Radtour Saale-Unstrut: Erfahrungen und Tipps

Die Saale-Unstrut-Region bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten für Radfahrer, die Natur, Kultur und Weinbaugebiete erkunden möchten. Eine Radreise am Unstrut-Radweg von der Quelle in Kefferhausen bis zur Mündung in die Saale bei Naumburg entführt Sie in die schönsten Ecken von Sachsen-Anhalt und Thüringen. Unterwegs bieten sich Ihnen viele Möglichkeiten, die Geschichte und Kultur der Region besser kennenzulernen.

Planung und Vorbereitung

Für eine mehrtägige Tour sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um die Schönheiten der Region zu genießen. 6 Tage haben wir uns Zeit genommen für den Saaleradweg. Bayreuth als Startplatz war eigentlich unnötig, da der Flixbus von Berlin Richtung Zürich auch in Münchberg nahe der Saalequelle hält. Mit Bayreuth als Startplatz dürfen wir uns erst mal die Saalequelle hart erarbeiten.

Anreise

Mühlhausen ist mit der Bahn gut zu erreichen. Die nächsten ICE-Bahnhöfe sind Göttingen, Erfurt und Eisenach. Von hier aus erreichen Sie Mühlhausen mit dem Regionalexpress in etwa einer Stunde. Vom Bahnhof haben Sie anschließend die Möglichkeit zu Fuß oder mit dem Taxi in Ihr Hotel zu kommen.

Streckenverlauf und Beschaffenheit

Der Saaleradweg ist super ausgeschildert. Der Saaleradweg ist super ausgeschildert. Die Beschaffenheit des Unstrut-Radwegs ist übrigens durchgehend in Ordnung. Zu 95% wird auf Asphalt gefahren - also auf die gesamte Strecke bemessen. Wenn es kein Asphalt ist, sind es sehr feste Schotter- oder kurze Waldwege. Der Radweg verläuft hier über lange Strecken idyllisch am Fluss.

Erlebnisse entlang der Strecke

Die Region Saale-Unstrut hält viele interessante Orte und Erlebnisse bereit.

Entlang der Saale

Es geht im steten Auf und Ab durch Oberfranken, durchs hübsche Schwarzenbach, vobei an Hof nach Thüringen. In Blankenberg gibts dann mal richtige Steigungen (15 %). Schließlich endet unsere Tour am Bleilochstausee in Saalburg. Der See allerdings liegt nun rund 20 Meter tiefer, die Hänge voller Boote die nun trockenliegen. Am nächsten Morgen wird uns ein toller Nebel mit durchbrechender Sonne geschenkt. Das Dorf Saalburg am Talgrund musste weichen; die Anwohner bekamen zum Ausgleich Grundstücke am oberen Hang. Die Häuser wurden Stein für Stein abgetragen und mit Ochenkarren zum neuen Platz gebracht.

Es geht so weiter wie vorher. “Ja, das ist halt der Thüringer Wald, da radelt es sich anders als an der Donau!”. Es geht weiter im Auf und Ab. 10 Minuten hinauf mit 5 km/h, 1 Minute hinab mit 50. Wir setzen mit der Mühlenfähre bei Linkenmühle über und sehen SUP Paddler, Kanu- und Bootsfahrer auf der hier breiten Saale. Auf der anderen Seite gehts nun 3 km bergauf bei moderaten 6%. Eine lange schöne Abfahrt bringt uns an den Hohenwarther Stausee, das “Thüringer Meer”.

Nach zwei Stunden erreichen wir Kahla; mein Geschirr kommt hierher (Zu DDR Zeiten belieferten die Werke Neckermann und Otto). Wir machen kurz halt und staunen wiederum über einen hübschen Marktplatz. Wir queren Jena mit Wohnsilos der Vorstadt, und in folgenden Camburg suchen und finden wir die Burg bzw. was davon übrig ist. Das Schild am Eingangstor verschreckt uns mit “Besucher im Büro melden” - klingt nicht einladend. Wir wollen schon umkehren, da werden wir entdeckt und zur Turmbesteigung überredet. Hinter Camburg geht es dann wieder hinauf, wir fahren an der Rudelsburg und an einem monumentalen Darstellung eines Löwen vorbei - eine Gedenkstätte für die Opfer des ersten Weltkrieges.

Merseburg schreckt uns zunächst etwas ab - das soll der Dom sein? Nein, ist er nicht, es ist die Stadtkirche. Der Dom liegt ganz in der Nähe, und ist mit dem Schloss verwachsen. Wie in allen anderen Städten auf unserer Reise sind wir wieder einmal erstaunt über die Kulturdenkmäler - und dass es scheinbar keinen interessiert. Das nun folgende Weißenfels müssen wir unverrichteter Dinge wieder verlassen - die komplette Innenstadt ist eine Baugrube.

Auf der Saaleinsel Peißnitz in Halle stärken wir uns am Imbiss. Nordwärts an der Saale zeigt dann Halle seinen Freizeitwert; auch hier finden sich Steilwände an der Saale sowie einige Biergärten. Auch Wettin überrascht uns mit einer riesigen Burganlage, an derem Fuße zur Saale hin hübsch aufgereiht Häuser stehen (in einem solchen herbergen wir). Der Radweg verläuft hier über lange Strecken idyllisch am Fluss. Zwischendurch versperrt ein Ziegenhirte mit seiner Herde die Straße, wir kreiseln hindurch. Nach Alsleben sehen wir linker Hand eine Art Burg auf einem Hügel - das Schloss Pötzkau.

Schließlich erreichen wir Barby. Hier wird die Saale von der behäbigen und drögen Elbe geschluckt. Fuck you, Elbe! Wir setzen über nach Ronney auf der anderen Elbseite.

Entlang der Unstrut

Diese Radreise am Unstrut-Radweg von der Quelle in Kefferhausen bis zur Mündung in die Saale bei Naumburg entführt Sie in die schönsten Ecken von Sachsen-Anhalt und Thüringen. Unterwegs bieten sich Ihnen viele Möglichkeiten, die Geschichte und Kultur der Region besser kennen zu lernen.

Am Morgen geht es per Bahn (nicht im Preis inbegriffen, Fahrradmitnahme kostenfrei) nach Silberhausen, um an der nahe gelegenen Unstrut-Quelle in Kefferhausen Ihre Fahrradreise zu starten. Sie radeln entlang des Wasserlaufs der Unstrut zurück nach Mühlhausen.

Von Mühlhausen starten Sie in die erste Etappe, die Sie direkt entlang der Unstrut führt. In der Kurstadt können Sie wunderbar in den zahlreichen Kurparks spazieren gehen oder sich in der Friederikentherme bei einer Massage verwöhnen lassen.

Auf der heutigen Radtour durchfahren Sie das Naturschutzgebiet Unstruttal. Sie radeln an der Schlossruine Herbsleben und dem Schloss Gebesee vorbei, die Sie während einer Rast entdecken können. Das Ziel Ihrer Radreise ist heute Sömmerda, wo Sie die alten Stadtwehranlagen und den Markt erkunden oder sich im Dreysemuseum über den Erfinder des Zündnadelgewehrs informieren können.

Durch das Thüringer Becken fahren Sie heute mit dem Fahrrad wieder an zahlreichen Burgen und Schlössern vorbei. Bei den beiden Sachsenburgen passieren Sie außerdem ein als Thüringer Pforte bekanntes Durchbruchstal der Unstrut. Ihre Radtour endet heute in Artern, wo Sie auf dem Jüngkens-Aussichtsturm in den Weinbergen die Aussicht genießen können. Sollten Sie noch Zeit haben, empfehlen wir Ihnen einen Abstecher in den Naturpark Kyffhäuser und den Besuch des Kyffhäuserdenkmals (eine Strecke 20 km).

Auf der heutigen Radtour passieren Sie die Grenze nach Sachsen-Anhalt. Gleich danach können Sie auf der Burg Wendelstein einen großartigen Blick über das Unstruttal genießen. In Memleben gelangen Sie auf die Straße der Romanik, die viele mittelalterliche Baudenkmäler zu bieten hat. Sie übernachten in Nebra, wo sich ein Ausflug zum Besucherzentrum Arche Nebra anbietet. Das Besucherzentrum klärt über den Fundort und die Umstände der ersten bildlichen Darstellung des Nachthimmels, der Himmelscheibe von Nebra, auf.

Am vorletzten Tag Ihrer Radreise am Unstrut-Radweg fahren Sie durch das Saale-Unstrut-Triasland von Nebra nach Naumburg. Zu empfehlen ist ein Stopp in Freyburg, der bekannten Sektstadt im Weingebiet der Unstrut. Hier können Sie die Rotkäppchen Sektkellerei und die Neuenburg besichtigen. In der Domstadt Naumburg erwarten Sie ein historisches Stadtzentrum mit dem bekannten Dom und ein herrlicher Rundblick vom Aussichtsturm der Wenzelskirche.

Diese Tour verwöhnt all Ihre Sinne: zunächst mit Pflaumen-Flammkuchen oder Pflaumen Radler in der Fachwerkstadt Mühlhausen. Die Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza verzaubert nicht nur mit ihrem "Drei-Türme-Blick". Auf einer wild romantischen Fahrt durch grüne Täler mit wilden Wiesen und duftenden Obstbäumen, führt der Weg durch die Thüringer Pforte zum Weinberg in Artern, der eine atemberaubende Aussicht bis in den Südharz bietet. Die Himmelsscheibe von Nebra und die Rotkäppchen-Sektkellerei in Freyburg dürfen Sie sich nicht entgehen lassen.

Weinbaugebiet Saale-Unstrut

Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Landschaften abwechseln. Plötzlich sind wir im Saale/Unstrut Weinbaugebiet. An den Hängen liegen Weinstöcke, in Bad Kösen lädt das Weingut Kloster Pforta zum probieren ein - nicht nur auf dem Gutsgelände, sondern auch an den Hängen - hier sind extra Probierrebstöcke der verschiedenen Rebsorten gepflanzt.

Dieses traditionsreiche Weinbaugebiet Saale-Unstrut liegt am Anfang des romantischen Saaletales um Naumburg und an den Hängen der Unstrut bei Freyburg. Viele Städte und Orte sind von ihrer Geschichte her interessant, aber auch deshalb, weil sie traditionelle Weinorte sind. An den warmen Talhängen von Saale und Unstrut entwickeln sich trockene und reintönige Weine.

Unterkünfte

Die Zimmer sind knapp, wir haben eines im Thüringer Hof an der lauten Bundesstraße bekommen. Wir nächtigen in der “Radlerpension unterm Dach” mit Blick auf die Saale. Grundsätzlich gibt es an Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Unstrut keine Not. Allerdings haben die Radler wie so oft das Problem, dass sie nur eine Nacht bleiben möchten. Das schränkt die Auswahl etwas ein, da vor allem Ferienwohnungen und Ferienhäuser auf eine Mindestmietzeit bestehen. In der Nebensaison können Radtouristen getrost ohne Vorreservierung losfahren. Vor allem in den etwas größeren Orten gibt es genug Angebot. Pensionen und Hotels befinden sich in Mühlhausen, Bad Langensalza, Artern, Sömmerda, Naumburg und Freyburg. Ein besonderer Tipp ist eine Übernachtung auf einem Weinberg. Dafür lohnt es sich, die Radstrecke und damit das Unstrut-Tal ein klein wenig zu verlassen.

Kulinarische Tipps

Abends finden wir in Naumburg im Ristorante da Vinci eine gute Speisekarte uns leckeres Essen. Auf der Saaleinsel Peißnitz in Halle stärken wir uns am Imbiss. Wer viel radelt, möchte auch gut essen und trinken. Eines vor weg: Wer eine Bewirtung findet, kann sich auf schmackhaftes Essen freuen. Leider sind jedoch, gerade in der Nebensaison, die Einkehrmöglichkeiten nur sehr rar gesät. Da heiß es Schokoriegel und eine extra Getränke-Flasche einpacken. Viele kleine Cafés und Kioske öffnen wirklich nur in der Hauptsaison. Andere gar nicht mehr. Das ist schade, denn der Unstrut-Radweg scheint auch in der Nebensaison gut besucht zu sein. Trotzdem an dieser Stelle ein paar lukullische Tipps: Ur-gemütlich und ursprünglich ist der „Unstrut-Grill“ wenige Kilometer hinter Bad Langensalza. Der Inhaber packt frische Thüringer Bratwurst und Rostbrätl auf den Grill. Die Gäste sitzen in einem schönen Garten direkt an der Unstrut und können auf den Fluss blicken. Im Kloster Memleben befindet sich ein kleines Café. Das ist allerdings ohne bezahlte Eintrittskarte nicht zu erreichen. In der Freyburger Altstadt gibt es noch einen kleinen Bäcker, der traditionell bäckt und sehr leckeren Kuchen anbietet.

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