Die Talsperre Malter und das umliegende Gebiet bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten für eine abwechslungsreiche Radtour. Von der historischen Schmalspurbahnfahrt bis hin zu den malerischen Radwegen entlang der Weißeritz gibt es viel zu entdecken. Hier sind einige Erfahrungen und Tipps für Ihre Radtour:
Eine nostalgische Fahrt mit der Weißeritztalbahn
Wir starten mit einer nostalgischen Fahrt in der ältesten im öffentlichen Betrieb befindlichen Schmalspurbahn durch wunderschöne ursprüngliche Natur. Eine Fahrt mit der Weißeritztalbahn ist wie eine Zeitreise in die Gründerzeit. Bereits seit 1882 dampft die Schmalspurbahn auf 750 mm Spurweite und gilt wegen ihrer landschaftlichen Vielfalt als eine der schönsten Eisenbahnstrecken in Europa. Sie bringt uns vom S-Bahnhof Freital-Hainsberg nach Malter.
Entlang der Weißeritz nach Dresden
Heute folgen wir ihrem Lauf mit dem Fahrrad bis nach Dresden. Bei der Jahrhundertflut 2002 lehrte uns die Weißeritz das Fürchten. Sie gilt als gefährlichster Fluss Sachsens mit der höchsten Fließgeschwindigkeit. Binnen weniger Stunden riss sie Bahngleise mit sich und entkernte den Dresdner Hauptbahnhof und flutete den Zwinger.
Station 1: Talsperre Malter - Energie-Erlebnispfad
Vom Bahnhof gelangen wir zur Staumauer der Talsperre Malter und überqueren die Dammkrone. Malter ist heute ein Erholungsort. Die 84 ha große Wasserfläche ist für den Bade- und Bootsverkehr freigegeben. 1913 wurde die 193m lange und 26m hohe Staumauer für den Hochwasserschutz gebaut. Zwei dicke Stahlrohre durchqueren die Mauer, das eine speist das Kraftwerk, das andere dient als Grundablass. Wir biegen auf den Energie-Erlebnispfad ein, der uns durch den Rabenauer Grund begleitet. Von ihnen wird er als "Hechtwasser" bezeichnet, die hier zahlreich im Wasser vorkommen. Geschätzt wird der Stausee bei Anglern. In einem alten Wanderführer steht, dass 1952 ein 16 kg schwerer und 130 cm langer Hecht geangelt wurde.
Station 2: Historisches Gasthaus Rabenauer Mühle
Der Rabenauer Grund erinnert an Schillers "Die Räuber". Die Felsen ragen steil auf, bis fast ans Ufer des Flusses. Das Tal windet sich in engen Kurven wildromantisch am schäumenden Fluss entlang bis zur Rabenauer Mühle. Sie wurde 1235 erstmals urkundlich als Großmühle erwähnt. Sie gehörte zur hiesigen Burg und später zum kurfürstlichen Besitz. Um 1830 erhielt die Rabenauer Mühle das Schankrecht. 1869 brannte die Mühle ab und wurde als Gastwirtschaft und Holzschleiferei im Schweizer Stil wieder aufgebaut. 1990 übernahm Fam. Schumann die Rabenauer Mühle in ihren Besitz und baute Sie zum Hotel aus. 1856 feierte hier der Maler Ludwig Richter die Hochzeit seiner Tochter Helene. Später verewigte er den Rabenauer Grund auf einem Gemälde. Wer sein Scetchbook zuhause hat, fotografiert. Ein wunderschönes Fotomotiv ist die qualmende und fauchende Weißeritztalbahn, die sich durch das enge Erosionstal schlängelt.
Station 3: Bergbaurevier Freital und Plauenscher Grund
Wir gelangen in die Große Kreisstadt Freital. Als weithin sichtbare Landmarke erhebt sich der Windberg rund 100 Meter über das Weißeritztal. Die Geschichte des heutigen Freitals ist eng mit der Geschichte des Steinkohlenbergbaus im Döhlener Becken, dem jetzigen Freitaler Gebiet, verbunden. Erste Erwähnungen dazu gab es 1542. Mit der Erschließung der Steinkohlereviers, entstanden die Eisenhütten. Bis heute existiert das Edelstahlwerk Freital. Der Aufschwung war so gewaltig, dass der Steinkohlenabbau des Plauenschen Grundes mehrere Jahrzehnte, etwa bis in die 1870er Jahre, in technischer und organisatorischer Hinsicht an der Spitze in Deutschland stehen konnte. Daraus folgten viele technische Neuerungen und bahnbrechende Erfindungen. Von weltweiter Bedeutung war und ist die 1810 von Ernst Friedrich Wilhelm Lindig erfundene nasse Kohlenaufbereitung (Kohlenwäsche). Um die technisch bedingten großen Wassermengen aus den Gruben herauszubekommen, mussten Wasserbauwerke geschaffen werden. Am 2. August 1869 ereignete sich eine Schlagwetterexplosion, bei der 276 Bergleute umkamen. Am Segen-Gottes-Schacht nahe dem Windberg erinnert daran ein Denkmal. Wir fahren auf Seitenstraßen, entlang der Dresdner Straße, dem lang gestreckten Zentrum Freitals. Hier finden sich vor allem in Potschappel Gründerzeithäuser.
Station 4: Weißeritzgrünstreifen und Bienertmühle
Nach der Wende schlossen viele Industriebetriebe. Die verfallenen Fabriken strahlen heute einen morbiden Charme aus. Entlang der Weißeritz legte die Stadt Dresden den Weißeritzgrünstreifen an. Er beginnt am Eiswurmlager. Der Brauerei Felsenkeller. Hier befand sich das Bierlager der Dresdner Brauerei. Heute ist es ein Gewerbegebiet, mit vielen neu gegründeten Untermehmen. Wir fahren durch den Wald und folgen dem schmalen Weg bis zur Bienertmühle. Dass es im Dorf Plauen bei Dresden eine Mahlmühle für Getreide gab, ist seit 1366 belegt. Der sächsische Kurfürst August kaufte 1568 die Walkmühle, um sie zu einer Getreidemühle umbauen zu lassen. Der Name geht auf Traugott Bienert zurück, der diese Mühle kaufte und ein großer Mäzen der Stadt war. Bis zur Enteignung 1972 befand sich die Getreidemühle und Brotfabrik in Familienbesitz. Ein Brand 1990 zerstörte die Mühle. 2006 eröffnete hier das Dresdner Mühlenmuseum mit einem Hofladen und Cafe. Der Weißeritzgrünstreifen führt uns am DREWAG-Gelände vorbei, Lehrtafeln erklären den alten Kohleverladeplatz und entspannt radeln wir mitten ins Stadtzentrum.
Station 5: Dresdner Zwinger im Stadtzentrum
Der Zwinger ist die Endstation. 2002 überflutete die Weißeritz das historische Festgelände. Die Flutlinie lässt sich leicht erkennen, wenn man die Lampen an den Brunnenanlagen betrachtet. Die Oberkante der Glasscheiben markiert die Flutlinie.
Radtour durch die Dippoldiswalder Heide
Diese landschaftlich reizvolle Tour führt Sie von Rabenau aus über den Fahrradweg direkt in die Dippoldiswalder Heide. Nach einer anspruchsvollen Etappe erreichen Sie Malter und werden mit einem unvergesslichen Blick auf die gleichnamige Talsperre belohnt. Zwei Eis-Cafés laden zu einem kleinen Zwischenstopp ein. Von der Talsperre Malter aus geht es weiter in die Paulsdorfer Heide. Anschließend durchqueren wir die letzte der 3 Heiden, die Höckendorfer Heide. Ein Abstecher ins Ortszentrum Höckendorf mit Tiergarten ist auf jeden Fall lohnenswert. Mit einer langen Abfahrt setzen wir unsere Radtour auf der Verbindungsstraße Borlas-Lübau fort und erreichen unseren Ausgangsort Rabenau wieder.
Streckeninformationen und Schwierigkeitsgrad
Die Radroute folgt dem ehemaligen Wilsdruffer Schmalspurnetz am Tharandter Wald in Verbindung mit dem Radwegenetz "Rund um Wilsdruff" und dem "Radweg an der Silberstraße" (D4) im SachsenNetz Rad. Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung, wird die Tour als mittelschwere Fahrradtour eingestuft. Gute Grundkondition ist erforderlich.
Alternative Routen und persönliche Erfahrungen
Ein Bericht schildert eine ausgiebige Radtour, die am 23. August bei strahlendem Sonnenschein unternommen wurde. Die Strecke führte von Dresden über den Rabenauer Grund zur Talsperre Malter und durch die Dippoldiswalder Heide. Die Route umfasste 79 Kilometer und bot abwechslungsreiche Abschnitte, darunter idyllische Wege entlang der Roten Weißeritz und anspruchsvolle Anstiege.
Die Tour startete an der Glacisstraße nahe der Albertbrücke in Dresden und führte über Freital zum Rabenauer Grund. Nach 21 Kilometern wurde die Rabenauer Mühle erreicht. Nach 22,5 Kilometern passierten wir die Bahnstation Spechtritz und nach 25,6 Kilometern führte der Weg aus dem Tal hinauf zur Staumauer der Talsperre Malter.
Ein Abschnitt führte durch die Dippoldiswalder Heide, wobei ein kurzer Abstecher auf die B170 vermieden wurde, indem man dem Teichweg bzw. Rosenweg folgte. Nach Überquerung der B170 führte ein Waldweg zu einer Gartensiedlung und zur Karsdorsfer Str. Ein steiniger Feldweg, die Kipsenstraße, verläuft hier zu einem schönen Aussichtspunkt. Von hier aus kann man den Blick in Richtung Dresden schweifen lassen und bis ins Elbsandsteingebirge schauen.
Der Rückweg erfolgte durch den Lockwitzgrund und am Elbufer entlang. Nach 46,6 Kilometern wurde die Dohnaer Str. überquert und Dresden-Kleinzschachwitz erreicht, wo eine Rast am Fährhaus-Kleinzschachwitz eingelegt wurde. Der Elberadweg führte zurück ins Dresdner Zentrum.
Ein weiterer Abschnitt führte von Dresden-Neustadt durch den Prießnitzgrund zur Heidemühle. Entlang des Flussverlaufes der Prießnitz führte der Weg in großem Bogen und mit leichtem Anstieg zum Ziel.
Weitere empfohlene Radtouren in der Umgebung
- Schönfelder Hochland (40 km)
- MTB-Tour im Norden von Dresden (38,7 km)
- Schöne Höhe, im Osten von Dresden (56 km)
- Dresdner Heide - Elbufer - Oberwartha (58 km)
Herausforderungen und Kritikpunkte
Die Straße von Dippoldiswalde Richtung Paulsdorf zur Talsperre Malter ist landschaftlich reizvoll, aber viel zu eng für all den Verkehr, der darauf rollt. Der Autoverkehr, Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer sind hier gemeinsam unterwegs. Damit das alles unfallfrei vonstatten geht, gilt sogar außerorts ein Tempolimit von 40 Stundenkilometern. Aber das ist eine Notlösung, eigentlich wäre ein getrennter Fuß- und Radweg erforderlich.
Dippoldiswalde hat sich in einer Umfrage zum Fahrradklima verschlechtert. Die Gesamtbewertung für Dipps ergibt eine Note von 4,49 auf einer Skala von eins bis sechs.
Gebirgsglück-Extras
Freut euch auf eine vielfältige Auswahl an Rad- und Mountainbike-Touren im Osterzgebirge. Ob gemütliche Seerundfahrt oder anspruchsvolle Mountainbiketour - lasst euch von unseren Tipps inspirieren und erkundet die herrliche Natur mit Fahrtwind in den Haaren. Unsere Klingenberger Talsperre und die Talsperre Malter bieten euch perfekte Kulissen für unvergessliche Radabenteuer.Die Gebirgsglück-Extras, wie unser Bike-Raum mit E-Bike-Ladestation, sorgen dabei für maximalen Komfort.
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