Radtour Kroatien Küste: Erfahrungen und Tipps

Kroatien ist ein beliebtes Reiseziel für Radfahrer, die die Küste und das Landesinnere erkunden möchten. Dieser Artikel fasst Erfahrungen und Tipps für eine Radtour entlang der kroatischen Küste zusammen.

Anreise

Trieste ist ein guter Startpunkt, der von München aus mit dem Zug erreichbar ist. Rijeka mit internationalem Flughafen ist eine Alternative. Weitere Optionen sind die Fähre ab Venedig nach Istrien oder die Anfahrt bis Ljubljana (Slowenien), was die Tour verlängern würde.

Routenführung und Erfahrungen

Die Tour begann in Trieste, wo der Verkehr zunächst dicht war. Auf Nebenstraßen ging es bergauf, bevor die slowenische und dann die kroatische Grenze überquert wurden. In Kroatien führte eine einsame Nebenstraße durch herrliche Hügellandschaften. Je näher Rijeka kam, desto stärker wurde der Verkehr.

Ab Opatija folgte ich der D66, die leider stark befahren ist. Zum Fährhafen bei Brestova ist die aber die einzige direkte Option. Kurz nach der kroatischen Grenze (bei Jelovice) wunderschöne Hügellandschaft Kvarner Bucht.

Die Fähre von Brestova fährt nach Porozina (Cres). Es ist ratsam, die Fahrzeiten der Fähre vorab zu prüfen, um Wartezeiten zu vermeiden. In Cres ging es direkt bergauf, etwa 400 Höhenmeter. Die Landschaft war rau und karg, mit Schafen und Salbei. Die Straße ist eng, aber der Verkehr gering.

Von Cres nahm ich die Fähre von Merag nach Valbiska mit dem Ziel Krk zügig zu durchqueren und meine Radtour nach Überquerung der Krčki most auf dem Festland fortzusetzen. Die Fahrt durch Krk war zunächst wenig spektakulär, im Vergleich zu Cres nimmt der Verkehr jedoch deutlich zu.

Ein Gastartikel von Philipp beschreibt seine Erfahrungen mit Auto und Fahrrad in Kroatien. Er entschied sich für Kroatien, da er schon früher viele Touren gemacht hat und die beste Erfahrung bekommt man nur, wenn es wenige Probleme gibt.

Ein weiterer Radfahrer plante eine Tour von Rijeka nach Zadar und fragte nach Empfehlungen und Einschätzungen. Es wurde empfohlen, die Inseln mit dem Rad zu erkunden und die Küstenstraße aufgrund des Verkehrs zu meiden.

Mittlerweile ist man gewöhnt an Fahrradfahrer. (Beispiel Zagreb: in 2002 noch verboten fúr Fahrräder, heute gibt es dort Fahrradstreifen)Du hast vor in September zu gehen, das ist eine gute Monat um dort die Küstenstrecke ab zu radlen. In September normalisiert sich der Verkehr und deshalb ist es für dich sicherer. Würde dir nur eine neonfarbigen Sicherheitsweste empfehlen. Achte auf die Wettervorhersage/Verkehrlage. Bei starke Bura werden Teile der Adriamagistrale gesperrt. Die Strecke ist kurvenreich, teilweise wirst du durch die Dörfer gelenkt und geht es etwas mehr bergauf-bergab.

Es gibt mehr Campingplatze als auf Karten oder im Internet verzeichnet. Traue deine Augen statt die Bewertungen im Internet und entscheide vor Ort ob du eine Campingplatz benutzen willst.

Alternativ kann man nach Pula mit der ÖBB fahren und von dort entlang der Küste Richtung Labin/Rabac radeln. Von Brestova aus ist es dann möglich, mit der Fähre nach Cres überzusetzen.

Radfahren in Kroatien

Kroatien bietet fantastische Möglichkeiten für Radfahrer entlang der Küste und im Landesinneren. Radwege entlang der Promenaden und der Küste sind ideal für entspannende Touren. In den meisten Urlaubsorten gibt es Fahrradverleih-Services.

Die offiziellen Radwege sind gut ausgeschildert. Es wird empfohlen, auf den öffentlichen Wegen zu bleiben und Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen. Fahrradhelm, Protektoren und Radwanderkarte sollten bei Radausflügen nicht fehlen!

In Kroatien finden spannende Radsportevents statt, wie das Istria Granfondo und die Tour of Croatia. Die Radrouten sind eine gute Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen und kulinarische Highlights zu genießen.

Große Anstiege empfehlen sich nicht in den heißen Sommermonaten und Radtouren auf der Küstenstraße sollte man aus Sicherheitsgründen in der Hauptreisezeit besser vermeiden.

Kommunikation und Verpflegung

Entlang der Küste kommt man mit Englisch gut zurecht. In den Touristenzentren sind die Preise höher als in Deutschland. Es wird empfohlen, in kleinen Bäckern und Obsthändlern einzukaufen. Das Wasser aus den Leitungen entlang der Küste hat Trinkwasserqualität.

Sicherheit

Die Straßen in Kroatien sind oft schmal und enthalten Schlaglöcher. Durch das gebirgige Panorama gibt es viele Anstiege, Gefällestrecken und Kurven. Der Verkehr ist oft sehr hoch. Es wird empfohlen, das Gewicht der Ausrüstung zu reduzieren.

Sei wachsam, wo auch immer du dein Fahrrad samt Gepäck abstellst, ganz gleich, ob bei Tag oder in der Nacht. Schließe dein Fahrrad immer ab und stelle deine Packtaschen ins Zelt. Sei auch vorsichtig an den Supermärkten.

Die Einheimischen haben uns mehrfach vor den giftigen Schlangen gewarnt. Das solltest du bei deiner Suche nach einem Zeltplatz im Auge behalten und gegebenenfalls bei den Anwohnern nachfragen. Wir hatten allerdings nie eine lebende Schlange gesehen während unserer Zeit in Kroatien. In den Morgen- und Abendstunden sind die Mücken sehr lästig. Entweder du verschwindest schnell in deinem Zelt oder du musst tatsächlich auf Repellentien zurückgreifen.

Klima und Reisezeit

Das milde Klima und die angenehmen Temperaturen bis tief in den Herbst sind ideal. Im Hochsommer ist es oft zu heiß zum Radfahren. Frühling und Herbst sind die besseren Zeiten für Radreisen in Kroatien.

Sehenswürdigkeiten

Kroatien bietet eine traumhafte Landschaft. Besondere Highlights sind hierbei: der Sjeverni Velebit Nationalpark, der Biovoko-Park, die Städte Omis, Dubrovnik, Split und Zagreb, die Seen bei Bacina, die gesamte Jadranska Magistrala, die fruchtbare Tiefebene bei Ploce, die vorgelagerten Inseln, die Kvarner Bucht, die Istrische Riviera.

Radrouten in Istrien, Kvarner und Dalmatien

Die kroatische Küste bietet eine Mischung aus Radfahren, schöner Natur und kulturellem Erbe. Istrien, Kvarner und Dalmatien sind beliebte Regionen für Radfahrer mit einer Vielzahl von Routen.

Istrien:

  • Parenzana-Radweg: Folgt der Strecke einer ehemaligen Schmalspurbahn durch malerische Orte.
  • Bella-Vista-Radweg: Bietet atemberaubende Ausblicke auf die Kvarner-Bucht und die Inseln.

Kvarner:

  • Rijeka-Route: Führt durch neun Städte mit schönen Stränden und alten Stadtkernen.
  • Gorski kotar: Verbindet natürliche, kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten.
  • Krk: Bietet ca. 300 km Radwege für alle Arten von Radfahrern.
  • Auf den Spuren der Frankopanen: Eine Radtour für Geschichtsinteressierte.

Dalmatien:

  • Brač: Verfügt über 25 ausgewiesene Radwege entlang der Küste und im Landesinneren.
  • Cetina-Quellweg: Ein Radweg für Mountainbikes im dalmatinischen Hinterland.

Fahrradverleih und Unterkünfte

Fahrradverleihservices findet man fast in jedem größeren Urlaubsort. Preislich muss man bei einer Stunde zwischen 20 (ca. 3 €) und 40 Kuna (6 €) rechnen. Ein kompletter Tag kostet zwischen 120 Kuna (ca. 18 €) und 200 Kuna (ca. 29,00 €). Leiht man das Fahrrad über mehrere Tage aus, ist es möglich vor Ort Sonderkonditionen auszu-handeln.

In manchen Urlaubsorten gibt es spezielle "Bike-Hotels", die auf Radfahrer zugeschnitte Unterkünfte und Services bieten. Diese verfügen dann über Abstell- räume für die Räder, kleine Servicewerkstätten für Reperaturen und vieles mehr. Zudem werden Zusatzleistungen wie Bike Guides, Bike Taxis (Transport von Gepäck und Personen), Verpflegungspakete sowie Fitnessangebote & Physiotherapie ange- boten.

Weitere Tipps

  • Spontanität wird in fremden Ländern meistens belohnt.
  • Frage Einwohner nach Tipps.

Die Erkundung attraktiver Ziele entlang der Radwege in Kroatien hat einen wahren Boom erlebt. Die kroatische Küste ist zu einem der beliebtesten Ziele für Radtouristen aus der ganzen Welt geworden.

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