Radtour von Tuttlingen nach Sigmaringen entlang der Donau

Die Radtour durchs Obere Donautal ist eine schöne Etappe für Genussradler und erstreckt sich zwischen Tuttlingen und Sigmaringen in Baden-Württemberg. Auf über 58 km folgt man dem Donauradweg talabwärts entlang des Flusses. Die Route ist landschaftlich spektakulär und technisch einfach, da sie fast immer am Fluss entlangführt.

Tuttlingen markiert einen der Ausgangspunkte der zweiten Etappe des Donauradwegs. Die Stadt im Süden Baden-Württembergs ist auch gut mit der Bahn erreichbar. Wir machen noch einen kurzen Stopp am quadratisch angeordneten Marktplatz in Tuttlingen.

Vom Tuttlinger Donaustadion folgen wir dem Donau-Radweg talabwärts entlang des Flusses nach Nendingen. Nach Tuttlingen führt der Radweg stadtauswärts und dann entlang der Bahnlinie nach Osten. An Nendingen vorbei erreichen Sie Stetten.

Die ersten Meter rollen fast von selbst. Bereits nach wenigen Minuten erreichen wir Mühlheim an der Donau. Die neue Streckenführung läuft hinauf nach Mühlheim. Eine Stadtmauer umgibt den historischen Stadtkern. Durch ein Ried gelangen wir nach Stetten und radeln wenig später durch eine Wohnsiedlung in den kleinen Ort Altstadt, einen Ortsteil des erhöht gelegenen Städtchens Mühlheim. Die Altstadt war die ursprüngliche Siedlung; Zeugnisse aus jener Zeit sind die Kirche St. Gallus aus dem 12. Jahrhundert mit Fresken aus dem späten Mittelalter sowie die Veitskapelle mit einer Rokoko-Außenkanzel.

Wildromantisch folgen Sie dem Radweg entlang von kleinen Seen durch das Donautal. Noch begeisterter bin ich von der Felsenlandschaft, die anschließend am Donauradweg auf uns wartet. Urplötzlich sind wir umgeben von kalkweißen Steinwänden, die aus dem Wald direkt rechts und links des Flusses aufragen. Wow!

Fridingen ist das nächste Ziel. Über Fridingen geht es zur Gaststätte Jägerhaus. Im enger werdenden Tal gelangen wir nach Fridingen und durch das Obere Tor in den alten Ortskern mit einigen Fachwerkhäusern und dem Ifflinger Schloss, heute ein Heimatmuseum. Mitten in Fridingen steht das neu renovierte Ifflinger Schloss.

Kurz nach Fridingen passieren wir eine Versickerungsstelle der Donau und überqueren den Fluss. Der Radweg führt an der Donau entlang weiter und erreicht eine Versickerungsstelle. Danach beginnt der schönste Teil des Donautales. Die Donauversickerung bei Immendingen ist ein einzigartiges Naturphänomen, das die Donau nicht nur ins Schwarze Meer, sondern gleichzeitig auch in die Nordsee fließen lässt. Beim Eintritt in das Kalkgestein der Schwäbischen Alb versinkt und versickert ein großer Teil des Donauwassers einfach im Boden. So liegt das Flussbett zwischen Immendingen und Möhringen über die Hälfte des Jahres trocken.

Hier beginnt mit dem Laibfelsen und dem wie ein Schiffsbug vorspringenden Stiegelesfelsen (778 m) der faszinierendste Abschnitt der Tour: Auf etwa 35 Kilometer Länge windet sich der Fluss auf der oft nur 100-200 Meter breiten Talsohle zwischen steilen, bewaldeten und felsigen Hängen hindurch. Zunächst passieren wir das Gehöft Ziegelhütte mit einer Gaststätte, dann den Scheuerlehof und eine Grillstelle, an der ein Fußweg in die Felsschlucht »Teufelsküche« abzweigt. Vorbei am Standort der ehemaligen Bronner Mühle, die durch einen Erdrutsch zerstört wurde, gelangen wir zu der unterhalb des Schlosses Bronnen liegenden Ausflugsgaststätte Jägerhaus. Hier ermöglichen bei niedrigem Wasserstand große Trittsteine die Überquerung der Donau. Auf der anderen Talseite ragt der Knopfmacherfels auf, der bekannteste Aussichtspunkt an der Kante des Donautals.

Am Kloster Beuron gibt’s dann noch einen längeren Stopp. Nach bequemer Fahrt erreichen wir die in einer Talschlinge gelegene Ortschaft Beuron mit einer Klosteranlage. Denn hier lohnt es sich, die Bikes einen Moment stehenzulassen und die Klosteranlage, die auf das erste Jahrtausend nach Christus zurückgeht, auf sich wirken zu lassen. Das fast 1000 Jahre alte Kloster ist seit dem 17. Jahrhundert das Ziel von Wallfahrern und heutzutage auch von zahlreichen Ausflüglern. Im Kloster, das nach der Säkularisation (Klosterauflösung) zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Besitz des Fürstenhauses Hohenzollern-Sigmaringen überging und 60 Jahre lang leer stand, leben Benediktinermönche, die sich vor allem mit der Untersuchung alter Handschriften beschäftigen, aber auch biologischen Gartenbau betreiben und einige ihrer Produkte in einem Klosterladen an der Ortsdurchfahrt anbieten. Die barocke Klosterkirche Beuron ist ganztägig geöffnet, Besichtigung nur außerhalb der Gottesdienstzeiten. Ganz ehrlich: Werft einen Blick ins Innere der Klosterkirche.

Weiter talabwärts überquert der Weg die Donau, führt um einen Umlaufberg herum und an der Kapelle St.Maurus vorbei, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts von einer Künstlergruppe, der »Beuroner Malerschule«, erbaut und ausgemalt wurde. An den Außenwänden sind Szenen aus dem Leben des hl. Maurus dargestellt. An der gegenüberliegenden Talkante sitzt die Burg Wildenstein, heute eine Jugendherberge, und wenig später erblicken wir in Fahrtrichtung das auf einem vorspringenden Felsen über dem Dorf Langenbrunn thronende Schloss Werenwag.

Wir gleiten weiter über Brücken und ganz nah an der Wasserlinie. Im Hochsommer ist hier auf dem Donauradweg bestimmt richtig viel los - jetzt, in der Vorsaison, haben wir den Radweg noch fast für uns allein. So auch, als wir die Räder an einem Baum anschließen und einem Schild mit der Aufschrift „Eichfelsen“ in 786 m Höhe folgen. Angekommen an der Aussichtsplattform staune ich nicht schlecht: Wir stehen direkt auf einem steil abfallenden Felsen. Gegenüber kann ich auf die Burg Wildenstein blicken - das ist heutzutage übrigens eine Jugendherberge. Und auch Schloss Werenwag ist auf einem Felsvorsprung gut zu erkennen. Zu unseren Füßen schlängelt sich die Donau entlang - ein absolutes Postkartenmotiv. Rechts oben thront gewaltig die Burg Wildenstein. Trutzig, mit gewaltigen Mauern, sieht man sie von weit her.

Beim Sportplatz von Hausen - hier befinden sich ein Spielplatz, eine Grillstelle sowie eine Gaststätte mit Gartenterrasse und Minigolf - halten wir uns links und biegen vor einer Donaubrücke mit Skulpturen von Brückenheiligen rechts ab. Vorbei an den Felsen der Hausener Wand gelangen wir in einen Talabschnitt, in dem zur Linken die senkrechte Wand der Schaufelsen, zur Rechten die der Lenzenfelsen fast 200 Meter hoch aufragen, und radeln am Gasthof Neumühle und an der hoch am Talhang sitzenden Burgruine Falkenstein vorbei. Kurz nach dem Ort Thiergarten führt der Weg durch den Gutshof Käppeler (auch: Thiergartenhof) mit einer dreischiffigen Basilika, die als die kleinste nördlich der Alpen gilt. Der Ortsname Thiergarten geht auf einen Tiergarten zurück, den im 16. Jahrhundert die damals auf Burg Falkenstein lebenden Herren hier im Tal anlegten.

Auf der folgenden Strecke überquert der Radweg mehrmals die Donau, führt am Schloss Gutenstein vorbei in den gleichnamigen Ort und zwischen der Donau und den Bahngleisen, vorbei am Weiler Diethfurt mit einer Burgruine, zur Bahn-Haltestelle Inzigkofen. Dann erreicht er Dietfurt. Da, wo die Donau in die Nordsee abfließt, und unmittelbar daneben, da, wo die Donau sich durch das Kalksteingebirge der Schwäbischen Alb ihr Flussbett in Richtung Schwarzes Meer gegraben hat.

Hier überqueren wir die Donau und steigen am Talhang an zum Schloss Inzigkofen mit einer sehenswerten Kirche. Und wenn ihr diesen Abstecher lohnenswert fandet, dann rate ich euch, kurz vor dem Ziel auch nochmals anzuhalten. Denn die fürstlichen Anlagen von Inzigkofen sind ein kleines Naturparadies. Hier führt ein schmaler Pfad direkt an der Felswand entlang, und die sogenannte Teufelsbrücke, die sich über die Höll spannt, ist ein absolutes Highlight meines Tages. Auch die schwindelerregende Hängebrücke und der Amalienfelsen (Achtung: ungesichert!) solltet ihr nicht verpassen.

Die um 1780 barockisierte Kirche St.Johannes Baptist gehörte zu einem Augustinerchorfrauenstift. Anfang des 19. Jahrhunderts ging die Anlage in den Besitz derer von Hohenzollern-Sigmaringen über, die ihre Sommerresidenz hierher verlegten und einen Park mit Stegen und Treppen anlegen ließen, um zwischen Felstoren, Grotten, Aussichtspunkten und einer Schlucht spazieren gehen zu können. Heute werden die Schlossgebäude von der Volkshochschule genutzt, in der einstigen Zehntscheuer wurde ein Bauernmuseum eingerichtet und davor ein Bauern- und Kräutergarten angelegt.

An der Kirche wenden wir uns nach links, fahren in das Donautal nach Laiz hinunter und entlang der Donau zum Sigmaringer Freibad und zum Stadtrand, von wo aus das in Sigmaringen erhöht sitzende Hohenzollernschloss gut zu sehen ist. Nach rund sechs Stunden erreichen wir schließlich unseren Zielpunkt in Sigmaringen.

Checkt am besten direkt die Zugverbindungen - dann seht ihr auch, ob ihr noch Zeit habt, um beispielsweise das eindrucksvolle Hohenzollern-Schloss zu besichtigen, das über der Stadt thront. Oder ihr geht etwas essen. Für leckere Burger kann ich das Bootshaus Sigmaringen empfehlen.

Die Route verläuft vorwiegend auf asphaltierten Wegen und ohne nennenswerte Steigungen. Zwischendurch gibt es aber auch kürzere Abschnitte auf gut befahrbaren Schotterwegen. Immer wieder wechselt man über Brücken die Flussseite und durchquert charmante Orte wie Mühlheim an der Donau mit seiner historischen Oberstadt. Wir haben für die Etappe einen ganzen Tag eingeplant - das würde ich so auch empfehlen. Denn zwischendurch sollte man sich Zeit nehmen: Ein kleiner Abstecher zum berühmten Eichfelsen ist fast schon Pflichtprogramm, und in Beuron lohnt sich ein Blick in die aufwendig bemalte Klosterkirche. Auch die fürstlichen Anlagen von Inzigkofen sind mit Teufelsbrücke und Amalienfelsen absolut sehenswert.

Ich bin überrascht von der wildromantischen Schönheit des Oberen Donautals. Mit dem Fahrrad rolle ich immer am Fluss entlang - entlang der jungen Donau, die sich durch enge Schluchten schlängelt und an steil aufragenden Kalkfelsen vorbeifließt. Immer wieder gibt es wunderschöne Aussichtspunkte auf der Etappe.

Ich bin nicht häufig auf dem Fahrrad unterwegs, aber diese Etappe auf dem Donauradweg ist auch für weniger geübte Radfahrer gut machbar. Wenn ihr ein bisschen Unterstützung benötigt, könnt ihr ja auch auf ein E-Bike zurückgreifen. Landschaftlich sollte man die Tour auf jeden Fall auf die Bucket-List setzen.

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Weitere Etappen des Donauradwegs

Der Donauradweg ist in mehrere Etappen unterteilt, die sich von Donaueschingen bis Passau erstrecken. Hier eine Übersicht einiger Etappen:

EtappeVerlaufLänge
E1Donaueschingen - Fridingen52 km
E2Fridingen - Sigmaringen38 km
E3Sigmaringen - Munderkingen59 km
E4Munderkingen - Ulm45 km
E5Ulm - Dillingen54 km
E6Dillingen - Donauwörth38 km
E7Donauwörth - Ingolstadt63 km
E8Ingolstadt - Kelheim54 km
E9Kelheim - Regensburg40 km
E10Regensburg - Straubing48 km
E11Straubing - Deggendorf38 km
E12Deggendorf - Passau60 km

Jede Etappe bietet einzigartige Sehenswürdigkeiten und landschaftliche Reize. Von den Quellen der Donau in Donaueschingen bis zur Mündung in Passau gibt es viel zu entdecken.

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