch beim Giro-Tour-Doppel waren die Zweifel groß. Pogacar lebt davon, das Unwahrscheinliche zu wagen.
Noch vor zehn Jahren war es undenkbar, dass ein Grand-Tour-Fahrer Roubaix gewinnt. Pogacar definiert neu, was ein Radprofi sein kann. Nach den Klassikern wird Pogacar sein Augenmerk wieder auf die Tour de France richten.
Wenn Pogacar am Sonntag Roubaix gewinnt, werden die Vergleiche mit Eddy Merckx nicht mehr nur poetisch, sondern messbar. Alle fünf Monumente in einem Jahr zu bestreiten ist selten. Bei allen fünf um den Sieg zu fahren - das wäre einzigartig.
Roubaix fehlt noch. Ein Sieg hier würde ihn in den Klub der Unsterblichen katapultieren. Vielleicht sogar auf den Weg zum größten Fahrer aller Zeiten.
Für eine Chance auf Roubaix riskiert er alles: seinen Ruf, seine Form, seinen Körper. Selbst wenn er nicht gewinnt, hat er die Regeln des Sports neu geschrieben.
Fakten und Statistiken
Am 13. April wird Tadej Pogacar erstmals bei Paris-Roubaix an den Start gehen. Seit 1991 hat kein amtierender Tour-Sieger die "Hölle des Nordens" bestritten. Der Körperbau der typischen Roubaix-Gewinner ist ebenfalls ein Hindernis. Im 21. Jahrhundert liegt das Durchschnittsgewicht der Sieger bei 77,7 Kilogramm. Mathieu van der Poel bringt rund 75 Kilogramm auf die Waage - satte neun mehr als Pogacar.
Mit dieser Teilnahme setzt Pogacar seinen Weg fort, ein "All-in-One"-Fahrer zu werden. Er gibt sich nicht mit Tour-Siegen zufrieden, sondern will auch in den Klassikern brillieren.
Biniam Girmay's Debüt
Biniam Girmay erlebte am Sonntag bei seinem Debüt in Paris-Roubaix die brutale Realität der „Hölle des Nordens“. Doch trotz des Schmerzes war die Erfahrung nicht so schlimm, wie er es befürchtet hatte. Besonders erfreulich war, dass er keine Stürze oder mechanischen Probleme hatte - ein Glücksfall, den viele seiner Mitstreiter nicht hatten.
Verwandte Beiträge:
- 300 km Radrennen Neubrandenburg: Strecke, Teilnehmer & Highlights
- Olympia Radrennen Liveticker 2024: Ergebnisse & News
- Radrennen Italien heute: Ergebnisse, Highlights & Liveticker
- Motorradfahren lernen leicht gemacht: Unverzichtbare Tipps für Anfänger!
- Ultimativer Mountainbike Test: Die besten Modelle bis 3000 Euro im Vergleich!
Kommentar schreiben