Radtour rund um den Tollensesee: Ein Erlebnisbericht

Der Tollensesee, der "Haussee" der Neubrandenburger, ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer. Entgegen der landläufigen Meinung, Mecklenburg sei flach, erwartet Sie auf dem 35 Kilometer langen Radweg rund um den See ein stetiges Auf und Ab. Dabei sind Gefälle von bis zu 19 Prozent zu bewältigen. Die Strecke führt durch das eiszeitliche Tollensebecken, ein 10.440 Hektar großes Landschaftsschutzgebiet, und ist gut ausgeschildert.

Die Route im Detail

Sie beginnen diese Radrunde am Parkplatz in der Oelmühlenstraße nahe dem Strandbad Broda und radeln zur Seestraße, die Sie rechts zum See hinunterbringt. An der Gabelung mit dem ersten Blick auf das Gewässer geht es links weiter. Am Ufer steigen Sie auf den Tollensesee-Radrundweg ein. Der Radtafel folgen Sie nach links am Strandbad Broda vorbei und immer am Nordufer entlang. Genießen Sie die herrlichen Ausblicke auf den rund 18 Kilometer langen und 10 Kilometer breiten See.

Die Uferzone um Neubrandenburg ist ein gepflegtes Naherholungsgebiet mit Rad- und Wanderwegen, Themengärten, Spielplätzen, Tiergehege, Bootsverleiher, Einkehrmöglichkeiten und Kunstwerken. Sie ignorieren die Ausschilderung Richtung Neubrandenburg-Zentrum, denn die Stadtbesichtigung heben Sie sich besser zum Abschluss auf. Sie bleiben am Ufer, schieben das Rad über die gebogene, etwas steile Oberbachbrücke und kommen so in den Kulturpark. Aus dem einst sumpfigen Gelände wurde ab den 1830er-Jahren allmählich ein Park für die Stadtbewohner angelegt. Sie durchqueren den Kulturpark und umrunden dabei den Norden des Sees Richtung Klein Nemerow.

Der Radweg führt am Jachthafen Neubrandenburgs und am beliebten Augustabad am Ostufer des Sees vorbei. Am Augustabad vorbei geht die Fahrt durch das Nemerower Holz, ein artenreiches Waldgebiet am Ostufer des Sees. Dort sollten Sie sich unbedingt einen Blick vom Aussichtsturm Behmshöhe gönnen. Sie erreichen das Dorf Klein Nemerow. Sehenswert sind die Feldsteinscheune und die Grabplatte des Verwalters der ehemaligen Johannitercomturei - Ludwig von der Groeben.

Von hier gelangen Sie über einen Naturwanderpfad unter anderem zum Naturschutzgebiet Nonnenhof - einem bedeutenden Vogelrast- und -brutplatz. Der südliche Teil des Weges geht entlang der Lieps, einem See, der in dieser Form erst durch Aufstau des Tollensesees am Oberbach entstand, nach Prillwitz. Hier sind die Dorfkirche und der frühdeutsche Burgberg sehenswert. Das Jagdschloss aus dem 18. Jahrhundert mit seinem schönen Park lädt als Hotel und Restaurant zur Rast ein.

Von hier aus empfiehlt sich ein Besuch des Dorfes Hohenzieritz, dem Sterbeort der preußischen Königin Louise. In dem Schloss hat die Müritz-Nationalparkverwaltung ihren Sitz. Über Wustrow mit einem bronzezeitlichen Hügelgrab und wundervoller Aussicht geht es weiter nach Alt Rehse mit seinen reetgedeckten Fachwerkhäusern aus den 30er Jahren.

Am Westufer zurück Alt Rehse ist wegen seiner Architektur bestimmt das schönste Dorf am Tollensesee-Radrundweg. Hübsche reetgedeckte Fachwerkhäuser säumen die Dorfstraßen und die denkmalgeschützte Dorfkirche mit ihrem Fachwerkturm ist ein echter Hingucker. Am Dorfteich haben Sie die Möglichkeit, eine kurze Pause am hübschen Rastplatz einzulegen. Zum Einkehren ist das Bistro Alt Rehse eine gute Adresse. Sie durchqueren den Ort und kehren immer den Radtafeln folgend zurück ans Ufer des Tollensesees. Durch das Brodaer Holz und immer im Uferbereich radelnd, geht es auf geschwungenen Radwegen Richtung Neubrandenburg zurück. Kurz vor Broda passieren Sie noch das Belvedere. Das 1775 als Sommerresidenz errichtete Haus musste 1823 einem Haus im Stil eines griechischen Tempels weichen. Nichtsdestotrotz blieb die Bedeutung des Belvederes, »Schöne Aussicht«, erhalten, wovon Sie sich selbst überzeugen können. Denn vom Belvedere hat man einen herrlichen Blick auf den Tollensesee.

Nachdem der Radweg den Wald verlassen hat, geht es links wieder zum Parkplatz zurück. Für einen Besuch Neubrandenburgs radeln Sie aber noch einmal ein Stück am Ufer und Strandbad Broda entlang und folgen der Beschilderung ins Zentrum, denn die Stadt hat einige besondere Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

  • Strandbad Broda: Ideal für eine Erfrischung zu Beginn oder am Ende der Tour.
  • Kulturpark: Ein Park mit verschiedenen Skulpturen, der zum Verweilen einlädt.
  • Aussichtsturm Behmshöhe: Bietet einen Panoramablick über den See und die Umgebung.
  • Klein Nemerow: Ein idyllischer Ferienort mit einer alten Klosterscheune.
  • Lieps-See: Ein Naturschutzgebiet, das als Rast- und Brutplatz für Vögel dient.
  • Prillwitz: Hier befinden sich das Jagdschloss und die Dorfkirche.
  • Hohenzieritz: Ein Abstecher zum Schloss der Königin Luise lohnt sich.
  • Alt Rehse: Bekannt für seine reetgedeckten Fachwerkhäuser und die bewegte Geschichte.
  • Belvedere: Bietet einen herrlichen Blick auf den Tollensesee.

Praktische Tipps für Ihre Radtour

  • Anreise: Neubrandenburg ist gut mit der Bahn erreichbar.
  • Fahrradverleih: Räder können in der Nähe des Bahnhofs ausgeliehen werden.
  • Verpflegung: Nehmen Sie ausreichend Verpflegung und Getränke mit, da die gastronomische Versorgung entlang des Weges begrenzt ist.
  • Dauer: Planen Sie mindestens sechs Stunden für die gesamte Tour ein.
  • Ausschilderung: Die Strecke ist gut ausgeschildert.
  • Schwierigkeitsgrad: Der Tollensesee-Radweg ist anspruchsvoll und erfordert eine gute Kondition.

Hinweis: Auf einigen Abschnitten kann der Untergrund uneben sein. Achten Sie auf festes Schuhwerk und ein verkehrssicheres Fahrrad.

Veranstaltungen in Neubrandenburg

Vom 29. bis 31. August finden Konzerte, Straßenkunst, Familienaktionen und kulinarische Angebote rund um die vier Stadttore und in der gesamten Innenstadt statt.

ADFC Empfehlungen

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich für die Verkehrswende in Deutschland ein und bietet zahlreiche Vorteile für seine Mitglieder, darunter Pannenhilfe, Informationen und Sonderkonditionen.

Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben.

Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone - deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen. Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0