Ein Sehnsuchtsziel für Rennradfahrer sind die monumentalen Pässe im Grenzgebiet von Italien und der Schweiz, wie Albulapass, Stilfserjoch, Gaviapass und Splügenpass.
Die Königin aller Passstraßen
Sie ist die höchstgelegene Passstraße Italiens und der zweithöchste befahrbare Alpenpass - die Panoramastraße zum Stilfserjoch (2.760 Meter). Die Verbindungsstraße zwischen Südtirol und der Lombardei lockt jedes Jahr tausende Radfahrer an und ist ein echter Klassiker unter den Rennradrouten.
Einmal im Jahr findet zudem der Stilfserjoch Radtag statt. Dabei wird die Straße für den Autoverkehr gesperrt und zahlreiche Biker kämpfen sich von beiden Seiten den Pass hinauf. So sollen die Planung und der Bau der Verbindung, die eine großartige Pionierleistung war und schon unter Kaiser Franz im Jahr 1818 begann, gewürdigt werden.
Mit dem Rad auf das Stilfserjoch
Du startest in Prad am Stilfserjoch, das auf 915 Metern liegt, und radelst zunächst über Gomagoi nach Trafoi. Das erste Stück verläuft noch relativ gemächlich. Die Passstraße führt dich an der Ortlergruppe mit ihren eindrucksvollen Gletschern vorbei und du genießt auf der ganzen Strecke das imposante Panorama des Nationalparks. Schließlich erreichst du die Baumgrenze sowie die Franzenhöhe auf 2.189 Metern.
Nach 25 Kilometern, 48 Kehren und rund 1.850 Höhenmetern hast du das Stilfserjoch auf 2.760 Metern erreicht. Nun kannst du dich etwas ausruhen und die Aussicht genießen, ehe die Abfahrt beginnt.
Über die Schweiz zurück nach Prad
Anschließend fährst du auf der Südseite in die Lombardei (Richtung Bormio). Nach etwa drei Kilometern biegst du rechts ab und fährst nach Santa Maria im Münstertal, das in der Schweiz liegt. Dabei musst du noch einen rund 300 Meter langen Anstieg auf den 2.503 Meter hohen Umbrailpass meistern. Über die Grenze geht es zurück nach Südtirol.
Danach radelst du über Münster, Taufers und Glurns zurück nach Prad.
Einkehr
Auf dem Passo Stelvio angekommen kannst du neben der grandiosen Aussicht auch leckere Gerichte genießen und dich mit einem kühlen Getränk erfrischen. Zudem laden die Ortschaften entlang der Strecke zu erholsamen Pausen ein.
Wissenswertes
- Mit 41 Meilen gehört die Radtour zu den 3 längsten Radtouren in Italien.
- Mit einer Seehöhe zwischen 2664 ft und 9108 ft ist die Radtour die höchstgelegene in Italien.
- Auf der Radtour überwindest du 2146 steigende Höhenmeter. Das ist ganz schön viel. Du solltest einigermaßen fit sein, um diese Radtour zu machen.
- Damit gehört die Radtour zu den 3 Touren in Italien auf denen du die meisten Höhenmeter überwindest.
- Auf dieser Tour gibt es Einkehrmöglichkeiten.
Varianten
Du kannst auch vom Veltlin aus auf das Stilfserjoch fahren. Diese Route startet in Bormio und führt auf einer 22 Kilometer langen Strecke die Passstraße hinauf. Dabei werden 36 Kehren passiert und rund 1.500 Höhenmeter überwunden.
Anstelle der oben beschriebenen Rundtour ist es natürlich auch möglich von Prad über das Stilfserjoch nach Bormio oder umgekehrt zu fahren. Außerdem kannst du die Fahrt über das Stilfserjoch mit einer Umrundung des Ortlergebirges kombinieren.
Anfahrt zum Startpunkt
Mit dem Auto: Wer über Bozen anreisen möchte, folgt der SS38 über Meran in den Vinschgau. Dem Straßenverlauf über Naturns und Schlanders bis nach Prad am Stilfserjoch folgen. Von Österreich kommend geht es über den Reschenpass in den Vinschgau. Auf der SS40 nach Mals und weiter nach Spondinig fahren. Dort rechts auf die SS38 abbiegen, die nach Prad am Stilfserjoch führt.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Zwischen Mals und Meran verkehrt die Vinschger Bahn, welche auch in Spondinig hält. Von dort sind es noch drei Kilometer bis nach Prad.
Weitere Routenbeschreibungen und Planungsideen
Superlative gibt es in den Alpen etliche. Wer mit dem Rennrad fährt, dem geht es besonders um die Alpenpässe. In Südtirol ist vor allem einer berühmt-berüchtigt: das Stilfser Joch bzw. der Passo Stelvio im Vinschgau, die höchste Passtrasse in Italien, direkt vor dem höchsten Berg der italienischen Alpen. In jedem Jahr zieht sie unzählige Fahrer auf dem Rennrad an.
Namensgeber für den Pass war das kleine Bergdorf Stilfs. Die heutige Strasse berührt jedoch den Ort nicht mehr. Sie führt unterhalb des Dorfes zum Joch. Geschichtlich reicht der Rückblick bis in die Zeit der Römer zurück. Damals verlief lediglich ein Saumpfad über das Stilfser Joch. Im Mittelalter hingegen wurde er kaum noch benutzt. Erst im Dreißigjährigen Krieg diente er verstärkt dem Militär. Ende des 17. Jahrhunderts intensivierte Bormio seine Bemühungen, um den Ausbau des Pfades als Karrenweg. Die Engadiner wußten dies allerdings zu verhindern. Realisiert wurde die Straße letzlich ab 1820 von Österreich. Auf früheren Fotos kann man bei der Ansicht der Fuhrwerke die Mühsal und den Zeitaufwand nachempfinden, die damals nötig waren, um über das Stilfser Joch zu gelangen.
Seinen Ruf in der Szene verdankt der Passo Stelvio der nordöstlichen Auffahrt, im Sprachgebrauch der Cracks als "Ostrampe" bezeichnet. Die Kehren schrauben sich bei durchschnittlich 9-11% und maximal 15% Steigung nach oben.
Für den Einstieg zum Pass empfiehlt sich Prad am Stilfser Joch. Es liegt auf 910 m Höhe im oberen Vinschgau. Von dort sind es 24,96 km und 1.848 Höhenmeter zum Passo Stelvio. Idealerweise startet man möglichst früh in den Morgenstunden. Um diese Zeit haben in der Hochsaison etliche Rennradradler die gleiche Idee und sammeln sich in dem kleinen Ort. Der ohnehin überschaubare Autoverkehr nimmt erst im Laufe des Vormittags zu. Die Straße zum Joch gehört dann gefühlt den Radlern.
Westlich vom Joch kann die Auffahrt aus Bormio auf 1.225 m.Ü.NN in Angriff genommen werden. Bormio liegt in der Provinz Veltlin in der Region Lombardei. Auch hier treibt der Blick des Ortler Massivs im oberen Drittel ungemein an. Kurz vor den letzten Kehren zum Passo Stelvio mündet der Umbrailpass in die Straße. Dieser liegt direkt zwischen der Schweiz und Italien. Mit seiner Passhöhe von 2.501 m ist er zugleich der höchste Straßenpass in Graubünden.
Die dritte Möglichkeit für eine Auffahrt mit dem Rennrad beginnt ebenfalls im Vinschgau in Glurns und verläuft über Taufers, Santa Maria und den Umbrailpass zum Stelvio. Von den meisten wird sie jedoch in umgekehrter Richtung als Abfahrt vom Stilfser Joch auf einer Runde über die östliche Straße genutzt.
Autofreie Tage für Alpenpässe sind bei Rennradfahrern außerordentlich beliebt. Neben dem autofreien Tag an der Sella Ronda ist der Radtag am Passo Stelvio ein weiterer Höhepunkt in Südtirol, der in der Mehrzahl mit dem Rennrad angegangen wird. Seit Jahren liegt die Organisation in den Händen der Verwaltung des Nationalparks Stilfser Joch.
In Südtirol ist er einer der größten in den Alpen mit dem Ortler als höchstem Gipfel. Fast die Hälfte seiner Fläche liegt in Südtirol und dort wiederum im Vinschgau. Der Schutz des Gebietes rund um die Ortler-Gruppe mit seinen hochalpinen Gletscherzonen war nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Zwar wurde der Nationalpark Stilfser Joch bereits 1935 gegründet, aber durch die länderübergreifenden Regionen gestaltete sich die Verwaltungsorganisation bzw. deren Finanzierung recht komplex und war oft Gegenstand politischer Diskussionen. Seit 2016 haben Südtirol, das Trentino und die Lombardei die Hoheit über den Parco Nazionale Dello Stelvio. Das Stilfser Joch ist schließlich die bedeutendste Verkehrsanbindung zwischen Vinschgau in Südtirol und Bormio in der Lombardei.
Empfehlungen für Rennradfahrer
Das Stilfser Joch, italienisch Passo dello Stelvio, verbindet Prad in Südtirol mit Bormio in der Lombardei. Die gut 50 Kilometer lange Straße wird heute fast ausschließlich touristisch genutzt. Geöffnet ist der Pass in der Regel von Anfang Juni bis November. Bisher 14-mal führte die Strecke des Giro d’Italia über den Stelvio.
Tipp: Früh am Morgen starten, um dem motorisierten Verkehr zuvorzukommen.
Die Rennrad-Saison am Stilfser Joch geht von Mitte Juni bis Anfang Juli und dann wieder ab September. Dann sollte die Passstraße komplett befahrbar und nicht übermäßig stark frequentiert sein. In der Hochsaison indes herrscht oft reger Betrieb.
Vier Radrouten am Stelvio
Keine Frage: Wer sich am Stilfser Joch austoben möchte, sollte ein gewisses Trainingsniveau mitbringen. Dann werden die langen Kletterpartien zum unvergesslichen Erlebnis. Zum Beispiel auf diesen vier fordernden Rennradrunden.
- Stelvio-Klassiker ab Prad: Die Runde ab Prad hoch zur Passhöhe und dann auf der Rückseite über den Umbrailpass runter ins Münstertal ist die Einstiegsdroge für alle Stelvio-Süchtigen. Gute Nachricht: Erweitern lässt sie sich jederzeit, etwa mit dem Ofenpass.
- Stelvio-Runde ab Bormio: Mit Start am Hotel Funivia führt die Strecke zunächst hoch auf den Pass und dann durch die berühmten Kehren runter ins Vinschgau. Durchs Münstertal geht es nach Santa Maria, von dort hoch auf den Umbrailpass und schließlich zurück nach Bormio.
- La Stelvio Santini: Die Originalstrecke zur langen Variante des Radmarathons La Stelvio Santini. Ab Bormio geht es zunächst auf den Passo di Guspessa und den Mortirolo runter, ehe das große Finale am Stelvio wartet.
- Stelvio hoch drei: Diese Route erklimmt die Passhöhe von allen drei Seiten. In diesem Fall erst ab Bormio, dann über die berühmten Kehren ab Prad und schließlich ab Santa Maria über den Umbrail. Wichtig: Licht für die Tunnel ab Bormio einpacken.
Drei Radsport-Hotels am Stelvio
- Hotel Lindenhof: Rund 35 Kilometer von Prad entfernt liegt das Radsporthotel im Etschtal. Das Fünf-Sterne-Haus bietet alles, was Radsportler brauchen. Von der erstklassigen Küche über Leihräder von Storck, Radkeller mit Videoüberwachung und sogar einen Mechaniker. Bei den geführten Touren gibt sich gern Hotelchef Joachim Nischler die Ehre. Nicht nur, wenn es mal wieder aufs Stilfser Joch geht.
- Berghotel Franzenshöhe: In Kehre 22 von 48 liegt das rund 200 Jahre alte Berghotel Franzenshöhe in einer Höhe von 2188 Metern. Wer es erreicht, hat etwa zwei Drittel des Anstiegs zur Passhöhe geschafft. Mitten im Nationalpark Stilfser Joch gelegen, bietet das Drei-Sterne-Hotel hübsche Zimmer zu fairen Preisen. Dazu gibt es leckeres Essen und sogar einen Wellness-Bereich mit Sauna und mehr.
- Hotel Funivia: Von Radsportlern für Radsportler: Dass Rennradfahrer im Hotel Funivia mehr als willkommen sind, wird hier vom ersten Moment an klar. Bewachter Radkeller, Waschplatz, Werkstatt und Wäscheservice sind nur einige Argumente. Dazu gibt es geführte Touren, Leihräder und wertvolle Insidertipps von "Stelvioman" Daniele. Auch Freunde des Gravelbikes kommen hier voll auf ihre Kosten.
Essen und Trinken am Stelvio-Pass
- Ernstl’s Bratwurststand: Auch wenn der Ernährungsberater sich jetzt an den Kopf fasst: Direkt auf der Passhöhe ist Ernstl’s Bratwurststand eine echte Institution. Und ordentlich Energie kann nach der kräftezehrenden Fahrt auf den Berg definitiv nicht schaden.
- Stelvio Experience Bicycle Café: Das Radsport-Café im Untergeschoss des Hotels Funivia in Bormio ist der perfekte Ort für das Heißgetränk vor oder das Kaltgetränk nach der Rennradrunde. Das Café fungiert zeitgleich als Radsportmuseum, Shop und lokaler Szenetreff.
Stelvio mit dem Rennrad: Anreise
Die Fahrzeit für die rund 600 Kilometer ab Frankfurt/Main bis Bormio über Österreich oder die Schweiz beträgt etwa acht Stunden mit dem Auto. Es wird eine Vignette benötigt. Das Stilfser Joch verbindet seit 1826 Südtirol mit der Lombardei. Damals wurde die 50 Kilometer lange Gebirgsstraße durch das Österreichische Königreich gebaut, um die zugehörige Lombardei mit den anderen Landesteilen zu verbinden.
Unter Rennradfahrern hat der Pass insgeheim den Übernamen „Königin der Passstraßen“. Denn mit 2757 Metern ist das Stilfser Joch einerseits der höchste italienische Pass, andererseits jedoch auch der zweithöchste asphaltierte Alpenpass, was ihn gerade für Rennradfahrer interessant macht. Begehrlichkeit weckt das Stilfser Joch vor allem aufgrund seiner kurvenreichen Streckenführung. Insgesamt 48 nummerierte Serpentinen führen von Prad auf das Stilfser Joch. Auch der Rennradsport schätzt das Stilfser Joch.
Stelvio Night
Am 27. Juni 2025 findet zum dritten Mal das »STELVIO NIGHT«- Spektakel im Vinschgau/Südtirol (IT) statt. Schauplatz ist die legendäre Stilfserjochstraße mit ihren 48 übereinander geschachtelten Serpentinen, die ab Trafoi (1.570 m ü.NN.) für den motorisierten Verkehr gesperrt bzw. ab der Franzenshöhe (2.188 m ü.NN.) bis zur Passhöhe (2.760 m ü.NN.) farbenprächtig beleuchtet ist. Zweifelsohne sind autofreie Tage auf Alpenpässe für Rennradfahrer das höchste der Gefühle.
Während sonst normalerweise hohes Verkehrsaufkommen herrscht und die Freude am Radfahren schmälert heißt es bei der »STELVIO NIGHT« Freie Fahrt ohne Verkehrslärm und ohne Abgase. Der reinste Fahrgenuss, sofern man von der schweißtreibenden Anstrengung mit Maximalsteigungen von bis zu 18 Prozent absieht. Die Ø- Steigung der 25 km langen Nordostrampenauffahrt beläuft sich auf rund 7.5 %. Im 14 km langen, steileren Teilabschnitt zwischen Trafoi und der Passhöhe beträgt die Ø Steigung jedoch knackige 8.9%.
Hobbysportler sind herzlichst eingeladen zu Fuß, mit dem Rad oder mit angeschnalltem Sportgerät am »STELVIO NIGHT« teilzunehmen, um die Stilfserjoch Passstraße vom 27. auf den 28. Juni in leuchtend-mystischer Farbenpracht live zu erleben.
Die 49 km lange Stilfserjochstraße - häufig auch als „Königin der Alpenstraßen“ bezeichnet - verbindet Prad im Vinschgau mit Bormio im Veltlin (Lombardei). Insgesamt weist die Strecke 87 Kehren auf (48 zwischen Prad und Scheitelpunkt, sowie 39 bis Bormio).
Der Stilfserjoch Radtag „Stelvio Bike Day“, findet voraussichtlich am 30.08.2025 statt. An diesem Tag ist die Passstraße ab Trafoi für den motorisierten Verkehr gesperrt.
Zum Schutz der Landschaft, der Pflanzen und der Tierwelt wurde das Gebiet rund um das Stilfser Joch 1935 zum Nationalpark erklärt. Heute zählt der rund 130.000 Hektar große Nationalpark zu den größten Naturschutzgebieten Europas. Im Herzen der Zentralalpen gelegen schließt die Schutzzone das gesamte Gebirgsmassiv Ortler-Cevedale samt Seitentäler mit ein. Im Norden berührt er den Schweizer Nationalpark Engadin und grenzt im Süden an den Regionalpark Adamello in der Lombardei an.
Verwandte Beiträge:
- Radtour im Lautertal: Entdecke die schönsten Routen & Sehenswürdigkeiten
- Balaton Radtour: Die schönste Route & Tipps für Ihre Reise
- Radtour Tharandter Wald: Strecken & Tipps für Ihre Tour
- Föhr Radtour: Inselrundfahrt & die schönsten Sehenswürdigkeiten
- Motorrad Spedition Kosten im Vergleich – So Sichern Sie den Günstigsten Transport!
- 2004 Harley Davidson Sportster 883 Custom Testbericht: Ultimative Performance & Design Enthüllt!
Kommentar schreiben