Alle Wege führen nach Rom und dieser ist ein ganz besonderer, vor allem für Radreisende. Ein grandioser Italien-Querschnitt durch das Veneto, die Emilia-Romagna, die Toskana, durch Umbrien und Latium erwartet dich. Allerdings fordert die Länge der Strecke und die hügelige bis bergige Landschaft zwischen Adria und Tyrrhenischem Meer eine ordentliche Grundkondition.
Wer diese mitbringt, darf sich auf die vielen landschaftlichen und kulturellen Highlights freuen. Los geht’s in der Lagunenstadt südwärts Richtung Lido und Chioggia und weiter quasi steigungsfrei der Adria entlang zum Podelta und weiter nach Ravenna. Danach beginnt langsam aber sicher die Bergprüfung über den Apennin Richtung Florenz. Die hügeligen Strecken begleiten den Italien-Reisenden dann bis kurz vor Rom.
Das heißt, die Anfahrt der sehenswerten Städte der Toskana und Umbriens, wie Arezzo, Cortona, die alte Universitätsstadt Perugia und das beliebte Pilgerziel Assisi, lassen auch so manchen Schweißtropfen fließen. Aber die Bilderbuchlandschaft, die lokale Küche und die unzähligen pittoresken Orte sind die Anstrengung wirklich wert. Eine offizielle Beschilderung für die Route gibt es (noch) nicht.
Routenplanung und Etappen
Die abwechslungsreiche Radreise verläuft anfangs durch die Lagunen Venetiens. Der Po-Radweg und ruhige Nebenstraßen führen weiter nach Ferrara und Bologna. Dann geht es über den Apennin in die Toskana hinein. Hinter Florenz fährt man auf einer herrlichen Panoramastraße entlang des Pratomagno-Gebirges. Über Arezzo und Cortona gelangt man zum Trasimenischen See, wo die Region Umbrien erreicht wird. Höhepunkte sind hier die Städte Perugia, Assisi und Spoleto.
Reizvolle, einsame Touren durch eine dünn besiedelte, waldreiche Berglandschaft führen danach durch das traumhafte Nera-Tal und über Terni bis Poggio Mirteto. Hier folgst du bis Prima Porta der Via Tiberina.
Die Strecke zwischen Venedig und Bologna verläuft fast die gesamte Strecke auf teils ausgeschilderten Radrouten. Über kleine Nebenstraßen erreichst du dann Bologna. Es folgt eine anstrengende Tour, die dich aus der Po-Ebene über den Gebirgszug des nördlichen Apennin hinweg bis in die Toskana hineinführt.
Der 19. Band aus der Reihe PaRADise Guide beschreibt detailliert eine faszinierende Radroute, die von Venedig bis zum Petersplatz in Rom führt (14 Touren, 748 km). Das Streckennetz dieses Radreiseführers umfasst 14 Touren mit einer Gesamtstrecke von 748 km. Die vorgestellten Touren können von dir zu beliebig langen Tagestouren kombiniert werden.
Empfohlene Etappen
- Venedig nach Chioggia: Genieße die Fahrt entlang der Lagune und die Fährüberfahrten.
- Chioggia nach Marina di Ravenna: Folge der Küstenlinie und überquere kleine Flüsse mit der Fähre.
- Faenza zum Passo della Colla: Der Anstieg zieht sich über 60km mit angehnemer Steigung durch eine wunderschöne Landschaft zum Passo, dann Abfahrt nach Borgo San Lorenzo.
- Trasimenischen See, Citta della Pieve, Orvieto, Viterbo, Lago di Bracciano und dann Rom.
Unterkünfte und Verpflegung
Vorab gebucht radelt es sich tagsüber entspannter, denn die Route führt abseits von Küste und Touri-Hotspots auch durch Gegenden, in denen man zwar statt Infrastruktur eher Gastfreundschaft begegnet, aber das bleibt eben zufällig statt berechenbar.
Lieber morgens nicht ohne Tagesration Wasser starten; manchmal gibt's sogar an Tankstellen nur Zuckerzeugs zu trinken. Zwischen Faenza und Borgo San Lorenzo gibt es kaum Einkaufsmöglichkeiten. Es empfiehlt sich, Unterkünfte in Florenz vorab zu buchen, insbesondere wegen des Unterstellplatzes für die Räder.
Ich habe immer Mittags geschaut, wie weit ich noch ungefähr komme und bei booking.com gebucht. Das klappte immer problemlos. Ich bin unterwegs nicht verdurstet. In jedem noch so kleinen Ort gab es eine Bar und die hatte auch schon vormittags geöffnet.
Empfohlene Unterkünfte
- Hotel Villa Mabapa am Lido di Venezia, www.villamabapa.com/de/
- Hotel Riviera in Marina di Ravenna, www.hriviera.info
- B & B Villa Nobili in Bagno A Ripoli, www.villanobili.com
- Hotel Sabrina in Cortona, www.hotelsabrinacortona.it
- Hotel Charleston in Spoleto, www.hotelcharleston.it
Sehenswürdigkeiten entlang der Route
Die Route bietet eine Vielzahl historischer und kultureller Highlights:
- "Klein-Venedig" Chioggia
- Hafenstadt Ravenna
- Florenz
- Arezzo
- Cortona
- Lago di Trasimeno
- alte Universitätsstadt Perugia
- Pilgerstadt Assisi
Mindestens einen ganzen Besichtigungstag in Ravenna einplanen. Wer Florenz noch nicht kennt aber nicht nur durchgereist sein will braucht mindestens drei Tege zum obligaten Kultur-Input, für den man sich time-slots lieber vorab reserviert.
Transport und Logistik
Venedig und Rom sind von Deutschland gut mit dem Fernzug oder per Flugzeug zu erreichen. Von Rom nach Venedig fahren Eurostar-Schnellzüge (Fahrradmitnahme nur zerlegt in Fahrradtasche!) www.trainitalia.de
Radmitnahme von Rom nach Venedig bieten täglich drei Intercity-Verbindungen. Sicher kann man die Fahrkarten auch am Bahnhof buchen. Ganz einfach geht es mit der Trenitalia-App. Wenn der Termin der Fahrt feststeht, würde ich nicht zu lange warten.
Es gibt eine Fährverbindung ab Tronchetto, das ist die Linie 17. Aus dem Kopfbau des Bahnhofs Venezia S.L. raus, nach rechts über die Brücke zur Piazzale Roma, dann wieder rechts zur Ponte della Libertà und bevor die Straße die Inseln verlässt, nach links weg.
Zugverbindungen von Rom nach Venedig
Es gibt z.B. den IC 588, ab Termini 10.22 Uhr, an Mestre 16.16 Uhr. Neben der oben erwähnten IC-Verbindung gibt es eine weitere um 15:30 Uhr. Weitere Verbindungen gibt es mit Umstieg.
Zusätzliche Tipps
- Bikeline-Route: Lieber vorab recherchieren, welche lohnenden Etappen links liegen gelassen werden und die Route nur als Anregung nehmen - auch weil manchmal eine Strada Statale mit Seitenstreifen geeigneter ist als wirres Feldweggehoppel.
- Po-Delta: Wenn bikeline "Vogelparadies" schreibt, immer genug Authan bereit halten!
- Classe: Route direkt von Classe nach Faenza planen, dann spart man sich den Weg zurück nach Ravenna.
Karten und Literatur
Bikeline Radtourenbuch "Radfernweg Venedig - Rom" mit Karten 1:75.000, 172 Seiten, 15,90 Euro.
Für alle Touren sind die GPS-Daten kostenfrei erhältlich.
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