Der Vulkanradweg Hessen: Eine malerische Route durch die Vulkanregion Vogelsberg

Der Vulkanradweg ist ein Radwanderweg, der die Städte Schlitz, Lauterbach und Altenstadt verbindet. Er führt durch die Höhen des Vogelsbergs und hat eine Gesamtlänge von gut 90 km. Der Vulkanradweg verläuft größtenteils auf der ehemaligen Trasse der Oberwaldbahn, die von Lauterbach über die Gebirgshöhe des Vogelsberges und durch die Wetterau bis Frankfurt führte.

94 km ist er lang - und schlängelt sich weitgehend auf der Trasse der ehemaligen Oberwaldbahn durch eine herrliche offene Wald- und Wiesenlandschaft. Von Altenstadt-Höchst im Süden bis nach Schlitz im Norden verläuft der Vulkanradweg auf Feinasphalt. Auf dem größten Vulkanmassiv Mitteleuropas bieten sich dem Radler, Inliner, Longboarder und Handbiker herrliche Ausblicke sowie Einblicke in dörfliche Idyllen und ländliches Kulturgut.

Der Radweg ist gut ausgeschildert und bietet eine angenehme Streckenführung mit nur wenigen Steigungen. So ist der Weg auch für gemütliche Radfahrer und Familien gut geeignet. Wem die Puste ausgeht, der steigt einfach in den Vulkan-Express-Bus, der die Route bis Glauburg-Stockheim begleitet.

Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten

Die Route führt an verschiedenen Sehenswürdigkeiten vorbei, darunter historische Burgen, Schlösser und Kirchen. Dort haben Radfahrer die Möglichkeit in gemütlichen Gasthöfen oder Biergärten regionale Spezialitäten zu genießen und sich zu stärken. In den malerischen Städten hat man nach jeder Etappe die Möglichkeit, seine Akkus wieder aufzutanken. Entlang der Strecke locken regionale Spezialitäten und gastronomische Vielfalt zu stärkenden Pausen.

An 16 Lauschpunkten kann man auf dem Vulkanradweg zwischen Schlitz und Grebenhain/Hartmannshain spannende Geschichten und kleine Geheimnisse zur Vulkanregion Vogelsberg erfahren. Die kostenlose und GPS-gestützte Lauschtour-App für iOS- und Android Handys weist mit einem akustischen Signal darauf hin, wenn man einen Lauschpunkt erreicht hat.

Die Strecke ist hervorragend ausgeschildert, die Schilder sind mit Kilometer- Höhenangaben versehen. Der Vulkanradweg führt durch die schönsten Landschaften des Vogelsberg, führt vorbei am Fuße des Hoherodskopf (764 m ü. NN), dem zweithöchsten Gipfel im Vogelsberg und berührt einige der wichtigsten und ältesten Städte der Region. Die grandiosen Landschaften des Vogelsbergs sind dann auch die Attraktion des Vulkanradwegs, denn große Kunstbauten wie Tunnels oder Viadukte hat dieser Radweg nicht zu bieten.

Stationen entlang der Strecke

  • Schlitz
  • Bernshausen
  • Niederstoll
  • Ützhausen
  • Bad Salzschlirf

Geschichte der Oberwaldbahn

Die ehemalige "Niddertalbahn" bzw. "Oberwaldbahn": 94 kmBad Vilbel - Nidderau - Glauburg-Stockheim - Hartmannshain - Lauterbach (Hess.)

  • 1. Oktober 1888 Eröffnung der Strecke Stockheim - Gedern
  • 31. Januar 1901 Eröffnung des Strecke Grebenhain - Lauterbach
  • 1906 Eröffnung der Verbindung Gedern - Grebenhain.

Das Holz, die Basaltsteine, das gute Vieh und weitere Naturprodukte aus dem Vogelsberg führten um 1881 zu der Überlegung von Lauterbacher, Grebenhainer und Herbsteiner Bürgermeister und Unternehmern die Konzession für eine Bahnlinie von Lauterbach aus über den Vogelsberg zu beantragen. Die Bahnlinie von der westlichen Seite über Stockheim nach Gedern war schon in 1888 realisiert.

Nach vielen Diskussionen und Eingaben konnte am 31. Oktober 1901 die Teilstrecke vom Lauterbacher bis Grebenhain-Crainfeld mit einem ersten Fest-Zug eingeweiht werden. Nun folgte eine Zeitspanne der Stagnation, weil über die weitere Streckenführung von Grebenhain bis Gedern große Interessengegensätze herrschten.

In den Folgejahren wurden stolze Zahlen über die stetige Steigerung der Transportleistung bekannt gegeben. Die Verkehrsmenge der 30er Jahre veranschaulicht die Bedeutung der Lauterbacher Bahnhöfe. Berücksichtigt man, dass die Zahlen aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise und des beginnenden Wiederaufschwungs stammen, aber auch die Konkurrenz auf der Straße bereits zunahm, so zeigt sich ein beachtliches Verkehrsaufkommen. Aber auch der Personenverkehr nahm erst einmal stetig zu.

Wandergruppen - initiiert durch den Vogelsberger Höhen Club - fuhren in den Hohen Vogelsberg. Die pädagogischen Einrichtungen wie die Real- und die Webschule in Lauterbach profitierten von der Anbindung der Orte im Vogelsberg. Dieselfahrzeuge eingesetzt. Dieser Prozess begann bereits in den 50er Jahren. Zunächst wurden noch die morgendlichen und abendlichen Berufspendlerzüge mit Dampfloks gefahren; die dazwischen liegenden Züge durch Schienenbusse. Die Güterzüge zwischen Gedern und Lauterbach bzw. Fulda waren auch weiterhin bis zum Einsatz der Dieselloks bespannt.

September 1975 Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke Lauterbach -Stockheim. Straßenbusse ein, die zum Teil parallel zur Schiene verkehrten. Hinzu kam noch die immer stärker werdende Motorisierung, die den Reise- und Güterverkehr zunehmend tiefer in das Defizit drängte. und trugen so zur Verringerung des Verkehrsaufkommens bei, was schließlich am 27. September 1975 mit Beginn des Winterfahrplans zur Einstellung des Reiseverkehrs auf der Vogelsbergstrecke führte. In den Folgejahren wurden die Gleise angefangen von Gedern sukzessive abgebaut.

Etappen und Routenvarianten

Der Vulkanradweg ist Teil des BahnRadweg Hessen, der insgesamt 245 km von Hanau über Fulda bis nach Bad Hersfeld umfasst. Als Rundtour unter Einbeziehung des Fuldaradweges sind es 400 km.

Dank der Routenführung über extra angelegte Radwege auf ehemaligen Bahntrassen ist der BahnRadweg Hessen auch für den untrainierten Radler ein Genuss. Eine geringe Steigung trotz Mittelgebirge und Feinasphalt mit „Rollautomatik“ machen richtig Lust auf Fahrradfahren.

Die gute Bahnanbindung - nicht nur der beiden Endpunkte - sondern auch entlang der Strecke sowie Radbusse im Sommerhalbjahr machen viele Tourvarianten möglich: vom Tagesausflug bis zur Radelwoche als 400 km lange Rundtour. Im Süden ist die Anfahrt nach Hanau über den Mainradweg eine gute Alternative zur Bahn. Im Norden bieten die Radwege an Weser, Fulda und Werra eine ideale Anfahrt für Tourenradler.

Das passende Panorama bieten die Naturparke in Spessart, Vogelsberg und Rhön. Die Barbarossastadt Gelnhausen, die Keltenwelt am Glauberg, Fachwerk in Lauterbach, die Burgenstadt Schlitz, das barocke Fulda oder die Kur- und Festspielstadt Bad Hersfeld sind die kulturellen Höhepunkte am Weg machen die Tour zu einem unvergessenen Erlebnis.

Etappenvorschläge für den BahnRadweg Hessen

  1. Hanau-Glauburg: Vom Main in die Wetterau (31,2 km)
  2. Glauburg-Schlitz: Weiter nach Osthessen (84,4 km)
  3. Schlitz-Hilders: Vom Vogelsberg in die Rhön (57 km)
  4. Hilders-Phillipstal: Dem Ulstertal nach Norden folgen (38,9 km)
  5. Phillipstal-Bad Hersfeld: Gelegenheit, die Stadt kennenzulernen (32,1 km)
  6. Bad Hersfeld-Lauterbach: Auf dem Fulda-Radweg R1 (43,3 km)
  7. Lauterbach-Birstein: Zielstrebig in den hessischen Süden (50,9 km)
  8. Birstein - Hanau: Abschluss der Radtour (56,2 km)

Vulkan-Express und öffentliche Verkehrsmittel

Von Mai bis Oktober fährt an allen Samstagen, Sonn- und Feiertagen der Vogelsberger Vulkan-Express. Dabei handelt es sich um ein Netz aus sechs Buslinien. Alle Busse sindmit Radanhängern ausgestattet. Es gilt der RMV-Tarif, die Radmitnahme ist kostenlos. Drei der sechs Buslinien verlaufen entlang des Vulkanradweges, eine Buslinie pendelt entlangdes Südbahnradweges, eine weitere teilweise entlang der Niddaroute.

Die Region Vogelsberg erreichen Sie aus Richtung Rhein-Main, Fulda und Gießen bequem mit der Bahn. Umstiegsmöglichkeiten zum Vulkan-Express bestehen in Hungen, Nidda,Stockheim, Wächtersbach, Lauterbach und Mücke.

Anmeldung auch für Einzelpersonen empfehlenswert, für Pedelecs und Gruppen ab 4 Personen erforderlich! Anmeldung nur telefonisch möglich bis Freitag (bzw. bis zum letzten Werktag vor Feiertagen) 13 Uhr!

Tipps und Hinweise

Bleibt noch zu erwähnen, dass es an Schönwetter-Wochenenden recht voll werden kann auf dem Vulkanradweg. Wer die Gelegenheit hat, sollte dann besser auf Werktage ausweichen. Ausschilderung: Hess. Schloss Hallenburg beherbergt die Landesmusikakademie Hessen. Nach Durchquerung des Ortes geht es rechts auf eine gesperrte(Anlieger?) Ortstraße. Angenehmes Dahinradeln auf der ehemaligen Bahntrasse. Linksseitiger straßenbegleitender Radweg entlang der B254.

Der Radweg verläuft unterhalb vom Schloss Eisenbach weiterhin auf ehemaliger Bahntrasse. Unterhalb der Rixfelder Höhe verlässt man den Wald und fährt durch freies Gelände Richtung Rixfeld. Die Steigung bleibt gleichmäßig bei ca. Weitere Drängelgitter finden sich in Höhe des Rixfelder Bahnhofes. Tip für Radfahrer mit Anhänger: das zweite, engere Drängelgitter kann man umfahren, indem man dem Weg neben dem Radweg ca. Weiterer Verlauf des Radweges wie gehabt.

In Höhe des ehemaligen Bahnhofs Herbstein wird der Vulkanradweg neben der Bahntrasse geführt. In Serpentinen geht es aufwärts. Rechts, rechts und links. Zwei Straßenkreuzungen mit Drängelgittern in Höhe Ilbeshausen. Kurz hinter Grebenhain wird der Vulkanradweg dann wieder durchgehend steiler mit ca. Etwa 2 Kilometer vor Hartmannshain trifft der Vulkanradweg auf die Bundesstraße 275. Bis Hartmannshain verläuft der Radweg neben der Bundesstraße, anstatt dem Bahntrassenverlauf zu folgen.

Hier vor allem anfangs steiler. An der Überquerung der B275 befinden sich die letzten Drängelgitter. Richtung Ober-Seemen ist der Radweg durchgehend abschüssig mit 2 bis 3% Gefälle, dabei verläuft der Weg meist im Wald und immer auf der Bahntrasse. In Ober-Seemen wurde der Radweg bisher nicht auf der alten Trasse ausgebaut. Er verläuft durch den Ort, wobei die beiden Anbindungen an die Bahntrasse jeweils starkes Gefälle bzw. Steigung von bis zu 10% auf einer Länge von 70 bzw. Größte Sehenswürdigkeit ist das Schloss, das man vom Radweg aus sieht (Foto).

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