Egal ob für den Familienausflug mit dem Zweirad, die Fahrradtour im Urlaub oder den sportlichen Biketrip - Fahrradtouren sollten gut und vorausschauend geplant werden. Denn nichts ist ärgerlicher als ein platter Reifen oder zu wenig Verpflegung für die Tour eingepackt zu haben. Im Folgenden findest du die wichtigsten Tipps und Tricks, um deine Fahrradtour richtig vorzubereiten. Dieser Beitrag richtet sich vor allem an weniger erfahrene Radfahrer, die ihre erste Radtour planen. Mit Sicherheit hält er aber auch einige interessante Informationen für erfahrene Radfahrer bereit.
1. Die Wahl der richtigen Fahrradtour und des Equipments
Die Wahl der richtigen Fahrradtour ist abhängig von deinen persönlichen Präferenzen (was für eine Tour du fahren möchtest), deiner persönlichen Leistungsfähigkeit und deinem Equipment. Es gibt zwei Ansätze, deine Tour zu planen. Entweder planst du deine Tour anhand des dir bereits zur Verfügung stehenden Fahrrads und Equipments oder du besorgst dir das entsprechende Fahrrad und die Ausrüstung für deine favorisierte Tour.
1.1 Das passende Fahrrad wählen
In den meisten Fällen ist es wohl so, dass du bereits ein Fahrrad zu Hause hast und du die Wahl der Strecke abhängig von deinem Fahrrad machst. Die Wahl der Route sollte in jedem Fall von dem dir zur Verfügung stehenden Fahrrad abhängig gemacht werden. Andererseits kannst du dir natürlich auch ein passendes Fahrrad für deine Tour kaufen. So eignet sich ein Mountainbike beispielsweise für Trails und sportliche Off-Road Touren, während sich ein Citybike für urbane und gemütlichere Ausflüge mit dem Rad anbietet.
2. Körperliche Fitness und Streckenwahl
Damit deine Fahrradtour ein voller Erfolg wird und damit das Ganze auch noch Spaß macht, solltest du dir über einige Punkte Klarheit verschaffen. Zunächst einmal solltest du dir über deine körperliche Fitness und deine Fähigkeiten, mit deinem Fahrrad umzugehen, ehrlich bewusst werden. Denn wählst du eine Strecke, die deine körperlichen Fähigkeiten übersteigt, kann es passieren, dass du deine Radtour unterbrechen oder sogar ganz beenden musst. Im schlimmsten Fall kannst du dich verletzen, wenn du deinem Körper zu viel abverlangst.
Unser Tipp ist daher, sich auf Apps wie Komoot oder Bikemap eine Strecke entsprechend deiner Fähigkeiten auszusuchen. Dort findest du zu jeder Route eine Klassifizierung, die die Strecken in drei Stufen leicht, mittelschwer und schwer einteilt. Die Schwierigkeitsstufe deiner Strecke ist hauptsächlich von der Länge, der Höhenmeter und der Bodenbeschaffenheit abhängig.
Wenn du bereits weißt, welchen Streckentyp du fahren möchtest, stellt sich nun also die Frage, was für eine Radtour du überhaupt im Sinn hast. Willst du eher auf unbefestigtem Grund über Stock und Stein im Wald fahren oder vielleicht doch lieber asphaltiert und ohne Höhenmeter radeln? Soll es eine sportliche oder eher eine gemütliche Fahrt werden? Hier spielt natürlich wieder das von dir zuvor gewählte Fahrrad eine große Rolle. Nachdem du die Art und Beschaffenheit der Strecke festgelegt hast, solltest du dir darüber Gedanken machen, wie weit du fahren möchtest - 20km, 50km oder vielleicht sogar einen mehrtätigen Fahrradtrip? Hierfür ist, wie eingangs beschrieben, deine körperliche Fitness aber auch dein verfügbarer Zeitrahmen entscheidend.
Für die Sonntagsfahrt eignet sich eine kürzere Strecke, während du für eine Radtour in den Alpen besser mehrere Tage einplanen solltest. Vor allem, wenn du dir eine Strecke mit Höhenunterschieden aussuchst und du mit anderen Fahrradfahrern zusammen fährst, lohnt es sich gemeinsam eine Probefahrt zu machen, um zu testen, wie weit, wie schnell und wie viele Höhenmeter zusammen gefahren werden können. Generell ist es sinnvoll, dass du dich auf die Strecke vorbereitest und bestenfalls auch einige Höhenmeter (HM) fährst, um deine Kondition und Kraft für deine Tour mit HM aufzubauen. Ein Blick darauf lohnt sich und bietet dir einen ersten Anhaltspunkt zur Einschätzung deiner Fähigkeiten.
3. Der richtige Zeitpunkt für deine Radtour
Auch der Zeitraum, in dem du fahren möchtest, kann eine große Rolle spielen. Generell werden wohl wenige Menschen Radtouren im Winter bei eisiger Kälte und Frost machen. Jedoch auch heiße Sommer bergen einige Fallstricke, welche für Radtouren besondere Planung erforderlich machen. Hier bieten sich vor allem Sonnencreme und extra Getränke an- denn durch den Fahrtwind fällt oft erst spät oder nach der Tour auf, dass man schwitzt und das Sonnenlicht die Haut verbrennt. Vor allem bei geplanten, längeren Touren oder sogar mehrtätigen Bike-Trips ist es empfehlenswert, sich nicht die heißesten Monate des Jahres auszusuchen (Juni - August).
Besonders schön ist deine Radtour, wenn du sie für den Frühling oder den Frühsommer planst. Erstens blühen in diesem Zeitraum die Pflanzen auf und du kannst vielerorts die Natur genießen. Zweitens ist es noch nicht zu warm und du sparst dir viel unnötiges Gepäck. Natürlich solltest du trotzdem wetterfeste Kleidung einpacken, um ggfs. Der Zeitrahmen für deine Tour ist natürlich variabel und abhängig davon, wieviel Zeit du dir nehmen kannst und möchtest. Auf der anderen Seite ist bei der Wahl des Zeitrahmens entscheidend, wie fit du körperlich bist und wie lang deine Strecke sein soll.
4. Routenplanung und Navigation
Nachdem du dir überlegt hast, wie deine Route aussehen soll, kannst du dir verschiedene Strecken anschauen, die zu den von dir festgelegten Eigenschaften passen. Das Planen deiner individuellen Fahrradtour in Deutschland ist mit den bereits erwähnten Anbietern von Routenplanern wie Komoot, Bikemap oder Outdooractive ganz einfach. Alternativ stellt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hier einen kostenlosen Routenplaner mit vielen schönen Routen in Deutschland bereit. Darüber hinaus bieten auch die meisten Bundesländer eine Übersicht über das landeseigene Radnetz inklusiver der Knotenpunkte kostenlos im Internet an. Beispielsweise der Radroutenplaner des Bundeslands NRW stellt eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Übersicht und Planung deiner individuellen Radtour zur Verfügung.
5. Anreise zum Startpunkt der Tour
Die passende Route findest du ganz einfach, in dem du von dir gesetzten Kriterien mit den Routen anderer Radfahrer auf den gängigen Routenplanern abgleichst. Je nachdem welche Tour du gewählt hast, musst du oftmals zum Tourstart mit deinem Rad anreisen. Solltest du lediglich eine kleine mehrstündige oder eintägige in deiner Heimatstadt fahren, kannst du die Route oft auch ganz einfach von zuhause aus starten und zum Startpunkt der Routenplanung radeln.
Wenn du mit dem Auto anreist, kannst du dein Fahrrad entweder im Kofferraum transportieren (Voraussetzung ist natürlich, dass er geräumig genug ist) oder du nutzt ein Fahrradträger. Es gibt verschiedene Modelle, die dir auch die Mitnahme mehrerer Räder ermöglichen, sodass du ganz entspannt mit deinem Partner oder deiner Partnerin mit dem Rad zum Routenstart fahren kannst. Einen hohen Standard und Komfort erfüllen die Träger von Uebler. Solltest du jedoch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen wollen, kannst du dein Fahrrad auch in Bus und Bahn transportieren. Bei der Deutschen Bahn kann pro Person ein Fahrrad mitgeführt werden, für welches jedoch ein extra Ticket erworben werden muss. Mehr Informationen zur Fahrradmitnahme im Zug findest du auf der Seite der Deutschen Bahn.
6. Pausen und Zwischenstopps
Bei einer mehrtägigen Radtour erübrigt sich die Frage nach Zwischenstopps selbstverständlich. Jedoch solltest du dir auch bei einer kürzeren Tour bestenfalls Möglichkeiten für eine Pause bereithalten. Selbst wenn du keine Zwischenstopps für deine Fahrt benötigst, bieten sie sich als Backup an. Vor allem wenn du weitere Strecken mit deinem E-Bike zurücklegen möchtest, solltest du dir im Voraus Zwischenstopps in der Nähe von Ladestationen raussuchen. Mittlerweile gibt es immer mehr kostenlose, aber auch kostenpflichtige Lademöglichkeiten in Städten in der D-A-CH Region.
So profitierst du doppelt. Denn während dein Bike lädt, kannst du beispielweise einen entspannten Stadtbummel machen oder einen leckeren Snack genießen. Fahrrad.de hat eine umfangreiche Karte aller verfügbaren E-Bike Ladestationen in Deutschland, Schweiz und Österreich erstellt, welche es auch als App zum Download gibt.
7. Essentielle Ausrüstung für deine Radtour
Auch wenn die Ausrüstung natürlich stark abhängig von deinem Vorhaben ist, gibt es essentielle Ausrüstungsgegenstände, die du bei der Planung deiner Radtour auf dem Radar haben solltest:
- Kleine Luftpumpe
- Tool
- Front- und Rücklicht
- Ersatzschlauch/ Flickzeug
- Reifenheber
Darüber hinaus ist ein Fahrradschutzbrief empfehlenswert, da du hier (je nach Leistungsumfang) ähnliche Services wie bei einem PKW-Pannenservice erhältst.
8. Vorbereitung des Fahrrads
Um dein Fahrrad auf die anstehende Tour vorzubereiten, solltest du vor allem die Funktionalität deines Bikes überprüfen und gegebenenfalls Reparaturen vornehmen. Dabei spielt deine eigene aber auch die Verkehrssicherheit eine übergeordnete Rolle. Daher solltest du deine Bremsen checken, deine Kette ölen und prüfen, ob das Schaltwerk reibungslos schaltet. Darüber hinaus sollten deine Reifen genug Luft haben (du musst schwerer Treten, wenn deine Reifen nicht genügend aufgepumpt sind) und deine Beleuchtung sollte funktionieren, um dich auch bei Dunkelheit oder Nebel erkennbar zu machen und du sicher im Straßenverkehr navigieren kannst.
Außerdem ist es sinnvoll, dein Handy (und ggfs. den Akku deines E-Bikes) voll aufzuladen, um dich navigieren und im Notfall Hilfe rufen zu können. Auf schlagartige Wetterwechsel kannst du dich vorbereiten, indem du dich nach dem Zwiebelprinzip kleidest oder zumindest wetterfeste Kleidung einpackst.
9. Planung von Mehrtagestouren
Wenn es sich um deine erste mehrtätige Fahrradtour handelt und noch nicht einschätzen kannst, wie fit du bist, solltest du deine Route auf ca. 80-100km pro Tag begrenzen, d.h. wenn du 5 Tage einplanst, fährst du so maximal 500km. Darüber hinaus solltest du die Strecke so planen, dass du anfänglich ohne starke Steigung fährst. So kannst du besser einschätzen, was du deinem Körper abverlangen kannst. Bedenke dabei auch, dass du deine Radtour mit zusätzlichem Gepäck planen musst, was deinem Körper mehr abverlangen wird als du es gewohnt bist. Optional kannst du z.B. ab dem dritten Tag zwei verschiedene Streckenoptionen einplanen, sodass du dich zwischen einer schwereren oder leichteren Route entscheiden kannst.
Zur Planung einer Radtour mit Übernachtung gibt es zwei Möglichkeiten: Übernachten im Zelt oder in einer Unterkunft. Beides bietet Vor- und Nachteile. Das Zelt bietet jede Menge Flexibilität, da du deine Tagesetappen spontan anpassen kannst, falls du doch gerne weiter oder kürzer als ursprünglich geplant fahren möchtest. Der große Nachteil ist jedoch das zusätzliche Gepäck, das du mitführen musst. Denn zusätzlich zum Zelt benötigst du auch noch eine Isomatte und einen Schlafsack.
Wenn du Wert auf etwas mehr Komfort legst, kannst du natürlich vorab für jede Tagesetappe eine Unterkunft buchen. Hier bieten sich die vom ADFC ausgezeichneten Bett + Bike Unterkünfte an. Diese bieten für Fahrradfahrer einige überzeugende Vorteile. Trotz sinkender Inzidenzwerte möchten wir darauf hinweisen, dass Gastronomiebetriebe und Hotellerie ggfs. weiterhin gewisse Coronaregeln befolgen oder keine touristischen Gäste empfangen.
10. Tipps für Solo-Radtouren
Allein zu reisen oder unterwegs zu sein, kann eine ganz besondere Erfahrung sein: Unabhängig, frei und den Gedanken nachhängend, lerne ich dabei nicht nur viel über mich selbst, sondern auch über meine Umwelt kennen. Die Vorzüge einer Solo-Tour mit dem Fahrrad liegen auf der Hand, denn mein Rad dient auf meinen Ausfahrten und Reisen nicht nur als bestes Fortbewegungsmittel, sondern schenkt mir auch die nötige Unabhängigkeit und Bewegung.
Es gibt allerdings auch viele Gründe, weshalb ich heute gern allein mit den Fahrrad unterwegs bin. (Darauf gehe ich bald in einem separaten Beitrag näher ein…) Manchmal möchte ich zum Beispiel einfach nur mal raus und meinen Gedanken freien Lauf lassen, mich bewegen und machen, worauf ich Lust habe. Aber manchmal darf es auch für mehrere Tage weg gehen.
11. Zusätzliche Tipps für eine gelungene Radreise
- Route auswählen: Achten Sie auf gut erschlossene und nicht zu steile Wege.
- Fahrrad-App nutzen: Verwenden Sie Navigationshilfen, die auch offline nutzbar sind.
- Vorab trainieren: Steigern Sie Ihre Fitness durch regelmäßiges Radfahren.
- Check-up fürs Fahrrad: Überprüfen Sie Ihr Fahrrad vor dem Start technisch.
- Wichtiges Zubehör: Packen Sie Regenkleidung, Wechselwäsche, Sportschuhe und ein Notfallset ein.
- Anreise planen: Nutzen Sie die Bahn oder das eigene Auto mit Fahrradträger.
- Übernachtung buchen: Wählen Sie zwischen Pensionen, Gasthäusern oder Campingplätzen.
- Genug trinken: Trinken Sie spätestens alle 30 Minuten ein paar Schlucke.
- Spontan bleiben: Seien Sie bereit für spontane Entscheidungen und ungeplante Pausen.
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