Die Schwäbische Alb mit ihren geschichtsträchtigen Geheimnissen lässt sich hervorragend mit dem Fahrrad erkunden. Die Donau und der Neckar umarmen die Schwäbische Alb förmlich. In den vielen felsigen Tälern kann man das Karstgebirge auf zahlreichen Flussradwegen bequem erkunden und die vielfältigen Natur- und Kulturlandschaften entdecken.
Eine besonders reizvolle Tour führt von Stuttgart nach Tübingen. Auch am vergangenen Samstag stand das Projekt Erste-(richtige)-Rennrad-Tour des Jahres kurzzeitig auf der Kippe: Stark bewölkt über S-West. Kurz überlegt. Awa, mach mer. Einschmieren? Brauchste nicht.
Der ursprüngliche Plan war nach Reutlingen zu fahren, anschließend einen Schwenk über Tübingen und zurück über Böblingen-Hulb, Alda. Dieses Vorhaben scheiterte zwischen Möhringen und Fasanenhof oder besser gesagt im Fasanenhof. EnBW-City und Europaplatz sind aber nicht Reutlingen, also ein paar Meter zurück und nach Leinfelden-Echterdingen eingebogen, da kenne ich einen Weg. Dort übrigens Killer-Sirenen-Alarm bei der Durchfahrt. Durchs Siebenmühlental Richtung Steinenbronn und Waldenbuch. Tübingen ist jetzt ausgeschildert, also fahr ich nach Tübingen.
Die Fahrt nach Tübingen
Ritter Sport ist einfach eine super Schokolade, für die man auch nach Waldenbuch fahren kann. Was ist deine Lieblingssorte? Meine immer noch Schokolade-Vollnuss, Klassiker. Oder die mit der dünnen Marzipan-Schicht. Scheiße halt auch die Fahrt spätestens ab Waldenbuch: Schon wieder ein Berg. Okay, das weite, gelbe Feld da rechts ist zwar total schön, aber wie lange geht es noch hoch? Diese fiesen Anstiege, in Prozent gar nicht so krass, dafür einfach elendig lang. Und die vorbei rasenden Motorräder werden nicht weniger. So geht das nonstop weiter. Talabfahrt nach Dettenhausen. Bergauffahrt nach Bebenhausen. Danach soll Tübingen kommen.
Tübingen: Eine Stadt zum Verlieben
Kommts auch. Was will ich eigentlich in Tübingen? Ganz einfach, ich war noch nie dort und mit dem Rennrad steuere ich gerne Ortschaften an, die ich nicht kenne. Zumindest war ich noch nicht am Tag in Tübingen. Zwei mal Nachts, im Blauen Turm aufgelegt. Musste ich dann am Samstag sofort feststellen. Scheiße, bist du schön. Jonger Vadder, ihr Tübinger habt´s ned schlecht. Ist ja angeblich auch elendig teuer. Und war laut einem Bürokollegen sogar mal die lebenswerteste Stadt Deutschlands oder so etwas ähnliches. Kann ich prompt nachvollziehen.
Fachwerk galore, wie auf allen anderen Radtouren auch, alle Tübingern auf der Straße und shoppen und latten sich grün und blau. Links und rechts diese süssen Gässchen. Flüsschen mit Blumenkübel garniert mit durch die Stadt. Auf dem Neckar Schlauchboot-Stocherkahn-Stau! Wer nicht im Cafe hockt, hockt am Neckar! Wedding-Foto-Alarm! Abartige Fassade hat dieses Rathaus! Toller Ausblick von der Burg oder Schloss! Hätte ich nicht so gestunken, hätte ich mir garantiert noch irgendwo ein Stück Kuchen gegönnt.
Rückfahrt nach Stuttgart
Total euphorisiert den Rückweg in Angriff genommen, kurz ein Stück über Bebenhausen in Richtung Dettenhausen zurück und dann nach Böblingen abgebogen. Auf der 464 und über Böblingen-Süd reingekommen, ganz durch und parallel zur Autobahn über Vaihingen back to kessel. Das ging dann wesentlich schneller. Nettofahrzeit circa 4:15 h, fast exakt 100 Kilometer in den Beinen und mächtigen Sonnenbrand an den Unterarmen.
Der Neckartal-Radweg
Der Neckartal-Radweg ist Deutschlands kontrastreichster Flussradweg und fließt auf 374 Kilometer Länge mitten durch das Herz des Bundeslands im Südwesten. Eine Radreise optimal geignet für Genießer und Entdecker, für Menschen die dem Land auf die Spur kommen wollen. Die lauschigen Anfänge im Schwenninger Moos, die poetischen Ufer am Tübinger Hölderlinturm, die großartigen Weinlagen der Großstadt und die Burgen im Odenwald. Dieser abwechslungsreiche Flussradweg in Deutschland hält seine Gäste stets bei bester Laune. Man muss sich nur ein wenig Zeit nehmen, hinter die Fassaden blicken und mit den Leuten ins Gespräch kommen.
Abtauchen heißt es am Neckartal-Radweg - nicht in den Fluss, er beginnt als kleiner plätschernder Bach, sondern in die historische Vergangenheit. Startet die Reise im Hochmoor Schwenninger Moos, schlängelt sich der Neckar kurz darauf durch charmante Städte, die aus fernen Zeiten erzählen: Rottweil etwa aus der Zeit der Römer oder das mittelalterliche Tübingen. Rund um Stuttgart können Besucher im Unesco-Welterbe Weißenhofsiedlung die Ursprünge moderner Architektur ergründen und in denkmalgeschützten Werkhallen oder alten Mühlen Industriekultur hautnah erleben.
Streckenführung und Besonderheiten
Der Neckartalradweg wird meist auf gut ausgebauten Feld- und Wirtschaftswegen fern des üblichen Verkehrs geführt. In Notfällen und für die An- und Abreise kann die Bahn, die fast das gesamte Neckartal begleitet, als Transportmedium dienen. Der Neckarradweg beginnt an der Neckarquelle, im "Stadtpark Möglinshöhe" in "Schwenningen". Als kleines Bächlein führt der Neckar durch die Ausläufer der Baar in Richtung Rottweil. Von "Rottweil" aus kämpft sich der schon kräftigere Neckar durch die Ausläufer der Schwäbischen Alb in Richtung "Oberndorf". Ab "Sulz" wird die Strecke ebener und führt in der Talsohle weiter. Im engen Taltrichter führt der Radweg auf dieser Etappe weiter bis "Bad Niedernau". "Nürtingen" selbst liegt auf einem Umlaufberg mitten im sonst ebenen, breiten Tal. Hier zweigt der Filstalradweg nach Osten ab. Hier beginnt auf der Hohenzollernradweg, der bis zum Bodensee führt.
Nach Benningen teilt sich der Neckar in Kanal und Neckaraltarm. Steile Weinlagen beherrschen nun das Landschaftsbild. Dieser Abschnitt des Neckarradweges beginnt in der ehemaligen staufischen Festungsstadt Bad Wimpfen. Von hier aus beginnt eine herrliche Burgen- und Schlösseretappe. In großen Schleifen fließt der Neckar tief eingeschnitten immer weiter in den Odenwald. Je höher die Berge werden, desto enger werden die Windungen des Neckars. Freiliegender Buntsandstein, als "Findlinge" oder in Felsabbrüchen erinnern an den Schwarzwald. Wer im Frühjahr fährt, erkennt schnell den Unterschied zum rauen Bruder des Odenwalds: Im Gegensatz zum Schwarzwald blüht und gedeiht hier alles schon früher.
Heidelberg mit seiner Altstadt und der Schlossruine ist ein kultureller Höhepunkt dieser Etappe.
Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke
- Passagen durch Naturschutzgebiet Felsengärten
- Moorgebiete
- Odenwald
- Ausblicke auf steile Terrassenweinberge
- Historische Städte wie Rottweil, Tübingen, Nürtingen, Heidelberg
- Festungsstadt Horb
- Burg Esslingen
- Burgruine Neckarburg
- Schloss Zwingenburg
- Burg Dilsberg
Weitere Radtouren in der Schwäbischen Alb
Erleben Sie die Schwäbische Alb in ihrer Vielfalt bei einer Radtour durch die abwechslungsreiche Natur und Landschaft.
- Donaubikeland (Tour 12)-Spritztour: Leichte Radroute. Länge: 29,7km; Dauer: 2:12h.
- Kornbühl-Tour-Familienradtour auf den Höhen Burladingens: Leichte Radroute. Länge: 20,5km; Dauer: 1:30h.
- Schiefer-Tour-Radtour durchs Obere Schlichemtal: Leichte Radroute. Länge: 17,2km; Dauer: 1:30.
- Donaubikeland (Tour 11)-Zeitreise: Mittelschwere Radroute. Länge: 45,8k; Dauer: 3:24h.
- Rosen-Tour-Radtour zwischen Blütenpracht und historischen Orten: Mittelschwere Radtour. Länge: 42,8hm; Dauer: 4:00h.
- Vesper-Tour: Mittelschwere Radtour. Länge: 42,4km; Dauer: 3:35h.
- Burgen & Schlösser-Tour I Schönbuch-Runde: Schwere E-Bike-Radroute. Länge: 70,4km; Dauer: 5:24km.
- 3-Kaiserbergroute: Schwere Radroute. Länge: 51,3km; Dauer: 3:45h.
Fahrradfreundliche Gastbetriebe: Hotel Krone Tübingen
Besonders zu empfehlen in Tübingen ist eine Radtour am Neckarradweg, der direkt am Hotel Krone Tübingen vorbeiführt. Als Homebase für einen Urlaub mit dem Fahrrad in der Schwäbischen Alb ist besonders die Stadt Tübingen mit ihrer zauberhaften Altstadt und dem 4 Sterne Hotel Krone Tübingen zu empfehlen. Direkt am Neckarradweg gelegen, bietet das Hotel eine eigene Fahrradgarage, Lunchpakete für die Weiterfahrt und eigene E-Bikes zum Ausleihen an. Für müde Beine nach einer langen Fahrradtour gibt es einen hauseigenen Wellnessbereich und mit dem „Ludwigs“ einen lässig-trendigen kulinarischen Hotspot zum Energietanken und Relaxen.
Wer nach Neckarradeweg Unterkünften sucht, wird schnell in einem der beliebtesten Fahrradhotels der Region fündig. Das 4 Sterne Hotel Krone in Tübingen mit seinen gemütlichen und komfortablen Zimmern, dem hoteleigenen Wellnessbereich und dem trendig-chicen Restaurant mit Bar, dem „Ludwigs“, ist ein echter Biker-Hotspot und Fahrrad-Urlauber-Treff. Direkt am Neckarradweg gelegen, bietet das Hotel einen eigenen Fahrradkeller und genüssliche Lunchpakete für die Weiterfahrt.
Vorteile im Hotel Krone Tübingen
- Direkter Einstieg in einer der bekanntesten deutschen Radwege.
- Eine der beliebtesten Unterkünfte auf dem Neckartalradweg
- Fahrradgarage zur sicheren Unterstellung
- Lunchpakete für die Weiterreise
- Hauseigene E-Bikes zum Ausleihen
Radtour durchs ursprüngliche Goldersbachtal nach Tübingen
Im Schönbuch finden wir Bann- und Schonwälder und den naturbelassenen Goldersbach. In den Wald malerisch eingebettet liegt das Kloster Bebenhausen. Wir starten am Holzgerlinger Bahnhof und nehmen erst einmal die Bahnhofstraße in das reizvolle Ortsinnere. Dort erwarten uns die Kirche, ein uriges Wasserschlösschen und farbenfrohe Eulen- und Rabenskulpturen (Tour 25). Immer den Schienen entlang folgen wir dann der Schönbuchstraße durch ein Wohngebiet und nehmen den Radweg Richtung Weil im Schönbuch / Schaichhof.
Am Bahnübergang kurz vor der Bahnstation Holzgerlingen Buch überqueren wir die Gleise. Unsere Route führt uns zum Golfclub Schönbuch auf dem Schaichhof. Das Restaurant bietet einen reizvollen Blick auf den Schönbuch. Dort wählen wir rechts einen Waldweg, die Ochsenschachenstraße, die in das Rotwildgebiet führt. Schon sind wir mittendrin im kleinen Goldersbachtal und hören den Bach und seine Zuflüsse gluckern. Er entwässert den südlichen Schönbuch - als eines der letzten intakten Bachsysteme im mittleren Neckarraum. Zu unseren Seiten erstrecken sich idyllisch die Schönbuchauen, wo auch prächtige Kastanien gedeihen. Insgesamt 390 Pflanzenarten bietet das Goldersbachtal ein Zuhause; auch einigen von der Roten Liste.
Wir hal-ten uns auf dem Hauptweg und gelangen schließlich zum Ochsenweiher. Dort können wir am Grillplatz eine Pause einlegen, aber es finden sich noch weitere Gelegenheiten. Am meisten los ist an der Teufelsbrücke, die das Tal in das Kleine und Große Golderbachtal unterteilt. Wir folgen dem Weg Richtung Bebenhausen und radeln kurze Zeit später nach links in den Jungfernhäulesweg. Dieser führt uns über die Tellerbrücke mit Grillstel-le nach Bebenhausen. Dort folgen wir den Schildern Richtung Dettenhausen und Tübingen am Goldersbach entlang und erreichen nach 3,5 Kilometern die Universitätsstadt Tübingen (s. Tour 26).
Kloster Bebenhausen
Das ehemalige Prämonstratenser- und spätere Zisterzienser-Kloster wurde 1181 - 1183 gegründet und vereint Baustile von der Romanik bis zur Flamboyantgotik. Das Sommerrefektorium des Klosters (1335) ist mit wunderschönem Rankenwerk geschmückt. Sehenswert sind auch der Dachreiter der Kirche, der netzgewölbte Kreuzgang, die Renaissance-Kanzel und das Abtshaus, das der spätere König Friedrich I.
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