Paris-Brest-Paris ist das älteste Radrennen in Europa, das noch immer gefahren wird. Los geht es in Paris, mit dem Fahrrad 600 Kilometer nach Westen, das Ziel ist Brest am Atlantik. Dann direkt zurück in die französische Hauptstadt, wieder 600 Kilometer. Zwischen 80 und 90 Stunden im Sattel, ohne feste Pausen, jeder fährt sein eigenes Rennen - willkommen bei Paris-Brest-Paris.
Die Ursprünge des Rennens
1891 schuf der Journalist Pierre Giffard den Wettbewerb als PR-Gag für das "Petit Journal". Der Fahrrad-Marathon sollte den Nutzen des damals neuen, modernen Fortbewegungsmittels unter Beweis stellen sowie die Auflage steigern. Und die Rechnung ging auf.
Am 6. September 1891 machten sich 206 Teilnehmer auf die Distanz von 1200 Kilometern, darunter auch zwei Tandems, zehn Tricyles und ein Hochrad. Sieger wurde Charles Terront, der die Strecke ohne Schlaf in 71:22 Stunden bewältigte. Der langsamste Konkurrent braucht mehr als zehn Tage. An den Start gingen seinerzeit sowohl Rennprofis wie Hobbyradler.
Für alle Beteiligten galt bei der Tortur über die Departements- und Nationalstraßen: Keine Hilfe von Dritten, Prüfer wachen an Kontrollpunkten über die Einhaltung von Strecke und Zeit. Mit der Jahrhundertwende teilte sich das Rennen dann in Profis und Amateure.
Der Charakter des Rennens heute
Heute sind nur noch ambitionierte Hobbyfahrer am Start. Sie prägen den Charakter des Events, das bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg eine Domäne von wenigen Hundert hartnäckigen Fans blieb. Gestartet wird in Gruppen und nach Zielzeiten gegliedert.
"Paris-Brest-Paris fährt jeder für sich allein, jeder gegen jeden, jeder gegen sich selbst", sagt Lixenfeld. Wer die Strecke unter 90 Stunden schafft und dafür eine Medaille bekommt, darf sich als Gewinner fühlen.
Ambitionierte Spitzenfahrer versuchen, die Strecke mit nur sehr wenigen kurzen Stopps und Schlafstunden zu bewältigen. Manche kommen mit einer Zeit von unter 50 Stunden im Ziel an. Die anderen Radler können, sofern sie bei Tageslicht diszipliniert durchfahren und kürzere Pausen einlegen, zumindest nachts einige Stunden schlafen.
Die Vorbereitung und Ausrüstung
Ins Gepäck gehören Ersatzschlauch, Trinkflaschen, Regenkleidung und Lampen. Dazu Helm, Sonnenbrille, Handschuhe gegen die nächtliche Kälte, Energieriegel, Hautcreme für die empfindlichsten Stellen des Körpers. Rund alle 80 Kilometer gibt es einen kurzen Stopp an den Kontrollpunkten, wo freiwillige Helfer für die Verpflegung sorgen.
Der 84-Jährige hat sich akribisch auf das Rennen vorbereitet. Einmal die Woche fährt er auf seinem eigens gefertigten, 5000 Euro teuren Rad mindestens 200 Kilometer. Dazu kurze, schnelle Trips "für die Spritzigkeit". Lixenfeld stellt vor dem Rennen extra seine Ernährung um: Zum Frühstück gibt es Kaffee gemischt mit Kokosfett, dazu eine Diät mit Eiern, Quark, Fischöl, Salat und Gemüse, als Snack Mandeln und Macadamia-Nüsse. Nur einmal die Woche Kohlenhydrate, Kartoffeln oder Nudeln.
Ein Teilnehmer im Fokus: Friedhelm Lixenfeld
"Da musst du es nicht nur in den Beinen oder im Hintern haben. So ein Rennen fährst du vor allem mit dem Kopf. Nur darauf kommt es an, auf die Motivation, den eisernen Willen." Friedhelm Lixenfeld, sehniger Körperbau, grauer Kurzhaarschnitt, weiß, wovon er redet. Der Hamburger nahm schon dreimal an dem legendären Fahrrad-Marathon teil.
"Beim ersten Mal bist du noch unbekümmert, dann wird es jedes Mal schwieriger. Lixenfeld wird dennoch wieder am Start stehen, wenn sich am 16. und 17. August rund 6000 Teilnehmer von fünf Kontinenten im Vélodrome National auf den Weg nach Brest machen. Offiziell bestätigt ist es nicht, aber kein Teilnehmer des 1200-Kilometer-Rennens dürfte älter sein als Lixenfeld - er ist 84.
Lixenfeld, gelernter Bauingenieur und einst Direktor im Hamburger Tiefbauamt, hat sein Leben lang Sport getrieben. Als er fast 70 war, stand er an einem See und beobachte eine Gruppe Radfahrer, die für Paris-Brest-Paris trainierten. Lixenfeld, der in jüngeren Jahren bereits hohe Alpenpässe bezwungen hatte, holte sein altes Rad aus der Garage, trainierte und fuhr Rennen: Erst in Norddeutschland, später erstmals Paris-Brest-Paris. Seine vierte Teilnahme nun soll auch seine letzte an dem Mega-Fahrrad-Marathon sein.
Zusammenfassung der wichtigsten Fakten
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Erstes Rennen | 6. September 1891 |
| Distanz | 1200 Kilometer |
| Gründer | Pierre Giffard |
| Erster Sieger | Charles Terront (71:22 Stunden) |
| Teilnehmer heute | Ambitionierte Hobbyfahrer |
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