Radtouren am Main entlang: Erfahrungen und Empfehlungen

Der Main, mit seinen 538 Kilometern, schlängelt sich von seinen zwei Quellen im Fichtelgebirge und in der Fränkischen Schweiz über Bamberg, Schweinfurt, Würzburg und Frankfurt bis zur Mündung in den Rhein bei Mainz. Dabei durchfließt er verschiedene, landschaftlich reizvolle Urlaubsregionen, die den MainRadweg ideal für Familien machen. Es gibt kaum Steigungen, die Route verläuft meist abseits des Verkehrs und zusätzlich gibt es viele Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.

Seit 2020 sind wir mehrmals aufs Rad gestiegen, um den MainRadweg zu erkunden. Die Tagesetappen haben wir dabei bewusst so gewählt, dass Kinder um die 10 Jahre problemlos mitfahren können. Aber natürlich ist die Strecke auch mit kleineren Kindern möglich. Man kann die Route einfach verkürzen, oder auch die Zahl der Übernachtungen erhöhen.

Streckenabschnitte und Erfahrungen

Ausgangspunkt für unsere Radtouren ist Bamberg im Steigerwald, so dass wir meist mit einer Zugfahrt starten. Von Bamberg aus geht es mit dem Regionalexpress zum Start der Touren. Die Verbindungen sind gut und meist erreichen wir unser Ziel ohne Umsteigen. In den Zügen ist leider aber oft wenig Platz für Räder; gerade wenn mehrere Personen mit Gepäck unterwegs sind, kann es eng werden. Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig am Gleis zu sein, um einen Platz zu bekommen.

Der MainRadweg ist sehr gut ausgeschildert, so dass man sich immer gut zurechtfindet. Über die Webseite www.mainradweg.com steht zudem der GPX-Track zum Download bereit. Ergänzend empfiehlt sich die Verwendung eines Tourenbuches zum Radweg wie beispielsweise das handliche Serviceheft von FrankenTourismus.

Schweinfurt bis Würzburg

Anfangs führt die Strecke ein kurzes Stück durch die Stadt, bevor es dann am Bahnhof Schweinfurt-Stadt an den Main geht. Hier erwartet einen bereits das erste Walzenwehr aus dem Jahr 1903. Dieses wurde nach 60-jährigem Betrieb durch die neue Schleuse ersetzt und steht heute als Industriedenkmal am Main. Der Radweg führt von dort aus entlang grüner Wiesen und großer Bäume aus Schweinfurt hinaus.

Im Ort ist die Mainfähre im Einsatz und bringt Personen und Fahrzeuge auf die andere Seite. Auch der MainRadweg führt nun auf der gegenüberliegenden Seite weiter, wobei sich vor dem Übersetzen in Wipfeld auch eine kleine Pause auf den einladenden Bänken direkt an der Fähre anbietet. Drüben angekommen, geht es über Stammheim mit seinen schönen Fachwerkhäusern weiter Richtung Fahr, wo auch wieder eine Fähre über den Main im Einsatz ist.

Direkt am Main entlang geht die Route weiter, die schließlich bis hoch zur Wallfahrtskirche Maria im Weingarten führt. Auch hier sollte man unbedingt einen Zwischenstopp einplanen, um die Kirche zu besichtigen. Nun ist es nur noch ein kurzes Stück bis Volkach, wo man gemütlich einen Spaziergang durch die schöne Altstadt oder den Hindenburgpark machen kann.

Von der Mainschleife aus geht es anschließend durch die Mainaue in das kleine idyllische Winzerstädtchen Sommerach mit Campingplatz und Badebuchten. Bis Dettelbach kann etwas Strecke gutgemacht werden, da der MainRadweg hier etwas abseits des Flusses verläuft. Dafür gibt es im Ort wieder einiges zu entdecken.

Wieder am Main entlang führt die Route nun Richtung Kitzingen. Es geht unter der A3 durch und an Mainstockheim vorbei, bevor die Kreisstadt erreicht wird, in der 2011 die Landesgartenschau stattfand. Das am Main gelegene Areal ist ein schöner Platz für eine Rast: Bänke laden zum Verweilen ein und am großen Spielplatz werden Kinder ihre Freude haben. Zwischen Kitzingen und Marktsteft lässt sich wieder etwas Strecke machen, bevor es an Bayerns ältestem Hafen vorbeigeht.

Die schönen Orte wollen gar nicht mehr aufhören - nur 6 km sind es ins nahe Ochsenfurt, wo sich eine schöne Kaffeepause anbietet. Nun sind es nur noch 20 km bis Würzburg, die Strecke führt direkt an den Weinbergen entlang nach Sommerhausen, wo der Tierpark oder eine Badepause zu einer weiteren willkommenen Rast einladen. Über Eibelstadt und Randersacker erreicht man dann schließlich Würzburg.

Gemütlich geht es entlang der Kurt-Schumacher-Promenade durch den Park bis zur Alten Mainbrücke. Es ist geschafft! Nach zwei Tagen auf dem Rad ist die Altstadt erreicht und man wird mit einem traumhaften Ausblick auf die Marienfeste und den Main belohnt.

Würzburg bis Aschaffenburg

Durch einen Park führt der MainRadweg von Süden kommend nach Würzburg und durch einen Park wird die Stadt wieder verlassen. Von Margetshöchheim aus führt eine Fußgängerbrücke über den Fluss in den Ort, wo das Schloss mit dem Hofgarten besichtigt werden kann, das den Fürstbischöfen von Würzburg als Sommerresidenz diente.

Anschließend geht es wieder über den Main und weiter Richtung Karlstadt. Auf dem Weg dorthin passiert man einen ganz besonderen Ort: Himmelstadt. Dort befindet sich Bayerns einziges Weihnachtspostamt und entlang des MainRadwegs ist ein Philatelisten-Lehrpfad aufgebaut. Auf der gegenüberliegenden Seite zeigen sich Felsen und Weinberge.

Wieder an den Rädern angekommen, geht es über den Main in die Altstadt von Karlstadt, die mit ihren vielen Fachwerkhäusern zu einem Spaziergang einlädt. Das Tagesziel Gemünden ist bereits angeschrieben - allerdings sind es noch 17 Kilometer. Entlang des Weges liegt das Naturschutzgebiet Grainberg-Kalbenstein und Saupurzel, das Kletter- und Wandermöglichkeiten oberhalb des Mainradwegs bietet.

Morgens geht es über die fränkische Saale aus Gemünden und weiter am MainRadweg entlang. Von der Brücke, die hier überquert wird, zeigt sich die Stadt nochmal von ihrer schönsten Seite. Zwischen der Schleuse Steinbach und der neuen Mainbrücke bei Lohr kann man nochmal einen kurzen Halt an einer etwas ungewöhnlichen Markierung einlegen. Der MainRadweg passiert den 50.

Über die neue Mainbrücke geht es wieder auf den Radweg Richtung Marktheidenfeld. Nach Passieren der Nordbrücke führt der MainRadweg direkt am Fluss entlang und am Mainkai zeigen sich die herausgeputzten Häuser und Cafés von ihrer besten Seite. Hier lohnt es sich, die Räder abzustellen, ein Getränk zu sich zu nehmen und den Blick über den Main schweifen zu lassen.

Abends wartete auf uns noch der etwas anstrengende, aber lohnenswerte Spaziergang zur Burg Wertheim, die hoch über der Stadt liegt. Der Ausblick von der Burg über die Stadt, Main und Tauber ist phänomenal!

Auf der nächsten Tagesetappe schlängelt sich der Main durch den Spessart und passiert dabei viele kleinere Orte. Der Main ist hier über weite Strecken die Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Von Wertheim aus geht es über die Brücke wieder auf die bayerische Seite des Mains, an der der MainRadweg verläuft. Über Kreuzwertheim führt die Route direkt am Main nach Hasloch und Faulbach. Zwischen den beiden Orten überrascht der Garten „Natur in Stille“.

Nach einer Stärkung geht es weiter bis Stadtprozelten, einem Ort, der sich entlang der Hauptstraße schlängelt. Hier gibt es eine Mainfähre und mit der Henneburg zugleich auch noch eine sehr schön gelegene Burg über dem Ort. Es geht weiter Richtung Collenberg, wo auf der gegenüberliegenden Mainseite ein größeres Freizeitgelände mit Badesee und Campingplatz liegt.

In Bürgstadt stand ein Besuch in der über 1000-jährigen Martinskapelle auf dem Programm, die voll mit Wandmalereien ist. Mit den Rädern geht es anschließend nach Miltenberg, um nochmals durch die verwinkelten Gassen mit den Fachwerkhäusern zu spazieren. Das Highlight ist der Blick von der Burg!

Vom Ort aus geht es in die Seltenbachschlucht, durch die ein kurzer und sehr schöner Wanderweg führt. Es geht weiter nach Wörth, wo der Hochwasserschutz besonders auffallend ist. Im gegenüberliegenden Erlenbach befindet sich eine Schiffswerft, wo große Mainschiffe an Land liegen.

Nach Niedernberg führt der Radweg vom Main weg und an Feldern und Wiesen entlang. Ab den ersten Vororten Aschaffenburgs geht es wieder an den Fluss und entlang eines bewaldeten Grünstreifens gelangt man zur Adenauerbrücke in Aschaffenburg. Über die Willigisbrücke geht es auf die andere Flussseite und das Schloss Johannisburg ist bereits in Sichtweite. Etwa 180 Kilometer sind zurückgelegt und die Kinder hatten viel Freude bei der Tour.

Sehenswürdigkeiten entlang des MainRadwegs

Der MainRadweg bietet eine Fülle an Sehenswürdigkeiten, die einen Zwischenstopp lohnen:

  • Bamberg: UNESCO-Weltkulturerbe, bekannt für seine Brauereikultur und den Dom.
  • Volkach: Malerische Altstadt an der Mainschleife, ideal für eine Pause mit Blick auf die Weinberge.
  • Würzburg: Residenzstadt mit beeindruckender Festung Marienberg und der Würzburger Residenz (UNESCO-Welterbe).
  • Wertheim: Bezaubernde Altstadt mit einer imposanten Burg hoch über der Stadt.
  • Miltenberg: Perle zwischen Odenwald und Spessart mit historischen Fachwerkhäusern.
  • Aschaffenburg: Tor zum Spessart mit dem prächtigen Schloss Johannisburg.

Empfohlene Etappen

Hier sind einige empfohlene Tagesetappen für den MainRadweg, die sich gut mit Kindern bewältigen lassen:

Etappe Strecke Highlights
Bamberg nach Schweinfurt ca. 62 km Zeil am Main, Weinberge
Schweinfurt nach Kitzingen ca. 58 km Volkach, Mainschleife
Kitzingen nach Würzburg ca. 44 km Ochsenfurt, Sommerhausen
Würzburg nach Lohr am Main ca. 52 km Gemünden am Main
Lohr am Main nach Wertheim ca. 54 km Marktheidenfeld

Gastronomie und Unterkünfte

Der MainRadweg zeichnet sich durch eine hervorragende gastronomische Infrastruktur aus. Zahlreiche Biergärten und Weinstuben laden zur Einkehr ein. Entlang der Strecke gibt es zudem viele fahrradfreundliche Unterkünfte, von Pensionen über Hotels bis hin zu Campingplätzen.

Der MainRadweg ist ein ideales Ziel für Familien, die eine abwechslungsreiche und entspannte Radtour in Deutschland erleben möchten. Die Kombination aus flachen Strecken, malerischen Landschaften und zahlreichen Sehenswürdigkeiten macht den MainRadweg zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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