Radtour Gaistal Leutasch: Tipps für unvergessliche Erlebnisse

Das Gaistal in Tirol ist ein wahres Paradies für Naturliebhaber, Wanderer und Mountainbiker. Mit seiner atemberaubenden Bergkulisse, geprägt von Gipfeln wie der Hohen Munde und dem Hochwanner, bietet es vielfältige Möglichkeiten zur aktiven Erholung.

Eine der schönsten Touren in Tirol, ideal für Familien mit Kindern, führt durch das Gaistal. Sanfte Anstiege, befestigte Forstwege, eine grandiose Bergkulisse und klare Bergflüsse machen diesen Radausflug zu einem wahren Erlebnis für Groß und Klein. Egal ob mit oder ohne Kinderanhänger, die Aufstiege sind überwiegend sanft und gut fahrbar. Nur kurz vor dem Seebensee geht es kurz und knackig bergauf.

Die Ehrwalder Alm ist Ausgangspunkt für tolle Rad- und Wandertouren im Gaistal. Eine mögliche Tagestour wäre Ehrwald - Ehrwalder Alm (mit oder ohne Bahnunterstützung) - Gaistal - Leutasch - Mittenwald - Elmau - Garmisch-Partenkirchen - Grainau.

Die Route: Von Leutasch zum Seebensee

Die Fahrradtour durchs Gaistal beginnt am Parkplatz Salzbach in Leutasch. Das macht bereits vor der Tour deutlich, dass die Strecke von Leutasch zum Seebensee alles andere als ein Geheimtipp ist. Teilweise kann es auf dem gut ausgebauten Forstweg sogar recht voll werden. Das Fahren nebeneinander ist daher nicht immer möglich. Auffällig ist, dass vorwiegend E-Biker den Weg ins Gaistal wählen.

Anfahrt: Entlang der Autobahn A95 fahren wir nach Garmisch-Partenkirchen und anschließend über die Bundesstraße B2 bis nach Mittenwald. An Mittenwald vorbei, nehmen wir der Beschilderung entsprechend die Abfahrt Mittenwald/Leutasch. Nach der Ausfahrt biegen wir rechts ab und fahren etwa einen halben Kilometer später nach links in Richtung Leutasch.

Vom Parkplatz Salzbach bei Leutasch fahren wir vorbei am Kneipp-Parcours und den am Eingang ins Almenparadies Gaistal befindlichen Sanitär-Einrichtungen, rollen über die Salzbachbrücke und finden uns anschließend auf einem breiten, gut befahrbaren Forstweg. Nur leicht ansteigend geht es für etwa zweihundert Meter in westlicher Richtung voran. Während der Weg rechts weiter hinauf in Richtung Hämmermoosalm (1417m) führt, halten wir uns an dieser Stelle links und fahren so tiefer in das eindrucksvolle Gaistal ein, dessen Landschaft umsäumt von den felsigen Flanken der massigen Bergketten sich uns nun in seiner vollen Pracht präsentiert. Einige Meter oberhalb, parallel zur Leutascher Ache, fahren wir nicht mehr ganz einen Kilometer auf dem aussichtsreichen Weg bis auf eine Kuppe um von dieser anschließend in die Talsenke hinabzurollen. Am Grund angekommen, geht es fortan nahe dem Bachlauf und nur mäßiger Steigung gemütlich voran. An heißen Sommertagen verschafft das klare Gebirgswasser so manchem eine angenehme Abkühlung.

Insgesamt bestreiten wir auf dieser Tour 682 Höhenmeter. Somit ist sie auch für weniger Trainierte gut machbar.

Highlights der Tour

  1. Gaistalalm: Die erste Einkehrmöglichkeit mit zahlreichem Weidevieh erreicht man schon nach wenigen Kilometern. Die Gaistalalm bietet neben einen wundervollen Ausblick, auch eine rustikal, gute Küche. Hier gibt es für Kinder viel zu entdecken und zu erleben.
  2. Igelsee: Der weitere Weg führt entlang eines klaren Bergflusses vorbei am Igelsee. Ab hier geht es dann ein bisschen mehr bergauf und bergab. Alle Anstiege sind von der Länge her überschaubar.
  3. Seebenalm und Seebensee: Der letzte Anstieg beginnt an der Seebenalm. Von hier sind es noch einmal gut 150 Höhenmeter, auf groben Schotter bis zum Seebensee. Wer jetzt nicht mehr radeln möchte, stellt sein Bike an der Alm ab und spaziert die restlichen Höhenmeter bis zum kühlen Bergsee hinauf. Selbst im Hochsommer kommt der See nur selten über 13 Grad.

Kurz vor der Seebenalm führt auf der linken Seite ein steiler Schotterweg nach oben zum Seebensee. Es gibt auch einen Singletrail, auf den du jedoch verzichten solltest. Er ist den Wanderern vorbehalten und technisch sehr anspruchsvoll. Am Seebensee angekommen überquerst du die kleine Holzbrücke und fährst auf einem schmalen Schotterweg am See entlang zur gegenüberliegenden Seeseite. An der Materialseilbahn gibt es einen Parkplatz für Fahrräder.

Das Gaistal ist ein absolutes Fahrradparadies. Der Forstweg ist angenehm zu fahren, die Anstiege machbar und ein Highlight jagt das andere. Oben an der Coburger Hütte angekommen, wird die Bike-and-Hike-Tour mit einem famosen Blick auf die Zugspitze gekrönt. Bei klarer Sicht und gutem Wetter spiegelt sie sich im Seebensee - viel besser geht´s nicht.

Wandern zur Coburger Hütte

Ab der Materialseilbahn geht es auf einem schmalen Pfad nur zu Fuß bergauf. Um Platz in meinem Rucksack zu sparen, hatte ich mir für die gut ein Kilometer lange Wandertour meine Barfußwanderschuhe Magna Lite SG eingepackt. Der schmale Wanderpfad schlängelt sich auf einem steinigen Untergrund 235 Höhenmeter nach oben. Dabei spitzt regelmäßig die Coburger Hütte auf der einen und das traumhafte Panorama mit dem Seebensee und der Zugspitze auf der anderen Seite heraus.

Die Lage der Hütte, der Ausblick auf die umliegenden Gipfel, der Blick zurück hinunter ins Tal auf den Seebensee und die Zugspitze (2962m) im Hintergrund sind ja eigentlich bereits Belohnung genug für die Mühen von Anfahrt und Aufstieg. Der südlich der Hütte gelegene Drachensee setzt dem Ganzen jedoch die Krone auf.

Einkehrmöglichkeiten

Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, die zur gemütlichen Rast einladen:

  • Gaistalalm (1366m)
  • Tillfussalm (1382m)
  • Seebenalm (1575m)
  • Coburger Hütte (1917m)

Wichtige Hinweise

  • Parken: Die Kosten für den Parkplatz belaufen sich auf 5 Euro pro Tag. Zwei Tage kosten 10 Euro und drei Tage 15 Euro. Ohne Kleingeld kommst du beim Zahlen der Parkgebühr nicht weiter, denn der Automat wechselt nicht. Alternativ lohnt es sich, die App EasyPark zu nutzen.
  • Ausrüstung: Für die Wanderung zur Coburger Hütte sind festes Schuhwerk und eventuell Wanderstöcke empfehlenswert.
  • Rücksichtnahme: Da die Strecke durchs Gaistal voll von E-Bikern, Mountainbikern und Gravelbikern ist, kommt der Wandergenuss etwas zu kurz. Steig lieber zuerst aufs Rad, um von der Seebenalm oder vom Seebensee aus zu Fuß zur Coburger Hütte zu marschieren.

Das Gaistal mit dem E-Bike erkunden

Das Gaistal ist ideal für eine E-Bike-Tour. Du kannst von deinem Hotel in Seefeld mit dem E-Bike problemlos nach Leutasch fahren und dann durch das ganze Gaistal bis hinauf zum Seebensee mountainbiken. Dank Akku und Motor ist das beim E-Bike aber nicht so das Thema. Sportliche E-Biker fahren durch das gesamte Gaistal, um dann noch zum Seebensee hinauf zu treten. Er ist einer der schönsten Bergseen der Alpen. Deswegen lohnt sich das als Ziel mit dem E-Bike.

In Leutasch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, E-Bikes zu leihen. Viele Hotels und Sportgeschäfte bieten E-Bikes zum Verleih an.

Weitere Tipps für Ihren Aufenthalt in Leutasch

  • Leutaschklamm: Besuchen Sie die Leutaschklamm, eine der meistbesuchten Klammen der Region.
  • Leutascher Ache: Nehmen Sie sich Zeit für eine Pause an der schönen Leutascher Ache, die das gesamte Gaistal durchzieht.

Zusammenfassung

Die Radtour durch das Gaistal ist ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie. Mit sanften Anstiegen, einer atemberaubenden Bergkulisse und zahlreichen Einkehrmöglichkeiten bietet die Tour für jeden Geschmack etwas. Ob mit dem Mountainbike, E-Bike oder Gravelbike, das Gaistal ist ein Paradies für Radfahrer.

Für Wanderer gilt: Da die Strecke durchs Gaistal voll von E-Bikern, Mountainbikern und Gravelbikern ist, kommt der Wandergenuss etwas zu kurz. Steig lieber zuerst aufs Rad, um von der Seebenalm oder vom Seebensee aus zu Fuß zur Coburger Hütte zu marschieren.

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