Radrennen Rundfahrt Spanien Geschichte

Die Vuelta a España, auch bekannt als Spanien-Rundfahrt, ist neben der Tour de France und dem Giro d’Italia eines der drei großen Radrennen Europas.

Die Vuelta besticht durch ihre hügeligen Etappen und eindrucksvolle Umgebung. Sie erstreckt sich meistens über eine Länge von 3300 bis 3500 Kilometern, aufgeteilt auf 21 Etappen.

Dabei überwinden die Fahrer häufig bis zu 5000 Höhenmeter an nur einem Tag. Durch ihre wenigen Flachetappen, die oftmals auch mit einer kürzeren Bergankunft enden, gilt die Vuelta als die bergigste Grand Tour. Daher sind starke Kletterer in der Regel die Topfavoriten.

Spaniens nationales Straßenradrennen ist mit Abstand die am wenigsten großartige der drei großen Landesrundfahrten.

Seitdem ist der Termin der Vuelta im Versuch, eine feste Nische für sie zu finden, ein ums andere Mal verlegt worden - April, Juni, August, Oktober.

Im Gegensatz zur Tour de France, die einmal im und einmal gegen den Uhrzeigersinn die Route gestaltet, gibt es bei der Vuelta keine wirkliche Strategie.

In den letzten Jahren beginnt die Rundfahrt etwas früher, meist in der dritten Augustwoche, früher begann sie Anfang September, aber das hat man dann geändert.

Die Anfänge der Vuelta a España

Inspiriert von der italienischen und französischen Landesrundfahrt, wurde die Vuelta a España das erste Mal 1935 ausgetragen.

50 Fahrer nahmen an dem Rennen teil, das aus 14 Etappen bestand. Sieger wurde der Belgier Gustaf Deloor. Schon damals war die Strecke mehr als 3000 Kilometer lang.

Auch ein Jahr später konnte der belgische Radsportler die Vuelta für sich entscheiden. In den darauffolgenden Jahren fand die Spanien-Rundfahrt nur sehr unregelmäßig statt.

Grund dafür waren der Spanische Bürgerkrieg und der Zweite Weltkrieg sowie die daraus resultierenden wirtschaftlichen Probleme des Landes.

Erst seit 1955 gab es in jedem Jahr eine Veranstaltung. Es nahmen im Laufe der Zeit immer mehr internationale Sportler teil.

Zum insgesamt fünften Mal in ihrer mittlerweile 89-jährigen Geschichte erfolgt der Start der Vuelta im Ausland. Und zum zweiten Mal wird die portugiesische Hauptstadt Lissabon die Ehre zuteil.

1997 war Lissabon der erste Startort außerhalb Spaniens, es folgten Assen in den Niederlanden (2009), Nimes in Frankreich (2017) und 2022 Utrecht (Niederlande). Nun erfolgt der Start der 79.

Die Strecke und ihre Besonderheiten

Der anspruchsvolle Parcours führt in wechselnder Streckenführung quer durch Spanien. Wie der Giro d’Italia und die Tour de France startet die Spanien-Rundfahrt häufig außerhalb des Landes.

Teilweise macht die Route auch einzelne Abstecher in andere Länder, wie zum Beispiel Deutschland, Frankreich oder Andorra. Traditionell endet die Vuelta in der spanischen Hauptstadt Madrid.

Der Großteil der Etappen findet an der Meeresküste im Süden der iberischen Halbinsel oder auf den hohen Bergen im Landesinneren statt. Häufig absolvieren die Fahrer auch einige Flachetappen im Nordwesten nördlich von Portugal.

Das Markenzeichen der Vuelta ist der Anstieg des Alto de Angliru in Asturien, bei dem das Fahrerfeld eine steile Rampe mit bis zu 24 Prozent Steigung überwinden muss.

Dieser Anstieg zählt zu den schwierigsten im gesamten Radsport.

Weitere hart umkämpfte und spannende Etappen sind zum Beispiel die Bergankünfte am Puerto de las Peñas Blancas, der Sierra de la Pandera oder die Hoya de la Mora in der Sierra Nevada.

Oft macht die Vuelta für einige Etappen einen Zwischenstopp in Andorra an der Grenze zu Frankreich. Hier erwarten die Radsportler einige steile Bergetappen und Pässe.

Wertungen und Trikots

Wer bei der Vuelta welches Trikot tragen darf, wurde in der Vergangenheit mehrfach angepasst. So wechselten nicht nur die Trikotfarben, sondern auch das Regelwerk.

Heute wird die Spanien-Rundfahrt nach dem Reglement der UCI und des Sonderreglements des Veranstalters, der Firma Unipublic, ausgetragen. Für die Gesamtwertung werden die Zeiten aller gefahrenen Etappen addiert - abzüglich der Zeitgutschriften, die die ersten Drei im Ziel und bei Zwischensprints erhalten.

Der Radprofi, der für den gesamten Parcours am kürzesten braucht, gewinnt die Gesamtwertung.

Punktewertung

Wie bei der Tour de France ist auch bei der Vuelta das Trikot der Punktewertung grün.

Die Punkte werden bei den Zwischensprints und Zielankünften an die Top 15 bzw. Top 3 vergeben. Daher konnten die Fahrer bei den Flachetappen mehr Punkte holen als bei einer Bergankunft.

Dieses ist wie bei der Tour de France weiß, allerdings nicht mit roten, sondern blauen Punkten.

Die Gipfel der Vuelta sind wie bei den anderen beiden Landesrundfahrten in vier Kategorien eingeteilt. Er wird wie der Führende der Gesamtwertung durch Addition der Zeiten der Tagesabschnitte aller Fahrer unter 25 Jahren ermittelt.

Darüber hinaus gibt es die Mannschaftwertung und die Kür des kämpferischsten Fahrers. Bis 2018 hatte die Vuelta mit wenigen Unterbrechungen eine Besonderheit im Radsport: die Kombinationswertung.

Sie zeichnete den vielseitigsten Radprofi aus. Hierfür wurden die Ergebnisse der Gesamt-, Berg- und Punktewertung addiert. Der Fahrer mit der niedrigsten Summe führte diese Kombinationswertung an.

Die Sieger der Vuelta a España

Die meisten Gesamtsiege bei der Spanienrundfahrt konnte der Spanier Roberto Heras (2000, 2003, 2004, 2005) erringen.

Der Schweizer Tony Rominger (1992-1994), der spanische Radprofi Alberto Contador (2008, 2012, 2014) und der Slowene Primož Roglič (2019-2021) kommen auf jeweils drei Siege. Ob Roglič mit Heras gleichziehen kann, wird sich bei der 78. Ausgabe der Vuelta zeigen.

Auf die meisten Etappensiege kommt der Spanier Delio Rodríguez. Er hält mit 39 Siegen den Rekord. Generell dominieren die Spanier bei den Ergebnissen ihrer Heimrundfahrt: Sie konnten die Vuelta insgesamt 33 Mal gewinnen und auch viele Tagessiege erringen.

Siegerliste Vuelta der letzten zehn Jahre

  • 2022 Remco Evenepoel (Belgien)
  • 2021 Primož Roglič (Slowenien)
  • 2020 Primož Roglič (Slowenien)
  • 2019 Primož Roglič (Slowenien)
  • 2018 Simon Yates (Großbritannien)
  • 2017 Christopher Froome (Großbritannien)
  • 2016 Nairo Quintana (Kolumbien)
  • 2015 Fabio Aru (Italien)
  • 2014 Alberto Contador (Spanien)
  • 2013 Christopher Horner (USA)
  • 2012 Alberto Contador (Spanien)

Auch die Gebrüder Manuel und Emilio Rodriguez konnten die Radsportwelt begeistern, in dem sie die Fahrt im Jahre 1950 von Anfang bis zum Ende beherrschten und am Ende die ersten beiden Plätze belegten.

Aus Deutschland waren Rudi Altig, Rolf Wolfsdohl und Jan Ullrich je einmal Gesamtsieger.

Weitere bekannte deutsche Teilnehmer waren Klaus-Peter Thaler, Dietrich Thurau und Marcel Wüst.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0