Was liegt näher, als an einem sonnigen Morgen einfach mal einen Tag blau zu machen - und die unbekannten Ecken der näheren Umgebung zu erkunden? Eine Tour mit Bahn und Bike durchs Münchner Umland.
Von Freising zum Ammersee: Eine detailierte Streckenbeschreibung
Los geht es an einem noch etwas frischen Sommermorgen. Startpunkt ist der Bahnhof in Freising, der mit dem Regionalzug schnell erreicht ist. Der Plan: Von hier dem Verlauf der Amper zu folgen, bis zu ihrer „Quelle“ am Nordende des Ammersees. Etwa 90 Kilometer lang ist die Tour - an einem langen Sommertag gut zu bewältigen.
Zunächst gilt es, den „Startpunkt“ an der Amper zu erreichen. In der würzigen Morgenluft radelt man hinaus aus der Stadt, auf einer ruhigen Landstraße durch dichten Nadelwald und ein flottes Stück bergab, bis der kleine Ort Allershausen erreicht ist. Hier mündet das Flüsschen Glonn in die Amper, die als Ammer südlich von Oberammergau entspringt, bei ihrer Reise durch den Ammersee ihren Namen wechselt und nach 186 Kilometern bei Moosburg in die Isar mündet.
Von hier folgt man einfach dem Radweg nach Dachau, durch blühende Wiesen ganz in der Nähe des Amperkanals immer in Richtung Süden. Vorbei geht es am hundert Jahre alten Wasserkraftwerk Kranzberg, dem Kranzberger Weiher und zahlreichen kleinen Seen und Tümpeln. Nach einer Überquerung der Autobahn führt der Radweg ein ganzes Stück direkt an der Amper entlang - die sich hier allerdings so gut hinter dichtem Ufergehölz versteckt, dass man das Wasser oft nur erahnen kann.
Weiter geht es durch eine brettebene Landschaft mit saftig grünen Wiesen und sanft gelben Feldern. Inzwischen strahlt die Sonne von einem tiefblauen Himmel, das Radeln ist das reinste Vergnügen und die Kilometer schmelzen nur so dahin. Bald lässt man die Dörfer Fahrenzhausen, Haimhausen und Ampermoching hinter sich und erreicht den Ortsrand von Dachau.
Wer auf dem Radweg bleibt, bemerkt von der Stadt allerdings kaum etwas: Im gesamten Stadtgebiet verläuft die Route durch grüne Flussauen an der Amper oder an kleinen Kanälen entlang, mal durch ein ruhiges Wohngebiet, dann direkt unterhalb des Schlossparks vorbei. Anschließend beginnt einer der schönsten Abschnitte der Tour: Auf einem weitläufigen Radweg geht es an der breiten, aufgestauten Amper entlang, die hier und da von hübschen historischen Wasserkraftwerken überspannt wird.
Es folgt ein Stück im Zickzack: Mal durch ein dichtes Waldstück, mal neben der Straße, dann wieder ein Stück am Fluss entlang. Hinter dem künstlich angelegten kleinen Ampersee führt der Radweg durch grüne Auwiesen am kleinen Mühlbach entlang, vorbei an Olching und dem prächtigen Schloss Esting, quer durch das verschlafene Emmering und bis ins Zentrum von Fürstenfeldbruck.
Zwischenstopp in Fürstenfeldbruck
Das hübsche Städtchen eignet sich gut für eine Rast: Der große Marktplatz mit dem Alten Rathaus, historischen Bürgerhäusern und den beiden imposanten Kirchen Sankt Leonhard und Sankt Magdalena lohnt einen Bummel, und in der Klosterkirche sind barocke Wandmalereien und Altäre der Brüder Asam zu finden. Aber das Beste: Direkt am Fluss, neben der Amperbrücke, laden blumengeschmückte Cafés zu einem Cappuccino, Eis oder Stück Kuchen ein.
Frisch gestärkt radelt man durch bunt getupfte Wiesen und sich im Wind wiegende Kornfelder weiter nach Schöngeising. Hier beginnen schon die ersten kleinen Hügel und Steigungen - ein Zeichen, dass die Alpen nicht mehr allzu weit entfernt sind. Auf einem Radweg neben der Landstraße geht es ins nahegelegene Grafrath, wo der Weg an einem Hügel oberhalb der Amper durch das malerische Zentrum führt. Es folgt ein Abschnitt durch einen verwunschenen Wald, mit knorrigen Bäumen und über eine romantische alte Holzbrücke.
Ab hier fließt die Amper mehrere Kilometer durch ein weitläufiges Feuchtgebiet. Der Radweg führt im Bogen außen herum, durch Wiesen, Wald und ein paar oberbayrische Dörfer, bis er Eching am Ammersee erreicht. Nach einem kurzen, nicht so schönen Stück neben der Autobahn taucht eine große, knallblaue Bogenbrücke auf. Sie führt über die noch schmale Amper, die hier aus dem Ammersee „entspringt“. Der Blick auf die „Quelle“ ist leider halb versperrt und nicht so beeindruckend wie erhofft.
Ankunft am Ammersee und Ausblick auf die Alpen
Dafür folgt ein schönes Stück am Seeufer, vorbei an Badestränden und gemütlichen Cafés mit Terrassen direkt am Wasser. Dahinter führt der Weg malerisch durch dichten Wald am See entlang - leider ist dieser Abschnitt nur für Fußgänger erlaubt. Mit dem Rad muss man ein ganzes Stück den Hügel hinauf strampeln, wo die Route durch Wiesen und Viehweiden weiter Richtung Herrsching führt. Immerhin ist die Aussicht von hier oben fantastisch: Hinter dem sanft blauen Ammersee schimmern in der Ferne schon die felsigen Bergspitzen der Alpen.
Zum Abschluss rollt man auf der Landstraße gemächlich bergab bis zu den Kiesstränden und Liegewiesen am Seeufer bei Herrsching. Die Sonne strahlt immer noch, und so kann man die Tour mit einem erfrischenden Bad im See abschließen. Aber damit ist der Tag noch nicht zu Ende: Bald versinkt die Sonne in einem leuchtend orangen Farbspiel über den Segelbooten und Holzstegen des Sees. Wer noch Lust auf Nachtleben hat, kann den Abend bei einem Aperol Spritz oder einem Dinner an der lebhaften Uferpromenade ausklingen lassen. Zum S-Bahnhof sind es gerade mal fünf Minuten - und die bringt einen auch noch spät abends in einer knappen Stunde zurück nach München.
Etappen der Amper-Route
Die Route kann in verschiedene Etappen unterteilt werden, um die Tour entspannter zu gestalten:
- Freising - Allershausen: 14 km
- Allershausen - Dachau: 27 km
- Dachau - Fürstenfeldbruck: 20 km
- Fürstenfeldbruck - Eching: 18 km
- Eching - Herrsching: 14 km
Die Gesamtstrecke beträgt ca. 93 km, und die reine Fahrzeit wird auf ca. 6,5 Stunden geschätzt.
Beste Reisezeit
Die besten Jahreszeiten für die Radtour sind der Frühling und der Herbst. Auch im Sommer ist die Tour möglich - zum Beispiel mit Badepausen zwischendurch.
Öffentliche Verkehrsmittel
- Von München nach Freising: mit Regionalzug, Dauer ca. 30 Min. oder S-Bahn (S1), Dauer ca. 45 Min.; Verbindung etwa alle 15 bis 20 Min.
- Von Herrsching nach München: mit S-Bahn (S8), Dauer ca. 50 Min., Verbindung etwa alle 30 Min.
Sehenswürdigkeiten entlang der Route
Entdecken Sie die vielfältigen kulturellen und historischen Highlights entlang der Amper-Route:
- Freising:
- Domkirche St. Maria und St. Korbinian: Innenraum im Barockstil der Brüder Asam und spätgotischer Domkreuzgang
- Stadtmuseum: Infos zur Geschichte der Stadt und historische Stadtansichten
- Diözesanmuseum: christliche Kunst aus Oberbayern und Österreich, mit Flügelaltären, Gemälden, Weihnachtskrippen etc.
- Dachau:
- Schloss Dachau: große Burganlage im Barockstil mit weitläufigem Hofgarten
- Kirche St. Jakob: Kirche im Stil der Spätrenaissance, mit sehenswertem Altarbild und Apostelfiguren
- KZ-Gedenkstätte Dachau: ehemaliges Konzentrationslager, mit geführten Rundgängen, Ausstellungen und Dokumentarfilm
- Fürstenfeldbruck:
- Klosterkirche Fürstenfeldbruck: Barockkirche mit Altären und Fresken der Brüder Asam
- ehemaliges Zisterzienserkloster: Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert, heute Museum und Veranstaltungszentrum
Unterkünfte entlang der Strecke
Hier sind einige empfohlene Unterkünfte entlang der Route:
- In Freising:
- Gasthof Grüner Hof, Erdinger Str.
- Hotel Bayrischer Hof, Untere Hauptstr.
- In Dachau:
- Schwarzberghof, Augsburger Str.
- In Fürstenfeldbruck:
- Gasthof Pucher Hof, Pucher Str.
- In Herrsching:
- Ferienhäuschen Herrsching, Bahnhofstr.
- Hotel Seehof, Seestr.
Der Ammer-Amper-Radweg (AAR)
Der Ammer-Amper-Radweg (AAR) verläuft über eine Länge von ca. 195 km entlang der Flüsse Ammer und Amper. Die Route beginnt bei Moosburg an der Isar und folgt ohne nennenswerte Steigungen, auf ruhigen Feld- und Auenwegen, dem Ampertal über Allershausen bis Dachau. Von hier geht es über Fürstenfeldbruck zur Nordspitze des Ammersees und auf sanft hügeliger Strecke am Westufer des Ammersees entlang. Vom Südende des Ammersees geht es wieder in flachem Gelände entlang der Ammer, weiter nach Weilheim und Peißenberg.
Verknüpfungen mit anderen Fernradwegen
Der AAR schließt eine Lücke im Fernradwegenetz westlich von München. Verknüpfungsmöglichkeiten mit anderen Fernradwanderwegen bestehen in:
- Moosburg mit dem "Isar-Radweg"
- Freising mit dem "Abens-Radweg"
- Schöngeising bei Fürstenfeldbruck mit der „Via Julia“
- Eching am Ammersee mit dem "Ammersee-Radweg" nach München und nach Landsberg, weiter nach Bad Wörishofen
- Peiting mit dem Radweg "Romantische Straße"
- Altenau mit dem "Bodensee-Königssee-Radweg"
München-Augsburg-Radweg (MAR)
Die meist ruhige Route bietet sich für eine Radtour mit der ganzen Familie an. Das Terrain ist flach bis leicht wellig. Aufgrund der zahlreichen Sehenswürdigkeiten ist die Fahrt von insgesamt 83 Kilometern gut in zwei Tagen zu bewältigen. Fürstenfeldbruck erreicht man nach rund 34 Kilometern. Abwechselnd führt die Route durch Felder, Wälder und Siedlungen.
Etappen:
- München - Fürstenfeldbruck (ca. 34 km)
- Fürstenfeldbruck - Augsburg (ca. 49 km)
WasserRadlWege
Die WasserRadlWege laden zum Radeln durch Oberbayern ein. Auf rund 320 Kilometern verläuft die südwestliche Schleife der WasserRadlWege zwischen München und Garmisch-Partenkirchen. Der Fernradweg führt direkt durch das Murnauer Moos sowie vorbei an Fürstenfeldbruck durch die idyllische Fluss- und Seenlandschaft rund um den Ammersee. Kunst und Kultur stehen auf dieser Strecke im Fokus und das Wasser ist ein steter Begleiter.
Radpauschalen
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Sicherheitshinweise
Im Notfall verständigen Sie bitte die nächstgelegene Rettungsleitstelle. Unabhängig vom Standort erreichen Sie diese deutschlandweit unter der Telefonnummer 112.
Die Route im Detail
Eine detaillierte Beschreibung der Route von den Ammerquellen bis Moosburg:
- Ammerquellen - Start, Kilometer 0: Die Ammerquellen liegen im Naturschutzgebiet Ettaler Weidmoos zwischen Oberammergau und Ettal.
- Oberammergau - Kilometer 4: Neben dem weltberühmten Passionstheater ist der Ort auch bestens geeignet für Wander- und Bergtouren in den Ammergauer Alpen, dem größten Naturschutzgebietes Bayerns.
- Peiting - Kilometer 37,5: Wo der Lech die Ammer küsst, da präsentiert sich die Marktgemeinde als gastlicher Erholungsort mit vielfältiger Gastronomie.
- Peißenberg - Kilometer 47: Auf den Spuren der Bergbautradition im Pfaffenwinkel, erwartet Sie das sehenswerte Bergbaumuseum im Herzen der Marktgemeinde.
- Weilheim in O.B. - Kilometer 62: Weilheim zieht an, lassen auch Sie sich bei einem Aufenthalt in der attraktiven Fußgängerzone im Herzen der mittelalterlichen Kreisstadt verwöhnen!
- Dießen am Ammersee - Kilometer 79: Die historische Marktgemeinde Dießen ist seit dem Mittelalter geprägt von einer Künstlerkolonie - sie gilt aus ihrer Tradition heraus als Kristallisationspunkt für zeitgemäßes Kunstschaffen. Die zum Marienmünster erhobene Klosterpfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ zählt zu den großartigsten Barockkirchen Süddeutschlands.
- Fürstenfeldbruck - Kilometer 115: Die idyllische Stadt an der Amper lockt zum ausgiebigen Stöbern durch kleine, inhabergeführte Läden und mit kulinarischem Vergnügen. Repräsentative Bürgerhäuser, die Amper und viel Grün prägen das Stadtbild.
- Dachau - Kilometer 137: Mit ihrer 1200jährigen Geschichte bietet die ehemalige Künstlerkolonie Dachau vielfältige Sehenswürdigkeiten, darunter die Gemäldegalerie Dachau und die Wittelsbacher Sommerresidenz Schloss Dachau mit einem einmaligen Blick auf die bayerische Landeshauptstadt München.
- Moosburg an der Isar - Ziel, Kilometer 202: Am Schnittpunkt des Ammer-Amper-Radwegs und des Isarradwegs erhebt sich die Altstadt von Moosburg mit den beiden weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt, den Kirchtürmen von St. Kastulus und St. Johannes.
Zusätzliche Informationen
Auf dem Ammer-Amper-Radweg müssen Sie noch nicht einmal abbiegen, um zum nächsten Fluss zu gelangen. Erst folgen Sie der Ammer vom Ettaler Becken durch die Hügellandschaft des Pfaffenwinkels. Unterwegs können Sie auf einer Rangerführung den Naturpark Ammergauer Alpen auf besondere Weise kennen lernen. Sie kreuzen Oberammergau, den Austragungsort der berühmten Passionsspiele, lassen die Alpen hinter sich und nähern sich dem Ammerdurchbruch bei Saulgrub.
Wenn Sie wollen, kühlen Sie sich anschließend im Ammersee noch etwas ab, ehe Sie wieder auf Ihr Fahrrad steigen und nun der Amper folgen, die hier beginnt. Im weiteren Verlauf der Tour gelangen Sie nach Fürstenfeldbruck, Dachau und schließlich nach Freising. Hier lohnt sich ein Abstecher in die Domstadt Freising und nach Weihenstephan mit der ältesten Brauerei der Welt.
Highlights entlang der Route
- Naturpark Ammergauer Alpen
- Passionsspiele Oberammergau
- Ammersee mit Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Ammersee-Südufer
- Drießen: Schacky-Park
- Grafrath: Wallfahrtskirche St.
- Stadt Dachau, Peiting, Peißenberg, Moosburg a. d.
- Planen Sie unbedingt einen Zwischenstopp in Fürstenfeld ein.
Übersichtstabelle der Etappen
| Etappe | Start | Ziel | Distanz (ca.) |
|---|---|---|---|
| 1 | Moosburg a.d.Isar | Dachau | 64 km |
| 2 | Dachau | Fürstenfeldbruck | 21 km |
| 3 | Fürstenfeldbruck | Weilheim | 50 km |
| 4 | Weilheim | Oberammergau | 60 km |
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