Die Region Slowenien-Triest ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer, die eine abwechslungsreiche und landschaftlich reizvolle Tour suchen. Von den Alpen bis zur Adria gibt es zahlreiche Routen und Radwege, die sowohl für erfahrene Radler als auch für Anfänger geeignet sind. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, die Region mit dem Fahrrad zu erkunden.
Planung Ihrer Radreise
Viele Radfahrer planen eine größere Radreise für den Sommer. Eine beliebte Route führt von München nach Salzburg und von dort über den Alpe-Adria-Radweg nach Grado bzw. weiter nach Triest. Dieser Teil der Strecke ist oft schon gut geplant. Die Suche nach einer schönen Strecke von Triest nach Graz gestaltet sich jedoch oft schwieriger.
Eine naheliegende Option wäre eine Reise durch Slowenien, beispielsweise über Ljubljana, Maribor nach Graz. Informationen über größere Radwege sind jedoch rar. Es empfiehlt sich, eine eigene Route zusammenzustellen und dabei auf Nebenstraßen auszuweichen, da die stark befahrenen Hauptstraßen oft unangenehm zu befahren sind.
Empfohlene Karten und Informationsquellen
- Karte Slowenien von freytag & Berndt (1 : 150 000): Eine detaillierte Karte, die bei der Routenplanung hilft.
- Slowenische Touristenseite: Bietet gute Einblicke und Broschüren können angefordert werden.
- Buchhandel: Opulente Sammlung mit schönsten Radrouten und dem entsprechenden Kartenmaterial.
Allgemeine Informationen zu Slowenien als Radreiseland
Slowenien ist dünner besiedelt als viele mitteleuropäische Staaten. Das sagt im Einzelfall nur mäßig viel: Im Bereich der Zentren ist die Besiedlung "normal dicht" wie anderswo, in den großen Wäldern kannst du auch stundenlang radeln, ohne jemanden zu treffen. Da bist du dann mit allem, was so auf dich zu kommen kann, alleine auf dich gestellt. Als Radweg-Benützer wirst du dort aber eher nicht durch kommen.
Die Slowenen sind sehr angenehme Leute, ziemlich ähnlich den Südösterreichern. Die Chance, auf jemand kriminellen oder sonst wie unguten zu treffen ist also gleich gering wie in Österreich. Die jungen Leute sprechen mehr und mehr englisch. Manche Alte sprechen auch Deutsch. Bei vielen Themen funktioniert auch die Kommunikation mit Händen und Füßen recht gut.
Es gibt fast keine echten Radwege wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, sondern Radrouten auf meist wenig befahrenen Straßen. Radfahren (MTB) ist allgemein sehr beliebt. Viele Pisten sind zudem tourenradtauglich, wenn auch nicht immer die spannendsten Landschaften dann (viel Wald; Bärenland).
Slowenien liegt zwar nahe dem Mittelmeer, flach ist es aber nicht. Die Möglichkeiten steigen mit der Bereitschaft, Berge zu fahren. Eine spannende Bahntrasse (Piste) führt von Treist nach Kozina (werde ich dieses Jahr selbst beradeln) - sie führt durchs Val Rosandra (Abstecher zu Wasserfällen sinnvoll).
Mögliche Routen von Triest nach Graz
Es gibt viele mögliche und interessante Routen von Triest nach Graz. Hier sind einige Vorschläge:
Variante 1: Über Ljubljana und Maribor
Diese Route führt durch das Herz Sloweniens und bietet die Möglichkeit, die Hauptstadt Ljubljana und die Stadt Maribor zu besuchen. Von Vrhnika ist die dann sich ziehende Einfahrt nach Ljubljana weniger schön - die Stadt selbst allerdings wiederum sehr. Der einfachste Weg nach Maribor ist dann sehr verkehrsreich.
Nach Maribor entlang der Drau: Da würde ich dir eine bessere Variante anbieten, als deine aktuelle Planung: Du kommst bei Dravograd an die Drau. Am Drauradweg fährst du bis Trbonje, dort wechselst du die Talseite und radelst auf der Nebenstraße nach Muta. Weiter nach Radlje (der Bundesstraße kann dabei großteils ausgewichen werden), über den niedrigen Radlpass nach Eibiswald. Weiter: rechts der stark befahrenen Bundesstraße auf kleinen Lokalstraßerln nach Wies. Hier (oder kurz danach) kannst du in den Sulmtalradweg einsteigen, der dich ausgesprochen nett nach Leibnitz bringt.
Über den Römerradweg (richtig erinnert? Ich fahre dort zwar immer wieder, aber die Namen sind mir nie wichtig.) nach Lebring, dort steigst du auf den Murradweg um, auf dem du nach Graz kommst.
Variante 2: Durch die Weinstraßen
Eine weitere attraktive Option ist eine Route durch die slowenischen Weinstraßen. Davon könntes du etwas einfangen, wenn du ab Matavun einen Umweg machst (via Lipica nach Sezana) oder direkt von Triest nach Sezana fährst (via Villa Opocina, weitere Höhle). Dort über Dutovlje nach Stanjel und nach Ortsbesichtigung weiter nach Vipava (Karstquelle).
Variante 3: Über den Seebergsattel
Es bieten sich zahlreiche Varianten an, u.a. auch den sehr eindrucksvollen Seebergsattel nach Österreich zu wählen (und ggf. retour über Paulitschasattel). Es bietet sich eine gemäßigte Route an, die aber nicht ohne ein paar Berge ist: Kamnik - Luce - Solcava - Abstecher ist Postkartental Logarska Dolina bis zum Wasserfall, retour - Solcava - Piste nach Crna na koroskem (Bergbaumuseum, auch organisierte Bergtunnelfahrten mit Rad möglich) - Mezica - Dravograd, dann an der Drau entlang (Drauradweg) nach Maribor.
Detaillierter Routenvorschlag
Hier ist ein detaillierter Routenvorschlag, der einige der schönsten Strecken kombiniert:
- Trieste - Sezana - Dutovlje - Stanjel - Vipavi - Col - Cmi vrhad idnjo - Godovic - Kalce - Vrhnika - Brezovica - Ljubljana
- Von Ljubljana die gemäßigte Route Richtung Maribor
- Am Drauradweg fährst du bis Trbonje, dort wechselst du die Talseite und radelst auf der Nebenstraße nach Muta.
- Weiter nach Radlje über den niedrigen Radlpass nach Eibiswald.
- Weiter auf kleinen Lokalstraßerln nach Wies. Hier in den Sulmtalradweg einsteigen, der dich ausgesprochen nett nach Leibnitz bringt.
- Über den Römerradweg nach Lebring, dort steigst du auf den Murradweg um, auf dem du nach Graz kommst.
Der Parenzana-Radweg
Ein besonderes Highlight ist der Parenzana-Radweg, der auf der Trasse einer alten Eisenbahnstrecke verläuft. Dieser Radweg verbindet die slowenischen Küstenorte Koper, Izola und Portorož und bietet einen hervorragenden Eindruck der Schönheit und Vielfalt der slowenischen Meeresküste.
Die Parenzana ist ein Kapitel für sich. Sie war für uns im letzten Jahr mit unseren Reiserädern wegen der Matschepampe nicht fahrbar - aber es gibt sehr schöne Umgehungen mit Asphalt - die Industriezone von Triest solltest du mit der Fähre (Fährhafen neben den stinkenden Kreuzfahrern) nach Muggia umfahren. Auf jeden Fall hast du dir da eine superschöne Region ausgesucht!
Wichtige Informationen zum Parenzana-Radweg:
- Streckenlänge: 37 km (Hin- und Rückweg)
- Beschilderung: Sehr gut ausgeschildert mit blauen Schildern (D8)
- Schwierigkeitsgrad: Keine besonderen Schwierigkeiten, lediglich zwei steilere Stellen, an denen man das Rad schieben kann
- Ausrüstung: Strandausrüstung, Sonnenhut, ausreichend Wasser, Trockenfrüchte, Sonnenbrille, Luftpumpe, Flickzeug, Fahrradschloss
Route entlang des Parenzana-Radweges
Fahrt am frühen Morgen ab, damit ihr den ganzen Tag auf dem Radweg verbringen könnt. Nehmt eure Strandausrüstung, einen Sonnenhut, ausreichend Wasser, Trockenfrüchte, Sonnenbrille, Luftpumpe und Flickzeug sowie ein Fahrradschloss mit. Der gesamte Radweg ist 37 km lang. Und dann müsst ihr ja auch noch wieder zurück.
Nach den Hinweisen von Nils und Andreas ist die Strecke zwischen Koper und Izola mittlerweile ebenfalls sehr zu empfehlen, da die Straße nunmehr für Autos gesperrt ist, sodass dort nun Radler, Fußgänger, E-Biker und Skater ungestört die wunderschöne Küstenstrecke genießen können. Danke an beide für diese Hinweise!
Der Radweg D8 durchquert einen alten, mehr als 500 Meter langen Tunnel.
Folgt dem Meer, bis ihr an den Hafen gelangt. Nach diesem müsst ihr noch ein wenig weiter, bleibt dabei immer in Wassernähe (fahrt dort vorbei, wo auf der obigen Karte P13-P10-P11 in roten Kreisen eingezeichnet ist, und steigt dann, wenn ihr den Kiesstrand erreicht habt, ganz links hinauf, um nach einer Weile wieder auf den Parenzana-Radweg mit seinen blauen Hinweisschildern (D8) zu gelangen).
Nach einem kurzen Stück in Portorož verläuft der Radweg wieder am Meer entlang und man fährt gemütlich durch von Salinen geprägte Landschaften wie die, die in der zweiten Hälfte des obigen Videos zu sehen sind. Sie unterscheiden sich stark von den vorherigen Landschaften, was wiederum dazu führt, dass man sich beim Fahren nicht langweilt.
Alpe Adria Radweg über Slowenien
Der Alpe Adria Radweg über Slowenien hat einiges zu bieten. Besonders spannend neben der schönen Natur sind die vielen sehenswerten Städte. Nach einem kurzen Abstecher in die italienische Grenzstadt Tarvis radeln Sie auf der Radreise weiter nach Slowenien. Am märchenhaften Bleder See verweilen Sie zu Füßen der Julischen Alpen.
Auf dieser Radetappe von den Bergen bis zum Meer lernen Sie Villach, Taris, Bled, Ljubljana, Postojna, Lipizza und Triest kennen. Dort werden Sie auch die weltbekannten Tropfsteinhöhlen von Postojna und Lipizza- der Ort, an dem die Lipizzaner gezüchtet werden und viele weitere tolle Städte, Orte und Sehenswürdigkeiten entdecken.
Etappen des Alpe Adria Radweges:
- Individuelle Anreise zum Ausgangshotel nach Villach in Kärnten.
- Villach - Tarvis ca. 40 km.
- Tarvis- Bled (ca. 55 km).
- Bled - Ljubljana (ca. 55 km).
- Ljubljana - Postojna (ca. 60 km).
- Postojna - Lipizza (ca. 50 km).
- Lipizza - Triest (ca. 30 km).
Weitere Tipps und Hinweise
- Hunde: Normalerweise sind Hunde kein Problem. Ein Dog Dazzer kann aber nicht schaden, auch nicht zu Hause.
- Straßennetz: Das slowenische Straßennetz ist im Allgemeinen sehr gut ausgebaut, fast alle Straßen, die du benützen könntest, werden asphaltiert sein.
- Überfälle: Vergiss das Thema Überfälle. Zu Hause wird es gefährlicher sein. Gerade in den Bergen würde ich mir noch weniger denken.
- Übernachtungsmöglichkeiten: Wenn du ausschließlich in Zimmern schlafen willst, müsstest du deine Etappen genauer planen. Zimmer gibt es, dazu sind die Leute sehr freundlich.
- Wetter Anfang September: Meistens gut zum Radeln, aber alles ist möglich.
- Bundesstraßen: Die Parenzana beginnt offiziell übrigens erst bei Muggia, etwas außerhalb wohl bei einem Verkehrskreisel. Die Auffahrt aus Rijeka raus ist recht gut gewählt. So schlimm ist das nicht, ich kenne eine steilere, die ebenfalls nach Gornje Jeleni führt, aber südlich bei der Insel Krk startet.
Zusammenfassung
Eine Radreise durch Slowenien und nach Triest bietet eine Fülle an Möglichkeiten für unvergessliche Erlebnisse. Von den Alpen bis zur Küste gibt es zahlreiche Routen, die durch malerische Landschaften und sehenswerte Städte führen. Mit der richtigen Planung und Ausrüstung steht einem unvergesslichen Abenteuer nichts im Wege.
Weitere Routenvorschläge und Ergänzungen
Empfehlungen für die Routenplanung
- Anmerkungen zu einzelnen Routenbereichen: Es wird empfohlen, ab Rijeka die gesamte Route anders zu planen, da viele schöne Gegenden ausgelassen werden und mit unnötig viel Verkehr gefahren wird.
- Verkehrssparende Varianten um Rijeka: Es gibt eine verkehrssparende und trotzdem einfache Variante, Rijeka zu durchqueren. Diese ist je nach Wünschen änderbar, führt aber beim Hafen vorbei.
- Routenalternativen von Rijeka nach Karlovac: Es gibt Alternativen, die Höhenmeter sparen und durch hübsche Gegenden mit schönen Aussichten führen. Eine solche Variante ist verkehrsarm und auch für weniger sportliche Radfahrer geeignet.
- Routenalternativen nach Brezice bei Zagreb: Es gibt Routen, die Zagreb elegant im Westen und Süden umfahren und vergleichsweise wenig Verkehr haben.
- Streckenführung von Ptuj nach Maribor und Graz: Von Ptuj (mit sehr netter Altstadt) kann man am Murradweg nach Maribor fahren. Die kürzeste Route nach Graz führt über Spielfeld und weiter am Murradweg.
Zusätzliche Sehenswürdigkeiten und Orte entlang der Route
- Fusine-See: Abweichung vom Radweg Tarvisio - Jesenice für den Fusine-See, apshaltierter Stich, grandiose Kulisse vor Mangart-Massiv. Geht etwas aufwärts, empfehlenswerte Unterkunft an der Anfahrt.
- See Bled: Wenn du den See Bled noch nicht kennst, würde ich ihn aufnehmen, auch wenn recht touristisch. Grundsätzlich kannst du auch ab Mojstrana als Alternative den Radovna-Radweg fahren (teils Piste, aber rennradtauglich). Ist ruhiger und anders, muss aber nicht, Aussicht dürfte über Jesenice besser sein.
- Škofja Loka: Du sollest aber unbedingt über Skofia Loka fahren, eine der schönsten Städte Sloweniens und wirkt wie ein offenes Museum mit der Häuserkulisse. Sehr schön auch zum Essen, leider wenig Unterkunftsmöglichkeiten.
- Höhlen von Postojna und Skocjanske jame: Wenn du dich bewusst gegen einen Besuch der Höhle in Postojna entschieden hast, ist die Route fortlaufend okay. Bei Divaca lässt du eine weiteres Höhlenwunder aus, Skocjanske jame. Ist das auch Absicht? Wenn nein, unbedingt besuchen, einen halben Tag einplanen.
- Muggia: Von Trieste undbedingt die kleine Personefähre bei der Piazza Unitá Itlaia nach Muggia nehmen. Die Ausfahrt die Trieste nach Süden ist alles andere als lustig.
- Ptuj: Weiters würde ich in Slowenien über Ptuj fahren (wunderbare Stadt) dort auf den Drau-Radweg, der bis Maribor recht hübsch zu fahren ist.
- Bleder See: Auf jeden Fall und , der See Bled
Indem Sie diese Vorschläge und Tipps berücksichtigen, können Sie Ihre Radreise optimal planen und eine unvergessliche Zeit in Slowenien und Triest verbringen.
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