Der RuhrtalRadweg: Verlauf und Sehenswürdigkeiten

Herzlich willkommen zu 240 Kilometern Radfahrvergnügen in NRW, genauer gesagt zwischen Sauerland und dem Ruhrgebiet. Der RuhrtalRadweg gehört zu den schönsten Flussradwegen Deutschlands! Radfahren ist beliebter denn je und das Urlaubsjahr 2020 war aufgrund des Coronavirus ein sehr schwieriges. Warum also nicht mal Radfahren und Urlaub in Deutschland verbinden?

Kein anderer Fluss in Deutschland verbindet (Industrie-)Kultur und Natur auf so engem Raum wie der RuhrtalRadweg. Vom Rothaargebirge bis zum Rhein - das ist der 219,3 Kilometer lange Verlauf der Ruhr am südlichen Rand der größten Agglomeration Deutschlands, der sie ihren Namen gegeben hat.

Die Strecke des RuhrtalRadwegs

Der RuhrtalRadweg startet in Winterberg an der Quelle der Ruhr und folgt dieser bis nach Duisburg zu ihrer Mündung. Natürlich kann die Runde aber auch entgegengesetzt befahren werden, hier erwarten dich dann einige Höhenmeter mehr im Anstieg. Die Rückreise zum Ausgangspunkt ist dank Zuganbindung kein Problem.

Die Ruhr hat ihren Ursprung auf dem Ruhrkopf (696m) im Rothaargebirge, rund 3km nordöstlich von Winterberg. Über eine Länge von 219,3 Kilometer schlängelt sie sich von Winterberg durch Dortmund, Hagen, Bochum, Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen bis hin nach Duisburg. Hier mündet die Ruhr auf 20,2m bei Duisburg-Ruhrort in den Rhein.

Auf ihrem Weg unterquert die Ruhr ca. 160 Brücken und überwindet eine Höhendifferenz von ca. Dabei überquert er die Ruhr 36 Mal. Der Radweg ist gut beschildert und bietet eine beeindruckende Mischung aus Naturerleben und sehenswürdigen Orten. Auf den ersten rund 35 Kilometern gibt es einige Steigungen, danach verläuft der Radweg für den Rest der Strecke weitgehend flach und einen großen teil auf autofreien Wegen.

Wichtig: Ausgeschilderte Umfahrungen ( z.B. wegen Hochwasser oder aktuellen Ereignissen) unbedingt einhalten.

Etappenplanung

Der RuhrtalRadweg lässt sich in 5 (Tages-)Etappen einteilen, je nach persönlicher Anforderung und Kondition kann er aber natürlich auch in weniger oder mehr tagen absolviert werden. Einsteig und Ausstieg sind überall möglich, unterwegs gibt es immer wieder Bahnhöfe mit guter Zuganbindung. Das gibt auch die Möglichkeit, die Tour flexibel zu verkürzen, sollte mal das Wetter nicht mitspielen.

Wer möchte, kann zwischen den einzelnen Etappen auch Abstecher zu Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke einlegen und die Tour mit beliebig vielen zusätzlichen Rundkursen verlängern.

Ein möglicher Etappenplan könnte so aussehen:

  • Tag 1: Bahnanreise, danach Winterberg bis Meschede (ca.
  • Tag 2: Meschede bis Fröndenberg (ca.
  • Tag 3: Fröndenberg bis Bochum (Stiepel) (ca.
  • Tag 4: Bochum (Stiepel) bis Essen (Kettwig) (ca.
  • Tag 5: Essen bis Duisburg (ca. 35 km) und Fahrt nach Hause (ca.

Sehenswürdigkeiten entlang des RuhrtalRadwegs

Entlang der Strecke befinden sich viele Sehenswürdigkeiten, so dass sich zahlreiche Möglichkeiten bieten, die Radtour mit Besuchen von Museen, Industriekultur, Schlössern, Musicals oder Shopping zu verbinden.

  • Winterberg: Ruhrquelle, Bike Arena Sauerland
  • Olsberg: Rosendorf Assinghausen
  • Bestwig: Renaturierte Ruhr
  • Meschede: Hennesee
  • Arnsberg: Historischer Stadtkern, Natur-Erlebnis-Raum
  • Holzwickede: Kornbrennerei Bimberg
  • Schwerte: Schwerter Senfmühle, Rohrmeisterei
  • Hengsteysee: Bootsfahrten, Freibad
  • Harkortsee bei Wetter: Bootsfahrt oder den Besuch eines Freibads
  • Burgruine Volmarstein
  • Mauern auf dem Hardenstein
  • Mülheim: Grünanlagen der Landesgartenschau von 1992, Aquaruis-Wassermuseum, Wasserbahnhof auf der Schleuseninsel
  • Duisburg: Größte Binnenhafen Europas, Mündung der Ruhr in den Rhein

Weitere Top-Aussichtspunkte bieten die Burgruine Volmarstein und die Mauern auf dem Hardenstein. Das Ruhrrad-Finale beginnt mit den sieben Kilometer langen Grünanlagen der Mülheimer Landesgartenschau von 1992. Die Stadt Mülheim ist insgesamt sehr „grün“ und bietet viele Attraktionen, etwa das Aquaruis-Wassermuseum oder den Wasserbahnhof auf der Schleuseninsel. Schließlich endet der 230 Kilometer lange Bikeparcours in Duisburg, dem größten Binnenhafen Europas, wo die Ruhr bei Rheinkilometer 780 in den Niederrhein mündet.

Radweg Von Ruhr zu Ruhr

Eine Reihe von Bahntrassenradwegen kann zwischen Hattingen, Wuppertal und Witten zu einer schönen Tour im Hattinger Hügelland und in den Ausläufern der Elfringhauser Schweiz zusammengestellt werden. Der Radweg Von Ruhr zu Ruhr kombiniert und nutzt mehrere alte Bahntrassen und führt auf dem RuhrtalRadweg zurück zum Ausgangspunkt. Er hat eine Länge von etwa 60 Kilometern, wobei ca. Die folgende Karte zeigt den Verlauf des Radwegs. Die unterschiedlichen Farben des Verlaufs stehen für die jeweiligen Bahnstrecken-Abschnitte. Blaue Wege sind Verbindungen bzw.

Die Nummernpunkte , usw. markieren interessante Orte am Wegesrand, die auch im Beschreibungstext vorgestellt werden. Die Kürzel Bf. stehen für die Bahnhöfe in Hattingen und Witten. In schwächerer grauer Schrift sind einige markierte Wanderwege (z. B. Die Radtour ist mit einem eigenen Piktogramm markiert. Dieses ist an Kreuzungsstellen an den weiß-roten Wegweisern des Radverkehrsnetzes NRW zu finden. Dazwischen ist den kleinen weiß-roten Piktogrammen mit Fahrrad und Richtungspfeil zu folgen bis zur nächsten Kreuzungsstelle. Entlang des Weges gibt es mehrere Knotenpunkte des Radreviers.Ruhr.

Die überwiegenden Abschnitte der Tour werden auf wassergebundener Decke gefahren, die Elbschetalbahn ist asphaltiert. Die geringen Teile im Straßenverkehr sind natürlich auch asphaltiert. Auch der RuhrtalRadweg verläuft auf einigen Abschnitten auf Beton oder Asphalt. Außerhalb des RuhrtalRadwegs sind die Radwege recht ruhig und nicht so stark befahren, im Ruhrtal kann es an guten Tagen insbesondere rund um den Kemnader See voll werden. In der Nähe des Muttentals kann die Ruhr neben einer entfernt liegenden Brücke wahlweise mithilfe der Ruhrtalfähre „Hardenstein“ überquert werden, was bei hoher Besucherzahl ggf.

Von Hattingen bis Schee ist eine beinahe konstante Steigung bergauf zu bewältigen. Der tiefste Punkt liegt am Beginn des Bahntrassenradwegs auf etwa 77 Metern über dem Meeresspiegels, der Bahnhof Schee auf etwa 240 Metern. Von Schee bis Silschede ist der Weg sanft-hügelig mit geringem Gesamtgefälle. Zwischen Silschede und Albringhausen führt der Weg auf Straßen überwiegend bergab. Die Elbschetalbahn hat ebenfalls ein Gefälle von 144 auf 100 Meter über den Meeresspiegel bei Witten-Bommern. Der Abschnitt im Ruhrtal ist sehr eben und ohne nennenswerte Steigungen oder Gefälle.

Die Strecke kann sehr gut nicht nur von trainierten Radfahrern auch ohne Motor-Unterstützung befahren werden. In der Tourenbeschreibung liegt die größte Steigung am Beginn, ab Schee geht es abwärts bzw. eben zurück zum Ausgangspunkt. E-Bike-Fahrer können mit nur geringer Unterstützung fahren. Am Schee-Tunnel geht die Tour über in den Radweg Nordbahntrasse, der bis in die nördliche Wuppertaler Innenstadt führt. Über den RuhrtalRadweg gibt es Anschlüsse Richtung Essen und Duisburg sowie flussaufwärts Richtung Hagen und Winterberg. Am Kemnader See kann man auf den Parkway EmscherRuhr Richtung Castrop-Rauxel umschwenken.

Entlang der Trassen liegen mehrere auf diesen Seiten bereits beschriebene Wanderwege auf der „Spur der Kohle“ in Sprockhövel (z.B. Alte-Haase-Weg, Montanweg, Deutschlandweg). Am Kemnader See und im Ruhrtal stößt man wiederum auf die Bergbauwanderwege im Bochumer Süden, an der Ruhr-Universität und am Baaker Berg. In Hattingen ist mit dem Schulenbergtunnel ein richtiger Eisenbahntunnel zu durchfahren. Der Tunnel ist beleuchtet, jedoch insgesamt dunkel.

Durch die Kurvenlage sind Ein- und Ausfahrt nicht gleichzeitig zu sehen. Ängstliche Personen können den Tunnel über das Straßennetz jedoch umfahren. Der lange Schee-Tunnel ist nicht Teil der eigentlichen Runde und wird als Abstecher befahren. Er ist noch wesentlich schwächer beleuchtet, sodass man durch eine sehr lange, düstere Röhre fährt und unbedingt eigene Beleuchtung benötigt.

Die längste durchgehend befahrene Bahntrasse ist die der Kohlenbahn oder auch Glückauf-Trasse zwischen Hattingen und Wuppertal. Sie wurde 1884 eröffnet und führte auf etwa 25 Kilometern mit einem Bogen über Sprockhövel von Norden nach Süden. Ziemlich genau 100 Jahre nach der Eröffnung wurde die Strecke stillgelegt. Von ihr wird durch den Radweg der Teil zwischen dem ehemaligen Haltepunkt Stadtwald in Hattingen bis Wuppertal befahren. Im Teil des Ruhrgebiets ist es dieser Ruhr-zu-Ruhr-Radweg, auf Wuppertaler Stadtgebiet heißt er Nordbahntrasse.

Am Bahnhof Schee zweigte die Strecke nach Silschede ab. Sie wurde 1889 eröffnet und ebenfalls etwa 100 Jahre später stillgelegt. Am Ende wird die Strecke Schee-Silschede von der Elbschetalbahn unterquert. Diese ist eine Strecke zwischen Witten und Schwelm, die in Gänze in den 1930er Jahren fertiggestellt war. Die beiden Streckenenden in Witten und zwischen Schwelm und Gevelsberg sind in Betrieb.

Der Ausgangspunkt der Tour liegt im Süden von Hattingen an der Nierenhofer Straße. Hier führte die Bahntrasse über ein steinernes Viadukt und in ein einem Bogen bis zum Bahnhof Hattingen. Dieses Teilstück ist noch nicht ausgebaut, aber in Planung. Am Bahnhof besteht Anschluss an die S-Bahn-Linie S3 Richtung Essen und Mülheim an der Ruhr. Wer die Tour bis Wuppertal auf der Nordbahntrasse durchfährt (ca.

Die Innenstadt ist sehr schön und lohnt einen Abstecher, vielleicht am Ende der Gesamtrunde. Dann wird sich sicherlich auch ein Eis, ein Stück Kuchen oder ein Kaffee finden lassen. Kurz vorm Ziel werden wir von weitem auch die Henrichshütte sehen, heute ein beliebtes LWL-Industriemuseum auf dem Gelände eines alten Hüttenwerks mit Möglichkeit zum Aufstieg auf den Hochofen.

Anreise

  • Anreise mit dem Auto: Direkt an der Trasse befindet sich an der Grünstraße ein kleiner Parkplatz. Dazu auf der A43 bis zur Ausfahrt 21 Herbede und aus allen Richtungen kurz danach rechts auf die Wittener Straße Richtung Hattingen. Dem Verlauf durch Blankenstein und vorbei an der Innenstadt ca. 7 km folgen. Geradeaus auf die Friedrichstraße, nach 300 m schräg-rechts in die Grünstraße. Nach 500 m entweder in den Südring oder zum Parkplatz direkt an der Trasse.
  • Anreise mit Bus und Bahn: Mit der S3 von Essen, Essen-Steele (Verbindung zur S9 aus Wuppertal) oder Mülheim a. d. Ruhr bis zur Endstation Hattingen (Ruhr) Mitte (Achtung: Nicht Hattingen (Ruhr)!). Der Streckenbeginn ist ein unauffälliger Abzweig von der Straße zwischen Tankstelle und Viadukt.

Wir umrunden die südlichen Siedlungen von Hattingen. Hinter der Grünstraße mit einem kleinen Parkplatz wartet bereits das erste Highlight der Tour - der Tunnel unter dem Schulenberg. Der Schulenberg ist ein schmaler Bergrücken, der sich aus dem Hügelland bis weit in die Stadt erstreckt. Hier steht auch der Bismarckturm von Hattingen. Der Schulenbergtunnel ist etwa 200 Meter lang.

Durch seine Kurvenlage kann man nicht vom einen zum anderen Ende schauen. Der Radweg nimmt die gesamte Tunnelbreite ein und ist gut beleuchtet (im Gegensatz zu dem zweiten Tunnel, den wir auf dieser Tour noch sehen werden, ist die Ausleuchtung beinahe gleißendes Licht). An seinem östlichen Tunnelportal auf der anderen Seite ist die Jahreszahl 1883 zu finden. Dieses besteht komplett aus Naturstein, während das Westportal mit einem Teil Beton nicht ganz so schön aussieht. 2008 ist auch der zuvor abgesperrte Tunnel für Radfahrende zugänglich gemacht worden. Entgegen ursprünglichen Planungen ist er im Prinzip ganzjährig geöffnet.

Wer nicht durch den Tunnel fahren möchte, kann diesen umfahren: links auf die Grünstraße, rechts in die Körnerstraße, rechts in die Pestalozzistraße, rechts auf die Friedrichstraße und dieser folgen, bergab bis zur Bredenscheider Straße (L651) und dann rechts die Bahnstrecke in der Kurve unterfahren.

Wir verlassen hinter dem Tunnel nun die Stadt und kommen in das Hattinger Bergland mit seiner sanft hügeligen Landschaft. In einigen Teilen sind die ersten Zechen des Ruhrgebiets entstanden. Kein Wunder, dass wir gleich hin und wieder auf schön angelegte Bergbauwanderwege stoßen werden. Wir folgen in langen Kurven dem Tal des Sprockhöveler Bachs, den wir allerdings nicht wahrnehmen. Es gibt fast keine Straßenkreuzungen auf diesem Abschnitt. Wir nehmen immer wieder Brücken-Über- und Unterquerungen wahr. Stellvertretend dafür sind hier ein Viadukt über der Zufahrt eines Bauernhofs bei Bredenscheid und die Riepelsiepenbrücke über die Trasse genannt.

Gerade diese ist typisch für die Überquerungen, die wir im Verlaufe der ganzen Tour noch sehen werden mit sanften Steinbögen, die tiefe Einschnitte der Bahn überqueren. Sie ist mit einer Informationstafel markiert. Im Bereich dieser Brücke besteht die Möglichkeit zum Abstecher zum „Park am Malakowturm“. Der Malakowturm ist der alte Förderturm der Zeche Alte Haase und das Parkgelände zu seinen Füßen ist mit technischen Geräten aus dem Bergbau ausgestattet. Ein kurzes Stück verläuft der Bergbauwanderweg Alte-Haase-Weg (Nord) auf unserer Trasse.

Wir erreichen Sprockhövel und queren mit der Hauptstraße die wichtigste Verkehrsader mit Geschäften. Man findet hier auch Pizzerien und Bäckereien für eine kleine Stärkung. Durch den Kreisverkehr hindurch erreichen wir wieder die Trasse. Auf ihr verläuft diesmal der Alte-Haase-Weg (Süd), der andere Orte als die Nordroute erschließt. Am alten Bahnhof Bossel zweigte früher die Kleinbahn Bossel-Blankenstein ab, die östlich von Sprockhövel im Pleßbachtal verlief. Auf dem Bergbauwanderweg Pleßbachweg ist ein Teil der Trasse ein Abschnitt des Weges. Die Trasse wurde 1912 eröffnet und 1968 stillgelegt.

Auf unserer Strecke verläuft ein Teil des Bergbauwanderwegs Montanweg (Nord), der auch den Kleinbahnhof thematisiert. Wir queren die Wuppertaler Straße und nähern uns dem Bahnhof Schee. Davor nähert sich oberhalb von uns links die alte Bahnstrecke nach Silschede an, die wir im nächsten Teil benutzen werden. An einer alten Brücke im Dorf Quellenburg liegt der Abzweig am Knotenpunkt 7 des Radreviers.Ruhr. Im Prinzip könnte man hier direkt auf die andere Strecke wechseln.

Vorbei am alten Bahnhofsgebäude von Schee, wo wir eine Einkehrmöglichkeit vorfinden, fahren wir etwa 1 km vorbei am Knotenpunkt 8 in südlicher Richtung. Hier an der Stelle des alten Bahnhofs haben wir mit ca. 240 Metern über dem Meeresspiegel den höchsten Punkt der Strecke und unserer gesamten Tour erreicht. Kurz hinter dem Bahnhof Schee gelangen wir zu den beiden Röhren des Tunnel Schee unter einem 315 m hohen Bergrücken. Der Tunnel ist etwa 720 Meter lang und ähnlich wie der Schulenbergtunnel in Hattingen als Radwegtunnel ausgebaut. Am Tunnelportal findet man die Jahreszahlen 1884 und 1902 vor. Die Stilllegung erfolgte wie die übrige Bahnstrecke 1984 ziemlich genau 100 Jahre nach seiner Errichtung.

Nur eine, die ältere, westliche Tunnelröhre, ist für Radfahrer seit 2014 nutzbar. Die östliche Röhre ist zugemauert und dient als geschütztes Quartier u.a. für Fledermäuse. Zum Schutz der Tiere ist auch die Beleuchtung im Rad-Tunnel stark reduziert. Man benötigt unbedingt funktionierende Beleuchtung, vor allem, um von anderen Personen gesehen zu werden. Der Tunnel ist lang, auch hier kann man nicht vom einen zum anderen Portal schauen. Mitten im Tunnel wird an einer kleinen, beleuchteten Informationstafel eine Grenze markiert. Es ist zum einen die Grenze zwischen den Städten Sprockhövel und Wuppertal.

Außerdem zwischen dem Ennepe-Ruhr-Kreis und der kreisfreien Stadt Wuppertal, damit auch zwischen dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land. Und die Grenze zwischen dem Regierungsbezirk Arnsberg und dem von Düsseldorf - und damit auch zwischen Westfalen und Rheinland. Die Wasserscheide zwischen Ruhr und Wupper verläuft hier ebenfalls. Ganz unscheinbar ist die Tafel unter einer Lampe, in deren Schein sich an der feuchten Tunnelmauer Farne, Flechten und Moose als „Lampenflora“ niedergelassen haben. Der Tunnel wird an wenigen bestimmten Tagen (um den Jahreswechsel, um Allerheiligen - Stand 2025 lt.

Auf der anderen Seite des Tunnels heißt der Radweg auf Wuppertaler Gebiet Nordbahntrasse und wird in einem eigenen Beitrag vorgestellt. Diese Trasse führt als gut ausgebauter Radweg auf einigen Viadukten und durch weitere (aber meist wesentlich kleinere) Tunnel nach Wichlinghausen, stößt dort mit der Schwarzbachtrasse auf einen weiteren Bahntrassenradweg und endet schließlich kurz vor Vohwinkel, wo wiederum ein Anschluss an die echte Bahn besteht.

Am Bahnhof Schee zweigte die ca. 9 km lange Bahnstrecke nach Silschede ab. Auf großen Teilen der alten Bahntrasse verläuft heute ein Radweg, der auch als Glückauf-Trasse bekannt ist. Am Ende bestand Anschluss an die zunächst als Pferdebahn aufgebaute Silscheder Kohlenbahn nach Haspe. Personenverkehr gab es auf der Strecke kaum. Überwiegend wurde sie zum Kohletransport anliegender Zechen genutzt. Auch sie ist heute ein Radweg. Überwiegend besteht dieser aus einer wassergebundenen Oberfläche.

Vom Bahnhof Schee geht es auf dem rechten, oben liegenden Abzweig in einem langgestreckten Bogen letztlich in östlicher Richtung los. Noch ein Stück weit kann man auf die Trasse aus Richtung Hattingen blicken, auf der Radfahrende auf dem Von-Ruhr-zu-Ruhr-Radweg vielleicht aus Hattingen hierher gekommen sind und nun die Tour fortsetzen. Obwohl der Radweg größtenteils auf der Trasse verläuft, müssen wir diese im Bereich eines Hofes am Scherenberg bereits verlassen. Der Radweg umfährt den Hof, der über eine schön anzusehende Allee mit alten Bäumen erreicht wird (Privatweg) und stößt erst nach knapp einem Kilometer wieder auf die Trasse.

Man bemerkt dies anhand den nun wieder sanften Kurven und den geringen Höhenunterschieden. So schlängelt sich die ehemalige Bahnstrecke schön ruhig durch den Wald vorbei an einigen kleineren Ortschaften wie Dahl oder Timmersholt, ehe sie den Bahnhof von Haßlinghausen erreicht. Davon sieht man heute nichts mehr, denn auf seinem Gelände befinden sich heute Firmen. Am Rennebaum, außerhalb vom nördlich liegenden Hiddinghausen, gab es einen nach dem Ort benannten Haltepunkt.

Ganz in der Nähe befindet sich auch der offizielle Anfang des erwähnten Deutschlandweges. Der Radweg verläuft nun wieder durch weniger besiedelten Raum mit viel Wald, einigen Höfen und stellenweise sehr schönen Aussichten ins Hügelland mit Wäldern und Weiden. Ein kurzes Stück müssen wir die alte Bahntrasse wieder verlassen und fahren stattdessen in zwei scharfen Kurven durch einen Wald. Kurz darauf unterquert uns ein längerer Bahntunnel der Elbschetalbahn, der Silscheder Tunnel der Eisenbahnstrecke zwischen Witten und Schwelm, die wir im späteren Teil der Tour noch nutzen werden. Es ist vorgesehen, ihn eben...

Hinweise zu geänderter Routenführung in Duisburg

Zwei langfristige Sperrungen des ursprünglichen Verlaufs des RuhrtalRadwegs an der Karl-Lehr-Brücke (Punkt 1) und am Ruhrwehr (Punkt 2) erfordern eine derzeit alternative Routenführung bis in den Duisburger Innenhafen (Punkt 3). Bitte wählt den (mit Logo ausgeschilderten) GRÜNEN Verlauf (ab Punkt 4) und fahrt bei Bedarf ab dem Innenhafen die (NICHT mit Logo ausgeschilderte) BLAUEN Routen weiter zur Rheinorange (Punkt 5).

Unterkünfte entlang des RuhrtalRadwegs

Entlang des Ruhrtal Radwegs findet ihr viele Hotels und Gasthöfe, die mit dem Label “Bed & Bike” zertifiziert wurden. Diese Unterkünfte liegen nicht nur in unmittelbarer Nähe zum Ruhrtal Radweg, sondern haben auch eine Fahrradgarage oder ähnliches, um eure Räder über Nacht sicher unterzustellen. Hier sind einige Beispiele:

  • Hotel Bigger Hof: Am Ortsrand von Olsberg, im Stadtteil Bigge, ganz in der Nähe der Ruhr. Die Zimmer sind gemütlich und das Essen im hauseigenen Restaurant absolut zu empfehlen.
  • Der Landsberger Hof: Mitten in der Altstadt von Arnsberg. Aus den Zimmern am Ende des Gebäudes habt ihr einen wunderbaren Blick über Arnsberg (besonders bei der jährlichen Montgolfiade ein Traumblick).
  • Hotel Reichshof: Am Rand der Schwerter Innenstadt liegt das 1900 erbaute Hotel Reichshof - eine großartige Mischung aus nostalgischer Architektur und modernem Schick. Während die hohen Decken und urigen Flure noch historisches Flair vermitteln, sind die Zimmer modern und gemütlich eingerichtet. Gastgeberin Jutta Max hat uns aufs herzlichste begrüßt und gleich mit wunderbaren Tipps für einen Abend in Schwerte versorgt. Ein wirklicher Traum ist das großartige Frühstück am nächsten Morgen.
  • Hotel Avantgarde: Im strömenden Regen erreichten wir das Hotel Avantgarde in der Nähe der Henrichshütte in Hattingen. Zur Begrüßung gab es für uns deshalb erst einmal eine Einladung auf eine heiße Tasse Tee, unsere nassen Klamotten wurden direkt in den Trockenraum gebracht. Für schlechtes Wetter kann ja niemand was, aber so nett und fürsorglich empfangen zu werden ist einfach immer schön. Die Zimmer sind schlicht und funktional eingerichtet. Das Frühstück war auch hier ein wahres Gedicht: Es gab eine gute Auswahl an warmen, herzhaften und süßen Leckereien.
  • Landhaus Knappmann: Am Rand von Essen-Kettwig ist das Landhaus Knappmann eine echte Perle für eine gemütliche Nacht und tolles Essen. Wir hatten das Glück in einem der schönsten (und größten) Zimmer des Hauses zu übernachten - Gemütlichkeit pur für die müden Radlerbeine am Ende der Tour. Zur Begrüßung gab es ein frisch gezapftes Frankenheimer und eine Tafel Schokolade und am Abend freute sich der hungrige Bauch auf gute, bodenständige Küche in der gemütlichen Gaststube.

Ruhrtal Reisepass

In allen Touristenbüros entlang des RuhrtalRadwegs liegen Stempelkarten, die sogenannten Ruhrtal Reisepässe bereit. In allen Touristeninformationen und vielen Unterkünften entlang der Strecke könnt ihr Stempel sammeln. Mit mindestens 15 unterschiedlichen Stempeln könnt ihr an einem Gewinnspiel von Ruhrtourismus teilnehmen und eine Kurzreise und Wochenendtouren entlang des Ruhrtal Radwegs gewinnen. Die ersten Stempel sind noch ganz leicht zu ergattern, im Verlauf der Strecke muss man auch den ein oder anderen Umweg in Kauf nehmen.

Beschaffenheit der Wege

So abwechslungsreich wie die Strecke selbst sind auch die Wege auf denen wir unterwegs waren. Ein Großteil der Strecke führt auf eigenes angelegten, asphaltierten Radwegen, abseits von Hauptverkehrsstraßen durchs Grüne. Etwa 30 Prozent der Route führt über Wald- und Schotterwege und kleinere Nebenstraßen. In und um größere Städte führt der Ruhrtal Radweg natürlich auch an Hauptverkehrsstraßen entlang, jedoch überwiegend mit eigenen Radspuren.

Fahrrad-Check vor der Tour

Wir haben unsere Räder vor der Tour noch einmal zur Fahrrad-Inspektion gebracht. Bremsen und Schrauben nachziehen, die Gangschaltung nachjustieren und den Reifenluftdruck prüfen. Ob selbst gemacht oder beim Fachmann: Für mindestens 230 Kilometer sollte das Rad einfach fit sein. Für den Fall der Fälle hatten wir ein Notfallset und Ersatzschläuche dabei. An vielen Stellen entlang der Strecke findet ihr Automaten, um im Notfall einen neuen Schlauch oder Flickzeug zu ziehen.

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