Radweg Lahn: Von der Quelle bis zur Mündung – Informationen und Highlights

Der Lahntalradweg beginnt an der Quelle der Lahn am Lahnkopf im Rothaargebirge und endet nach 245 km an der Mündung in den Rhein bei Lahnstein. Drei Bundesländer durchfließt die Lahn: NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz. Auf fast 250 Kilometern bietet der Lahnradweg ganz entspannten Fahrradspaß von der Quelle bis zur Mündung der Lahn, also vom Rothaargebirge bis Lahnstein.

Der Radweg ist beschildert mit einem eigenen Logo, aber auch teilweise mit dem Logo Hess. R 2 bzw. Hess. R 7, weil diese beiden hessischen Radfernwege streckenweise mit dem Lahntalradweg identisch sind.

Der Lahntalradweg wurde 2006 als einer der ersten Radwege in Deutschland mit 4 von 5 möglichen Sternen vom ADFC ausgezeichnet. Dabei wurden u. a. Befahrbarkeit, Wegweisung, Sicherheit und touristische Infrastruktur bewertet.

Sie radeln auf meist flachen, asphaltierten Rad- und Wanderwegen abseits vom Verkehr, nur ab und zu sind kleine Anstiege zu bewältigen. Die Route ist durchgehend gut und einheitlich beschildert. Größtenteils verläuft eine Bahnlinie parallel zum Radweg.

Die Lahnquelle und Umgebung

Mitten in Deutschland im schönen Rothaargebirge entspringt die Lahn im Landkreis Siegen-Wittgenstein. Die idyllische Lahnquelle, auch als Lahntopf bekannt, liegt in einem Ortsteil von Netphen im südöstlichen Nordrhein-Westfahlen, nahe der Grenze zu Hessen.

Die Lahnquelle liegt etwas abgelegen, daher wird sie vom öffentlichen Personen-Nahverkehr nicht direkt angefahren. Naturgemäß beginnen sowohl der Lahnradweg als auch der Lahnwanderweg an der Lahnquelle und führt durch das Lahntal bis zur Mündung der Lahn in den Rhein bei Lahnstein.

Direkt an der Lahnquelle mitten im Wald übernachten Sie ganz idyllisch im komfortablen „Forsthaus Lahnquelle“.

Wenn Du die Lahnquelle mit dem Rad erreichen möchtest, ohne den Lahnradweg doppelt zu fahren, kannst Du in Bad Laasphe (Bahnstrecke Obere Lahntalbahn), in Netphen oder in Hainchen in die Radtour QuellenAcht einsteigen, die über verschiedene Routen zur Lahnquelle und dann auf dem Lahnradweg weiter lahnabwärts nach Feudingen und Bad Laasphe führt.

Alternativ kannst Du die Radtour in Lützel starten. Von Lützel (Bahnstrecke Siegen - Erndtebrück) führt ein Radweg zur QuellenAcht bzw. der Ederquelle. Von dort sind es nur wenige Kilometer auf der Alten Eisenstraße bis zur Siegquelle und dann weiter zur Lahnquelle (12 km).

Bevor es dann auf dem Lahnradweg losgeht, lädt das Forsthaus Lahnquelle oder der Lahnhof zur einer Pause ein.

Anreise und Parken

Der nächstgelegene Bahnhof ist Feudingen. Ein Transfer vom Bahnhof Feudingen zum Hotel an der Lahnquelle kann über das Hotel preisgünstig gebucht werden. Pro Fahrt (maximal 6 Personen) betragen die Kosten ca. 30,00€ (Stand 2023), zahlbar vor Ort (dienstags Ruhetag).

Am Hotel Forsthaus Lahnquelle können Sie Ihren PKW für die gesamte Dauer der Reise sicher stehen lassen. Die Kosten betragen pro Stellplatz ca. 5,00 € pro Tag Eine Reservierung ist nicht notwendig.

Von Bad Laasphe bis Marburg

Entlang der ganz jungen Lahn bringt Sie der gut beschilderte Lahn-Radweg zunächst bis in den Luftkurort Biedenkopf, der überragt wird von seinem Landgrafenschloss. Legen Sie eine Pause ein und bummeln Sie durch die romantischen Gassen der Fachwerkaltstadt.

Nach der waldreichen Abfahrt von Feudingen kommen wir nach Bad Laasphe. Hier verlässt die Lahn das enge Gebirgstal.

Unsere erste Etappe starten wir vom Campingplatz Laasphetal in Bad Laasphe und fahren mit dem Fahrrad ca. 20 km zurück zur hochgelegenen Lahnquelle. Bei einer Höhe von ca. 625 Hm führt der Weg unterhalb des Lahnkopfes zunächst auf einem groben Schotterweg bergab, das bedeutet: Tempo drosseln und vorsichtig den Schotterweg hinunterfahren. Nach ca. 3 km. ist der Schotterweg geschafft.

Die Landschaft variiert von bunten Wiesen über grüne Hügel bis hin zu steilen Hängen und Felsen: Sie sollten auf jeden Fall reichlich Zeit zum Verweilen und für Besichtigungen einplanen, denn der Weg wird begleitet von verwunschenen Schlössern, trutzigen Burgen und kunstvollen Kirchen.

Die Fischer auf der Säule des Altsdtadtbrunnens sollen an den Namen Laasphe - lasaffa -, erinnern, was so viel wie Lachsgewässer bedeutet und auf das Vorkommen der Lachse in Lahn und Laasphe hinweisen soll.

Hoch über Biedenkopf thront das Landgrafenschloss als Wahrzeichen der Stadt. Heinrich III. zu Hessen, der den Beinamen „der Reiche“, aufgrund seiner Heirat mit Anna von Katzenelnbogen erhielt, errichtete das Landgrafenschloss im 15. Jahrhundert.

Doch auch die alte Universitätsstadt Marburg verlangt nach Ihrer Zeit. Hier lohnt ein Besuch der berühmten Elisabethkirche, des Marburger Landgrafenschlosses und der märchenhaften Altstadt. Genießen Sie am Abend schöne Stunden in einen der vielen Restaurants oder in urigen Studentenkneipen.

Wir fahren durch die kleinen Orte Kernbach, Caldern, Sterzhausen, Großfelden, Sarnau und Göttingen, die zur Gemeinde Lahntal gehören. Hier führt der Lahntalradweg Richtung Marburg oft parallel zur Bahnstrecke.

Die Stadt Marburg kann größtenteils direkt an der Lahn entlang, unterhalb der B3 durchfahren werden.

Neben dem Landgrafenschloss ist die Elisabethkirche, die man hier auch einfach E-Kirche nennt, die bekannteste Sehenswürdigkeit von Marburg.

Von Marburg bis Wetzlar

Freuen Sie sich auf den schönen Lahn-Radweg, der durch das weite Lahntal vorbei an idyllisch gelegenen Badeweihern bis Wetzlar führt.

Diese Etappe startet in der Universitätsstadt "Marburg". Zahlreiche kleine Gemeinden liegen am Weg. Beeindruckend ist der kleine Ort "Roth", in dem noch eine intakte Landsynagoge steht.

Weiter geht es durch das breite Marburg-Gießener Lahntal. Kleine Orte wie Sichertshausen, Odenhausen, Ruttershausen und Lollar säumen den Weg.

Nach dem Ende des Kiesabbaus entstanden hier einige Baggerseen, die heute als Badeseen genutzt werden, wie z.B. der Niederweimarer See mit einer Surfanlage und der Wißmarer See mit einem schönen Campingplatz direkt am See.

In "Gießen" besichtigen Sie das alte und neue Schloss. Der nächste größere Ort ist Gießen. Hier kann man im Gewässer-Informationszentrum vom Lahnfenster unter Wasser schauen und mit ein wenig Geduld Fische beobachten, wie sie u.a. auf ihrem anstrengenden Fischwanderweg gegen die Strömung schwimmen.

Auf der Fahrt Richtung Wetzlar fahren wir durch das Gleiberger Land. Hierzu zählen die Gemeinden Wettenberg, Biebertal, Heuchelheim und Lahnau.

Wetzlar und Umgebung

Erkunden Sie Wetzlars Altstadt und den interessanten Dom bei einem Spaziergang am Nachmittag. Bummeln Sie über den mittelalterlichen Marktplatz, entdecken Sie steile Treppchen, enge Gassen und romantische Winkel. Die moderne Seite Wetzlars erleben Sie auf dem Optikparcours. Hier entdecken Sie Phänomene der Optik, wie einen großen Brillanten aus optischem Glas, der funkelnd das Licht zurückwirft oder ein Kaleidoskop mit unendlichen Spiegelungen.

Diese Etappe startet in "Wetzlar" mit der wunderschönen historischen Altstadt, der alten Lahnbrücke und dem Dom.

Die alte steinerne Lahnbrücke von Wetzlar ist eine der ältesten noch erhaltenen Brücken in Hessen. An der alten Lahnbrücke, der ehemaligen Vorstadt von Wetzlar befindet sich die gelb leuchtende Hospitalkirche.

Wenn die Kanzel und der Altar übereinander und in einem Stück verbunden sind, dann ist das ein Kanzelaltar, wie hier in der Hospitalkirche.

Mittelpunkt der Altstadt ist der Wetzlarer Dom. Die verschiedenen Außenfassaden lassen die Kirche unfertig erscheinen und zeugen von einer sehr langen Bauzeit. Finanzielle Schwierigkeiten belasteten die Stadt im Mittelalter, sodass der Kirchenbau nur langsam vorankam. Von der Spätromanik bis zum Barock hat jede Epoche der deutschen Kirchenbaukunst ihre Spuren am Wetzlarer Dom hinterlassen.

Der berühmte Dichter Johann Wolfgang Goethe verbrachte während seines Jurastudiums am Reichskammergericht in Wetzlar ein Praktikum. Er lernte Charlotte Buff kennen und verliebte sich in sie. Seine Liebe zu Charlotte sollte allerdings aussichtslos bleiben, denn sie war bereits dem 11 Jahre älteren Kestner versprochen.

Das „Jerusalemhaus“ ist als zweite literarische Gedenkstätte das Gegenstück zum „Lottehaus“. Wie Goethe ist auch sein Freund Jerusalem wegen einer juristischen Ausbildung nach Wetzlar gekommen. Auch er hatte sich unglücklich verliebt in eine verheiratete Frau, sodass er sich in seiner Wohnung das Leben nahm.

Von Wetzlar bis Limburg

Über die steinerne Brücke verlassen Sie Wetzlar und erreichen bald die Grube Fortuna (+ 8 km), das bundesweit einzige Eisenerzbergwerk, in dem mit Originalmaschinen unter Tage der Erzabbau vorgeführt wird.

Landschaftlich unvergesslich bleibt die Strecke bis Weilburg, dessen Renaissanceschloss auf hohem Felsrücken über der Lahn liegt. Freuen Sie sich am Nachmittag auf eine Besichtigung der Schlossanlage mit seinen prunkvollen und repräsentativen Innenräumen. Gönnen Sie sich einen Cafe im barocken Schlossgarten mit sehenswerter Orangerie, besuchen Sie die Schlosskirche und bestaunen Sie den Schlosshof, der jährlich die Kulisse für die berühmten Weilburger Schlosskonzerte bildet.

Nach guten zehn Kilometern zweigt nach rechts ein Radweg zum "Kloster Altenberg" ab. Der Radweg überquert die Lahn und führt nach "Solms”.

Am frühen Morgen haben wir zunächst unser Wohnmobil vom letzten Campingplatz weitergefahren zum 4-Sterne Campingplatz in Weilburg-Odersbach und sind dann mit dem Fahrrad 30 km zurückgefahren bis Wetzlar und starten von hier unseren nächsten Videobeitrag zum Lahntalradweg.

Von Wetzlar führt der Radweg in unmittelbarer Nähe entlang der Lahn Richtung Oberbiel-Solms. Aber schon wenige Kilometer weiter ist die Lahn nicht mehr zu sehen, stattdessen die autobahnähnliche Schnellstraße B49, die parallel zum Lahntalradweg verläuft.

Einige Umleitungen des Lahntalradweges führen uns hoch hinauf vorbei an Wiesen und Feldern und anschließend wieder zurück zur besagten Bundesstraße 49. Diese wird häufig gekreuzt bzw. auf einem getrennten Radweg begleitet.

Es folgen nun zu die kleinen Orte Stockhausen und Biskirchen. Biskirchen und Selters sind beide bekannt durch ihre Mineralquellen.

Hoch oben über der Lahn ist die Schlossruine Laneburg von Löhnberg zu sehen. Die sichtbaren Reste stammen zumeist aus dem 15. und 18.Jh. Im März 2000 entdeckte man auf dem Schloss einen Schatz von 211 Silbermünzen.

Schloss Weilburg thront auf einem Bergsporn und wird an drei Seiten von der Lahn umschlossen. Wer nicht ins Schwitzen geraten will bei der Auffahrt zum Schloss, kann auch einen Aufzug benutzen.

Durch das Landtor fahren wir weiter hinauf zum Schloss Weilburg. Das barocke Erscheinungsbild der Schlossanlage prägte Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg. In den Sommermonaten werden in dem märchenhaften Innenhof Konzerte veranstaltet.

Der Ausblick auf den Schlossgarten und hinunter in die Stadt ist schon beeindruckend. Am Marktplatz und in der Altstadt befinden sich viele Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Über die alte steinerne Brücke verlassen wir Weilburg.

Der einzigartige Flussschifffahrtstunnel in Deutschland unterquert den Mühlberg, auf dem sich die Stadt Weilburg befindet und vermeidet so einen etwa zwei Kilometer langen Bogen der Lahn mit zwei Wehren. Von Weilburg wird der Radweg über den Leinpfad entlang der Lahn geführt.

Direkt gegenüber dem Campingplatz Odersbach befindet sich der Lahntalradweg. Wir müssen nur über eine Brücke fahren und kommen vom Westerwald in den Taunus.

Es folgt eine herrliche Natur-Etappe immer an der Lahn entlang vorbei am Grävenecker Campingplatz Lahneck nach Fürfurt, der kleinste Ortsteil der Gemeinde Weinbach mit ca. 150 Einwohnern.

Zwischen Taunus und Westerwald windet sich heute der Flusslauf. Sie radeln auf dem asphaltierten Leinpfad idyllisch über Aumenau und Runkel bis Limburg. Der Limburger Dom, auch Georgsdom genannt, thront oberhalb der Altstadt neben der Burg Limburg. Diese hohe Lage auf den Felsen oberhalb der Lahn sorgt dafür, dass der Dom weithin sichtbar ist. Er gilt als eine der schönsten Schöpfungen spätromanischer Baukunst. Nicht nur der Besuch des weltberühmten Limburger Doms ist ein absolutes Muss, sondern auch der Bummel durch die Innenstadt, denn sie zählt zu den schönsten Altstädten Deutschlands!

In Aumenau fahren wir direkt nach der Überquerung der Bahnschienen wieder hinunter auf den Leinpfad entlang der Lahn.

Kurz vor Villmar wird die Marmorbrücke sichtbar. Sie wurde Ende des 19.Jh erbaut, um dem Ort Villmar einen direkten Zugang zur gegenüberliegenden Lahntalbahn und den Marmorbrüchen zu ermöglichen. Im Natur- und Kulturdenkmal Unica-Bruch, kann man in die Zeit vor 380 Mio. Jahren zurückblicken, als tropische Korallen und Schwammriffe den Lahnmarmor bildeten.

Über dem rauschenden Wehr erhebt sich das mittelalterliche Städtchen Runkel mit seiner eindrucksvollen gleichnamigen Burg.

Es geht weiter vorbei am Dehrner Hafen nach Dehrn und weiter nach Dietkirchen. Die romanische Basilika St. Lubentius, eine ehemalige Stiftskirche wurde auf einem steil aufragenden Kalksteinfelsen erbaut. Auch auf der Weiterfahrt nach Limburg ist sie noch lange zu sehen.

Die alte Lahnbrücke führt uns direkt in die denkmalgeschütze Altstadt von Limburg. Die schönen Fachwerkhäuser und schmalen Gassen beeindrucken sehr. Hoch oben auf dem Domfelsen thront der Limburger Dom, auch Georgsdom genannt. Auffällig ist die farbenprächtige Außenfassade und die sieben Türme. Entlang der ehemaligen Stadtmauer geht’s wieder hinunter zur Altstadt.

Übrigens: von 1964-92 war der Limburger Dom auf der Rückseite des Tausend-DM-Scheines zu sehen, 1989 wurde die Briefmarke Limburger Dom vom Weltpostverein zur „schönsten Briefmarke der Welt“ gekürt und 2011 wurde der Limburger Dom in einer Umfrage des Hessischen Rundfunks zur schönsten Kirche Hessens gewählt.

Von Limburg bis zur Mündung in Lahnstein

Genießen Sie heute einen landschaftlichen Höhepunkt: Abseits jeglichen Verkehrs rollen Sie über den Lahn-Radweg durch eine unberührte Tallandschaft von Diez bis Balduinstein. Einen Anstieg hält dieser Tag bereit. Erholen Sie sich danach bei einer Rast am Kloster Arnstein oder an der Burg Nassau ehe Sie in Bad Ems einradeln. Sie werden begeistert sein, denn Ihr erster Blick gilt gleich dem architektonischen Schmuckstück von Bad Ems: in einer langen Reihe präsentiert sich das Kurhaus, das Kurcafe, der Marmorsaal, das Kurtheater und das Casino. Diese "Schokoladenseite" zur Lahn findet eine würdige und schöne Fortsetzung in den Gartenanlagen des Kurparks. Genießen Sie Ihren Aufenthalt und lassen Sie die Seele baumeln.

Am Katzenturm verlassen wir Limburg und fahren weiter nach Diez. Das Stadtbild von Diez wird von dem mittelalterlichen Grafenschloss dominiert, das heute als Jugendherberge und historisches Museum genutzt wird. Die Altstadt mit ihren mittelalterlichen Fachwerkhäusern steht unter Denkmalschutz wie z. B. das Haus Monreal. Oder die ehemalige Schmiede mit einem Holzständerwerk, das den weit vorragenden ersten Stock des Hauses trägt. Die Skulpturen von Alfred Gutsa einem Bildhauer aus Mtoko, Simbabwe zum Thema „Radfahren“ wirken passend zu unserer Radreise.

In der Diezer Pforte verlässt die Lahn das Limburger Becken und geht in das Untere Lahntal über. Es folgt eine reizvolle und naturbelassene Lahnetappe bis nach Balduinstein. Die Burg Balduinstein ist ein Teil der früheren Felsenburg, die 1320 durch Balduin von Luxemburg errichtet wurde. Die Schaumburg auf dem Berggipfel gibt es seit 915. Der Erzherzog Stefan von Österreich nutzte die Schaumburg 1848 als Wohnsitz und machte sie zum Adelstreffpunkt und später zum beliebten Ausflugsziel. Der Portturm wurde um 1430 als Teil der Ortsbefestigungsanlage gebaut und diente als Wachturm.

Im unteren Lahntal wurde die Radweg-Lücke zwischen Balduinstein und Laurenburg inzwischen geschlossen. Der Lahnradweg führt hier nun über zwei neue Brücken ohne Autoverkehr an der Lahn entlang.

Um die Radwegelücke zwischen Geilnau und Laurenburg zu überbrücken, müssen wir uns für eine Alternative entscheiden. Als sicherste Art wird eine Fahrt mit der Bahn zwischen #Balduinstein und Laurenburg empfohlen. Man kann natürlich auch runter vom Rad und rein ins Boot steigen und mit dem Kanu bis nach Laurenburg paddeln. Oder wir fahren die Ausweichstrecke über die Kreisstraße ab Geilnau, von der Lahn weg, steil hinauf über die Hügel nach Holzappel, ohne Aussicht auf das Lahntal und danach wieder steil bergab über Scheidt nach Laurenburg. Vielleicht gibt es noch eine bessere Möglichkeit um nach Laurenburg zu kommen. Das müssen wir uns erst einmal genau überlegen und eine Nacht drüber schlafen.

Um die Radwegelücke zwischen Balduinstein und Laurenburg zu überbrücken werden drei Möglichkeiten angeboten. Wir haben uns für die vierte Alternative entschieden und werden weder mit der Bahn, noch mit dem Kanu fahren und auch nicht hoch hinauf über Holzappel fahren.

Wir fahren von Geilnau auf dem schönen Uferweg bis zur Schleuse Scheidt. Bei der Schleuse Scheidt biegen wir rechts ab. Nun folgt ein schmaler Pfad, der teilweise sehr eng und zugewachsen ist. Daher sollte dieser Weg nur bei trockenem Wetter genutzt werden. Es ist in Planung die Radwegelücke zwischen Geilnau und Laurenburg mit dem Ausbau dieses Weges zu schließen.

Von Laurenburg geht es einen kurzen Abschnitt von ca. 2,5 km entlang der B 417. Anschließend ist der Radweg wieder getrennt von der Bundesstraße. Wir fahren vorbei an der Schleuse Kalkofen Richtung Obernhof. Obernhof zählt zu den wenigen Weinbaugemeinden an der Lahn. Die Rebstöcke sind oft schon über 100 Jahre alt. Hier wird u.a. der bekannte Wein „Obernhofer Goetheberg“ gewonnen. Der Lahnwein gilt als Rarität und ist von guter Qualität.

Eine kurze 16%ige Steigung führt zum Kloster Arnstein hinauf. Die Geschichte des Klosters geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Von 1919 bis Ende 2018 lebte die Ordensgemeinschaft der Arnsteiner Patres im Kloster und errichtete dort einen Wallfahrtsort zum Heiligsten Herzen Jesu. Seit Juni 2019 bewohnen derzeit 12 Schwestern der griechisch-orthodoxen Schwesterngemeinschaft das Kloster, die aus unterschiedlichen Ländern kommen. Gastfreundschaft, Liturgie und ökumenische Begegnungen sind wichtige Aspekte ihres Wirkens.

Nach einer kleinen Stärkung im Kloster setzen wir unsere Radreise fort. Es folgt eine schöne waldreiche Etappe größtenteils bergab, vorbei an der Schleuse Hollerich bis nach Nassau und weiter nach Dausenau. Dausenau ist ein kleiner Ort mit einer teilweise erhaltenen Wehranlage und dem schiefen Turm, ähnlich wie in Pisa.

Schon bald erreichen wir das bekannte, leuchtend weiße Kurstädtchen Bad Ems. Die Tatsache, dass Bad Ems im 19. Jahrhundert zu den großen europäischen Kurorten zählte, prägt noch bis heute das Stadtbild.

Nach 12 km öffnet sich das Rheintal vor Ihren Augen. Hier krönen Sie Ihre Radreise mit einem Abstecher (+ 29 km) über Boppard und St. Goar bis zur Loreley. Erklimmen Sie in Ruhe den berühmten Felsen, der so vielen Schiffern ein Schicksal war, tauchen Sie ein in den Trubel des quirligen Weinortes Boppard oder entfliehen Sie mit dem Sessellift in luftige Höhen und staunen Sie über den einmaligen Blick auf die Rheinschleife. Wie auch immer Sie den Tag gestalten, die Rückfahrt nach Koblenz genießen Sie per Schiff (Dienstag - Sonntag). Montags radeln Sie von Bad Ems direkt nach Koblenz und haben dort eine Burgen-Schlösser-Rundfahrt per Schiff. Nach dem Frühstück erfolgt die individuelle Rückreise oder Beginn Ihrer Verlängerung.

Der Radweg führt nun unmittelbar entlang der Lahn nach Fachbach, Miellen bis nach Lahnstein, genauer gesagt bis nach Niederlahnstein.

Das Ziel rückt immer näher. Nun heißt es nochmals kräftig in die Pedale treten und die letzten Kilometer bis Lahnstein sind geschafft!

Lahnstein liegt an der Mündung der Lahn in den Rhein.

Weitere Informationen

Alle Informationen zum Lahnradweg inklusive Tipps zu Unterkünften, Einkehrmöglichkeiten und Sehenswertem entlang der Route findet man auf der Interseite des Lahntal Tourismusverbandes unter www.daslahntal.de. Hier sind alle Etappen detailliert beschrieben und man findet auch Informationen zu Umleitungen, Änderungen bei der Fahrradmitnahme der Bahn. Man kann sich auch einen Prospekt herunterladen oder bestellen.

Aktuelle Baumaßnahmen auf dem Radweg und den Bahnstrecken oder saisonal bedingte Umleitungen haben wir hier zusammengestellt.

Bahnverbindungen

Ab Feudingen (rund 10 km unterhalb der Lahnquelle) bis Niederlahnstein, wo die Lahn in den Rhein mündet, kann man bequem die Bahn nutzen.

Für eine geplante Bahnfahrt von Niederlahnstein bzw. Koblenz bis Feudingen bietet sich das länderübergreifende Quer-durchs-Land-Ticket an. Weitere Informationen zur ÖPNV-Anbindung haben wir hier zusammengestellt.

Charakteristik des Radwegs

Leicht-Mittelschwer Der Lahn-Radweg führt in seinem Verlauf durch reizvolle und abwechslungsreiche Landschaften mit Wäldern, Hügeln, Wiesen, Auen und steilen mit Felsen gespickten Hängen. Den Ursprung hat die Lahn inmitten stiller Wälder in der Mittelgebirgsregion Siegerland-Wittgenstein, der waldreichsten Region Deutschlands. Nachdem die Lahn das Bergland verlassen hat, weitet sich das Lahntal und geht in eine Hügellandschaft über. Die Lahn verläuft dann durch fruchtbares und offenes Auenland bevor die Hänge des Lahntals näher rücken und ein schluchtartiges Tal bilden. Im letzten Teilstück verläuft die Lahn in engen Windungen bis zur Mündung in den Rhein bei Lahnstein.

Hinweis zu Umleitungen

Zu beachten ist allerdings, dass es in diesem Jahr eine Vollsperrung des Lahnradweges in Höhe der Wetzlarer Innenstadt gibt. Grund ist der Neubau des Freibades Domblick am Karl-Kellner-Ring. Eine Umleitung des Radweges ist ausgeschildert und kann hier eingesehen werden. Die Umleitung führt lahnabwärts über die Brückenstraße und die Colchester-Anlage sowie lahnaufwärts über die Langgasse und den Karl-Kellner-Ring.

Pauschalreiseangebote

Leistungen:

  • 7 Übernachtungen in Hotels wie beschrieben inkl. Frühstück
  • Ausführliche Reiseunterlagen mit Kartenmaterial
  • Gepäcktransport von Hotel zu Hotel
  • Tipps zur Reisevorbereitung
  • Auf Wunsch GPS-Daten für Ihr Navigationsgerät
  • 7-Tage-Service-Hotline

Nicht inkludierte Leistungen:

  • An- und Abreise
  • Parkgebühren
  • Kur- und Ortstaxe soweit fällig
  • Transfers
  • Fakultative Besichtigungen
  • Reiseversicherung
  • Ausgaben des persönlichen Bedarfs

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