Radtour entlang der Ems: Erfahrungen und Tipps

Der Ems-Radweg hat dich genauso überzeugt wie uns? Dann plane deine Reise entlang der Ems mit unseren Tipps zu den vier wichtigsten Fragen, die du dir bei deinen Vorbereitungen stellen solltest.

  1. Wo soll ich fahren?
  2. Was muss ich mitnehmen?
  3. Wann soll ich fahren?
  4. Wo schlafe & esse ich?

1. Wo soll ich fahren?

Die essenziellste aller Fragen. Und diese beinhaltet nicht nur die Streckenführung, sondern auch die Orientierung am Weg und die An- und Abreise.

Der Ems-Radweg wird in 3 grobe Abschnitte eingeteilt, an denen du die Ems ganz unterschiedlich kennen lernst. Wenn du gemütlich fährst, ist jede dieser Strecken in 3 Tagesetappen zu schaffen. Ambitionierte können die Route von der Quelle zur Mündung in 9 Fahretappen gut bewältigen.

Obere Ems

Starte beim Ursprung der Ems bei den Sickerquellen in der Senne. Heide- und Waldlandschaften prägen diesen Abschnitt. Durchqueren wirst du Städte wie Rheda-Wiedenbrück, Warendorf oder Münster.

Mittlere Ems

Die Ems wächst langsam zu einem Strom heran. Grüne Flussauen und artenreiche Hochmoore erwarten dich dort. Während du Rheine, Lingen oder Haren durchquerst wird die Landschaft immer maritimer.

Untere Ems

In Papenburg ist aus der Ems ein schiffbarer Strom geworden. Es geht nach Emden in Richtung Nordsee. Ebbe & Flut machen sich gar schon beim Fluss bemerkbar.

Auf deiner Reise am Ems-Radweg erwarten dich keine nennenswerten Steigungen. Auf die 375 km Strecke kommen gerade einmal 100 Meter Gefälle - du kannst den Ems-Radweg somit problemlos auch in die entgegengesetzte Richtung befahren. Die meisten Wege sind asphaltiert oder befestigte Forst- oder Feldwege.

Schon deine passende Route gefunden? Durch die 25 Bahnhöfe entlang der Ems ist ein Ein- bzw. Ausstieg in das Radwegnetz von (fast) überall möglich. Gleich 4 Bahnstrecken bzw. Du reist mit dem Auto an? Am Startpunkt des EmsRadweges in Hövelhof kannst du dein Auto kostenlos über mehrere Tage parken.

Der Ems-Radweg ist in beide Richtungen gut beschildert. Tipp: Mit einem GPS-Empfangsgerät an deinem Rad kannst du keine Abzweigung verfehlen.

2. Was soll ich mitnehmen?

Ohne richtiges Equipment geht natürlich gar nichts. Der Ems-Radweg ist von seiner Wegbeschaffenheit für fast alle Radtypen geeignet. Trekkingrad, Reiserad, E-Bike oder Mountainbike sind alle für eine Reise entlang der Ems geschaffen.

Wenn du kein eigenes Rad mitnehmen möchtest, kannst du dein Fahrrad auch ausleihen. Mit EMSRAD findest du ein gut ausgebautes Leihradsystem entlang der Strecke vor. An fast jedem Ort können die Räder ausgeliehen und auch wieder zurückgegeben werden.

Ausstattung wie beim EmsRad

  • Mittelmotor Bosch Active Plus
  • 500 Watt Akku
  • Reichweite ca.

Die richtige Ausrüstung dabei zu haben ist das A und O. Auch uns hat das Packen unserer Radtasche schon beschäftigt.

Gepäcktransport: Solltest du dich auf deiner Ems-Radweg-Reise vollkommen „unbeschwert“ fühlen wollen, kannst du dein Hab & Gut von A nach B transportieren lassen. An den verschiedenen Streckenabschnitten gibt es unterschiedliche Bus- und Taxiunternehmen, die diesen Service anbieten.

3. Wann soll ich fahren?

Grundsätzlich startet die Saison am Ems-Radweg im Frühling. Sehr beliebte Wochenenden für das Radeln an der Strecke sind das Himmelfahrts- und Pfingstwochenende, dort sind dann einige Menschen mit dir unterwegs.

Die Saison erstreckt sich bis in den Herbst hinein. Besonders die Sommermonate und der September sind empfehlenswert. Da steht die Heide in ihrer Blüte und leuchtet purpurrot. Ein Naturspektakel!

Von den Temperaturen her liegt der Emsradweg durch seine Nähe zum Meer in einer milden und gemäßigten Klimazone. Im Sommer liegen die Höchsttemperaturen meist um die 20°C herum. Perfekte Voraussetzungen für körperliche Aktivitäten im Freien. Leider ist im Sommer auch mit am meisten Niederschlag zu rechnen. Gute Regenkleidung ist daher ein Muss!

4. Wo schlafe/esse ich?

Für die Suche nach passenden Übernachtungsmöglichkeiten entlang des Ems-Radwegs legen wir dir den „Ems-Radweg-Planer“ ans Herz. Mit diesem Tool kannst du deine eigene Strecke mit deinen gewünschten Etappen planen. Passend zu deinen Stopps werden dir Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten vorgeschlagen.

Du reist gerne, aber das Planen der Reise ist ein lästiger Nebeneffekt für dich? Dann bist du vielleicht bei unseren individuellen Radreisen gut aufgehoben. Du kannst jede Tagesetappe in deinem Tempo befahren.

Wie bei jeder Reise, soll der Genuss bei deiner Befahrung des Ems-Radweges nicht zu kurz kommen. Wenn du den Emsradweg vom Ursprung bis zur Mündung in die Nordsee begleitest, kommst du an 4 unterschiedlichen Regionen vorbei, die mit unterschiedlichsten Schmankerln aufwarten. Genieße deftige Wurstwaren im Paderborner Land oder lasse eine süße Pumpernickeltorte im Emsland auf deiner Zunge zergehen.

Tipp: Mit dem Proviant für unterwegs kannst du dich in den vielen „Melkhuskes“ im Ostfriesland eindecken. Das sind kleine Ab-Hof Läden und Gartencafés, bei denen du Produkte aus der frischesten Milch genießen kannst.

Als Kartenmaterial nutzte ich primär das zu empfehlende bilkeline-Radtourenbuch EmsRadweg Maßstabd 1:50.000 mit wertvollen Tipps zu Unterkünften, Sehenwürdigkeiten und vor allem der Streckenführung. Sein kleiner Nachteil ist die dem handlichen Format geschuldete schmale Darstellung der Karten. Wer hier mehr abseits radeln möchte, sollte sich zusätzlich mit Detailkarten Maßstab 1:50.000 versorgen.

Übernachtungen recherchierte ich über das o.g. emsland.de z.B. Pension Kardinahl in Wiedenbrück, über ADFC Bett&Bike und einschlägiger Online-Portale*. Auf Grund der Hochsaison buchte ich alle Übernachtungen vor, was sich als sinnvoll erwies.

Die Infrastruktur entlang des Emsradwegs zeigte sich besser als vermutet. Der Radtourismus hat für die Region eine große Bedeutung erlangt, viele Betriebe stellen sich auf den Tages- und Mehrtagestourismus mit dem Fahrrad ein.

Der EmsRadweg und seine Beschaffenheit

Nennenswerte Steigungen gibt es bis auf die Deiche kaum. Der EmsRadweg führt durch große Kommunen oft auf eigenem Weg, so dass Kinder mit der immer gebotenen Vorsicht gut mitradeln können. Außerhalb der Kommunen führt der EmsRadweg oft über kleine agrare Straßen, die zumeist sehr wenig von KFZ befahren werden.

Der EmsRadweg berührt viele Natur- und Landschaftsschutzgebiete in denen auf anschaulichen Tafeln über die regionale Fauna und Flora informiert wird. Die Innenstädte haben mich zum Teil richtig überrascht. Entgegen ihres Vorurteils der vermeintliche Sturheit oder Wortkargheit erlebte ich die Menschen von Westfalen bis Ostfriesland als freundlich und aufgeschlossen.

Kritik am Radweg

Negative Kritik möchte ich an der Radwegausschilderung üben. Sie lässt zum Teil sehr zu wünschen übrig - das fordert dringende Nachbesserung. Punkt zwei meiner Kritik betrifft den Radweg nun selbst.

So präsentiert die Wegführung den Reisenden unterschiedlichste Wegqualitäten, wobei eigene ausgewiesene gut asphaltierte Radwege leider die Ausnahme sind. Rad- und Wirtschaftswege überraschten mich mit zum Teil sehr schlechter Qualität. Alte unebene Pflasterungen, reihenweise Asphaltlöcher und -Hubbel wechseln sich ab. Da kommt ein PKW oder Traktor ohne Probleme rüber, ein Fahrrad aber nicht.

Die Abwechslung in der Qualität erfolgt dann auch sichtbar von Kommune zu Kommune, an deren Grenzen sich die Wegbeschaffenheiten zum Teil extrem ändern.

Fazit

Die Route wird kaum zu ändern sein. Sie führt nicht wie vielleicht vermutet immer direkt der Ems entlang. Sie verläuft gerne in Zickzackkursen durch die zum Glück abwechslungsreiche Landschaft.

Der EmsRadweg lohnt, egal ob alleine, in Gruppen oder mit Kind und Kegel. Die aufgerundet 400km lassen sich in kleinen angenehmen Etappen aufteilen, es gibt kaum Steigungen, es gibt unterwegs viel zu sehen und immer die Gelegenheit, einen Ruhe-Kultur-Besichtigungtag einzulegen. Es lässt sich hier ein hübscher Ein-Wochenurlaub mit dem Rad realisieren - plus Anschlussmöglichkeiten über die Nordseeküstenroute EuroVelo 12.

Die Regionen von Ostwestfalen-Lippe über das Emsland bis Ostfriesland überraschen mit einer bunten ungeahnten Vielfältigkeit in den Landschaften und in ihren Kommunen. Die Infrastruktur in den Regionen stimmt. DB Die Bahn bringt einen hin&zurück und ggf.

Wie oben geschrieben stellten sich viele Betriebe und ihre Kommunen mit Erfolg auf den Radtourismus ein.

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