Entspannte Radtouren ohne Steigung in Deutschland

Quer durch Deutschland radeln und dabei kaum eine Steigung hinauf strampeln? Kein Problem, wenn man sich an Flüssen, Kanälen oder alten Bahntrassen orientiert. Hier sind einige Routen und Regionen, die sich besonders für Radfahrer eignen, die es lieber flach mögen.

Radtour entlang des Fulda-Radwegs R1

Wir wünschen Euch eine erlebnisreiche Tour entlang des Fulda-Radweg R1! Los geht’s in der Rhön - bekannt für die Wasserkuppe (Hessens höchster Berg), das Fliegerdenkmal und die Radarkuppel. Diese diente zur Luftraumüberwachung, heute ist es ein Kulturdenkmal. Ausgangspunkt ist Gersfeld. Die Tour führt durch den schönen Schlosspark weiter zur Perle des Barock nach Fulda. Dort müsst Ihr unbedingt den Dom besichtigen! Weiter geht es durch Wiesen und Felder in Richtung Bad Hersfeld mit der Fuldaschleife und dem Lingplatz. Macht vorher gerne einen Abstecher nach Schlitz mit seinem Burgmuseum.

Nun steht Etappe 3 vor uns. Lasst Euch von der naturnahen Fahrt in Richtung Rotenburg an der Fulda verzaubern. Fachwerkhäuser, Marktplatz, Brücken und Türme prägen die Stadt. Für Eure nächste Rast bietet sich das Kloster Haydau an. Wieder auf dem Rad dürft Ihr in Morschen-Binsförth mit der deutschlandweit einzigartigen Fahrradseilbahn die Fulda queren. Auf der rechten Seite geht´s nun weiter Richtung Melsungen. Dort erwartet Euch viele liebevoll dekorierte Fachwerkhäuser und „Der Bartenwetzer“, die Symbolfigur der Stadt.

Die meist flache Tour der nächsten Etappe führt uns nach Kassel. Der dortige Campingplatz ist übrigens Bett+Bike zertifiziert! Unser Weg geht nun entlang der Fulda (vorbei an Kassel’s Spitzhacke und der Drahtbrücke) nach Hann.Münden. Die mittelalterliche 3-Flüsse-Stadt zeigt sich mit ihrem Rathaus im Stil der Weserrenaissance von Ihrer schönsten Seite. Als finales Ziel erreichen wir das barocke Hugenottenstädtchen Bad Karlshafen.

Radtour entlang des Mittellandkanals

Kein Problem, wenn man sich am Mittellandkanal orientiert. Mit gut 320 Kilometern ist er die längste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Bereits vor mehr als 100 Jahren begannen die Bauarbeiten. Quer durch Niedersachsen verbindet der Kanal Ems und Rhein im Westen mit der Elbe im Osten.

Die Wege sind meist mit feinem Kies befestigt, stellenweise geteert. Autos begegnen einem nur in Ausnahmefällen. Obwohl es keine durchgängige Beschilderung gibt, können sich Radler kaum verfahren. Langweilig wird es auf einer Kanaltour trotzdem nie. Die Route führt durch Wiesen und Felder, Naturschutzgebiete, an Häfen und Anlegestellen vorbei und in Hannover auch durch eine Großstadt. An vielen Stellen liegt der Kanal höher als die Landschaft ringsum und bietet so einen weiten Blick über das flache Land.

Wer den Mittellandkanal in voller Länge mit dem Rad begleiten möchte, sollte im Westen starten, um den üblichen Westwind im Rücken zu haben. Bei Hörstel in Nordrhein-Westfalen beginnt der Kanal als Abzweig des Dortmund-Ems-Kanals. Nach einigen Kilometern kommt er bei Bramsche nach Niedersachsen und führt nördlich des Wiehengebirges über Bad Essen nach Minden. Eine 341 Meter lange Brücke leitet den Kanal dort in zwei riesigen Trögen über die Weser.

Der Weg am Kanal entlang verläuft mal im Norden, mal im Süden, stellenweise auch auf beiden Seiten. Am Schaumburger Wald entlang führt der Kanal weiter in nördliche Richtung fast bis zum Steinhuder Meer und nach Hannover. Nach rund 150 Kilometern überquert die Wasserstraße die Leine in einem weiteren Trog. Hier kann man mit dem Rad unter dem Kanal hindurchfahren. Dann geht es in einem Bogen durch die nördlichen Viertel Hannovers zur größten Schleuse am Kanal im Stadtteil Anderten.

Kurz vor Braunschweig zweigt bei Kilometer 213,5 einer der zahlreichen Stichkanäle ab und verbindet die Stahlstadt Salzgitter mit dem Wasserstraßennetz. Rund 20 Kilometer später mündet von Norden der Elbe-Seitenkanal in den Mittellandkanal. Im Wolfsburger Stadtteil Sülfeld steht die zweite Schleusenanlage. Das Niveau des Wassers sinkt dort wieder von 65 auf 56 Meter. Nördlich der Stadt trifft der Kanal auf die Elbe, mit der er über eine Schleuse verbunden ist.

Die Anlage senkt Schiffe, je nach Wasserstand der Elbe, um 10,5 bis 18,5 Meter auf das Niveau des Flusses ab. Der Kanal selbst führt in einem Trog über die Elbe und endet wenig später offiziell an der Schleuse Hohenwarthe.

Ein Pumpwerk sorgt dafür, dass der Wasserstand im Mittellandkanal stets konstant bleibt. Da erhebliche Mengen Wasser verdunsten, wird regelmäßig Nachschub aus der Weser in den Kanal gepumpt. Damit der Wasserstand der Weser in trockenen Sommern nicht zu weit absinkt, wurde um 1910 in Nordhessen die Edertalsperre gebaut.

Hier sind einige wichtige Daten zum Mittellandkanal:

Merkmal Wert
Länge 324 Kilometer
Verbundene Flüsse Weser, Elbe (direkt) Ems, Rhein (indirekt)
Wassertiefe 4 Meter
Wasserbreite 42 bis 55 Meter
Wasserhöhe über Normalnull 50,3 bis 65 Meter
Schleusen 3 (Hannover, Sülfeld/Wolfsburg, Hohenwarthe/Magdeburg)
Brücken über den Kanal 385 (inkl.

Erste Pläne für den Bau eines Schiffskanals, der das Ruhrgebiet mit der Elbe verbinden soll, kommen 1856 auf. 1905 fällt ein offizieller Beschluss, ein Jahr später beginnt der Bau im Westen mit dem Abschnitt von Bergeshövede nach Hannover. 1915 wird das erste Teilstück bis Minden an der Weser als Ems-Weser-Kanal eröffnet, 1916 die gesamte Strecke bis Hannover.

Nach fünf Jahren Bauzeit wird die Hindenburgschleuse in Hannover-Anderten eingeweiht. Damit ist der Kanal bis Peine befahrbar.

Flussradwege und Bahntrassenradwege

Empfehlenswert sind auch Flussradwege, die in der Regel ziemlich flach sind. Aus radtouristischer Sicht lohnen sie sich, da sie oft sehr schön sind. Dazu kommt man ohne Steigungen schnell voran. Beliebt für Radtouristen, aber auch für Pendler sind Radwege auf alten Bahntrassen. Diese Bahntrassenradwege zeichnen sich oft (nicht immer) durch guten Asphalt aus und führen relativ direkt von A nach B.

Alle diese Radwege weisen wenig Höhenmeter und wenig Steigungen auf, so dass sie aus radtouristischer Sicht zu empfehlen sind. Wenn man in der Nähe wohnt, kann man sie auch zum Pendeln verwenden.

Weitere Radwege ohne Steigungen in Deutschland

Hier sind einige weitere Radwege in Deutschland, die sich durch geringe Steigungen auszeichnen:

  • Wegberger Mühlenroute: Führt an vielen der ehemals 25 Wassermühlen der Stadt vorbei.
  • Rheinische Apfelroute: 124 km durch den Rhein-Sieg-Kreis, vorbei an Obstplantagen.
  • Ruhrtal-Radweg: Von Winterberg bis Duisburg, entlang der Ruhr.
  • Erft-Radweg: Von der Eifel bis zum Rhein, entlang der Erft.
  • RadBahn Münsterland: Auf einer alten Bahntrasse zwischen Coesfeld und Rheine.
  • Römer-Lippe-Route: Vom Hermannsdenkmal bis Xanten, entlang der Lippe.
  • 5-Talsperren-Tour: Rundweg im Bergischen Land an fünf Talsperren vorbei.
  • Möhne-Radweg: Von der Möhnequelle bis zur Mündung in die Ruhr.
  • 100-Schlösser-Route: Durch das Münsterland, vorbei an Schlössern und Burgen.
  • Seseke-Weg: Entlang der Seseke, vorbei an Zechensiedlungen.
  • Flamingoroute: Im Zwillbrocker Venn, zur nördlichsten Flamingo-Brutkolonie Europas.

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