Radtour durch die Wahner Heide und den Königsforst

Raus aus dem Kölner Stadtverkehr, rein ins Grüne. Wer meint, für echte Natur müsse man weit und kompliziert rausfahren, kennt die Knotenpunktroute und die Radtour durch die Wahner Heide und den Königsforst bisher nicht.

Auf zwei Rädern geht es durch Wälder, Heidelandschaft, vorbei an Schlössern, Wildgehegen und Biergärten, ganz ohne GPS, nur mit den Knotenpunkten und der dazugehörigen Übersichtskarte an den Knotenpunkten. Wobei es letztere eigentlich nicht braucht.

Die Tour im Überblick

  • Streckenlänge: 42 km (netto) im Rundkurs locker machbar an einem Tag ab Porz-Wahn oder wie wir mit ca. 104 km an 2 Tagen, mit (Radel-) Anfahrt aus Köln und Rückfahrt mit dem Rad in die Domstadt.
  • Höhenmeter: ca.
  • Navigation: Easy über das Knotenpunktsystem.

Wenn es dir auch so geht, nehmen wir dich gerne mit auf unsere Radtour durch die Wahner Heide und den Königsforst in der Nähe von Köln. Das Beste an der Tour ist, dass du dafür nicht mal GPS oder einen vollen Akku brauchst, sondern einfach nur old school Schilder und Karten und auch die musst du nicht vorab kaufen, sondern die stehen inklusive analoger Navigation überall kostenfrei rum. Wie geil ist das denn?!

An diesem Wochenende fahren wir mal etwas runter bzw. raus und üben uns mal wieder in Achtsamkeit, um kein Schild zu verpassen.

Das Knotenpunktsystem

Klingt anstrengend? Das Knotenpunktsystem ist ein einfaches, aber geniales Prinzip für Radfahrer:innen: Jede Kreuzung von Radwegen hat eine Nummer. Den sogenannten Knotenpunkt. Statt komplizierter Karten oder Apps reicht ein Zettel mit Zahlenfolge, die gleichzeitig deine Route ist: z. B. 11 - 54 - 53 - 52. So kannst du immer flexibel umplanen, spontan abbiegen oder Schleifen einbauen, falls die Beine doch noch können.

Da wir natürlich nicht alles mit dem Rad fahren können, beschränken wir uns auf einen kleinen Teil und fahren auf Einladung der Radregion Rheinland aus der Kölner Innenstadt bis ins Grün des Bergischen Landes. Unser Tourstart war bei Knotenpunkt 11 am bekannten Melatenfriedhof in Köln.

Die Route im Detail

Nun aber genug der einleitenden Worte. Wir treffen uns um 10 Uhr morgens am Melatenfriedhof in Köln, statten noch dem bekannten Sensenmann einen Besuch ab und hoffen, dass das nicht als schlechtes Omen gewertet werden kann. Aber ein Blick in den Himmel verspricht zumindest von oben nur Gutes. Wir radeln uns gemächlich aus der Stadt heraus, folgen dabei den Lindenthaler-Kanälen, dem Grüngürtel und dann weiter via Südbrücke über den Rhein.

Dort geht es dann an den Poller Wiesen entlang Richtung Süden. Mittlerweile ist es schon Mittag und so langsam haben wir Hunger und stellen fest, dass wir noch gar nicht so richtig gefrühstückt haben. Macht aber nix, denn Abhilfe finden wir im Wiesenhaus direkt am Rheinufer und es gibt tatsächlich noch ein fabelhaftes Frühstück. Also schnell ein Omelette mit etwas Brot gefrühstückt, lecker Kaltgetränk dazu und dann weiter an der Groov vorbei Richtung Wahner Heide. Denn die Wahner Heide hat auch ihren Reiz - und das Rheinland? Weiß ganz genau, wie man den Gang runterschaltet.

Wir verlassen den Weg, der uns am Rhein entlang geführt hat, und nehmen Kurs auf den Knotenpunkt 46 in Elsdorf und damit den offiziellen Startpunkt der ca. Die Zahlen für unsere Radtour durch die Wahner Heide und den Königsforst:

11 (Melatenfriedhof in Köln) - 54 - 53 - 52 - 17 - 18 - 45 - 46 (Start der Route) - 17 - 18 - 95 - 31 - 32 - 25 - 24 (Übernachtung in Troisdorf) - 23 - 46 und dann wieder zurück nach Köln.

Sieht erst einmal ein bisschen komisch aus, wenn das da rumbaumelt, aber so verlierst du nie den Überblick und das kann schon einmal passieren bei so vielen Zahlen und Richtungspfeilen. Noch etwas orientierungslos fahren wir erst einmal nach Elsdorf rein, bis wir merken, wir sind falsch. Also wieder zurück und die Übersichtskarte lesen. Is‘ doch eigentlich ganz einfach, auch wenn ein Rechtsabbiegerschild fehlt.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Gut Leidenhausen

Gut Leidenhausen ist eines der vier Portale zur Wahner Heide. In der historischen Tenne des gemütlichen Gutshofes gibt es die interaktive Ausstellung „Natur ist anders - Kontraste“, die sich mit dem Spannungsfeld zwischen Natur und Technik sowie dem Naturerbe der Wahner Heide und des Königsforstes beschäftigt. Weitere Attraktionen sind ein Wildgehege, eine Greifvogelstation und das Haus des Waldes. Nicht nur für große Leute interessant, sondern auch als Tagesausflugsziel für Familien.

Wir sprechen hier aus eigener Erfahrung. Doch, weil wir heute ohne Kinder und Bollerwagen unterwegs sind, nutzen wir die Zeit für eine Pause und lassen den Hof auf uns wirken. Einfach mal hinsetzen und durchatmen. So kommst du viel besser an. Und angekommen sind wir in der Wahner Heide schon jetzt.

Aussichtspunkte und Pionierbecken

Wir radeln weiter und entdecken immer wieder Aussichtspunkte entlang der Knotenpunktroute Wahner Heide & Königsforst. Einfach mal nicht gegen die nächste Häuserwand blicken, sondern in die Weite der Heidelandschaft. Herrlich!

Die Pionierbecken sind, anders als der Name vermuten lässt, ehemalige Kiesgruben und haben mit Militär nichts am Hut. Insgesamt gibt es davon drei an der Zahl, und die alten Kiesgruben haben sich im Laufe der Zeit zu wertvollen Biotopen entwickelt. Wir beobachten heute aber lieber die Ziegen bei der Heidepflege und fahren weiter. Es gibt ja noch mehr zu sehen, und wir werden plötzlich von der offenen Heidelandschaft auf unserer Radtour durch die Wahner Heide und den Königsforst überrascht. Ein Traum für unsere Gravelbikes, aber auch für alle anderen Radarten.

Schloss Eulenbroich

Das Schloss Eulenbroich, eine ehemalige Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert, dient heute als Kultur-, Bildungs- und Veranstaltungszentrum. Sprich, heute ist es ein beliebter Ort für Hochzeiten, Ausstellungen und kulturelle Events. Das Schloss liegt in unmittelbarer Nähe zum Ortskern Rösrath und ist ein architektonisches Highlight der Region. Leider hatte die Gastro schon geschlossen, sonst hätten wir euch noch von dem tollen Café vorgeschwärmt.

Burg Wissem

So langsam brauchen wir aber mal eine längere Pause. Unser nächstes Highlight ist die Burg Wissem. Hier soll es doch wohl eine Sitzmöglichkeit geben, aber leider wieder negativ, denn es findet gerade die Eröffnung der Janosch-Ausstellung statt und wir kommen uns mit unseren abgeschnittenen Jeans doch etwas underdressed vor. Janosch ist natürlich nicht die ganze Zeit im Heideportal Burg Wissem beheimatet und wahrscheinlich schon längst weitergeradelt. Vorbeischauen lohnt sich trotzdem.

Und sie fuhren weiter in das Erlebnisfeld der Sinne vor dem Schloss. Hier kann man seine Sinne schärfen, Sachen riechen, drehen, hören und noch vieles mehr. Hier noch etwas Nerdwissen für alle Henriks und sonstigen Schildleser:innen unter euch.

Burg Wissem ist das Wahrzeichen Troisdorfs und beherbergt das Museum für Bilderbuch- und Illustrationskunst sowie ein weiteres Besucherportal zur Wahner Heide, also wie Gut Leidenhausen quasi.

Waldwirtschaft Heidekönig und Übernachtung in Troisdorf

Kluger Mann, aber der Durst lässt sich mittlerweile nicht vergessen, und so radeln wir an unserem Hotel, Das Kronprinz vorbei und kämpfen uns die letzten Meter in die Waldwirtschaft Heidekönig hoch. Mittlerweile ist es 18 Uhr und wir sind etwas platt. Hier kehren Wanderer:innen, Mountainbiker:innen, Tagesausflügler:innen und alle anderen ein, um etwas zu trinken oder auch zu essen.

Letzteres vergessen wir mal wieder und so rollen wir Richtung Hotel, bevor auch die umliegenden Restaurants in Troisdorf schließen. Warum haben wir nichts im Heidekönig gegessen? Wir werden freundlich empfangen und können unsere Räder im hoteleigenen Radschuppen unterstellen. Das Hotel ist Bett+Bike zertifiziert. Ein Abendessen müssen wir uns dann aber doch noch schnell suchen. Direkt um die Ecke werden wir fündig. Das kommt uns ganz gelegen. Einfach nicht mehr laufen oder fahren. Welchen Wein wir zum Essen wollen? Ach, erst einmal ein Kölsch.

Wer möchte, könnte hier noch weiter fahren, doch für uns reicht es heute und wir fallen müde ins Hotelbett in der wunderbaren Naturregion Sieg. Morgen nehmen wir die letzten 15 km in Angriff und fahren zurück zum Ausgangspunkt. Insgesamt sind wir heute 47 km mit 400 hm durch die Wahner Heide gefahren, plus 21 km und 90 hm Anreise aus Köln.

Telegraphen Berg und Rückfahrt

Ausgeruht und nach einem reichhaltigen Frühstück top gestärkt, wollen wir zum finalen Höhepunkt hoch auf den 134 m hohen Telegraphen Berg. Hier oben gibt es einen beeindruckenden Panoramablick über die Wahner Heide und den Flughafen Köln/Bonn. Und für alle, die dann wirklich genug in die Weite und Heide geschaut haben, ist ganz in der Nähe die Waldwirtschaft Heidekönig.

Also zurück zum Ausgangspunkt. Knotenpunkt 46 und damit schließt sich unsere Radtour durch die Wahner Heide und den Königsforst. Von hier aus könnt ihr mit der Bahn zurückfahren oder wieder um die 20 km verlängern und Richtung Köln fahren. Die letzte Option wählen wir, denn so ein Radtag darf doch eigentlich niemals enden.

Fazit

Du brauchst keinen Van, kein GPS, kein Wochenende in der Eifel oder sonst wo mit langer Anreise. Nur ein Rad, Lust auf Natur und ’n bisschen Neugier. Die Wahner Heide und der Königsforst liefern alles, was ein Mikroabenteuer braucht: Wald, Weite, Wildgehege, Wegbier - und das direkt vor deiner Kölner Haustür. Egal, ob mit Kids, mit Freund:innen oder solo auf Selbstfindungstrip. Die Wahner Heide und Königsforst Tour geht immer.

Zusammenfassung der Knotenpunkte

Die Zahlen für unsere Radtour durch die Wahner Heide und den Königsforst:

11 (Melatenfriedhof in Köln) - 54 - 53 - 52 - 17 - 18 - 45 - 46 (Start der Route) - 17 - 18 - 95 - 31 - 32 - 25 - 24 (Übernachtung in Troisdorf) - 23 - 46 und dann wieder zurück nach Köln.

Weitere Informationen

Noch Fragen zum Knotenpunktsystem? visit Bonn Region

Radtour Knotenpunktroute Wahner Heide & Königsforst

  • 41,98 km lang
  • Rundweg
  • Schwierigkeit: leicht
  • Kondition: sehr leicht
  • Tolles Panorama regionale Radtour Fotos & Karte

RouteBeschreibungGut zu wissenIn der Nähe2:50 h41,98 km142 m155 m50 m115 m65 mStart: Bahnhof Porz-WahnZiel: Bahnhof Porz-WahnLeichte Rundtour um den Flughafen Köln/Bonn entlang des Königsforsts und der Wahner HeideDiese leichte Rundtour ist genau das Richtige für alle, die eine naturnahe Auszeit suchen. Sie umrundet den Kölner-Bonner Flughafen entlang des Königsforsts und der Wahner Heide. Diese ist eine der bedeutendsten Heidelandschaften Europas und zugleich das artenreichste Naturschutzgebiet in NRW.

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