Radroute zum Kloster Reutberg: Informationen und Highlights

Das Kloster Reutberg in Oberbayern ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer. Eine Radtour von Bad Tölz um den Kirchsee lässt sich hervorragend mit einer Einkehr im Bräustüberl bzw. dem Biergarten verbinden. Die Route führt durch das Ellbach- und Kirchseemoor, entlang des malerischen Kirchsees bis zum Kloster Reutberg - mit Biergarten und Traumblick.

Der perfekte Radl-Tag beginnt in Bad Tölz

Es gibt Tage, die beginnen einfach ideal: morgens die ersten Sonnenstrahlen, eine frische Brise und Lust auf Bewegung. Ihr Startpunkt ist Bad Tölz, einer dieser Orte mit Kopfsteinpflaster, Lüftlmalerei und viel oberbayerischem Charme. Ein Blick auf die Landkarte verrät: Die Tour ist leicht und auch für ungeübte Radler gut machbar.

Durch das Ellbach- und Kirchseemoor - Natur pur auf zwei Rädern

Die ersten fünf Kilometer raus aus Bad Tölz sind ein Genuss: Wiesen, sanfte Hügel, moorige Wege und der Duft des Frühlings. Dann öffnet sich der Blick über das Ellbach- und Kirchseemoor, ein Naturschutzgebiet, das Ruhe ausstrahlt. Besonders beeindruckend ist der hölzerne Steg, der mitten durch das Moor führt. Bleibt man hier einen Moment stehen und atmet tief durch, weiß man: Bayerns Natur kann mehr als nur Alpenpanorama. Vorbei am Koglweiher geht es Richtung Kirchsee-Westseite.

Der Kirchsee - Moorsee mit Postkartenidylle

Nach weiteren fünf Kilometern taucht er auf: der Kirchsee. Das Wasser ist so ruhig, dass es die Bäume am Ufer spiegelt. An warmen Tagen eine perfekte Badestelle, im Frühjahr eher ein Platz für eine kleine Pause. Auf den Liegewiesen kann man entspannt rasten, einen Schluck aus der Trinkflasche nehmen und den Moment genießen. Für Fans des Eisbadens bietet sich der Kirchsee als Badewanne das ganze Jahr über an.

Zum Kloster Reutberg

Nur noch ein paar Kilometer trennen Sie vom Kloster Reutberg, ein Franziskanerinnenkloster mit langer Tradition. Neben der historischen Bedeutung hat das Kloster einen weiteren Trumpf: die eigene Klosterbrauerei. Hier muss natürlich gestoppt werden: Ein frisch gezapftes Klosterbier, dazu eine Brezn - und der Biergarten mit Panoramablick auf die Voralpen könnte nicht schöner sein.

Alexandra Grauvogl und ihre Leidenschaft für die Route

Alexandra schätzt es besonders wegen der einzigartigen Flora und Fauna, die sich hier bewundern lassen.

  • Naturverbundenheit - Die Strecke führt durch eines der schönsten Naturschutzgebiete Oberbayerns, das Ellbach- und Kirchseemoor.
  • Faszination Moorlandschaft - Der hölzerne Bohlenweg durchs Moor eröffnet einen ganz besonderen Blick auf diese unberührte Landschaft. Für sie ein Highlight, das man langsam und achtsam erleben sollte.
  • Lieblingsort Kirchsee - Der idyllische Moorsee ist einer ihrer absoluten Lieblingsplätze. Ob ein kurzer Sprung ins Wasser oder einfach nur ein Moment des Innehaltens - der Kirchsee sorgt für absolutes Naturgefühl.
  • Tradition und Genuss - Das Kloster Reutberg mit seiner eigenen Brauerei ist für sie gelebte oberbayerische Tradition. Besonders der Blick auf die Voralpen mit einem kühlen Klosterbier in der Hand ist für sie unschlagbar.

Rückfahrt mit Postkartenblicken

Gut gestärkt treten Sie die Rückfahrt nach Bad Tölz an. Der Weg führt durch das kleine Dorf Sachsenkam, entlang von Wiesen und Feldern, vorbei an alten Bauernhäusern. Die sanften Hügel fordern keine großen Anstrengungen, es bleibt Luft für tiefes Durchatmen. Nach 23 Kilometern sind Sie wieder in Bad Tölz - und haben das Gefühl, einen kleinen Kurzurlaub gemacht zu haben.

Detaillierte Routenbeschreibung

Vor dem Bahnhof Bad Tölz radeln wir links in die Landrat-Wiedemann-Straße, überqueren nach 200 Metern eine Vorfahrtsstraße und biegen in die Ruhlandstraße ein. Nach kurzer Fahrt geht es rechts in die Gaisacher Straße und bald geradewegs über eine Vorfahrtsstraße. Am nahen Gasthaus Bad Tölz fahren wir linkshaltend über die schmale Ellbachzeile zur Salzstraße. Sie führt uns links abwärts durch die Altstadt von Bad Tölz und geht gerade in die von herrlichen Bürgerhäusern eingefasste Marktstraße über, die als Fußgängerzone ausgewiesen ist.

Auf ihr lassen wir die Räder vorsichtig abwärtsrollen (ab 9.30 Uhr muss man schieben), bis wir am Beginn eines flachen Abschnitts links in die schmale Klammergasse einbiegen. Auf ihr geht es abwärts, linkshaltend über den Jungmayrplatz und dann rechts in die Botengasse. Nach kurzer Fahrt biegen wir links in die Krankenhausstraße und fahren geradeaus aus dem Ortszentrum von Bad Tölz. Nach 900 Metern gelangen wir auf einem kurzen Radweg abwärts zur Karwendelstraße und auf ihr links unter der B 472 hindurch.

Wir biegen nach kurzer Fahrt rechts auf den Zwieselweg und radeln geradewegs bis zum Ortsrand von Bad Tölz. Hier fahren wir auf der Blombergstraße rechts zur B 13 und auf dem Radweg nach links. Nach kurzer Fahrt biegen wir links in die erste Nebenstraße und nach 200 Metern erneut links ab.

In Gaißach-Mühl radeln wir geradewegs unter der Bahnlinie durch und bis zu einer Kreuzung am Gasthof zur Mühle. Hier geht es rechts auf der Ostfeldstraße aus dem Ort und nach 600 Metern links in eine Kiesstraße. Nach weiteren 600 Metern an einer Gabelung rechts zu einem Querweg, dem wir nach links folgen. Kurz nach einem Rechtsknick biegen wir links auf eine schmale Teerstraße, die uns ins nahe Greiling führt.

Wir radeln geradewegs sanft aufwärts und bald unter der B 472 hindurch zu einer Vorfahrtsstraße. Auf ihr geht es rechts über einen Berg hinauf nach Reichersbeuern. Auf der Hauptstraße fahren wir geradewegs durch den Ort und kurz vor dem Ortsende links in die Bahnhofstraße. Bald gelangen wir rechts auf dem Warngauer Weg zur Bahnlinie, die überquert wird. Nun geht es kurz an der Bahnlinie entlang und dann links durch den Wald zu einer Gabelung am Ende einer Waldweide.

Wir radeln links auf den Hauptweg geradewegs durch den Wald zu den Wiesen von Sachsenkam und unter der B 13 hindurch zur Ortsdurchfahrt von Sachsenkam. Auf ihr geht es rechts in das Ortszentrum und am Dorfplatz links in die untergeordnete Reutbergstraße, die uns zum Kloster Reutberg führt.

Am Kirchsee vorbei nach Bad Tölz

Nach dem Kloster biegen wir links in die zum Kirchsee ausgeschilderte Nebenstraße, der wir geradewegs zum Kirchsee folgen. Der Weg läuft am Ufer entlang und wird nach dem See schmaler und steiniger. Er leitet uns im Auf und Ab durch den Wald und geht schließlich in ein Teersträßchen über, das uns zu einer schmalen Teerstraße bringt. Wir biegen nach links ab und radeln vorbei am Kogelweiher, in dem man ebenfalls baden kann, und durch den Weiler Abrain zu einer Kreuzung.

Hier fahren wir wenige Meter nach rechts zur vorfahrtsberechtigten Kreisstraße, der wir nach links folgen. Nach 300 Metern verlassen wir an der nächsten Kreuzung geradewegs die nach links abknickende Straße und radeln am Weiler Rain vorbei über die Wiesen bis zur Landstraße. Wir überqueren sie linkshaltend und folgen einem guten Feldweg. Nach kurzer Fahrt knickt er nach links und kurz darauf radeln wir an einer Kreuzung auf dem besseren Weg rechts zu einer nahen Straße.

Wir halten uns links und fahren geradewegs zur Schützenhausstraße in Ellbach. Auf ihr geht es links Richtung Dorfzentrum, nach 100 Metern rechts auf der Eschenstraße zur Hauptstraße und auf ihr nach links. Nach wenigen Metern biegen wir rechts in die Bachstraße ein, die uns abwärts zum nah gelegenen Ellbacher Moor führt.

Auf einem Kiesweg radeln wir jetzt geradewegs durch das wundervolle Naturschutzgebiet, ehe wir uns über einen kurzen, aber steilen Berg zu einem Quersträßchen hinaufmühen. Wir lassen die Räder rechts abwärtsrollen und wechseln am Ende der Abfahrt auf einen Kiesweg, der uns zur Bahnlinie führt. Auf schmaler Teerstraße radeln wir jetzt entlang der Bahnlinie zurück nach Bad Tölz.

Weitere Routenoptionen

Route von München über Sauerlach und Holzkirchen

Die Route dieser Rundtour dürfte eine der einfachsten Varianten für eine Radtour von München zum Kloster Reutberg und wieder zurück sein. Über Giesing geht es in den Perlacher Forst und entlang der Bahnlinie durch Deisenhofen weiter bis nach Sauerlach. Über Arget und Otterfing erreichen wir Holzkirchen. Ab hier wird es landschaftlich immer schöner. Wir passieren Kleinhartpenning und sausen bald darauf die Abfahrt hinunter in Richtung Kloster Reutberg.

Der Rückweg nach München führt uns zunächst über Piesenkam und Warngau nach Holzkirchen. Somit umfahren wir die steilen Anstiege hinauf nach Hartpenning. In Otterfing biegen wir ab auf den Markweg und rollen über Hofolding, Brunnthal und Ottobrunn zurück in die Landeshauptstadt. Diese Radtour ist ein Rundkurs.

Route von Lenggries

Vom Bahnhof Lenggries geht es zunächst zum Rathausplatz und weiter zur Geiersteinstraße in Richtung Familienbad Isarwelle. Von dort biegen Sie in die Goethe­straße ein und fahren abwärts zum Leitenweg. Sie überqueren den Tratenbach und fahren auf dem Feldweg entlang nach Unterluß und Steinbach. Hier ist eine Einkehr im Bauernhofcafé möglich. Am Steinbachufer geht es rechts den Wirtschaftsweg bachaufwärts weiter. Nach 2 km überqueren Sie den Steinbach und fahren nun 1 km bergaufwärts. Anschließend biegen Sie nach links zur Teerstraße ab und radeln in Richtung Untermberg und Gaißach weiter.

Auf der wenig befahrenen Straße Richtung Gaißach Mühl biegen Sie zum Dorf Gaißach ab. In der Ortschaft zweigen Sie beim „Jägerwirt“ nach rechts in Richtung Greiling ab. Durch die Unterführung geht es auf der Bundesstraße weiter. In Greiling halten Sie sich dann rechts in Richtung Reichersbeuern. Nach dem Neuwirt geht es links zum Bahnhof weiter. Hinter dem Bahnübergang nehmen Sie den Landwirtschaftsweg in Richtung Sachsenkam. Es folgt eine Unterführung und schon sind Sie in Sachsenkam. Hier im Ort wählen Sie die Abzweigung zum Kloster Reutberg, und genießen dort die Pause im herrlichen Biergarten.

Nach einer zünftigen Einkehr sind es noch ca. 2 km bis zum Kirchsee. Dort können Sie sich ebenfalls erholen und die Natur auf sich wirken lassen. Zurück geht es über den Kogler Weiher, Kirchbichl und Ellbach nach Bad Tölz. Über die Nockhergasse kommen Sie ins Zentrum. In der Marktstraße haben Sie die Möglichkeit zum Bummeln, das Stadt­museum zu besichtigen oder zum Kaffeetrinken. Weiter geht es zur Isarbrücke.

Route von Wolfratshausen

Wir beginnen unsere Radtour in Wolfratshausen am Bahnhof der S 7 des Münchner Verkehrsverbundes (MVV). Auf der Sauerlacher Straße geht es nun aus der Stadt, der Fußweg links ist auch für uns Radler freigegeben. Rasch erreichen wir den Friedhof von Wolfratshausen mit der Kirche St. Nantovinus. Diesen einzigartigen Kirchenpatron kennen vielleicht einige aus Franz von Kobells Erzählung »Der Brandner Kaspar«. Der Heilige war ein Rompilger, der hier unschuldig 1286 den Feuertod erlitt. Nach diesem Justizmord entstand eine bedeutende Wallfahrt. Aus den Spenden konnte man 1624 die prächtig ausgestattete Kirche St. Nantovinus bauen.

Die verbrannten Knochenreste des Heiligen vermutete man im Hochaltar. Bei der großen Kirchenrenovierung vor einigen Jahrzehnten fand man sie mit deutlichen Brandspuren. Eine C14-Analyse bestätigte das Todesdatum, das über viele Jahrhunderte hinweg nur mündlich überliefert war. Wir finden den Heiligen als spätromanisches Sandsteinrelief, als Gemälde am Hochaltar und als barocke Figur.

Nach der Besichtigung folgen wir weiter der Straße und biegen kurz vor der Isarbrücke links zur Flosslände hin ab. Dort, kurz vor dem Fluss, können wir unter der Straße durchfahren und finden uns dann auf dem Isarradweg, dem wir stets flussaufwärts folgen. Immer wieder, und das gilt für die gesamte Strecke entlang der Isar, ergeben sich schöne Ausblicke auf den wild fließenden Fluss. Wer will, kann sich abkühlen, es finden sich genügend Trampelwege zu flachen Uferstellen. Hier ist allerdings nichts überwacht, alles geschieht auf eigene Gefahr!

An Farchet, einem Siedlungsgebiet, fahren wir vorbei und treffen auf den Loisach-Isar-Kanal, den wir mit einem Rechts-links-Schwenk auf einer schmalen Brücke überqueren können. Jetzt passieren wir Waldram, das während der NS-Zeit für die deutschen Arbeiter und Angestellten der großen Sprengstoff- und Munitionsfabrik gebaut wurde. Aus diesen Fabriken ist nach dem Krieg die Stadt Geretsried entstanden, die wir bald erreichen. Wir folgen den Schildern »Isarradweg«, sie führen uns mit einer Ausnahme bei der Schule immer zwischen der Bebauung und den Isarauen entlang. Allenthalben stehen noch die Zaunpfosten der ehemaligen NS-Industrieanlagen. Etwas später finden wir im Wald seltsame Hügel. Unter ihnen liegen bis heute die Bunkerreste dieser Zeit. Schließlich erreichen wir die schnurgerade Autostraße zur Tattenkofener Brücke. Ein Schild mahnt uns, hier abzusteigen und vorsichtig über die Straße zu schieben. Auf der anderen Seite der Straße biegen wir links ab und fahren mehr oder weniger parallel zu ihr zur Tattenkofener Brücke und überqueren auf ihr die Isar.

Nach der Brücke biegen wir rechts auf den Radweg ab, der allerdings in Einöd endet. Wir folgen der Fahrstraße durch das Dorf und biegen am Ortsende rechts in Richtung Sägewerk ab. Hier beginnt ein Feldweg, der bei der Abzweigung nach Bairawies wieder auf die große Bundesstraße trifft. Wir queren sie, fahren in das Dorf hinein und biegen beim Café freiZeit rechts ab. Am Ortsende halten wir uns, der Beschilderung »Dietramszell« folgend, zweimal links und sind damit schon auf der Straße durch das Zellerbachtal. Abwechslungsreich führt sie durch den Wald, über Felder und Sumpfwiesen nach Leismühl und dann an der großen Untermühlthaler Säge vorbei auf die Straße nach Dietramszell. Dort links und mit wenigen Pedalumdrehungen sind wir an der berühmten Klosterkirche. Sie ist eines der Hauptwerke des Münchner Hofstukkateurmeisters und Malers Johann Baptist Zimmermann und lohnt auf alle Fälle einen Besuch.

An der Klosterschänke vorbei führt auch unser Radweg aus dem Dorf, biegt jedoch von der Hauptstraße rechts ab, sodass wir direkt auf das letzte Haus des Dorfes treffen. Hier geht es links in den Wald hinein. Wir folgen bei allen Abzweigungen den Radwegsymbolen und sind um die Trethilfe unseres E-Bikes recht froh, denn es geht immer wieder kräftig bergauf. Gut, dass wir im schattigen Wald fahren! Schließlich erreichen wir Pelletsmühl, einen wunderschönen Bauernhof, auf dem das Recht liegt, das Wasser des Kirchseebachs zu nutzen. Dieses Recht wird noch wahrgenommen. Das Wasser treibt eine Turbine an, die immerhin Strom für 15 Familien liefert. So viel Kraft traut man dem Bächlein gar nicht zu!

Wir fahren weiter und treffen auf eine Querstraße, der wir nach rechts folgen. Vorbei an Reith erreichen wir den Babenberger Weiher mit seinen zwei Eulen, die aus einer Gabel eines dicken Baumstamms mit der Kettensäge herausgearbeitet wurden. Ein Stück weiter der Straße folgend, passieren wir die Abzweigung zum Kirchsee, die wir erst später einschlagen wollen. Dann haben wir unser Ziel Reutberg, ein Kloster samt Brauerei und Bräustüberl, erreicht. Auf dem großen Parkplatz finden unsere Räder sicherlich Platz. Direkt darüber ist der große Biergarten mit seinen gewaltigen Kastanien. In ihrem Schatten können wir nachsinnieren, was es mit dem Kloster und dem Bier auf sich hat. Das Kloster ist im Vergleich zu anderen Klöstern nicht sehr alt. 1618 wurde es von der Gräfin Anna von Pienzenau als Franziskanerinnenkloster gegründet. Die Erlaubnis zum Bierbrauen erhielten die Nonnen rund 60 Jahre später, seither sind Bier und Kloster untrennbar verbunden.

Nach dem ersten Weltkrieg wäre die Brauerei fast geschlossen worden, da wurde auf Initiative des Pfarrers Daisenberger eine Genossenschaft gegründet, die das nötige Kapital aufbrachte, die Brauerei weiterzuführen. Bis heute wird die Brauerei als Genossenschaft erfolgreich in Gang gehalten und konnte sich gegen das große Brauereisterben in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts behaupten.

Dazu radeln wir die Straße, auf der wir gekommen sind, etwa 300 Meter zurück und biegen dann links Richtung Kirchsee ab. Wir überqueren den Kirchseebach, den wir schon an der Pelletsmühle kennengelernt haben, und erreichen an den Parkplätzen die Wege zum Kirchseeufer. Einen Radlerparkplatz gibt es nicht, also stellen und sperren wir sie an irgendeiner geeigneten Stelle ab. Dann kann das Badevergnügen beginnen. Wir baden in bestem Moorwasser, dem sogar eine gewisse Heilkraft zugeschrieben wird. An Wochenenden kann es schon mal vorkommen, dass die Stege und Badestellen am Ufer sehr begehrt sind, aber mit unseren Rädern ist das kein Problem.

Wir folgen der Kirchseestraße weiter durch den Wald und kommen zur nächsten Liegewiese an der Diensthütte der Wasserwacht, die sehr viel weniger bevölkert ist. Auch im weiteren Verlauf gibt es immer wieder Uferstellen, die man zum Baden nutzen kann. Der Hauptweg, auf dem wir radeln, führt uns am Nordufer entlang und wendet sich dann nach rechts. Weiter geht es durch Wald und über feuchte Wiesen zu einer geteerten Straße. Hier biegen wir links ein und sind dann gleich am Koglweiher, der sich noch einmal als Badesee mit schöner Liegewiese anbietet.

Unsere Fahrt geht auf der Teerstraße über den Weiler Abrain zu einer Kreuzung. Nach rechts erreichen wir Kirchbichl mit seinem für Schweinshaxn berühmt gewordenen Jägerwirt. An der Vorfahrtstraße biegen wir nach rechts in die Straße nach Dietramszell ein und verlassen sie schon nach einem knappen Kilometer nach links. 300 Meter später halten wir uns rechts und sausen mit Schwung hinunter ins Isartal. Etwa an der tiefsten Stelle zweigt links eine Straße ab, die uns endgültig ins Tal bringen soll. Weil an dieser Stelle kein Wegweiser steht und wir voll in Fahrt sind, ist die Abzweigung leicht zu übersehen. Unten beginnt neben der Autostraße ein Radweg, auf dem wir wieder die Abzweigung nach Bairawies erreichen. Jetzt fahren auf dem bekannten Weg zur Tattenkofener Brücke zurück.

Diesmal queren wir die Isar nicht, sondern bleiben auf dem Radweg, der uns dann nach links durch den Ort Tattenkofen lotst. Anschließend geht es über Wiesen und Felder auf Ascholding zu. Dabei schaut rechts eine kleine Kirche von einem Hügel zu uns herüber. Ein ganzer Kranz von Legenden und Sagen rankt sich um die Schimmelkapelle. So soll sich einst ein Schimmel in ihr verirrt haben, der dann, weil er nicht mehr herausfand, in der Kapelle verhungerte.

Die massiven Fundamentsteine der Kirche deuten jedoch den wahren Hintergrund dieser Geschichte an. Einst befand sich wohl an Stelle der Kirche ein Heiligtum des vorchristlichen Gotts Wotan. Der Schimmel war das Symbol seiner Macht. Durch dessen Tod wurde die Macht Wotans durch die christliche Kirche gebrochen. So interpretiert, wäre die Erzählung verständlich.

In Ascholding fahren wir zur Dorfstraße und folgen ihr nach links. Wunderschön mit Geranien geschmückte alte Bauernhäuser säumen die Hauptstraße. Neben uns fließt der Mooshamer Weiherbach, der uns schließlich nach rechts auf der Schlossstraße zum alten Wasserschloss zuführt. Es liegt in einem großen Park, hohe Bäume verdecken die Sicht auf den Bau. Vor dem verschlossenen Tor biegen wir links ab, passieren den Holzwirt und nehmen danach die Straße rechts nach Norden. Jetzt geht es durch den Wald und entlang feuchter Wiesen, dann erreichen wir an den Fischweihern die ersten Häuser von Oberegling.

Kurz danach sind wir am Ortsrand von Egling. Gleich nach dem ersten Bauernhaus, der Sebaldmühle, biegen wir scharf nach links ein und erreichen die Kapelle St. Sebaldus an ihrem Weiher. Vor der Kirche geht es nach links steil aufwärts auf einem schmalen Pfad in den Wald. Dieser Wegabschnitt ist nur kurz und lässt sich besser schiebend bewerkstelligen. Am Waldrand geht es dann schon wieder flacher weiter und wir bleiben geradeaus.

Jetzt radeln wir am markanten Veiglberg mit seinem einzelnen Baum vorbei, der rundum von Weitem sichtbar ist. Uns erst links, dann rechts haltend, erreichen wir Neufahrn. Im netten Café Hanfstingl können wir uns noch einmal stärken, bevor es nun endgültig auf dem Pupplinger Weg ins Isartal hinabgeht. Vor der Kapelle in Hochreuth bei Puppling radeln wir weiter abwärts zur Autostraße. Nach rechts sind wir in wenigen Minuten an der Isarbrücke und - wer möchte - im urigen Biergarten Aujäger.

Wichtige Infos, Tipps und Serviceangebote

Länge der Tour: ca. 23 km
Schwierigkeitsgrad: leicht, für alle Fitnesslevel und Altersklassen
Strecke: Meist befestigte Wege, gut für Tourenräder und Mountainbikes
Einkehr: Kloster Reutberg, täglich geöffnet von 10 bis 23 Uhr; warme Küche von 11:30 bis 21 Uhr; grandioser Biergarten bei schönem Wetter
Anreise: Problemlos von München mit der Bahn nach Bad Tölz, dann radeln
Beste Zeit: Frühjahr bis Herbst, besonders schön im Mai

Zusammenfassung der Routenmerkmale:

Merkmal Beschreibung
Länge Ca. 23 km
Schwierigkeit Leicht, für alle Fitnesslevel
Untergrund Befestigte Wege, geeignet für Tourenräder und Mountainbikes
Einkehrmöglichkeiten Kloster Reutberg (täglich 10-23 Uhr, warme Küche 11:30-21 Uhr)
Anreise Bahn nach Bad Tölz, dann Fahrrad
Beste Reisezeit Frühjahr bis Herbst, besonders Mai

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