Die Radtour von Hannover nach Hildesheim bietet eine faszinierende Kombination aus Naturerlebnissen und kulturellen Höhepunkten. Diese Route, die teilweise mit dem Leine-Heide-Radweg identisch ist, führt durch abwechslungsreiche Landschaften und zu bedeutenden historischen Stätten.
Startpunkt: Hannover am Maschsee
Die Tour beginnt in Hannover am Nordufer des Maschsees, direkt am Sprengel Museum. Der Maschsee ist eines der beliebtesten Ausflugsziele Hannovers. Er befindet sich mitten in der City, freut die Wassersportler, lädt ein zum Flanieren, Faulenzen, Joggen - oder Radfahren. Besonders viele Besucher lockt jährlich im Sommer das Maschseefest an.
Bevor Sie losfahren, lohnt noch ein Blick zurück. Durch einen kleinen Park vom Maschsee getrennt, liegt nördlich das Neue Rathaus. Viele Besucher halten es für ein Schloss. Weltweit einmalig ist der Bogenaufzug zur gewaltigen Kuppel des Neuen Rathauses. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt, bei guter Sicht sogar bis zum Harz. In der Rathaushalle, unter der fast einhundert Meter hohen Kuppel, sind vier Stadtmodelle zu sehen.
Vom Bahnhof zum Maschsee
Vom Bahnhofsvorplatz in Hannover, dem Ernst-August Platz, geht es neben der Tourist-Information in die Luisenstraße und dann leicht rechts in die Ständehausstraße. Dem Straßenverlauf folgend, gelangen Sie links in die Georgstraße. Dort schräg gegenüber der Oper rechts in die Windmühlenstraße fahren. Sie mündet in die Osterstraße, hier biegen Sie links ab. Geradeaus geht es über die große Kreuzung in die Willy-Brandt-Allee, die direkt zum Maschsee führt - Startpunkt der Etappe.
Entlang der Leineaue
Vom Startpunkt bis Nordstemmen ist die Kulturroute identisch mit dem Leine-Heide-Radweg, einem Radfernweg, der über 413 Kilometer das thüringische Eichsfeld mit Hamburg verbindet. Geradelt wird zuerst am ruhigen Westufer des Maschsees in südlicher Richtung. Haben Sie den See mit dem Strandbad am südlichen Ufer hinter sich gelassen, beginnt die Wiesen- und Weidelandschaft der Leinemasch, ein Überschwemmungsgebiet der Leine.
In Laatzen warten gleich drei Ziele auf Sie: das Luftfahrtmuseum, der zur Weltausstellung EXPO 2000 eröffnete Park der Sinne und das NABU Naturschutzzentrum Alte Feuerwache - eine Informations- und Anlaufstelle für alle, die sich für den Lebensraum Südliche Leineaue interessieren. In dem Gebäude sind zwei Dauerausstellungen zum Naturraum Südliche Leineaue und den hier lebenden Nachttieren zu sehen. Und in der 850 m² großen Außenanlage können Sie die Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere aus unmittelbarer Nähe erleben.
Der Weg geht weiter durch die Leineaue bis nach Schliekum. Hier haben Sie die Wahl, der Hauptroute in Richtung Nordstemmen zu folgen oder die Abkürzung über Sarstedt nach Hildesheim zu nehmen.
Abstecher nach Sarstedt
Wenn Sie sich für die Abkürzung entscheiden, können Sie einen Abstecher in die Innenstadt von Sarstedt unternehmen. An der Ost- und der Westseite von Sarstedt gab es im Mittelalter zwei Stadttore: das Ostertor und das Holztor. Heute finden Sie noch Reste der alten Stadtmauer am Ostertor. Weithin sichtbar ragt der Turm von St. Nicolai aus der Stadt hervor. Die gotische Bruchsteinkirche wurde 1457 erbaut. Hier können Sie alte Schablonenmalerei und einen Renaissancealtar besichtigen. Außerdem sehenswert: das malerische alte Rathaus von 1799 mit seinem Fachwerk und der großen Freitreppe und die historische Wassermühle Malzfeldt aus dem 14. Jahrhundert.
Schloss Marienburg
Folgen Sie der Kulturroute entlang der Leineaue, sehen Sie schon von weitem das Schloss Marienburg. Sie können mit dem Fahrrad den Berg zum Schloss hinauffahren - oder Sie stellen das Rad am Nordstemmer Bahnhof ab und fahren bequem mit dem Schloss-Marienburg-Express. Der Bus bringt Besucher am Wochenende und an Feiertagen auf die Anhöhe. Der Bahnhof selbst ist ebenfalls eine architektonische Sehenswürdigkeit. Er wurde von 1853 bis 1854 - wie die Marienburg auch - von Conrad Wilhelm Hase entworfen: ein Backsteinbau im Rundbogenstil, der einen baulichen Einklang mit dem Schloss bildet. Der Bahnhof war der königliche Empfangsbahnhof für das Schloss Marienburg. Das Schloss Marienburg ist ein touristischer Höhepunkt in Niedersachsen.
Ziel: Hildesheim
Das letzte Ziel dieser Etappe der Kulturroute ist Hildesheim: alte Fachwerkhäuser, kleine Gässchen, wundervolle Grünanlagen, Cafés und Restaurants am originalgetreu rekonstruierten Marktplatz. Prachtvoll sind das Knochenhauer-Amtshaus und das Bäckeramtshaus, beide wurden nach Originalplänen wieder aufgebaut. Auch das Tempelhaus ist ein Blickfang, die Stadtbibliothek und die Tourist-Information sind heute hier untergebracht. Ein Stück weiter in Richtung Osten finden Sie das Theater für Niedersachsen, in Richtung Westen in der Nähe des Doms das Roemer- und Pelizaeus-Museum.
Besonders berühmt ist Hildesheim für seine Kirchen und Kulturdenkmäler. Zum Beispiel die Basilika St. Godehard, eine ehemalige Benediktiner-Klosterkirche im romanischen Stil und in ihrer ursprünglichen baulichen Form fast unverändert erhalten. Ebenso bedeutend sind der Dom und die St. Michaeliskirche, Meisterwerke kirchlicher Baukunst und bekannt für ihre Kunstschätze. Beide gehören seit 1985 gemeinsam zum Weltkulturerbe der UNESCO. An der Domapsis rankt der weithin bekannte 1 000-jährige Rosenstock. Gartenkultur und weitere Rosen finden Sie im Magdalenengarten.
Hier findet man 2 UNESCO Welkulturerbe, den Dom und die Kirche St.Michael.
Die frühromanische Kirche St. Michaelis wurde 1010 bis 1022 unter Bischof Bernward als Klosterkirche erbaut, 1033 von Bischof Godehard fertig gestellt - und 1985 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Sie ist eine der schönsten frühromanischen Kirchen in Deutschland und einmaliges Zeugnis ottonischer Baukunst. Der Mariendom gehört seit 1985 zum UNESCO-Welterbe und ist eine der ältesten Bischofskirchen Deutschlands. Das Roemer- und Pelizaeus-Museum (RPM) ist eines der bedeutendsten Museen Norddeutschlands und vor allem bekannt für seine Schätze altägyptischer Kultur.
Weitere Kulturelle Highlights
Die Kulturroute verbindet Kultureinrichtungen von überregionaler Bedeutung in der Landeshauptstadt Hannover und den umliegenden Regionen - darunter auch Hildesheim. Hier erwarten Sie gleich vier Einrichtungen von Weltkultur: die UNESCO-Welterbekirchen St. Michaelis und der Mariendom, das Dommuseum und das Roemer- und Pelizaeus-Museum. Wenn Sie der Basisroute über Hildesheim hinaus folgen, erreichen Sie auch das UNESCO-Welterbe Fagus-Werk in Alfeld.
Leine-Heide-Radweg
Insgesamt 413 Kilometer zieht sich der Leine-Heide-Radweg von Leinefeld in Thüringen bis nach Hamburg. Rund 55 Kilometer dieser Strecke führen - von Freden nach Sarstedt - entlang der Leine durch die Urlaubsregion Hildesheim. Auf diesem Streckenabschnitt durchqueren Sie das Leinebergland und genießen herrliche Aussichten auf das Leinetal, die Sieben Berge und weitere markante Höhen, welche Sie jedoch nicht überqueren müssen. Durch das überwiegend ebene Gelände ist dieser Radweg auch gut geeignet für Familien. Unterwegs kommen Sie an malerischen Fachwerkstädtchen und zahlreichen kleineren und größeren Sehenswürdigkeiten vorbei.
Die "Kulturroute" gliedert sich in 15 Tagesetappen, deren Start-/Zielpunkte alle mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar sind. Der Fernradweg verläuft von Hannover über Hildesheim, Bad Gandersheim, Elze, Hameln, Stadthagen, Neustadt am Rübenberge, Schwarmstadt, Celle und zurück nach Hannover.
Tagesetappen
Die Route teilt sich auf in mehrere Etappen. Von und nach Hildesheim kommen Sie beispielsweise über die Hauptroute 1 und 2 sowie die Alternativroute 9b. Die Etappen sind ca. 40 bis 50 Kilometer lang, für Eilige gibt es auch Vorschläge für Abkürzungen.
Die dritte Tagesetappe des Leine-Heide-Radweges ist etwa 62 Kilometer lang und folgt der Leine von Alfeld nach Hannover. Dabei gibt es viele Möglichkeiten für interessante Abstecher und Zwischenstopps, etwa für die Stadt Hildesheim oder die zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang der Route.
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