Radtour planen: Baden-Württemberg Tipps

Last-Minute-Reisen gibt es nicht nur am Flughafen, sondern auch in den meisten Kellern: Eine kleine Reise mit dem Fahrrad ist schnell organisiert, günstig und gesund. Wer abseits der Massen Fahrrad fahren möchte, braucht schon ganz besondere Strecken und Radwege in Rheinland-Pfalz.

Planung Ihrer Radtour

Noch bevor man sich für ein Reiseziel für den Fahrradurlaub entscheidet, ist es wichtig, zu klären, ob man sich an einem Standort niederlassen möchte und dann Tagestouren machen möchte. Auch über die Länge der jeweiligen Etappen sollte man vorab nachdenken. 30, 40, maximal 50 Kilometer, doch dank E-Bikes kann sich dieses Ziel natürlich auch erhöhen. Menschen, die gar nicht so fit sind, aber ein gutes E-Bike haben, schaffen am Tag auch 60 bis 70 Kilometer. Trotzdem sollten regelmäßig Pausen eingeplant werden, um auch etwas von der Umgebung mitzubekommen - es sei denn, sie sind wirklich ganz sportlich unterwegs und wollen Kilometer schreiben. Planen Sie Pausen bei Ihrer Radtour ein.

Um mit dem Rad bequem zum Startpunkt der Tour zu kommen, steht man vor der Entscheidung zwischen Auto oder Zug. Der Nachteil am Auto bei Streckentouren ist, dass man dort wieder ankommt, wo man losgefahren ist. Für Zugreisen ist empfehlenswert, möglichst früh Tickets zu buchen, wenn Sie eine Fernstrecke fahren.

Radfahren in Baden-Württemberg

Im Südwesten Deutschlands kommen Radfahrer voll auf ihre Kosten. Das umfangreiche Wegenetz in Baden-Württemberg führt u.a. durch den Schwarzwald, die Schwäbische Alb, durch das Liebliche Taubertal, den Odenwald, um den Bodensee, durch das Heilbronner Land oder am Neckar entlang. Im Bundesland Baden-Württemberg gibt es 21 ausgewiesene Landesradfernwege, welche gemeinsam alle touristisch wichtigen Regionen abdecken. Somit gibt es für jeden Geschmack das passende Angebot, ganz gleich ob gemütliche Tour entlang der Flüsse oder anspruchsvolle Mountainbiketour durch den Schwarzwald.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub hat viele Tipps für eine Tour online zusammengesellt. Der ADFC weist außerdem auf das Programm "Bett+Bike" hin, mit dem fahrradfreundliche Unterkünfte in Deutschland, aber auch in einigen Nachbarländern gefunden werden können. In Deutschland sind etwa 5.000 Betriebe verzeichnet.

Services für Radfahrer in Baden-Württemberg

  • RadServiceStationen: Geprüfte Gastgeber, die für kleine Pannen und platte Reifen ebenso gerüstet sind wie für einen Zwischenstopp zum Energie tanken. Empfehlung für Einkehr und Rast bei Radtouren an Kocher, Jagst und Neckar | für besonders Radfahrer freundliche Services ausgezeichnete Gastronomie.
  • Bett+Bike: Zahlreiche zertifizierte Unterkünfte empfangen radfahrende Gäste auch nur für eine Nacht und sind bestens auf deren Bedürfnisse eingestellt.
  • GPS-Touren: Alle Radtouren werden inklusive interaktiver Karte und GPX-Tracks zum Download vorgestellt. Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten gleich inklusive.

Baden-Württemberg ist ein Eldorado für Radfahrer. Egal, ob gemütliches Tourenradeln, ambitioniertes Mountainbiking oder eine Fahrradtour mit der ganzen Familie - hier findet jeder eine Radtour ganz nach seinem Geschmack. Der Norden Baden-Württembergs hat Radfahrern viel zu bieten - abwechlungsreiche Landschaften, gut ausgebaute Fahrradwege und mit Bett+Bike und den RadServiceStationen zahlreiche Möglichkeiten für eine radfahrergerechte Einkehr und Übernachtung.

Tourenvorschläge und Regionen

Heute möchten wir dir 2 richtig coole Fernradwege im Freiraum Baden-Württemberg vorstellen und dich virtuell mit auf unsere Reise durch den nördlichen Teil des Bundeslandes nehmen. Auf beiden Touren haben wir unglaublich viel gesehen und zwei völlig verschiedene Regionen erkundet. Bereit für zwei abwechslungsreiche Etappen auf dem Fahrrad?

1. Fernradweg „Liebliches Taubertal - Der Klassiker“

Der Fernradweg „Liebliches Taubertal - Der Klassiker“ ist 100 km lang und führt von Rothenburg ob der Tauber über Tauberbischofsheim bis nach Wertheim am Main. Für die gesamte Strecken werden 3 Etappen empfohlen, natürlich kannst du deine Tour auch individuell planen. Der Weg führt dich durch eine sanft-hügelige Landschaft mit schönen Weinorten, historischen Städtchen und vorbei an zahlreichen Burgen, Schlössern und Klöstern aus längst vergangenen Zeiten.

Übrigens: Der Fernradweg wurde bereits mehrfach mit der Höchstnote „5 Sterne“ vom ADFC ausgezeichnet und gehört zu den den ältesten Radwanderwegen in Deutschland. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) füllt beim Prüfverfahren einen Bewertungsbogen mit 40 Kriterien aus und vergibt insgesamt 100 Punkte. Der „Klassiker“ konnte sich schon zum fünften Mal beweisen und die Höchstnote erzielen.

Highlights: u.a. Rothenburg o.d. Tauber, Tauberbischofsheim und Wertheim am Main.

Vor uns lag die 3. Etappe (ca. 30 km) des Fernradweges, welche uns von Tauberbischofsheim nach Wertheim am Main führte. Doch bevor wir uns die Fahrräder schnappten, erkundeten wir erst einmal die wunderschöne Stadt Tauberbischofsheim, welche du dir auch auf keinen Fall entgehen lassen solltest. Die historische Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern, den engen Gassen und schönen Plätzen hat uns von Anfang an verzaubert.

Sehenswert am zentralen Marktplatz sind u.a. das schöne Rathaus, die Alte Post, das Barockpalais oder auch das Rincker-Haus. Spazierst du weiter die Fußgängerzone entlang, entdeckst du die imposante Stadtkirche St. Auch der Schlossplatz mit dem Kurmainzisches Schloss und dem Türmersturm solltest du dir nicht entgehen lassen. Wir hatten die Möglichkeit im Rahmen einer privaten Führung den 37 Meter hohen Turm zu erklimmen und die Aussicht über die Stadt zu genießen. Dieser im 13. Jahrhundert errichtete Wehrturm ist heute das Wahrzeichen der Stadt.

Auf diesem idyllisch gelegenen Platz befinden sich außerdem der Schlossplatzbrunnen mit der Riemenschneiderfigur, sowie der Bischemer Krötenbrunnen und Reste der Stadtmauer mit dem Hungerturm. Für einen Sundowner am Abend empfehlen wir dir übrigens die Tauber Terrassen.

Nach unserer Erkundungstour durch Tauberbischofsheim radelten wir gemütlich an der Tauber entlang in Richtung Wertheim. Dabei kamen wir an kleinen Ortschaften, an Waldrändern und Obstwiesen vorbei. Auf dem meist asphaltierten Fernradweg kann man ganz gemütlich radeln, er ist vollständig ausgeschildert und ohne Straßenverkehr zu befahren. Auf den ersten Kilometern kamen wir an Hochhausen und an Niklashausen vorbei, zwei kleinen Ortschaften entlang der Tauber.

Von Tauberbischofsheim brauchten wir knapp 40 Minuten, ehe wir die kleine Gemeinde Gamburg erreichten, von wo aus wir einen Abstecher zur Burg Gamburg machten. Dazu ging es (zum Glück mit unseren E-Bikes) vom Ortszentrum steil hinauf bis zum Eingang der Burg. Diese über der Tauber thronende Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und zählt heute zu den ältesten Burgen der Region. Seit 1546 ist sie in Privatbesitz und wird auch bewohnt. Wer kann schon von sich behaupten, in einer aus dem 12. Jahrhundert stammende Burg zu wohnen? Irgendwie cool!

Nachdem wir die Burg Gamburg und den Burggarten erkundeten, radelten wir gemütlich weiter zum nächsten Highlight unser Fahrradtour. Nach nur weiteren 5,5 km erreichten wir das sehenswerte Kloster Bronnbach, welches 1151 als ehemalige Zisterzienser-Abtei gegründet wurde. Die gesamte Anlage ist groß und so gibt es vor Ort einiges zu entdecken. Wir schauten uns u.a. die Klosterkirche an, spazierten durch die mittelalterlichen Kreuzgänge und den barocken Abteigarten.

Die letzten 10 Kilometer verliefen entspannt durch das Liebliche Taubertal und führten uns an Reichholzheim vorbei sowie Waldenhausen. Den krönenden Abschluss bildete aber die romantische Stadt Wertheim, welche uns mit tollen Fachwerkhäusern, einem historischen Marktplatz und einer gemütlichen Atmosphäre begrüßte. Wertheim ist die nördlichste Stadt Baden-Württembergs und liegt an der Grenze zu Bayern. Bis nach Frankfurt am Main sind es gerade einmal 70 Kilometer und bis nach Würzburg nur 30.

Das Highlight der Stadt ist sicherlich die Burg Wertheim, welche zu den größten und schönsten Burgruinen Deutschlands zählt. Sie thront oberhalb der Stadt und kann besichtigt werden (alle Infos hier).

2. Odenwald-Madonnen-Radweg

Die zweite Tour führte uns in die waldreiche Mittelgebirgslandschaft des Naturparks Neckartal-Odenwald auf den ca. 180 km langen Radfernweg „Odenwald-Madonnen-Radweg“. Dieser Radfernweg verbindet die Städte Tauberbischofsheim, Buchen, Mosbach und Neckargemünd mit der Domstadt Speyer. Er fürht gemütlich entlang des Neckars, flussabwärts bis nach Heidelberg und weiter nach Speyer. Die knapp 180 Kilometer lassen sich gut in 4 Tagesetappen meistern, welche einzeln rund 40 bis 50 Kilometer lang sind. So bleibt auch genügend Zeit, um die vielen Highlights ringsherum zu erkunden, wie zum Beispiel die schöne Stadt Tauberbischofsheim, Mosbach, Speyer, Heidelberg oder Wertheim.

Die meiste Zeit über geht es über gepflegte Radwege durch die malerische Natur des südlichen Odenwalds.

Wir starteten die 2. Etappe des Odenwald-Madonnen-Radweges in der Stadt Buchen, welche im Neckar-Odenwald-Kreis im Norden Baden-Württembergs liegt. Buchen eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Touren in den Odenwald, dazu aber später mehr. Bevor es auf die Fahrräder ging, spazierten wir durch die Altstadt, welche mit einigen Sehenswürdigkeiten auf uns wartete.

Da wären zum Beispiel das aus rotem Sandstein erbaute Alte Rathaus, die Mariensäule in der Nähe des Stadtturms, der Wimpina-Platz mit dem neuen Rathaus oder auch die katholische Stadtkirche St. Oswald.

Die zweite Etappe des Odenwald-Madonnen-Radweges führte uns fortan durch die ländlichen Regionen, vorbei an kleinen Dörfchen, Wiesen und durch den wunderschönen Odenwald. Der Radweg verläuft überwiegend über asphaltierte Wege, teilweise auch mal über unbefestigte Waldwege.

Während unserer Fahrradtour merkten wir schnell, dass es an diesem Tag eher um die kleinen Details am Wegesrand ging, statt um imposante Sehenswürdigkeiten und größere Städte. So entdeckten wir auf den ersten Kilometern vor allem Obstbäume, bunte Wiesen, wogenden Getreidefelder und Sonnenblumenfelder.

Zwischen Darmstadt und Heidelberg, Aschaffenburg und Heilbronn liegt die Naturlandschaft des Geo-Nazurparks Bergstraße-Odenwald. Der Odenwald ist ein reizvolles Mittelgebirge in Deutschland und lädt zum Wandern, Radfahren, Klettern, Golfen oder auch Mountainbiken ein. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um auf den ausgeschilderten Radwegen die Region zu erkunden.

Immer wieder kamen wir an diesem Tag durch den Odenwald und genossen dabei die herrliche Landschaft und Abgeschiedenheit. Am Wegesrand entdeckten wir hübsche Schmetterlinge (vor allem Kaisermantel & Baumweißling), welche vor allem an Waldwegen und offenen Waldrändern zu finden sind.

Wir radelten weiter durch die Region und fuhren u.a. durch die Ortschaften Mudau, Laudenberg und Limbach. In Mudau kann man sich eine historische Dampflock anschauen, welche bis Anfang der 1960er Jahre noch im Einsatz war. Die meterspurige Schmalspurbahn (auch Odenwald-Express genannte) verband von 1905 bis 1973 Mosbach mit Mudau auf einer Streckenlänge von 27,51 km.

Von Mudau aus folgten wir der sogenannten „Wanderbahn“ auf der ehemaligen Bahnstrasse, welche teilweise wieder durch den Odenwald führte. Die letzten Kilometer führten uns durch die kleinen Dörfer und Teilorte Fahrenbach und Lohrbach.

Kurz vor Mosbach, unserem Etappenziel, machten wir entlang der Elz am Wegesrand noch einmal eine letzte Pause und leerten unsere Proviantbox. Direkt neben der Sitzbank befindet sich ein kleiner Brunnen mit Wasserrad, welchen man unterwegs gar nicht verfehlen kann. Die letzten 3 Kilometer radelten wir dann ganz entspannt weiter in Richtung Mosbacher Altstadt.

Nach insgesamt 44 Kilometern erreichten wir glücklich und zufrieden unser Tagesziel Mosbach. Bereits in unserem Wanderartikel haben wir über diese Stadt geschwärmt, denn sie ist definitiv ein Highlight auf dieser Rad- und Wanderstrecke. Plane unbedingt genügend Zeit ein, um dir die historische Altstadt mit den wunderschönen Fachwerkhäusern anzuschauen.

Flussradwege in Baden-Württemberg

Viele blaue Bänder schlängeln sich durch die Region - Sie sind die malerischen Wegbegleiter der Radfahrer: Große Wasserläufe mit kleinen Nebenflüssen, stille Seitentäler und wildromantische Schluchten. Viel zu entdecken und noch mehr kulinarische Genüsse gibt es entlang der kleineren Flussradwege im Genießerland Baden-Württemberg. Hier, abseits der bekannten Routen sind das Ländle und seine regionalen Eigenheiten besonders gut zu entdecken. Spüren Sie der Geschichte des "Herrgottsbscheisserle" - im Rest der Republik als Maultasche bekannt - und den Geheimnissen von Besen und Straußen nach.

Im noch weitgehend ursprünglichen Bühlertal gelangt man vom Kocher an die Jagst (BühlerTour). Der Brettachtal-Radweg führt von den Höhenzügen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald durch eine abwechslungsreiche Landschaft hinaus bis in Kochertal.

Beliebte Flussradwege

Jährlich stellt der ADFC in seiner Radreiseanalyse ein Ranking der beliebtesten Radwege in Deutschland und Europa vor. Eine Befragung der Radfahrer selbst, mit eindeutigem Ergebnis: Seit Jahren werden dabei die TOP 10 der beliebtesten Radrouten in Deutschland von Flussradwegen belegt - und dabei sind es nicht nur die großen Namen wie Elberadweg oder Donauradweg. Wer sich etwas abseits der großen Touristenströme in unberührten Naturlandschaft mit kleinen, charmanten Orten bewegen möchte, dem seien in Baden-Württemberg die kleinen Seitentäler wie Ohrn oder Zaber empfohlen.

Der Kocher-Jagst-Radweg

Es hat sich ziemlich spontan ergeben, dass ich für drei Etappen auf dem Kocher-Jagst-Radweg unterwegs sein darf. Diese Rundtour im Herzen Baden-Württembergs trägt den Namen der beiden Flüsse Kocher und Jagst. Die offizielle Route führt am einen rauf (Jagst) am anderen wieder runter (Kocher). Dazwischen liegt Vielfalt: grüne, dicht bewachsene Täler, aussichtsreiche Hochebenen, Wälder, Obstwiesen, Weinberge.

Als ich an diesem Morgen mein Fahrrad über den gepflasterten Stadtplatz von Ellwangen schiebe, ist der Kirchturm der Basilika von Nebel umhüllt. Vor dem grauen Himmel strahlen die bunten Häuserfassaden der Altstadt umso mehr. Die ersten Kilometer entlang des Flussufers sind mystisch, fast tropisch, wäre es wärmer. Das Wasser gluckert leise, während dichte Vegetation alles andere abschirmt. Der Nebel hängt zwischen den Baumkronen, die Luft ist feucht, der Grünspecht ruft und die Kraniche spazieren über die Wiesen.

Während ich überlege, wann ich zuletzt so viele unterschiedliche Vögel auf einmal beobachtet habe, fällt mein Blick auf eine Infotafel am Wegesrand: das Jagsttal ist das Zuhause einer seltenen Artenvielfalt. Hier sind Tiere heimisch, die andernorts längst verschwunden sind. Der auffällige Eisvogel zum Beispiel, Wasserfrösche, Störche, Feuersalamander und Biber. Außerdem ein paar Schmetterlingsarten, die in Deutschland selten gesichtet werden. Sie alle leben gemeinsam entlang der Jagst.

Der Himmel glüht dunkelblau, als ich am zweiten Morgen aufs Fahrrad steige. Der helle Mond steht noch weit oben, gleichzeitig verändert der Horizont im Osten langsam seine Farbe. Was mich gerade aber am meisten freut: Es steht keine Wolke am Himmel, die Luft ist kühl und frisch. Die perfekte Vorschau auf einen goldenen Herbsttag. Die ersten Kilometer fühlen sich an wie aus dem Märchenbuch.

Anstatt im Sattel, sitze ich an diesem Morgen im Sessel: mit einer Tasse Tee über die verschiedensten Wetterprognosen gebeugt. Für meine heutige Etappe, die mich über Hochebenen und durch den Wald führen sollte, sind das sicher nicht die besten Voraussetzungen. Der Blick aus dem Fenster ist dennoch weit weniger dramatisch. Vielleicht aber trügt der Schein: Denn Schwäbisch Hall, mein Endpunkt gestern und Startpunkt heute, liegt in einem Kessel.

Es ist eine komische Stimmung auf diesen ersten Kilometern der Etappe. Ich bin seltsam vorsichtig, rings um mich weht kaum ein Lüftchen, die Uferpromenade in Schwäbisch Hall wirklich seltsam leer für diesen Donnerstag-Vormittag. Und das war es auch. Das weiß ich ein paar Kilometer später, nachdem ich im kleinsten Gang eine Weile bergauf gefahren bin.

Ich komme an auf einer flachen Ebene. Die nächste Windböe schiebt mich mit so einer Wucht nach vorne, dass ich gar nicht mehr in die Pedale treten muss. Westwind. Ich sehe mich um. Über Schwäbisch Hall türmen sich dunkelblaue Wolken in den Himmel, die so schnell ziehen, dass ich es mit bloßem Auge beobachten kann. Würde ich jetzt ein Video aufnehmen, es würde aussehen wie vorgespult. Tief über den Feldern ist zwischen den Böen ein Schwarm Schwalben in der Luft.

Die Etappe ist zwar nicht mehr lang - noch rund 14 Kilometer sind es von hier bis nach Crailsheim - führt aber wieder ein paar Höhenmeter nach oben und durch den Wald. Auch, wenn die Entscheidung meinem Fahrradherzen wehtut, brauche ich für sie nicht lange: Ich höre auf mein Bauchgefühl und biege zum kleinen Bahnhof in Eckartshausen ab. Will mein Glück nicht herausfordern, kein Risiko eingehen.

Tipps für den Kocher-Jagst-Radweg

  • Beinahe jede einzelne Etappe des Kocher-Jagst-Radwegs ist gut an das Schienennetz angebunden.
  • Wichtig zu wissen: Für den Zug brauchen wir ein extra Fahrradticket und können nur Verbindungen nutzen, die den Radtransport unterstützen. Wer zum Beispiel über www.bahn.de bucht, kann sich bei der Reiseauskunft unter Weitere Optionen nur Verbindungen mit verfügbaren Fahrradstellplätzen anzeigen lassen.
  • Wie immer habe ich mir vorher alle Etappen als geplante Tour auf komoot angelegt - und die Tracks dann auf meine GPS-Uhr gezogen. Das wäre hier aber gar nicht nötig gewesen, weil die Route wunderbar in beide Fahrtrichtungen ausgeschildert ist.
  • Die Route des Kocher-Jagst-Radwegs ist so angelegt, dass wir immer wieder schöne Orte entlang der Strecke passieren. Die offiziellen Etappen beginnen und enden jeweils in einer Ortschaft, in der es gute Übernachtungsmöglichkeiten gibt, außerdem Gasthäuser und Einkaufsmöglichkeiten.
  • Ich selbst habe in meiner Unterkunft gefrühstückt und mir eine kleine Brotzeit für mittags besorgt, um flexibler zu sein.

Sehenswürdigkeiten entlang des Kocher-Jagst-Radwegs

  • Das Naturschutzgebiet Jagsttal mit Seitentälern zwischen Crailsheim und Kirchberg.
  • Der Marktplatz und die Uferpromenade entlang des Kocher in Schwäbisch Hall.

Weitere Radtouren in Baden-Württemberg

Neben den bereits genannten Touren gibt es noch viele weitere Radwege in Baden-Württemberg. Hier eine kleine Auswahl:

  • Elsenztal Tour: In die Region des Ur-Neckars (22,9 km, 100 Hm)
  • BurgenTour - IVB Tour 4: MTB-Tour Baden-Württemberg | Heilbronn (30,6 km, 370 Hm)
  • Radweg Württemberger Weinstraße - Weinradwege Baden-Württemberg

Nützliche Links und Informationen

  • Rad-Routenplaner: Der Rad-Routenplaner erhält über 40.000 Kilometer an Radroutendaten und eignet sich sehr gut zum Planen einer Tour.
  • Allgemeiner Deutscher Fahrradclub (ADFC): Der ADFC bietet viele Tipps und Informationen für Radtouren.
  • Bett+Bike: Finden Sie fahrradfreundliche Unterkünfte in Deutschland und Nachbarländern.

Zusammenfassung

Baden-Württemberg bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten für Radfahrer. Egal, ob gemütliche Touren entlang der Flüsse oder anspruchsvolle Mountainbiketouren durch den Schwarzwald - hier findet jeder die passende Strecke. Mit den zahlreichen Services wie Bett+Bike und den RadServiceStationen ist auch für eine komfortable und unbeschwerte Radtour gesorgt.

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